Yachtclub Kassel

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Der Yacht Club Kassel wurde 1973 gegründet und hat zur Zeit 64 Mitglieder.

Details aus der Vereinsgeschichte

Ziel und Zweck der Vereinsgründung 1973 war es, im Yachtclub Fuldatal (YCF), wie er damals hieß, eine Gemeinschaft zu bilden, in der der Wassersport mit Wasserfahrzeugen jeglicher Art ausgeübt werden soll. Der YCF bezweckte die Wahrnehmung und Förderung des Wassersports mit Wasserfahrzeugen mit all seinen Erscheinungsformen sowie die Förderung der Kameradschaft und der Geselligkeit. In diesem Sinne wurde auch die erste Satzung erstellt. Nun sollte natürlich eine Heimat für den Verein und für die Mitglieder ein dauerhafter Liegeplatz gefunden werden, idealerweise im Kasseler Hafen, der von der Berufsschiffahrt immer weniger genutzt wurde. Auf eindringliche Bitte der Stadt Kassel wurde am 1974 der bisherige Name in Yacht Club Kassel e.V. (YCK) geändert. Erst im Jahr 1977 gelang es, die Liegeplätze des YCK im Hafen zu sichern und der Verein entwickelte das Interesse, das gesamte Hafengebiet in Eigeninitiative zu einem Sportboothafen auszubauen.

Der erste Schritt hierzu war die Errichtung einer einheitlichen Steganlage, nachdem zuvor umfangreiche Wartungs- und Pflegearbeiten im gesamten Hafengebiet und der Böschungen vorgenommen worden waren. So bot der Hafen von nun an ein einheitliches, sauberes Bild, von dem sich jeder Besucher noch heute überzeugen kann. In einer Rekordzeit von nur 8 Wochen wurde die neue Steganlage durch den großen persönlichen Einsatz der Mitglieder errichtet. Ende Juli war die Arbeit geschafft und jedes Mitglied konnte einen der 30 Liegeplätze einnehmen. 1979 wurde die Marina Kassel feierlich mit einem großen Fest gegründet, so daß nun neben den Vereinsmitgliedern auch Gastlieger Stegplätze anmieten konnten. Mit dem Bau des Clubhauses wurde begonnen, fertiggestellt wurde es im Jahr darauf. In den folgenden Jahren wurde ein Sanitärcontainer in das Clubhaus integriert sowie alle Stege mit Strom- und Wasseranschlüssen versorgt.

1983 feierte der Yacht Club Kassel sein 10jähriges Bestehen im festlichen Rahmen.

1990 erhielt der Verein eine hohe Auszeichnung, den Willy Weier Preis für Umweltschutz. Dies war und ist für den Yacht Club Kassel ein Ansporn, den Hafen auch weiterhin in einer solch vorbildlichen Weise zu betreiben.

Erste Informationen über Pläne zum Verkauf des Hafens seitens des Landes Hessen wurden bekannt, und der Pachtvertrag mit jeweils nur einjähriger Laufzeit wurde seitens des Regierungspräsidenten gekündigt. Ab diesem Zeitpunkt trat der Verein in umfangreiche Verhandlungen, um einen Teil des Hafens bzw. die Wasserfläche zu erwerben. Die Verhandlungen führten im Jahr 2001 endlich zum gewünschten Ergebnis.

1991 wurde der Yacht Club Kassel zum Stützpunkt des Deutschen Motoryachtverbandes ernannt und 1992 Mitglied im Hessischen Landesverband Motorsport (HELM), um seine Interessen auch über diese Vereinigung vertreten zu können. Die Verhandlungen um den Erwerb der vom Verein genutzten Wasser- und Landflächen wurden fortgesetzt.

