Wussten Sie schon, dass... Wabern

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Karlshof in Wabern
  • ... die Reiherbeizen, die von den hessischen Landgrafen in Wabern veranstaltet wurden, noch auf die Zeit zurückgehen, bevor Landgraf Karl 1704 sein Jagdschloss in Wabern erbaute? Bereits 1691 wird Johann Pauli als Reiherwärter in Wabern genannt. 1797 wird der letzte Reiherwärter Jacob Pflüger aus Hebel in den Ruhestand geschickt. Aus der Jagdkasse erhielt er eine monatliche Pension von zwei Talern.
    Oskar Breiding, Homberg

  • ... zum Schlossbau in Wabern Frondienste geleistet wurden? Die Ämter Borken, Gudensberg, Felsberg und Homberg hatten zur Mithilfe am Bau Arbeitskräfte zu stellen. Die beorderten Gemeinden schickten aber nicht immer die besten Helfer, so dass es nur sehr langsam mit dem Bau voranging. Die Beamten von Homberg schlugen daher dem Landgrafen in Kassel vor, von Ostern bis Michaelis laufend 18 tüchtige Handwerker gegen einen Tageslohn bereit zu stellen. Die Regierung erklärte sich am 17. Juni 1710 damit einverstanden, dass statt der Frondienste ein bezahlter Dienst geleistet werden solle.
    Oskar Breiding, Homberg

  • ... 1724 die Königin von Sardinien im Schloss zu Wabern weilte? Die landgräfliche Garnison in Homberg, in der Prinz Wilhelms Regiment lag, hatte Wachdienste im Schloss zu leisten.
    Oskar Breiding, Homberg

  • ... der Schlossgarten in Wabern 1737 neu gestaltet wurde? Der landgräfliche Gärtner Eckhardt hatte die Aufgabe "alle untauglichen Bäume fällen zu lassen, Hecken und Bäume sollten umgepflanzt werden und der ganze Garten von neuem umgegraben werden und danach in dem englischen Teil Rasen angepflanzt werden". Da die Kosten der Regierung in Kassel zu hoch waren, mussten die Ämter Borken, Felsberg und Homberg ihre Untertanen zu den Arbeiten abstellen.
    Oskar Breiding, Homberg

  • ... der Landgraf Friedrich II. am 14. Juni 1771 im Schlosse zu Wabern die Genehmigung für das Zahlenlotto in Kassel unterzeichnete? Das Glücksrad wurde alle vier Wochen in Bewegung gesetzt und es war von der Straße aus zu sehen.
    August Bollerhey, Wehren

  • ... die vierjährige Dorothe von Schlözer von einer Reise mit der Postkutsche im Jahr 1774 in ihrem Tagebuch Kassel erwähnt, den Ausspann in Wabern wo ihr die Suppe nicht schmeckte und anderen Tages die Weiterfahrt nach Jesberg. Dies kluge Mädchen war schon als Siebzehnjährige der erste weibliche Doktor der Philosophie.
    August Bollerhey, Wehren

  • ... 1796 der letzte Reiherwärter in Wabern in Rente ging? Rund einhundert Jahre war es her, das unter Landgraf Carl die goldene Zeit der Reiherbeizen in Wabern stattfand. Doch Ende des 18. Jahrhunderts war dies endgültig Vergangenheit. Jacob Pflüger, der letzte Reiherwärter, bekam ab 1797 aus der Jagdkasse eine monatliche Pension von zwei Talern.
    Thomas Schattner, Wabern
  • ... die am 21. September 1979 eingeweihte neue Bahnbrücke südlich von Waberns Bahnhof auf der Bundesstraße B 254 vor dem Termin fertiggestellt war? Über acht Monate war wegen den Baumaßnahmen der Durchgangsverkehr auf der Landesstraße gesperrt gewesen. Die Kosten für das Projekt betrugen damals 2,2 Millionen Mark.


