Bühren

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Bühren - das Dorf mit Kultur gehört zur Samtgemeinde Dransfeld im Landkreis Göttingen.

Bühren - Ortsansicht

Historischer Ortskern

Wappen von Bühren
Tie mit Steintisch
Bühren - Kirche
Bühren - Ortsansicht

Der historische Ortskern von Bühren mit seinem mittelalterlichen Tie und der Dorfkirche ist von zahlreichen Fachwerkbauten umstanden und bildet heute ein Musterbeispiel für Tiedörfer im südlichen Niedersachsen

Tie

Der dorfbildprägende Tie zählt zu einem der schönsten in ganz Niedersachsen. Sein Ursprung geht auf die Entstehung des Dorfes vor weit über 1000 Jahren zurück und ist somit das älteste dörfliche Kulturdenkmal.

Der heute mit 11 Linden umstandene Platz diente in seinen Anfängen der dörflichen Rechtspflege. Prägendes Element des Platzes ist der Steintisch, vom dem aus der Holzgrefe (Bürgermeister) die Versammlungen der tieberechtigten männlichen Einwohner leitete. Die Grundlage der Versammlungen bildete die „Markordnung“, eine selbstgeschaffene dörfliche Sozialordnung, die im Grundprinzip demokratisch war und bis in die altsächsische Zeit zurück reicht.

Wald, Feld und Flur standen in gemeinschaftlicher Nutzung der Dorfbewohner, die im Besitz einer eigenen Feuerstelle waren. Feste Regeln wurden entwickelt und Abweichungen auf dem Tie bestraft. Beschlüsse wurden durch Handreichungen im Kreis besiegelt, daher der Begriff „Eigentum zur gesamten Hand“. Die Dorfmark gehörte also nicht wie heute einzelnen Privateigentümern, sondern die Nutzung stand allen gemeinsam zu.

Mit Einführung des christlichen Glaubens wurde, wie auch hier in Bühren, ein holz- und später steinernes Kirchengebäude erbaut und so einem unchristlichen Kultplatz die christliche Spiritualität entgegengesetzt.

Kirche

Mit dem Bau der Kirche wurde um 1150 begonnen.

Das barocke Kirchenschiff weist in seinem romanischen Wehrturm als Besonderheiten zwei sehr alte Glocken auf, die noch heute zum Gottesdienst einladen. Die größere Glocke soll um 1350 und die kleinere nachweislich 1473 auf dem benachbarten Tie gegossen worden sein.

Ein über 200 Jahre alter aus Eichenholz gefertigter Opferstock befindet sich im Eingangsbereich.

Johan Dietrich Kuhlmann erbaute 1824 die heute denkmalgeschützte Orgel. Sie ist noch immer ein unerlässlicher Begleiter der Gottesdienste.

Altar mit Kanzel erhielten vermutlich beim großen Umbau 1757-1777 ihren Platz. Bis 1901 befand sich der heutige Taufstein als Weihwasserbecken versteckt im Mauerwerk. Nach aufwändiger Aufarbeitung erhielt er seinen würdigen Platz im Altarraum.

Insgesamt zeichnet sich der Gottesdienstraum als Ort der schlichten Frömmigkeit aus. Anlässlich des 400. Geburtstages von Martin Luther wurden die beiden Linden vor dem Eingang am 10. November 1883 gepflanzt.

Mit Einführung der Reformation, nach 1540 durch Herzogin Elisabeth von Calenberg- Göttingen, wurde Bühren evangelisch lutherisch.

Nach dem Tode ihres Mannes übernahm Herzogin Elisabeth für ihren 12-jährigen Sohn Erich die Regierungsgeschäfte im Fürstentum. Noch im selben Jahr begann sie ihr Reformationswerk. Sie holte Antonius Corvinus - damals Pfarrer in Witzenhausen - ins Land, der für das Fürstentum eine Kirchenordnung erarbeitete. 1542 wurde sie in Kraft gesetzt.

Elisabeth zeigte sich als tatkräftige Regentin. Sie sorgte für eine geordnete Rechtspflege im Fürstentum und verfasste Grundsatzschriften, wie einen Sendbrief an ihre Untertanen (1544) und ein Jahr später ein Regierungshandbuch für ihren Sohn.

Landschaft

Landschaft am Bramwald

Eine vielfältige und abwechslungsreiche Landschaft zählt zu den großen Reichtümern der Region um Bühren.

