Amerikanische Besatzung im Bauna-Tal: Unterschied zwischen den Versionen

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Endlich keine Bomben mehr, diesen Stoßseufzer stellt [[Adam Ritze]] über seine Berichte aus der Nachkriegszeit. Er erzählt von der Zeit der amerikanischen Besatzung im [[Baunatal|Bauna-Tal]].
 
Endlich keine Bomben mehr, diesen Stoßseufzer stellt [[Adam Ritze]] über seine Berichte aus der Nachkriegszeit. Er erzählt von der Zeit der amerikanischen Besatzung im [[Baunatal|Bauna-Tal]].
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== Serienteil: "Ruhe nach den Bomben" ==
 
== Serienteil: "Ruhe nach den Bomben" ==
* HNA Bericht am 19.02. 2011 von Adam Ritze
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[[Datei:HNA Adam Ritze 19 02 2011.JPG|thumb|right|Bild aus der HNA vom 19.02.2011]]
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„Nach den täglichen, endlos langen Militärkolonnen, die durch [[Altenbauna]] gefahren sind, ist es auf den Dorfstraßen wieder ruhiger geworden. Übrig geblieben sind die amerikanischen Besatzungssoldaten. Aber mit denen hatten wir Kinder kein Problem. Im Gegenteil, wir haben uns mit den Soldaten sehr schnell angefreundet. Kamen wir doch durch sie wieder an Dinge, die wir schon lange nicht mehr gekannt haben. Zum Beispiel richtig dicke Blockschokolade und zwischendurch auch mal eine Banane oder eine Apfelsine. Auch mit ihren großen Motorrädern, konnten sie uns begeistern.
 
„Nach den täglichen, endlos langen Militärkolonnen, die durch [[Altenbauna]] gefahren sind, ist es auf den Dorfstraßen wieder ruhiger geworden. Übrig geblieben sind die amerikanischen Besatzungssoldaten. Aber mit denen hatten wir Kinder kein Problem. Im Gegenteil, wir haben uns mit den Soldaten sehr schnell angefreundet. Kamen wir doch durch sie wieder an Dinge, die wir schon lange nicht mehr gekannt haben. Zum Beispiel richtig dicke Blockschokolade und zwischendurch auch mal eine Banane oder eine Apfelsine. Auch mit ihren großen Motorrädern, konnten sie uns begeistern.
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Wer das Glück hatte, für einen Soldaten die Wäsche zu waschen, hatte zusätzliche Vorteile. Die Verbindung zu den Soldaten stellten wir Kinder her. Wir holten die Wäsche in der Unterkunft ab und brachten sie nach Hause. Gewaschen und gebügelt lieferten wir die Wäsche wieder ab. Die Soldaten zahlten dann in Naturalien.
 
Wer das Glück hatte, für einen Soldaten die Wäsche zu waschen, hatte zusätzliche Vorteile. Die Verbindung zu den Soldaten stellten wir Kinder her. Wir holten die Wäsche in der Unterkunft ab und brachten sie nach Hause. Gewaschen und gebügelt lieferten wir die Wäsche wieder ab. Die Soldaten zahlten dann in Naturalien.
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Für uns Kinder war das in Ordnung. Konnten wir doch in der neu gewonnenen Freiheit viele Dinge tun, die wir vorher nicht machen konnten. Trotzdem mussten wir überall sehr vorsichtig sein, weil unsere Umwelt mit den Hinterlassenschaften des Krieges total verseucht war. Blindgänger und Munition aller Art lagen in der Gegend herum. Es hat auch einige Unfälle gegeben.“
 
Für uns Kinder war das in Ordnung. Konnten wir doch in der neu gewonnenen Freiheit viele Dinge tun, die wir vorher nicht machen konnten. Trotzdem mussten wir überall sehr vorsichtig sein, weil unsere Umwelt mit den Hinterlassenschaften des Krieges total verseucht war. Blindgänger und Munition aller Art lagen in der Gegend herum. Es hat auch einige Unfälle gegeben.“
  
Adam Ritze (75) aus [[Hertingshausen]], eigentlich ein waschechter Altenbaunaer, beschäftigt sich seit vielen Jahren mit der Geschichte des Bauna-Tals und mit Geschichten aus alten Zeiten. In unserer Serie erzählt Ritze aus seinen Erinnerungen und ergänzt sie mit Fakten, die er zusammengetragen hat. Dieser Artikel ist erschienen unter dem Titel "Ruhe nach den Bomben - Nachkriegszeit: Viele Familien verdienten sich bei der US-Besatzungsmacht Naturalien".
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<i>[[Adam Ritze]] (75) aus [[Hertingshausen]], eigentlich ein waschechter Altenbaunaer, beschäftigt sich seit vielen Jahren mit der Geschichte des Bauna-Tals und mit Geschichten aus alten Zeiten. In unserer Serie erzählt Ritze aus seinen Erinnerungen und ergänzt sie mit Fakten, die er zusammengetragen hat. Dieser Artikel ist erschienen unter dem Titel "Ruhe nach den Bomben - Nachkriegszeit: Viele Familien verdienten sich bei der US-Besatzungsmacht Naturalien".</i>
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Bild: Baunsberg_1934.jpg|Der Baunsberg 1934. Hinter der Blumenwiese zu sehen der Bahndamm der Kleinbahn Kassel-Naumburg.
 
Bild: Baunsberg_1934.jpg|Der Baunsberg 1934. Hinter der Blumenwiese zu sehen der Bahndamm der Kleinbahn Kassel-Naumburg.
 
Bild: Ritze_und_Bruder.jpg|Der Baunsberg 1934. Adam Ritze (links) und sein Cousin Heinrich Ritze in Altenbauna.
 