Thomas Schattner, Wabern

  • ... am 17. Juni 1961 am Rande des Stadtparks in Homberg ein Mahnmal für den 17. Juni 1953 enthüllt wurde? Der mächtige Findlingsblock an der Kasseler Straße erinnerte an die Teilung Deutschlands seit 1945, den Volksaufstand in der DDR und trug die metallene Inschrift: „Das ganze Deutschland soll es sein“. Im Fundament des Gedenksteins befand sich u. a. „Heimaterde“ aus den „mitteldeutschen Ländern“ in einer Kupferhülle. Initiiert wurde dieses Mahnmal vom Ortsverband der „Sowjetzonenflüchtlinge“ in Homberg.
    Thomas Schattner, Wabern


  • ... am 1. Januar 1974 die Stadt Züschen ein Stadtteil von Fritzlar wurde? Nach 850 Jahren Zugehörigkeit zum Waldecker Land wurde die Stadt in den neugebildeten Schwalm-Eder-Kreis integriert.
    Thomas Schattner, Wabern
  • ... die Geldnot der Stadt Homberg eine lange Tradition besitzt? Bei der Wiederwahl von Bürgermeister Horst Gunkel im März 1972 verzichtete der Stadtverordnetenvorsteher Dr. Otto Kehl auf die Überreichung des obligatorischen Blumenstraußes mit dem Hinweis auf die Finanzen der Stadt. Sobald es draußen aber wieder blühen werde, versprach Dr. Kehl, werde er einen Blumenstrauß aus dem eigenen Garten Gunkel mitbringen und überreichen.
    Thomas Schattner, Wabern
  • ... es bereits 1272 ein Amt Gudensberg gab, welches bis vor die Gemarkung von Naumburg und Wolfhagen ging? Diese mittlere Verwaltungseinheit, die Amtsbezirke, wurde Ende des 13. Jahrhunderts eingeführt und bestand mehr als 500 Jahre. Erst 1821 endete diese Tradition als Kreise als Verwaltungseinheiten eingeführt wurden und Fritzlar Sitz der Kreisverwaltung wurde.
    Thomas Schattner, Wabern
  • ... Anfang August 1961, also kurz vor dem Mauerbau am 13. August in Berlin, 206 Flüchtlinge in den Homberger Notunterkünften für Zonenflüchtlinge lebten? Darunter waren 72 Kinder unter 14 Jahren. Von diesen besuchten allerdings 44 die Schulen der späteren Kreisstadt. Die Lager in der Waßmuthshäuser und in der Ziegenhainer Straße waren damals derart überbelegt, dass sich oft zwei Familien ein Zimmer teilen mussten.
    Thomas Schattner, Wabern
  • ... es im Sommer 1978 Proteste gegen den geplanten Neubau des Busbahnhofes in Homberg gab? Sowohl die Homberger Bürgerinitiative für Umweltschutz als auch Anwohner aus der Freiheit machten gegen das Projekt mobil. Die Hessische Allgemeine hielt die Position der Kritiker wie folgt fest: „Die große Lösung mit zehn Haltebuchten halten Otto Pirn (Bürgerinitiative) und Rolf Mänken (Anlieger) als an den tatsächlichen Bedürfnissen der Kreisstadt vorbeigehend. Stattdessen plädierten sie dafür, den geplanten Busbahnhof auf den Bereich zwischen Feuerwehrhaus und Aufgang zu beschränken.“
    Thomas Schattner, Wabern
  • ... im August 1965 die Germania, das Denkmal für die Opfer des deutschfranzösischen Krieges 1870/71 in Homberg, welches sich am Osthang des Schlossberges befindet, von Unbekannten mit Farbe beschmiert und aus zeitgenössisher Sicht „entwürdigt“ wurde? Diese hatten das Denkmal mit hellem „Spritzmaterial“ verunglimpft. Inwiefern sich diese Aktion möglicherweise gegen den preußisch-deutschen Militarismus richtete oder simple eine typische Klamauk-Aktion der 60er Jahre war, konnte nie geklärt werden.
    Thomas Schattner, Wabern
  • ... französische Soldaten am 12. September 1758 eine Beerdigung in untersagten? Damals sollte die Frau des Kirchenältesten Johannes Scheffer zu Grabe getragen werden. Da aber 108 französische Wagen mit Pferdefutter in den Ort kamen, konnte die Beerdigung erst zwei Tage später abgehalten werden. Die französischen Soldaten verhinderten die Bestattung der Frau aber wohl auch, um so ihren Kriegsgegner zu demütigen.
    Thomas Schattner, Wabern
  • ... der Fremdenverkehrsverband „Kurhessisches Bergland“ zu Beginn des Jahres 1981 auf zwei Touristikbörsen Werbung mit einem Ausstellungsstand machte, der als Lokomotive konzipiert war? Sowohl bei der Hamburger MesseReisen 81“ als auch auf der internationalen Tourismusbörse in West-Berlin kam der Ausstellungsstand „Bergland-Express“ sehr erfolgreich zum Einsatz.
    Thomas Schattner, Wabern
  • ... im März 1978 in Homberg eine Bürgerinitiative (BI) für Umweltschutz gegründet wurde? Zuvor war bereits ein Grundsatzprogramm formuliert worden. Dies konkretisierte ein Sprecher der BI wie folgt: „Erhebliche politische und gesundheitliche Gefahren sehe die Bürgerinitiative durch den Bau eines zentralen Zwischenlagers für Atommüll in Borken oder durch Bau weiterer atomarer Anlagen heraufkommen“. Die Aktivisten der BI trafen sich in der Folge immer jeden ersten und dritten Dienstag im Monat im Terrassen-Café in Homberg.
    Thomas Schattner, Wabern


