Bärenreiter-Verlag: Unterschied zwischen den Versionen

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[[Bild:Baerenreiter_022.jpg|thumb|right|160px|Der Bärenreiter-Verlag in Kassel]]Der Bärenreiter-Verlag wurde 1923 von [[Karl Vötterle]] in Augsburg gegründet und übte sich zunächst in dem Vertrieb von kostengünstigen Noten für die „Wandervögel“. Eine der ersten Veröffentlichungen waren „Die Finkensteiner Blätter“ aus dem Jahr 1924.  
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[[Bild:Baerenreiter_022.jpg|thumb|right|160px|Der Bärenreiter-Verlag in Kassel]]Der Bärenreiter-Verlag wurde 1923 von [[Karl Vötterle]] in Augsburg gegründet und betätigte sich zunächst in der Herstellung und im Vertrieb von kostengünstigen Noten für die „Wandervögel“. Eine der ersten Veröffentlichungen waren „Die Finkensteiner Blätter“ aus dem Jahr 1924.  
  
1927 zog der Verlag nach Kassel. In den Jahren 1933 bis 1938 betrieb der Verlag jährlich eine Konzertveranstaltung namens „Kasseler Festtage“. Diese umfasste eine Reihe musikalischer Veranstaltungen, verteilt über mehrere Tage.  
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1927 zog der Verlag nach [[Kassel]], 1933 wurden vom Arbeitskreis für Hausmusik und dem Bärenreiter- Verlag die Kasseler Musiktage gegründet, eine mehrtägige Musikveranstaltung die bis heute existiert.  
  
Ab 1936 vertrieb der Verlag kurzzeitig auch eigene Hausinstrumente, hauptsächlich Blockflöten und Tasteninstrumente, welche sich auf dem Markt jedoch nicht etablieren konnten.Wegen drohender Schließung einer Zweigstelle eröffnete der Verlag bereits 1944 in Basel eine weitere. Das ursprüngliche Verlagsgebäude wurde 1945 durch Fliegerangriffe zerstört. Später zog es den Verlag jedoch wieder nach [[Kassel]] zurück und heute befindet sich der Hauptsitz in der Kasseler Heinrich-Schütz-Allee.
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Ab 1936 vertrieb der Verlag auch Instrumente, hauptsächlich Blockflöten und Tasteninstrumente, welche sich auf dem Markt jedoch nicht etablieren konnten. Wegen der drohenden Schließung des Verlags eröffnete der Bärenreiter 1944 eine Niederlassung in Basel. Das Kasseler Verlagsgebäude wurde 1945 durch Fliegerangriffe zerstört. Der Wiederaufbau begann unmittelbar nach Kriegsende, so dass sich das Unternehmen auch heute noch in der Kasseler [[Heinrich-Schütz-Allee]] befindet.
  
 
== Bärenreiters Rolle im Nationalsozialismus ==
 
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Das verdankt Vötterle seiner guten Beziehung zum Propagandaministerium, welches zuerst einen Aufschub und dann schließlich den Widerruf der Verordnung implizierte.
 
Das verdankt Vötterle seiner guten Beziehung zum Propagandaministerium, welches zuerst einen Aufschub und dann schließlich den Widerruf der Verordnung implizierte.
 
Die von der Regierung vorgelegten Forderungen, die Untersagung einer Zusammenarbeit des Verlages mit religiösen Zeitschriften, versuchte Vötterle damit zu erfüllen, dass er den dem Bärenreiter-Verlag angegliederten Johannes Stauda- Verlag, welcher Zeitschriften mit religiösen Inhalten publizierte an seinen Mitarbeiter Paul Gümbel verkaufte. Vötterle blieb jedoch noch immer inoffizieller Geschäftsführer des Verlags. Später, zur Jahreswende 1946/47, musste sich Vötterle deswegen vor einer alliierten Spruchkammer verantworten, während Paul Gümbel bereits im Januar 1946 eine Verlagslizenz erhielt, die dazu führte, dass die Wiederaufnahme der Zeitschriftenproduktion rasch beginnen konnte.  
 