1995: Der Januar brachte den bisher größten Hochwasserschaden im Hafen mit sich. Da das Wasser zu diesem Zeitpunkt mehr als einen halben Meter höher war, als das größtmöglich anzunehmende Hochwasser in der Vergangenheit gezeigt hat, wurden die Stromkästen trotz der erhöhten Position zum Teil überflutet. Zum Glück war wie stets rechtzeitig vor dem Winter der Strom abgeschaltet. Auch die Stege, die einen Wasserpegel von ca. 5 m über normal verkraften können, wurden durch das "Jahrhunderthochwasser" in Mitleidenschaft gezogen, so daß auch hier größerer Schaden entstand. Erstmals fand in diesem Winter ein vom Verein veranstalteter Lehrgang in Selbstschutz und Erster Hilfe statt, in dessen Rahmen sich die Teilnehmerinnen und Teilnehmer auch an einer Feuerlöschübung beteiligten. Weitere Fortbildungskurse zu "seemännischen Themen", wie z.B. Wetterkunde, Navigation und Flaggenkunde sind geplant.

Hafenjubiläum und Vereinsaktivitäten

Mehrere Tausend Zuschauer informierten und unterhielten sich vom 25. bis 27. August 1995 auf dem Gelände des Yacht Club Kassel e.V. zum 100jährigen Hafengeburtstag. Zahlreiche Festredner würdigten die Leistung und das Engagement, mit dem der Yacht Club Kassel das historische Hafengelände erhält, und betonten die Bedeutung des Hafens für die Sport- und Freizeitgestaltung, die nicht durch allzu weitreichenden Landschafts- und Naturschutz eingeschränkt werden dürfe. Weiterhin wünschten sie dem Yacht Club, daß die seit Jahren angestellten Verkaufsüberlegungen des Landes Hessen dahin münden, daß der Hafen auf jeden Fall für den Freizeitsport erhalten bleibt.

Umrahmt wurde die feierliche Eröffnung durch den stimmungsvollen Auftritt eines Shanty-Chors. Reges Interesse fanden auch die Vorführungen zu Wassersport und Wasserrettung durch DMYV, THW, DLRG, Feuerwehr, DGzRS und Wasserschutzpolizei. Die Ehrengäste aus Politik, Wirtschaft und Schiffahrt wurden anschließend zu einer Hafenrundfahrt mit der im Hafen beheimateten Pinasse "Nordwind" (ehemals Beiboot des Tenders "Saar" der Bundesmarine) der Marinekameradschaft Kassel eingeladen. Ein weiterer Höhepunkt des Festes war zweifellos am Sonntagnachmittag das Hafenkonzert des Heeresmusikkorps 2 der Bundeswehr. Alles in allem war der 100jährige Hafengeburtstag ein voller Erfolg für den Wassersport in Nordhessen.

1996 begann der Yacht Club Kassel sehr erfolgreich mit der Ausbildung zu den Sportbootführerscheinen Binnen und See sowie zu den Seenotsignalmitteln.

1997 konnte zu diesem Zweck ein Schulungsboot angeschafft werden, die ”Albert Westerburg”, ein 4,65m langes, offenes Sportboot, das am 14. Juni von einer Nachfahrin des Namensgebers feierlich getauft wurde. Der Name erinnert an Albert Westerburg, der als damaliger Kasseler Oberbürgermeister den Hafen im Jahre 1895 eröffnete.

1998 konnte der Yacht Club Kassel e.V. sein 25jähriges Jubiläum mit einem großen dreitägigen Hafenfest feiern. ”Unter den Flotten der Erde stellen die Freizeitskipper mit ihren Booten die größte Flotte dar” bemerkte DMYV-Präsidiumsmitglied Marco Feltgen in seinem Grußwort zum 25jährigen Jubiläum des Yacht Clubs Kassel. Drei Tage lang herrschte reges Treiben auf dem Hafengelände, sangen Shanty-Chöre, musizierten Spielmannszüge und weitere Musikanten, und bis in die Nacht wurde im Festzelt fröhlich gefeiert und getanzt. Besonderer Höhepunkt war am Samstagabend das große Höhenfeuerwerk ”25 Jahre YCK”, das vor der Kulisse der festlich beleuchteten Boote veranstaltet wurde. Die Gäste fühlten sich offensichtlich wohl im Kasseler Hafen, und die Mitglieder des Yacht Clubs blicken gern auf die gelungene Veranstaltung zurück.