  • ... im Siebenjährigen Krieg ein großes Lager der Franzosen im Obersten Holz bestand? Bis zum 2. Oktober 1761 kampierten dort ab dem Spätsommer 12 000 Soldaten ständig. Zeitweise waren aber auch rund 20 000 französische Soldaten bei Obervorschütz im Quartier. Die Hessen kämpften damals mit Preußen zusammen für England und gegen Frankreich.
    Thomas Schattner, Wabern
  • ... der Schwalm-Eder-Kreis im Juli 1975 die größte Dichte an Kraftfahrzeugen in ganz Hessen besaß? Nach den Angaben des Statistischen Landesamtes in Wiesbaden waren 400 Fahrzeuge auf je 1000 Einwohner zugelassen. Der Landesdurchschnitt betrug seinerzeit 347 Fahrzeuge auf 1000 Einwohner. Spitzenreiter in den absoluten Zahlen war Frankfurt mit rund 250 000 zugelassenen Personenwagen in der Mainmetropole.
    Thomas Schattner, Wabern
  • ... dem ehemaligen Vorstand des kurhessischen Bauwesens, der Geheime Oberbaurat Friedrich Fick (gestorben am 10. Juli 1871 in Kassel), noch Jahrzehnte später in Wabern seitens der Fuhrleute gehuldigt wurde? In Anerkennung seiner Verdienste um den Ausbau und die Pflege der kurhessischen Straßen grüßten sich noch in den 90er Jahren des 19. Jahrhunderts die Fuhrleute an der Schwalmbrücke mit dem Spruch: „Bauinspektor Fick, ein Hoch“.
    Thomas Schattner, Wabern
  • ... im August 1966 in Darmstadt ein Förderkreis des Hans-Staden-Instituts in Sao Paulo von zehn Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens in Hessen gegründet wurde? Als Sitz des Förderkreises wurde Homberg bestimmt, zum ersten Vorsitzenden wurde der damalige Homberger Bürgermeister Horst Gunkel gewählt. Seine Hauptaufgabe sah der Förderkreis darin, den brasilianisch-deutschen Kulturaustausch zu pflegen und auszubauen.
    Thomas Schattner, Wabern