Die von der Regierung vorgelegten Forderungen, die Untersagung einer Zusammenarbeit des Verlages mit religiösen Zeitschriften, versuchte Vötterle damit zu erfüllen, dass er den dem Bärenreiter-Verlag angegliederten Johannes Stauda- Verlag, welcher Zeitschriften mit religiösen Inhalten publizierte an seinen Mitarbeiter Paul Gümbel verkaufte. Vötterle blieb jedoch noch immer inoffizieller Geschäftsführer des Verlags. Später, zur Jahreswende 1946/47, musste sich Vötterle deswegen vor einer alliierten Spruchkammer verantworten, während Paul Gümbel bereits im Januar 1946 eine Verlagslizenz erhielt, die dazu führte, dass die Wiederaufnahme der Zeitschriftenproduktion rasch beginnen konnte.  
 
=== Vötterles Ideologie ===
 
Widersprüchlichkeiten gibt es auch in Sachen nationalsozialistischer Ideologie. Während Vötterle 1937 betonte, dass sich schon der Finkensteiner Bund in seiner Zeit ''völlig frei von jedem jüdischen Einfluss gehalten habe'' [5], lässt doch daran zweifeln, ob die spätere Aussage des Kasseler Verlagsinhabers, dass auf den von ihm organisierten Singwochen kein einziger Teilnehmer wegen seiner rassischen oder politischen Einstellung bloßgestellt oder sogar rausgeschmissen wurde, der Wahrheit entspricht.
 
  
 
=== Kriegsende ===
 
=== Kriegsende ===
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== Nachkriegszeit ==
 
== Nachkriegszeit ==
Eine weitere Zweigstelle baute sich Karl Vötterle im Jahr 1958 in New York auf, 1963 folgt eine weitere in London (später Harlow/Essex). Nach dem Tod Karl Vötterles im Jahr 1975 übernimmt seine Tocher Barbara Scheuch-Vötterle die Führung des Verlags. 1976 steigt ihr Ehemannn Leonhard Scheuch in die Verlagsführung mit ein. Im Verlauf der Geschichte des Verlags, der bis heute seinen Namen nicht geändert hat, übernahm dieser einige kleinere Verlage. Unter anderem nennenswert sind hierbei der Hinnethal Verlag im Jahr 1950, der Nagels-Verlag (mit Sitz in Celle) und der Gustav Bosse Verlag (mit Sitz in Regensburg) im Jahr 1957.
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Eine weitere Zweigstelle baute sich Karl Vötterle im Jahr 1958 in New York auf, 1962 folgte Paris (von 1971 bis 1980 in Tours), 1963 London (später Harlow/Essex). Nach dem Tod Karl Vötterles im Jahr 1975 übernahm seine Tochter Barbara Scheuch-Vötterle die Führung des Verlags. 1976 trat ihr Ehemannn Leonhard Scheuch in die Verlagsführung mit ein. Im Verlauf der Geschichte des Verlags, übernahm Bärenreiter einige kleinere Verlage, unter anderem den Hinnenthal Verlag im Jahr 1950, den Nagels-Verlag (mit Sitz in Celle) und den Gustav Bosse Verlag (mit Sitz in Regensburg, seit 1993 in Kassel) im Jahr 1957.
  
 
= Das Unternehmen =
 
= Das Unternehmen =

Version vom 17. Dezember 2007, 18:32 Uhr

Blick auf das Hauptgebäude des Bärenreiter-Verlags in der Heinrich-Schütz-Allee

Der in Kassel beheimatete Bärenreiter-Verlag ist einer der weltweit größten Musikverlage für klassische Musik.

Geschichte des Verlags

Gründung

Der Bärenreiter-Verlag in Kassel
Der Bärenreiter-Verlag wurde 1923 von Karl Vötterle in Augsburg gegründet und betätigte sich zunächst in der Herstellung und im Vertrieb von kostengünstigen Noten für die „Wandervögel“. Eine der ersten Veröffentlichungen waren „Die Finkensteiner Blätter“ aus dem Jahr 1924.

1927 zog der Verlag nach Kassel, 1933 wurden vom Arbeitskreis für Hausmusik und dem Bärenreiter- Verlag die Kasseler Musiktage gegründet, eine mehrtägige Musikveranstaltung die bis heute existiert.

