Zensus 2011 - In Deutschland wird jetzt durchgezählt

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Der Staat braucht verlässliche Daten, deshalb macht er eine Inventur. Sie heißt Zensus und ist eine Volkszählung.

Stichproben

Die Methode des Zensus 2011 unterscheidet sich zu früheren Volkszählungen - die letzte fand in der Bundesrepublik 1987 statt - dadurch, dass nicht mehr alle Haushalte befragt werden. Es erfolgt nur eine Stichprobe. Dafür werde in erster Linie auf Daten aus öffentlichen Verwaltungsregistern, wie zum Beispiel den kommunalen Meldeämtern oder der Agentur für Arbeit zugrückgegriffen.[1] Neben der Erhebung der Bevölkerungszahlen wird auch eine Gebäude- und Wohnungszählung vorgenommen. Die Gebäude- und Wohnungseigentümer werden dazu per Post Informiert.

Start am 09. Mai 2011

  • Bis zu zehn Prozent der Bevölkerung in Deutschland müssen Auskunft bei der Haushaltebefragung geben.
  • In Hessen werden etwa 12 Prozent der Bevölkerung befragt, in der Stadt Kassel sind es etwa 7 Prozent.
  • In Kassel werden 13.750 Haushalte befragt, im Landkreis Kassel rund 6.000 (2,5 Prozent).

Umsetzung der Befragung

Sowohl bei der Haushaltebefragung als auch bei der Befragung in Wohnheimen und Gemeinschaftsunterkünften besucht ein Interviewer die Einwohner und befragt sie. Der Termin wird den Befragten ein bis zwei Wochen vor dem Zensus-Stichtag, 9. Mai 2011, schriftlich angekündigt. Der Interviewer oder die Interviewerin führt dann die Befragung anhand eines Fragebogens gemeinsam mit den Befragten durch.

Auskunftsverpflichtung festgelegt

Teilnehmer, die an der Haushaltebefragung zur Auskunft aufgefordert werden, sind zur Auskunft verpflichtet. Die hohen Qualitätsanforderungen an die Zensusergebnisse und die große Bedeutung, die diese Daten für viele weitere Statistiken und die darauf gründenden politischen Entscheidungen haben, lassen es nicht zu, dass einzelne auskunftspflichtige Befragte nicht an der Erhebung teilnehmen. Daher hat der Gesetzgeber im § 18 des Zensusgesetzes 2011 für alle Datenerhebungen beim Zensus 2011 die Auskunftsverpflichtung festgelegt.

Pannen beim Zensus

  • Bei der Volkszählung kam es häufiger zu Pannen. Beispielsweise bekam ein älteres Ehepaar aus dem Kasseler Stadtteil Harleshausen einen Fragebogen für deren vor drei Jahren verstorbene Tochter. [2] Auch im Landkreis Kassel bekamen Verstorbene Post vom Zensus, was bei den Hinterbliebenen oftmals für Empörung sorgte. Etwa 16.000 verstorbene Hessen könnten laut Statistischem Landesamt Fragebögen für den Zensus erhalten haben.[3]
  • In Kassel kursierten gefälschte Bögen, die vermutlich von Gegnern der Volkszählung stammten. Die Fragebögen sind als einfache Zettel ohne Umschläge in Briefkästen vornehmlich im Kasseler Westen eingeworfen worden. Die Fälschungen flogen schnell auf, weil die meisten Fragen absurd waren: So wird beispielsweise nach der sexuellen Orientierung gefragt. Eine weitere Frage lautete: Sind sie für die Wiedereinführung der Prügelstrafe in öffentlichen Bildungseinrichtungen?[4]


Weblinks und Quellen

  1. Offizielle Hompage Zensus 2011
  2. Aus HNA:de vom 18. Mai 2011: Zensusfragebögen an Verstorbene: Post kam neun Jahre nach dem Tod
  3. Aus HNA.de vom 18. Mai 2011: Zensus-Fragebogen: Bekamen 16.000 Tote in Hessen Post?
  4. Aus HNA.de vom 17. Mai 2011: Prügelstrafe? Falsche Zensus-Bögen in Kasseler Briefkästen

Gefälschter Zensusbogen

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