1999 war der Yacht Club Veranstalter der Stadtjugendmeisterschaften im Schlauchbootslalom und ebenfalls der Hessischen Jugendmeisterschaften. Die Resonanz der Jugendlichen des Vereins und der Marina war groß und viele konnten sich zur Teilnahme an den Hessischen Jugendmeisterschaften qualifizieren. Einige setzten sich sogar gegenüber der starken hessischen Konkurrenz durch und konnten somit an den Deutschen Jugendmeisterschaften in Berlin teilnehmen.

2000: Angeregt durch das Interesse der Kinder und Jugendlichen aus dem Verein und der Marina an gemeinsamen Aktivitäten wurde Ende 1999 die Yacht Club Jugend gegründet und erhielt Anfang 2000 eine eigene Jugendordnung.

Auch in diesem Jahr haben im Kasseler Hafen wieder die Stadtjugendmeisterschaften stattgefunden (Näheres unter “YCK-Jugend”).

Die Bemühungen um den Hafenkauf wurden verstärkt weitergeführt, und gegen Ende des Jahres zeichneten sich große Fortschritte ab. Schwierigkeiten ergaben sich vor allem durch die Altlastenbelastung des Grundstücksteils, den die Partner der Bietergemeinschaft, die Firma Transkal, erwerben wollte. Hier hatten etliche Landes- und regionale Behörden ein Mitspracherecht, und auch der Kaufvertrag erwies sich als schwierig und mußte noch einige Hürden nehmen.

2001:Endlich ist es erreicht: Dem YCK gelang es nach langjährigen Verhandlungen, das Gelände gemeinsam in einer Bietergemeinschaft käuflich zu erwerben, um weiterhin die Liegeplätze für seine Mitglieder und Gastlieger zu vernünftigen Konditionen betreiben zu können. Bis Ende April befand sich das Hafengelände noch im Besitz des Landes Hessen. Am 5.5. feierte der Yacht Club nun die Übergabe mit einem Festakt und einer anschließenden gemeinsamen Bootsfahrt zur hessisch-niedersächsischen Landesgrenze – ein stolzer und historischer Tag für den Verein.

Der hessische Finanzminister Karlheinz Weimar übergab als Vertreter des Landes das Gelände an den Yacht Club. Dokumentiert wurde dieser Akt durch eine original maritime von Mitgliedern der Reservistenkameradschaft Marine Kassel kommandierten und zusammen mit Mitgliedern des YCK durchgeführten Flaggenparade, bei der die Flagge des Landes Hessen symbolisch gegen die des Yacht Clubs ausgetauscht wurde. Es folgten 21 Schuß Salut. Einem Minister würden eigentlich ja nur 19 Schuß zustehen, kommentierte Jan Hörmann, Commodore des YCK, nur für Staatsoberhäupter gebe es 21 Schuß. 2 Schüsse seien jedoch die Zugabe des Yacht Clubs. Anschließend schifften sich die zahlreichen Gäste aus Politik, von Behörden und Verbänden, darunter neben dem Hessischen Staatsminister für Finanzen, Karlheinz Weimar, der Kasseler Oberbürgermeister Georg Lewandowski, der Vorsitzende und der Geschäftsführer des HELM, Klaus W. Jansen und Michael Wagner auf den Booten der Mitglieder ein. Von den umliegenden Wassersportvereinen waren 14 Boote zu Gast, und so fuhr ein Konvoi von etwa 50 Schiffen fuldaabwärts. Die gute Laune ließen sich Eigner und Gäste nicht durch das kalte und regnerische Wetter verderben. “Maritim bedeutet nicht unbedingt auch mediterran”, bemerkte bereits einer der Redner. Mit einem gemütlichen Beisammensein im Clubhaus, Musik und Tanz wurde noch bis in die Nacht gefeiert.