Ab 1936 vertrieb der Verlag auch Instrumente, hauptsächlich Blockflöten und Tasteninstrumente, welche sich auf dem Markt jedoch nicht etablieren konnten. Wegen der drohenden Schließung des Verlags eröffnete der Bärenreiter 1944 eine Niederlassung in Basel. Das Kasseler Verlagsgebäude wurde 1945 durch Fliegerangriffe zerstört. Der Wiederaufbau begann unmittelbar nach Kriegsende, so dass sich das Unternehmen auch heute noch in der Kasseler Heinrich-Schütz-Allee befindet.

Bärenreiters Rolle im Nationalsozialismus

Widerstand und Kompromiss

Im Gegensatz zu anderen Verlagen (z.b. Kallmeyer), liegt der Höhepunkt des Bärenreiter-Verlages nicht im Dritten Reich, sondern in der Zeit nach dem Ende des Krieges.

Die politische Einstellung des Verlages vor der Machtübernahme war wohl die Gleiche wie bei vielen anderen auch. Nicht direkte Gegnerschaft, aber auch kein positives Einsetzen für die Bewegung, mit anderen Worten Gleichgültigkeit. Nach der Machtergreifung ist dieses Verhältnis nicht anders geworden. Inhaber und Verlag stehen der Bewegung nicht ablehnend gegenüber, jedoch dürfte die unbedingte Einstellung zur Bekenntniskirche hier manche Differenz hervortreten lassen. [1]

Das ursprüngliche Verlagslogo wurde von Karl Vötterle selbst entworfen. Es zeigt den Bärenreiter, einen nach dem Alkor-Stern greifenden Jungen auf dem Rücken eines trabenden Bären.

Der Bärenreiter-Verlag publizierte immer öfter auch Choräle (Kirchenmusik), welche einerseits als Widerstand gegen den Nationalsozialismus zu sehen sind, wurde jedoch nie wirklich aktiv gegen die Regierung vorgegangen. Bemerkenswert ist, dass der Verlag trotz geistigem Widerstand zum Regime während der NS-Zeit einen wirtschaftlichen Aufschwung erfahren konnte. Die Widersprüche der Verlagstätigkeit sind im historischen Zusammenhang auf politische, wirtschaftliche und ideologische Verflechtungen zurückzuführen. Man kann hier sowohl von "Kompromiss" als auch von "Widerstand" sprechen. Zu großen Ungereimtheiten zwischen Bärenreiter- Verlag und nationalsozialistischer Regierung kam es nicht vor 1935. Die spätere Verschärfung des Totalitarismus [2] zog jedoch zunehmend Repressalien gegen das Unternehmen nach sich.

Kasseler Musiktage

Der Arbeitskreis für Hausmusik, der die
Das aktuelle Logo des Bärenreiter Verlags

Verbundenheit von Laien und Fachmusikern sowie die Volksmusik und Wissenschaft fördern sollte, rief 1933 die Veranstaltung „Kasseler Musiktage“ ins Leben. Vötterle selbst sagte, dass sie sich einen harmlosen und nicht vereinsmäßigen Tarnnamen [3] zugelegt haben um den Verlag vor dem Zugriff der Partei [3] zu schützen. Trotzdem wurden die Kasseler Musiktage immer öfter zum Ziel heftiger Angriffe seitens der NSDAP, die versuchte, gegen die Selbstständigkeit dieser Veranstaltung zu kämpfen. Jedoch sagte Vötterle, der am 01.Mai 1937 übrigens selbst Mitglied der NSDAP wurde, für die Singbewegung sei die Hitler-Diktatur eine Zeit der Bewährung gewesen. Unzählige Singwochen hätten sich nachgerade als Treffpunkt für Regime-Gegner etabliert, die evangelische Kirchenmusikszene habe als Hort des geistigen Widerstandes gegolten, kurz: Die Entwicklung sei während der Jahre 1933 bis 1945 folgerichtig weitergeschritten in einer Weise, die auch heute nicht verschwiegen zu werden braucht. [4]

