1941: Unterschied zwischen den Versionen

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(Augenzeugen berichten: "Da kam die SS")
(Nazideutschland im Schulbuch)
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== Der Marsch der Juden ins Verderben ==
 
== Der Marsch der Juden ins Verderben ==
 
== Nazideutschland im Schulbuch ==
 
 
'''Begeistertes "Sieg Heil!" auf Hitler'''
 
 
Der Alltag des Jahres 1941 spiegelte sich auch in den Schulbüchern der damaligen Zeit. Zuvörderst aber ging es um die Vermittlung des Nazi-Gedankengutes.
 
 
Die nazistische Ideologie machte vor nichts und vor niemandem halt. Selbstverständlich hatte sie längst in die Schulbücher Einzug gehalten. Beispiele zuhauf finden sich in dem 1941 aufgelegten Werk "Mein Hessenland", wo es gleich zu Beginn um Kassel ging:
 
 
'''Frohe Marschlieder'''´
 
 
"Heute ist eine große Kundgebung auf dem [[Friedrichsplatz]]. Durch die Straßen der Stadt schmettert die Musik, dröhnen die Trommeln, erschallen frohe Marschlieder; in langen Reihen kommen auf mehreren Anmarschstraßen die SA., SS., HJ., BDM., die Wehrmacht und unzählige Vereine." (Für die heutigen Generationen müssen die Kürzel teilweise übersetzt werden: Es handelte sich um die Schutz-Abteilung, die Schutz-Staffel, die Hitler-Jugend und den Bund Deutscher Mädel).
 
 
'''Fahne flattert lustig'''
 
 
"Die Hakenkreuzfahnen flattern lustig im Wind. Fast eine Stunde schon dauert der Aufmarsch, und immer noch kommen neue Abteilungen an. 20000, ja 30000 Menschen in brauner, schwarzer und feldgrauer Uniform stehen jetzt in langen Reihen ausgerichtet auf dem Platz, und viele tausend Zuschauer... stehen noch ringsum..."
 
 
Rasch fordert auch im Schulbuch der Führerkult seinen Tribut: "Da erschallt aus mehreren Lautsprechern... das Wort: Achtung - Achtung - Achtung! und alsbald herrscht eine gespannte Stille. Jeder will die Rede hören, die vom Balkon des Schlosses herunter vom Gauleiter gehalten wird. Ein begeistertes "Sieg Heil!" auf den Führer Adolf Hitler beschließt die Rede, und dann stimmt die Kapelle an zum Lied der Deutschen und zum Horst-Wessellied."
 
 
Und in diesem Stil geht es weiter: 1933 bis 1936 war, die Nazis herrschten schon in Deutschland, mitten durch "die verborgensten Winkel und dumpfen Höfe der [[Altstadt]]" der Freiheiter Durchbruch als neue Straße geschaffen worden. Auch diese verkehrspolitische Maßnahme wird unter das Banner der neuen Herrscher gestellt:
 
 
"Sie legt in ihrem schmucken Zustand Zeugnis ab von dem Geist und Opferwillen der neuen Zeit. Viele Familien mußten zwar ihre schlechten Behausungen aufgeben. Sie wurden dafür in gesunden, sonnigen Wohnungen der Außenstadt untergebracht. Die Wohnengebliebenen haben durch den Durchbruch Luft und Sonne in ihre Häuser bekommen."
 
 
Bei der Schilderung des [[Bergpark Wilhelmshöhe|Bergparks Wilhelmshöhe]] kommen die Autoren leicht ins Schleudern. Statt den Kurfürsten zu benennen, der ihn anlegen ließ (Wilhelm I.), wird anonym festgestellt, dort sei "ein ganzer Berg des [[Habichtswald|Habichtswaldes]], der [[Karlsberg]], in einen herrlichen Park umgewandelt worden..."
 
 
'''Das Kasseler Gebirge'''
 
 
Wenig weiter wird ein Bild vom sonntäglichen Vergnügen der [[Kasseler]], [[Kasselaner]] und [[Kasseläner]] gezeichnet:
 
 
"Für die Bevölkerung von Kassel ist der Habichtswald der sonntägliche Erholungsort. Die ganze Familie zieht, mit einem schweren Rucksack beladen, in welchem Kuchen und gemahlener Kaffee der Hauptinhalt ist, hinauf ins Gebirge. Überall laden freundliche Gaststätten zum Verweilen ein: ,Hier können Familien Kaffee kochen!’"
 

Version vom 5. Oktober 2007, 09:19 Uhr

Der Marsch der Juden ins Verderben