Nachdem der Yacht Club Kassel nun eine dauerhafte Perspektive im Hafen hat, können jetzt Planungen zur Entwicklung des Geländes realisiert werden und aus dem jetzt schon attraktiv begrünten Gelände ein parkähnliches Areal entstehen. Der Fortbestand des traditionsreichen Kasseler Hafens ist somit gesichert. “Hier kann Neues entstehen, immer auch gekoppelt mit Freizeitnutzung” freute sich Oberbürgermeister Georg Lewandowski. Es sei ein Glücksfall, daß der Yacht Club Kassel in “dieser besonderen Attraktion der Stadt Kassel” nun auf Dauer eine Perspektive habe. Commodore Jan Hörmann versprach, daß der Yacht Club den Hafen den Bürgern stets offen halten werde. Passend zum neuen Status des Yacht Clubs als Eigentümer wurde die Vereinssatzung grundlegend überarbeitet und aktualisiert. Die neue Fassung wurde auf der Jahreshauptversammlung von den Mitgliedern einstimmig angenommen. Verändert wurden dadurch auch die Bezeichnungen der Vorstandsmitglieder. So hat der Yacht Club Kassel jetzt z.B. statt eines 1. Vorsitzenden einen Commodore.

Erfreut konnte der YCK auch feststellen, daß sie die Ausbildungsangebote mittlerweile etabliert haben und eine wichtige Einnahmequelle für den Verein darstellen.

Auf der Jahreshauptversammlung 2002 erhält der Commodore des YCK, Jan Hörmann, für seine Verdienste um den Verein, insbesondere im Zusammenhang mit dem Hafenkauf, die goldene Ehrennadel des YCK.

2002 ist ein besonderes Jahr für den Yacht Club Kassel. Der Verein ist stets bemüht, den historischen Kasseler Hafen, der 1895 als Handelshafen gegründet wurde, für die Kasseler Bevölkerung zu öffnen und erlebbar zu machen. Hierzu bot in diesem Sommer die Documenta 11, die weltgrößte Ausstellung zeitgenössischer Kunst, die 100 Tage lang insgesamt 650.000 Besucher aus dem In- und Ausland nach Kassel zog, einen besonderen Anlass. Da 40% der Ausstellungsfläche in den ehemaligen Gebäuden der Binding-Brauerei in der Hafenstraße, und damit nur einige Meter vom Hafen entfernt, lagen, die übrige Ausstellung aber in der Kasseler Innenstadt zu besichtigen war, bot es sich an, neben einem Busshuttle zu den einzelnen Ausstellungsgebäuden auch einen regelmäßigen Liniendienst auf der Fulda anzubieten, der den Hafen mit der Innenstadt verbindet. Der Vorstand nahm Gespräche mit der Documenta GmbH auf und man war sich schnell einig, daß ein solcher Bootsshuttle auf der Fulda eine Bereicherung der Documenta sein würde. Trotzdem gab es auch in der Öffentlichkeit viel Skepsis, ob sich ein solches Unternehmen Erfolg haben würde. Nun mußte aber ein geeignetes Schiff gefunden werden. Da die örtlichen Reedereien keine Kapazitäten frei hatten, ging der Commodore des Yacht Clubs, Jan Hörmann, bundesweit auf die Suche und wurde schließlich in Niederfinow fündig. Dort stand die “Forelle”, eine 1945 gebaute Barkasse, zur Verfügung und wurde von der Documenta GmbH für den Sommer gechartert.