Drohende Schließung des Verlags

Zeitweise sollte der Druck und die Verbreitung von Bärenreiter Werken eingestellt und Vötterle als Verlagsleiter durch eine nationalsozialistische Leitung ersetzt werden. Jedoch wurde Vötterle weder aus der Reichspressekammer ausgeschlossen, noch wurde er jemals enteignet. Das verdankt Vötterle seiner guten Beziehung zum Propagandaministerium, welches zuerst einen Aufschub und dann schließlich den Widerruf der Verordnung implizierte. Die von der Regierung vorgelegten Forderungen, die Untersagung einer Zusammenarbeit des Verlages mit religiösen Zeitschriften, versuchte Vötterle damit zu erfüllen, dass er den dem Bärenreiter-Verlag angegliederten Johannes Stauda- Verlag, welcher Zeitschriften mit religiösen Inhalten publizierte an seinen Mitarbeiter Paul Gümbel verkaufte. Vötterle blieb jedoch noch immer inoffizieller Geschäftsführer des Verlags. Später, zur Jahreswende 1946/47, musste sich Vötterle deswegen vor einer alliierten Spruchkammer verantworten, während Paul Gümbel bereits im Januar 1946 eine Verlagslizenz erhielt, die dazu führte, dass die Wiederaufnahme der Zeitschriftenproduktion rasch beginnen konnte.

Kriegsende

Der Wille, politischen Widerstand gegen die NS-Regierung zu leisten, war nicht der Grund für das wachsende oppositionelle Verhalten Vötterles. Ausschlaggebend waren wohl eher die NS- Kulturfunktionäre, die den Bärenreiter- Verlag immer häufiger kritisierten und attackierten. Beispielsweise wurde der Verlag bereits 1935 als politisch unzuverlässig [6] bezeichnet.

Vötterle versuchte während des Dritten Reiches immer wieder, seine verlegerischen Interessen und die der Nationalsozialisten zu trennen. Dies ist allerdings kritisch zu betrachten, da er, wie Sven Hiemke schreibt, versuchte mit der eigenen Ohnmacht gegenüber einem totalitären Regime umzugehen, zu dessen Stabilität man zuvor allerdings Entscheidendes beigetragen hatte. [7]

Nachkriegszeit

Eine weitere Zweigstelle baute sich Karl Vötterle im Jahr 1958 in New York auf, 1962 folgte Paris (von 1971 bis 1980 in Tours), 1963 London (später Harlow/Essex). Nach dem Tod Karl Vötterles im Jahr 1975 übernahm seine Tochter Barbara Scheuch-Vötterle die Führung des Verlags. 1976 trat ihr Ehemannn Leonhard Scheuch in die Verlagsführung mit ein. Im Verlauf der Geschichte des Verlags, übernahm Bärenreiter einige kleinere Verlage, unter anderem den Hinnenthal Verlag im Jahr 1950, den Nagels-Verlag (mit Sitz in Celle) und den Gustav Bosse Verlag (mit Sitz in Regensburg, seit 1993 in Kassel) im Jahr 1957.

Das Unternehmen

Bärenreiter-Verlag heute

Die beiden Leiter des Bärenreiter-Verlags, Frau Scheuch-Vötterle und ihr Ehemann Leonhard Scheuch
Gegenwärtig wird der Bärenreiter-Verlag von Barbara Scheuch-Vötterle und ihrem Ehemann Leonhard Scheuch geleitet.

Das Unternehmen beschäftigt derzeit 120 Mitarbeiter in seinem Kasseler Hauptsitz, weitere 20 Angestellte in der angeschlossenen Zweigstelle in Prag (Editio Bärenreiter Praha/Sheetmusic). Die auf der Website des Verlags noch verzeichneten Tochterunternehmen in Basel und New York wurden mittlerweile wieder aufgelöst.

Im Jahr 2007 erschienen xxx Musikbücher, xxx Notenblätter, xxx Zeitschriften sowie xxx elekronische Medien unter Bärenreiter. Die bereits 1954 offiziell begonnene „Neue Bach-Ausgabe“ konnte, ebenso wie die ein Jahr später gestarte „Neue Mozart-Ausgabe“ 2007 abgeschlossen werden.

Wichtige Auszeichnungen

Die Landeshauptstadt Magdeburg zeichnete Bärenreiter „für seine Verdienste um die Veröffentlichung und Verbreitung des Werks Georg Philipp Telemanns“ im März 2007 mit dem Georg-Philipp-Telemann-Preis aus. Damit ging die Auszeichnung erstmals an ein Verlagsunternehmen und nicht an eine Einzelperson, bzw. an ein Musikensemble oder ein Museum.

Frau Scheuch-Vötterle selbst wurde wenige Zeit später mit einer Ehrenprofessur der hessischen Landesregierung geehrt. Ausschlaggebend hierfür waren ihre langjährigen verlegerischen Bemühungen um klassische und zeitgenössische Musik wie auch ihr Einsatz in kulturpolitischen Fragen.