Darin ist der Bramwald ein prägender Höhenzug, der von Feldern und Wiesen mit Bachläufen und kleinen Dörfern umgeben ist. Diese Landschaft mit dem Bramwald bis hin zur Schede wird durch eine schräg nach osten abfallende Buntsandstein-Gebirgscholle der Sollingfolge geprägt.

Die Buntsandsteinplatte ist durch Basaltaustritte unterbrochen. Dazu kommen vom Basalt eingeschlossene tertiäre Sande.

Auf einer Fläche von rund 8.500 ha erstreckt sich der großartige Naturraum des Bramwaldes von der Stadt Hannoversch Münden über 20 km nach Norden und bildet den östlichen Hang der Oberweser.

Er ist zwischen zwei und sechs km breit, und steigt in beachtlichen Steilhängen aus dem Wesertal 105 m ü. NN bis hinauf zur höchsten Erhebung, dem Totenberg, auf 408 m ü. NN an. Der Wald selbst ist geschlossen und enthält keine Siedlungen.

Schede

Schede
Bühren - Kreuzsteingruppe
Bühren - Steinschmiede am Voßküppel

Die Schede entspringt süd-westlich des Dorfes Bühren am Randes des Bramwald aus einem Quelltopf.

Der rund 12 km lange Mittelgebirgsbach wird von weiteren 40 Zuläufen gespeist, wobei er an seinem Oberlauf die Landschaftsgrenze zwischen der Buntsandsteinplatte des Bramwalds und den Muschelkalkhängen der Dransfelder Hochfläche bildet. Schede bedeutet "Scheida"- Grenze. Hier die Grenze zwischen zwei Landschaften.

Hinter Mielenhausen durchscheidet der Bach in einem über 300 m tiefem Tal den Buntsandstein des Bramwaldes, um beim Vorwerk Eichhof in die Weser zu münden.

Bührener Kreuzsteingruppe

Die 10 Bührener Kreuzsteine bilden heute ein bedeutendes Kulturdenkmal in Niedersachsen.

In der Landschaft verstreut drohte ihr Verlust. Deshalb haben 1955 Bührener Einwohner unmittelbar am vorbeiführenden mittelalterlichen Fernhandelsweg, dem Harster Heerweg, einen künstlicher Hügel aufgeschüttet und darauf die Steine durch jeweils einen Zementsockel befestigt.

Kreuzsteine wurden früher anlässlich eines unnatürlichen Todesfalles wie Mord, Totschlag oder Unglück als Sühnesteine und Ruhesitz der Seele vom Mörder oder den Angehörigen der verstorbenen errichtet.

Steinschmiede am Voßküppel

800 m nördlich von Bühren liegt im Bramwald der 320m hohe Voßküppel.

Die kleine Basaltkuppe wird von einigen Quarzitsteinen überlagert. Vor mehr als 10000 Jahren stellten Rentierjäger aus diesem harten Gestein ihre Waffen und Werkzeuge her.

Heute bildet der Voßküppel ein beliebtes Wanderziel in der Kulturlandschaft des Bramwaldes.

Interessantes

Wilhelm Busch`s Spuren führen auch nach Bühren!

Verschiedene Ahnenforscher haben herausgefunden, dass Vorfahren des berühmten Humoristen, Maler und Zeichners Wilhelm Busch in Bühren lebten.

Sein 5-facher Urgroßvater Johannes Wiederholt war von 1611 bis 1626 Pastor in Bühren. (Bührener Chronik) 1926 wurde er in Münden bei der Eroberung der Stadt im 30jährigen Krieg durch Tilly`s Truppen erschlagen. Sein Sohn Heinrich (1620 bis 1680) in Bühren geboren trat 1660 in die Mündener Kaufmannsgilde ein und war 1675/79 Bürgermeister der Stadt.

Ob Wilhelm Busch jemals Bühren, den Ort seiner Vorfahren, besuchte ist nicht bekannt.

Nach Absprache bietet Georg Hoffmann geführte Wanderungen im Naturpark Münden, besonders durch den vielfältigen und abwechselungsreichen Kultur- und Landschaftsraum des Bramwaldes und der Landschaft zwischen Bramwald und Gaußturm an.

Georg Hoffmann, Ortsheimatpfleger der Gemeinde Bühren, Tiestraße 18, 37127 Bühren, 05502-2342

Samtgemeinde Dransfeld

Die Samtgemeinde Dransfeld im Landkreis Göttingen ist der verwaltungsmäßige Zusammenschluss der Gemeinden Bühren, Jühnde, Niemetal und Scheden sowie der Stadt Dransfeld.

siehe auch

Weblinks




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Wappen Landkreis Goettingen.png

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