Schwierig gestaltete sich auch die Suche nach einem geeigneten Kapitän und Matrosen, da der Kapitän ein besonderes Patent benötigte. Auch die Crew wurde schließlich gefunden, und so wurde die “Forelle” im Mai von der Oder an die Fulda überführt und auf dem letzten Streckenabschnitt von festlich geschmückten Booten des Yacht Clubs begleitet. Zuvor hatten die Mitglieder eine Reihe von Vorbereitungen zu treffen: Ein Anleger mußte im Hafenbecken installiert werden, das Gelände mußte abgesichert werden, damit niemand von den Gästen zu Schaden kommt, und vor allem sollte der Hafen für die 100 Tage bewirtschaftet sein. Dies war aus eigener Kraft durch die Mitglieder nicht zu schaffen, daher wurde nach längerem Suchen ein Gastronom gefunden, der das Wagnis eingehen wollte, vom 8. Juni bis 15. September im Zeltbiergarten in eigener Regie Speisen und Getränke für die hoffentlich zahlreichen Besucher anzubieten.

Als Anleger bot sich eine ehemalige Weserfähre an, die seit einiger Zeit im Hafen “geparkt” und in ihrer Form als Schwimmponton als stabiler Anleger gut geeignet ist. Die Fähre wurde von den Mitgliedern am Ufer fest vertäut und abgesichert, und die Fahrten mit der “Forelle” konnten beginnen.

An jedem der 100 Tage machte ein Vereinsmitglied im Hafen Aufsichtsdienst, d.h. fungierte als Gastgeber für das internationale Publikum, beantwortete Fragen, gab Informationen über den Hafen und achtete insbesondere auf Sicherheit und einen geordneten Ablauf beim Ein- und Aussteigen. Hier engagierten sich auch die Marinalieger.

Die gesamte Organisation, Vorbereitung und Durchführung der Fahrten geschah ehrenamtlich, und der Yacht Club Kassel hat die Liegemöglichkeit und seine “Manpower” der Documenta kostenlos und ehrenamtlich zur Verfügung gestellt, was in bei der Documenta GmbH und in der Öffentlichkeit anerkennend vermerkt wurde.

Die Fahrt führte durch die Kasseler Stadtschleuse vorbei am z.T. historischen, innerstädtischen Ufer und dauerte etwa 20 Minuten. Schon nach den ersten Tagen zeigte sich, daß die Ausstellungsbesucher dieses Angebot begeistert aufnahmen. Besonders an den Wochenenden herrschte starker Andrang, und häufig mußten einige auf die nächste Abfahrt vertröstet werden, weil pro Fahrt nur 55 Passagiere mitgenommen werden konnten. Das wurde auch von den Kasseler Fahrgastreedereien bemerkt. Die Fahrgastreederei Söllner bot an, vor allem an den Samstagen, an denen der Andrang besonders groß war, mit einem ihrer Fahrgastschiffe zusätzliche Fahrten anzubieten. Im Laufe des Sommers erhöhte sich die Zahl der Besucher der Ausstellung und damit auch die Zahl der Gäste stetig, die die beschauliche Fahrt mit der “Forelle” nutzen wollten, so daß zum Schluß die Reederei Söllner fast täglich mit ihrem größten Schiff die Strecke mit bediente. Insgesamt haben sich in diesem Sommer 60.000 Passagiere im Hafen ein- oder ausgeschifft, also während der 100 Tage der Documenta durchschnittlich 600 Menschen täglich.

Die Vereinsmitglieder merkten bald, daß sich die “Forelle” zu einem Magneten nicht nur für die Documenta-Besucher sondern auch für die Kasseler Bevölkerung entwickelte. Die Ausstellungsgäste nutzten den Aufenthalt im Hafen und die geruhsame Fahrt auf dem Fluß, um sich nach dem anstrengenden Rundgang zu entspannen, während die Kasseler es sehr begrüßten, auf einer kürzeren Fahrt ihre Stadt einmal aus einer anderen Perspektive sehen zu können.