Zukunft des Verlags

Nach dem bereits erwähnten Abschluss der beiden Gesamtausgaben Bachs und Mozarts liegt das Hauptaugenmerk des Musikverlags nun auf der noch in ihrer Entstehung begriffenen "Rossini-Werksausgabe“ und dem Fortführen der weltweit größten Musikenzyklopädie „Die Musik in Geschichte und Gegenwart" (MGG), einem Gemeinschaftsprojekt mit dem J.B. Metzler-Verlag. Weiterhin hat es sich Bärenreiter zur Aufgabe gemacht, junge und größtenteils noch unbekannte Komponisten zukünftig verstärkt zu fördern. Auch die Erschließung neuer Märkte auf internationaler Ebene (beispielsweise in China) gewinnt für das Unternehmen zunehmend an Bedeutung.

In den nächsten Jahren soll das Verlagsunternehmen von Clemens Scheuch, dem jüngsten Sohn der jetzigen Verlagsleiter übernommen werden, welcher im Moment noch als Auslieferungsleiter für Bärenreiter tätig ist.

Wichtige Publikationen

Die „Neue Bach-Ausgabe“ des Bärenreiter- Verlags
Seit seinem langjährigen Bestehen hat der Bärenreiterverlag zahllose Werke veröffentlicht, welche die Musikkultur nachhaltig beeinflussten. Allen voran ist hier die „Neue Bachausgabe“ zu nennen, welches eine historisch-kritische Gesamtausgabe aller Werke des Komponisten Johann Sebastian Bachs (1685-1750) darstellt. Die ersten zwei Bände erschienen nach drei Jahren Arbeit 1954, fertiggestellt wurde die Bandreihe 2007. 1955 wurde der erste Band der „Neuen Mozartausgabe“ veröffentlicht, diese bietet der Forschung, auf Grund aller auf Grund aller erreichbaren Quellen, einen wissenschaftlich einwandfreien Notentext. Die insgesamt neun Bände, welche zwischen 1955 und 1991 erschienen, gelten als Jahrhundertwerk der neueren Mozart-Forschung. Auch eine moderne Aufführungspraxis der Werke Mozart, wäre ohne diese Ausgaben undenkbar.

Im selben Jahr erschien zudem die „Neue Ausgabe sämtlicher Werke“, von Heinrich Schütz (1585-1672), Komponist des frühen Barocks. 1956 erschien der erste Band der neuen Werke von Orlando di Lassos (1532-1594), einer der bedeutensten Komponisten der Hochrenaissance. Zwischen 1964-1975 publizierte der Bärenreiterverlag „Briefe und Aufzeichnungen“, von Wolfgang Amadeus Mozart. Die „Neue Schubertausgabe“, deren erstes Band 1964 erschien, gilt als sichere Basis für die Musikalische Praxis sowie der Wissenschaft. Im Jahre 1968 wurde der erste Band „Sämtliche Werke“, von Franz Berwalds herausgegeben. Fünf Jahre später wurde der erste Band des internationalen Quellenlexikons der Musik publiziert. 1977 begann die Herausgabe der Lieder Frank Schuberts, in Zusammenarbeit mit dem G. Henle-Verlag. Die ersten Bände der Gesamtausgabe, von Leos Jahacek, erschienen 1979. 1997 begann die Neuedition der Beethoven-Symphonien durch Jonathan Del Mar. Im Mozartjahr(2006) wurde die schon erschiene Ausgabe „Mozart. Briefe und Aufzeichnungen“, in einer achtbändigen Taschenbuchausgabe herausgegeben, welches weltweiten Anklang fand und etliche Male verkauft wurde.

Links

Quellenverzeichnis

Bärenreiter-Verlag Kassel (Hrsg.): Bärenreiter im Bild. Kassel, 1968.

Fritsch, Werner: Mit vollem Herzen dabei. Zum 60. Geburtstag von Barbara Scheuch-Vötterle. Erschienen in: HNA, Ausgabe vom 27.11.2007.

Schumann, Karl: Ein Abenteuer über fünf Jahrzehnte. Fünfzig Jahre Bärenreiter-Verlag. Erschienen in: Neue Musikzeitung, Ausgabe 10/11 (1973), S. 2-3.

Literatur