Bild: Ritze_und_Bruder.jpg|Der Baunsberg 1934. Adam Ritze (links) und sein Cousin Heinrich Ritze in Altenbauna.
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Bild: Flakstellung Grossenritte.jpg|Flakstellung bei Großenritte
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Bild: Adam Ritze HNA 05 03 2011.jpg
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Bild: Erntedankfest.jpg|Umzug beim Erntedankfest in Altenbauna 1949
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Bild: Schulentlassung.jpg|Schulentlassung im Herbst 1949 in Altenbauna
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Bild: Glocke_Altenbauna.jpg
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Bild: Neue Straße in Altenbauna 1955.jpg|Bauarbeiten in der Neuen Str. in Altenbauna 1955.
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Bild:Elternhaus Ritze.jpg|Das Elternhaus von Adam Ritze wurde 1964 in Altenbauna abgerissen
 
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== Artikel ==
 
* HNA vom 11.02.2011: [http://www.hna.de/nachrichten/kreis-kassel/baunatal/chronist-stadt-1118988.html "Chronist Adam Ritze bietet Geschichte(n) und historische Fotos im Internet und der HNA"]
 
 
==Weblinks==
 
* [http://www.baunsberg.de/index.html www.baunsberg.de]
 
 
 
==Siehe auch==
 
==Siehe auch==
* [[Adam Ritze]]
+
* HNA-Serie "[[Früher im Bauna-Tal]]" mit [[Adam Ritze]] und [[Ria Ahrend]]
 
* [[Baunatal]]
 
* [[Baunatal]]
 
* [[Bauna]]
 
* [[Bauna]]
* [[Der Chronist der VW-Stadt Baunatal]]
 
 
* [[Baunatal und seine Brücken]]
 
* [[Baunatal und seine Brücken]]
 
* [[Volkswagen]]
 
* [[Volkswagen]]
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==Weblinks==
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<references />
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* [http://www.baunsberg.de/index.html www.baunsberg.de]
  
  
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Aktuelle Version vom 19. Juli 2012, 21:19 Uhr

Endlich keine Bomben mehr, diesen Stoßseufzer stellt Adam Ritze über seine Berichte aus der Nachkriegszeit. Er erzählt von der Zeit der amerikanischen Besatzung im Bauna-Tal.

Serienteil: "Ruhe nach den Bomben"

Bild aus der HNA vom 19.02.2011

„Nach den täglichen, endlos langen Militärkolonnen, die durch Altenbauna gefahren sind, ist es auf den Dorfstraßen wieder ruhiger geworden. Übrig geblieben sind die amerikanischen Besatzungssoldaten. Aber mit denen hatten wir Kinder kein Problem. Im Gegenteil, wir haben uns mit den Soldaten sehr schnell angefreundet. Kamen wir doch durch sie wieder an Dinge, die wir schon lange nicht mehr gekannt haben. Zum Beispiel richtig dicke Blockschokolade und zwischendurch auch mal eine Banane oder eine Apfelsine. Auch mit ihren großen Motorrädern, konnten sie uns begeistern.

HNA Bericht vom 19.02.2011

Wer das Glück hatte, für einen Soldaten die Wäsche zu waschen, hatte zusätzliche Vorteile. Die Verbindung zu den Soldaten stellten wir Kinder her. Wir holten die Wäsche in der Unterkunft ab und brachten sie nach Hause. Gewaschen und gebügelt lieferten wir die Wäsche wieder ab. Die Soldaten zahlten dann in Naturalien. Ganz Ehrgeizige von uns brachten es sogar fertig, für zwei oder gar drei Soldaten die Wäsche nach Hause zu bringen. Ganz nebenbei wurden durch fleißige Hände die entstandenen Schäden durch den Granatenbeschuss erst mal notdürftig repariert. Dazu gehörten die beschädigten Häuser, die Granatentrichter auf den Straßen und vor allem das Stromnetz. Da es kein Material zu kaufen gab, musste alles durch Organisieren erledigt werden.

Es wurden also erst einmal die Leitungen wiederhergestellt, die man für Licht und Radio brauchte. Die Anschlüsse für die stärkeren Verbraucher mussten noch warten. Der Schulbetrieb setzte nach Kriegsende nur ganz zögerlich ein. Von Normalität war noch lange keine Rede. Die beiden in Altenbauna noch vorhandenen Lehrer waren sehr verunsichert, wie es weitergehen sollte. Meistens wurden irgendwelche Verordnungen oder Richtlinien verlesen, und nach einer halben Stunde konnten wir wieder nach Hause gehen.

Für uns Kinder war das in Ordnung. Konnten wir doch in der neu gewonnenen Freiheit viele Dinge tun, die wir vorher nicht machen konnten. Trotzdem mussten wir überall sehr vorsichtig sein, weil unsere Umwelt mit den Hinterlassenschaften des Krieges total verseucht war. Blindgänger und Munition aller Art lagen in der Gegend herum. Es hat auch einige Unfälle gegeben.“

Adam Ritze (75) aus Hertingshausen, eigentlich ein waschechter Altenbaunaer, beschäftigt sich seit vielen Jahren mit der Geschichte des Bauna-Tals und mit Geschichten aus alten Zeiten. In unserer Serie erzählt Ritze aus seinen Erinnerungen und ergänzt sie mit Fakten, die er zusammengetragen hat. Dieser Artikel ist erschienen unter dem Titel "Ruhe nach den Bomben - Nachkriegszeit: Viele Familien verdienten sich bei der US-Besatzungsmacht Naturalien".

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Siehe auch

Weblinks


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