Dies alles erforderte natürlich ein erhebliches Engagement von den Mitgliedern des Yacht Clubs, und auch die Stege haben durch den Wellenschlag der Forelle gelitten. Der Yacht Club ist aber froh und stolz, Gastgeber für ein internationales Publikum gewesen zu sein. Der Hafen zeigte während des Sommers reges Leben und Treiben und internationalen Flair, und es gab viele interessante Begegnungen gerade auch mit den Gästen aus dem Ausland, die sich sehr interessiert am Kasseler Hafen zeigten. So hat es der YCK ermöglicht, daß es zum ersten Mal in der über 100jährigen Geschichte des Kasseler Hafens einen regelmäßigen Passagierverkehr gab. Nun ist auch im In- und Ausland bekannt, daß Kassel Hafenstadt ist, war dies doch bislang auch vielen Nordhessen nicht bewußt.

Obwohl dies die Mitglieder sehr beschäftigte, gab es in dieser Saison noch eine ganze Reihe von anderen Aktivitäten.

Jedes Jahr Anfang August findet in Kassel der “Zissel”, das große Volksfest der wassersporttreibenden Vereine statt. Daran beteiligt sich natürlich auch der Yacht Club. In diesem Jahr fand erstmals ein Tag der Offenen Tür der wassersporttreibenden Vereine statt. Als einziger der Motorboot-Clubs nahm der YCK daran teil und bot den Besuchern zahlreiche Aktionen und Informationen rund um den Hafen, den Motorbootsport und insbesondere auch die Jugendarbeit und die maritime Ausbildung. Beim großen Wasserfestzug auf der Fulda waren die Boote des Yacht Clubs natürlich auch dabei, allen voran die festlich geschmückte ”Forelle”. In diesem Jahr war das Motto natürlich die Documenta, und die Boote verwandelten sich in “Kunstwerke”.

Am Ende der Documenta und damit auch den letzten Tagen des Passagierverkehrs im Hafen Mitte September fanden im Hafen als krönender Abschluß noch zwei Großveranstaltungen statt:

Am Wochenende 14./15. September waren 75 Kinder und Jugendliche aus ganz Hessen mit ihren Betreuern, Eltern und Geschwistern im Hafen zu Gast, denn die Hessischen Jugendmeisterschaften fanden in diesem Jahr zum zweiten Mal nach 1999 in Kassel statt. Das Vereinsgelände verwandelte ich in eine Zeltstadt und (Wohn-)Wagenburg, denn Hotelzimmer waren wegen der Documenta knapp. Organisatoren der Meisterschaften waren vier der im Zweckverband Kasseler Sportschiffahrt (ZKS) zusammengeschlossenen Vereine. Dennoch trägt der gastgebende Verein immer die größte Arbeitslast bei der Vorbereitung und Durchführung, und hier ist es dem Engagement der Vereinsmitglieder zu verdanken, daß die Meisterschaften so reibungslos und erfolgreich verliefen. Natürlich mußten die Gäste auch durch den Verein verpflegt werden, da der “Biergarten Forelle” schon mit dem Ansturm der Documenta-Gäste ausgelastet war. Unter der Regie der Clubhausmanagerin wurden äußerst schmackhafte Frühstücksbuffets, Mittag- und Abendessen angeboten. Ganz in der Hand der Clubmitglieder lag auch die Auswertung der Wettkämpfe. Da sich das Reglement der Meisterschaften zwischenzeitlich geändert hat (u.a. gibt es neue Klasseneinteilungen) und kein aktuelles Auswertungsprogramm zur Verfügung stand, mußte das vorhandene Computerprogramm vollständig umprogrammiert und angepasst werden. Zum Glück verfügt der Vizecommodore des Yacht Clubs über fundierte Computerkenntnisse und hat einige Tage und Wochenenden dafür geopfert.

Die Wettkämpfe wurden straff organisiert durchgeführt, und so endete der letzte Lauf am Sonntag um 10.00 Uhr pünktlich kurz vor Beginn des 4. Kasseler Hafenkonzertes, das der Yacht Club zum Abschluß der Documenta veranstaltete. Als Schirmherr konnte in diesem Jahr der Hessische Innenminister Volker Bouffier gewonnen werden, der auch persönlich die Siegerehrung im Rahmen der Jugendmeisterschaften vornahm. Der Innenminister erreichte den Hafen stilvoll im Boot des Wasserschutzpolizeipostens Kassel und wurde mit zünftigen Salutschüssen begrüßt. Das Hessische Polizeiorchester, der Shantychor Landwehrhagen und die Royal Garden Dixieland Band Hannover erwiesen sich wieder als Publikumsmagnet, und so herrschte den ganzen Tag über reges Treiben in und rund um den Hafen. In diesem Jahr gab es nämlich ein Novum: eine Kooperation eines ehrenamtlich arbeitenden Vereins mit der Wirtschaft. Zwei Unternehmen, die Transkal Kalksteinbruch GmbH und die Spedition BWG Reimer, die ebenfalls am Hafen ansässig und damit Nachbarn des YCK sind, schlossen sich an und boten ebenfalls Attraktionen für Groß und Klein auf ihrem Gelände. Die Pinasse “Nordwind” der RK Marine Kassel, die ihren Liegeplatz im Hafen hat, bot Hafenrundfahrten an, die Firma Transkal hatte eine kleine Hafenbahn organisiert, die Besucher durch das Gelände fuhr, bei BWG Reimers konnte man ferngesteuerte Mini-Trucks bewundern, es gab eine Hüpfburg und vieles mehr So wurde zum Abschied der Documenta-Fahrgastschifffahrt ein großes Hafenfest gefeiert. Insgesamt kam durch eine Spendensammlung während des Konzertes und den Verkauf von Kaffee und Kuchen bei der Firma Transkal die stolze Summe von 1.751,37 EUR zugunsten der Deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger (DGzRS) zusammen. Es hat sich eindrucksvoll gezeigt, daß durch eine erfolgreiche Kooperation von Ehrenamtlichen und der Wirtschaft in Form erfolgreicher Unternehmen, bei der jeder sein Bestes gibt, eine hervorragende Veranstaltung auf die Beine gestellt werden und die Sache der Seenotrettung aktiv gefördert werden kann.

Die Vereinsmitglieder haben trotz (oder gerade wegen) des notwendigen Engagements diesen Sommer sehr genossen. Mehr als 60.000 interessante Gäste aus dem In- und Ausland haben den Hafen besucht, der sich dadurch als weltoffen präsentieren konnte. Auch wurde klar, daß maritimes Flair auch im Binnenland möglich ist, und der völkerverbindender Gedanke der Seefahrt hat sich wieder einmal eindrucksvoll bestätigt. Die Fahrgastreederei Söllner hatte überdies die Mitglieder und Marinalieger des YCK sowie alle, die am Zustandekommen und an der Durchführung der Bootsfahrten im Rahmen der Documenta mitgewirkt haben, als maritimen Abschluß zu einer Fuldafahrt eingeladen. So saßen erstmals auch z.B. Mitarbeiter des Wasser- und Schifffahrtsamtes Hann. Münden und der Documenta, Kapitän und Crew der Forelle, die Kasseler Wasserschutzpolizei und nicht zuletzt die Schleusenwärter der Stadtschleuse Kassel, die während des Sommers 1.500 zusätzliche Schleusungen zu bewältigen hatten, buchstäblich “in einem Boot”. Nicht nur, daß es für alle ein schöner Abschluß der arbeitsreichen und interessanten Zeit war, diente eine solcher gemeinsamer Ausflug auch dem besseren Kontakt und der gegenseitigen Zusammenarbeit.

2003 In diesem Jahr feierte der Yacht Club sein 30jähriges Vereinsjubiläum mit einem Festwochenende im Juli. Für jedes Jahr des Bestehens des Vereins gab es einen Schuss Salut aus den historischen Kanonen der Kasseler Traditionskanoniere – insgesamt 30 Schuss. Während der Samstag mit dem offiziellen Teil, Ehrungen, Musik und Tanz eher den Mitgliedern und Marinaliegern vorbehalten ist, wurde am Sonntag wieder ein öffentliches Hafenkonzert veranstaltet. Erstmals in der Geschichte des Kasseler Hafens fand eine maritime Hafenandacht statt, die allgemeinen Anklang fand. Sie wurde begleitet vom Shanty Chor Landwehrhagen, der eigens Choräle mit maritimem Text einstudiert hatte. Ein weiteres Novum war der Einmarsch einer Dudelsackband während des Frühschoppens.

Anfang des Jahres kaufte der YCK die ehemalige Weserfähre “Veckerhagen”, die schon seit einiger Zeit im Hafen gelegen hatte. Während des Sommers wurde sie zu einem Anleger ausgebaut und mit einer Zuwegung versehen. So entstand 6 neue Liegeplätze, die auch im Winter genutzt werden können.

Da der Yacht Club jetzt, da er als Eigner des Hafens eine dauerhafte Perspektive hat, den Ausbau und die Weiterentwicklung seines Geländes plant, wurde für alle interessierten Mitglieder im Frühsommer ein eintägiger, moderierter Workshop veranstaltet, auf dem jeder seine Vorschläge und Ideen vorstellen konnte. Das Ergebnis war, dass als wichtigste Investition zunächst die Erneuerung des Clubhauses, und hier insbesondere des Wirtschaftstraktes, angesehen wird.

Über Himmelfahrt unternahm der Yacht Club Kassel erstmals eine mehrtägige Flottenfahrt fuldaabwärts nach Hann. Münden. Vier Schleusen waren bis zum Ziel zu durchfahren. Die 17 teilnehmenden Boote mit ihren Besatzungen wurden gastfreundlich vom Weser Yacht Club Münden aufgenommen. Die Mitglieder des Weser Yacht Clubs hatten extra Platz für die Gäste freigehalten, die dann in Zweierpäckchen den clubeigenen Steg besetzten. Außer, dass dieser Ausflug ein schönes gemeinschaftliches Erlebnis für die Teilnehmer war, sollte der Besuch auch demonstrieren, dass die Kasseler Bootfahrer eine grosse Anzahl potentieller Wassertouristen darstellen, so dass sich ein seit langem von den Nordhessen gewünschter öffentlicher Gastanleger in Hann. Münden durchaus lohnen würde. Dies machte der Commodore des Yacht Clubs Kassel, Jan Hörmann, auch während eines Empfangs der Kasseler Besucher durch den Mündener Ersten Stadtrat deutlich. Nach dem Empfang gab es noch eine ausführliche Führung durch die Stadt. Einige Teilnehmer hatten zwar geplant, noch weiter nach Bad Karlshafen zu fahren, doch leider war der Wasserstand auf der Oberweser wieder einmal zu niedrig, um die Fahrt zu ermöglichen. So genoss man die schönen Tage in der Fachwerkstadt Hann. Münden.

Am 14.6. wurde erstmals ein bundesweiter Tag des Wassersports unter dem Motto “Go Boating” durchgeführt. Natürlich beteiligte sich auch der Yacht Club Kassel mit einem Tag der offenen Tür, der Möglichkeit für Schnupperfahrten mit der “Albert Westerburg” und einem Kurs zur Auffrischung der Navigationskenntnisse.

Turnusmäßig war der Yacht Club 2003 auch wieder Ausrichter der Stadtjugendmeisterschaften im Schlauchbootslalom, die Ende August im Hafen veranstaltet wurden.

Quelle

Internetseite Yachtclub Kassel

siehe auch

Weblinks