  • ... im Sommer 1979 die Fritzlarer DRK-Fahrzeuge aufgrund der Energiekrise ohne Benzin da standen? Die eigene Tankstation war leer und das Angebot des Lieferanten zu hoch. Ein Liter Superbenzin sollte 1,04 Mark plus Mehrwertsteuer kosten. Das war dem Deutschen Roten Kreuz zu viel. Zum Glück bekam das DRK kurz darauf ein Angebot von 98 Pfennigen inklusive Mehrwertsteuer von einem anderen Lieferanten.
    Thomas Schattner, Wabern
  • ... am 24. Juli 1762 ein großes alliiertes Heer (die Hessen kämpften damals mit Preußen zusammen für England und gegen Frankreich) in der Niedervorschützer und Felsberger Heide ein Lager aufschlug? Die Folgen waren verheerend. Die Felder waren „weitgehend zerstört, Gärten und Land des angebauten Gemüses beraubt, kaum gesetzte Krautpflanzen abgeschnitten, Erbsen abgemacht, Kartoffeln und gelbe Rüben in der Blüte ausgerauft werden“. Am 27. Juli wurde das Hauptquartier nach Gudensberg verlegt.
    Thomas Schattner, Wabern
  • ... es schon im Februar 1980 im Kreisgebiet 810 „Fremdenverkehrsbetten“ auf 106 Bauernhöfen für großstadtmüde Urlauber gab? Auf einem Hof gab es als Angebot zehn Pferde, zehn Schweine, 20 Schafe, 30 Hühner, zehn Gänse, 20 Puten, zwei Pfauen, zehn Tauben, zwei Hunde, zwei Ziegen, drei Kaninchen, 30 Enten und zwei Meerschweinchen.
    Thomas Schattner, Wabern
  • ... das Jahr 1952 in Harle im Zeichen zweier großer Motorsportereignisse stand, die Massen mobilisierten? Das erste Großereignis fand am 24. Februar statt, das Motorrad- und Sportwagenrennen auf dem „Harle-Wabern-Dreieck“. An die 5000 Zuschauer säumten am Ende die Strecke, „die vom Dröhnen der Motoren und dem Geruch von Öl und Benzin angezogen waren“. Das zweite Großereignis war die „Harler Berg-Geländefahrt“, einer Rundfahrt von sechs Kilometern. „Sie führt in fast geraden Feldwegen hinauf in den Wald, schon hier mehr als die Hälfte von 120 Metern Höhenunterschiede überwindend, dann in Kurven, Kehren, Serpentinen hinüber zum Küllberg“ zurück.
    Thomas Schattner, Wabern
  • ... im Oktober 1925 am Waberner Bahnhof umfangreiche Bauarbeiten stattfanden, damit die Züge von Bad Wildungen nach Kassel und umgekehrt ohne Umrangieren in Wabern verkehren konnten? Zur Begründung schrieb der Fritzlarer Kreis-Anzeiger seinerzeit: „Bei der verheißungsvollen Entwicklung des Weltbades Wildungen dürfte ein noch regerer direkter Verkehr zwischen dem Weltbad und der Großstadt Kassel in absehbarer Zeit zur Notwendigkeit werden“.


Thomas Schattner, Wabern

  • ... das Burschenheim Beiserhaus in Rengshausen am Ende des Zweiten Weltkrieges zu einer amerikanischen Kaserne umfunktioniert wurde? Ab Mai 1945 wurden dort 150 US-Soldaten einquartiert. Dies war möglich, weil die Anzahl der Heiminsassen sich auf nur zwei verringert hatte. Bei ihrem Abzug vernichtete die Besatzungsmacht - so die Schulchronik - die gesamte Ausstattung und das Inventar des Heimes.
    Thomas Schattner, Wabern
  • ... am 7. März 1936, beim Einmarsch der Wehrmacht ins entmilitarisierte Rheinland, in Fritzlar stationierte Truppen dabei waren? Die erste Abteilung des Artillerie-Regiments 45 wurde im Rahmen der Winterübung (so das Stichwort des Einmarsches ins Rheinland) nach Mainz verlegt.
    Thomas Schattner, Wabern
  • ... es am 30. und 31. März 1945 auch starke Kämpfe beim Einmarsch der amerikanischen Truppen am Ende des Zweiten Weltkrieges in Besse gab? An diesem Osterfest lieferten sich bereits am Samstag deutsche „Tiger-Panzer“ heftige Schießereien mit den amerikanischen „Shermans“. Am Ostersonntag griffen sogar leichte US-Kampfflugzeuge in das Geschehen ein. Sie beschossen das Dorf mit ihren Bordwaffen und warfen leichte Bomben. Währenddessen kauerten die Dorfbewohner im Bunker unter der Kirche, der zum Glück für sie in den ersten Kriegsjahren errichtet worden war.
    Thomas Schattner, Wabern
  • ... die Schuhmacher die älteste Homberger Zunft ist? Bereits unter Landgraf Heinrich II., dem Eisernen, wurde ihre Zunft 1345 erneuert. Das bedeutet, dass die Schuhmacher zumindest unter dem ersten hessischen Landgrafen Heinrich I., vielleicht aber sogar noch früher ihre Zunftrechte erhielten.
    Thomas Schattner, Wabern
  • ... der bayerische Staat im September 1925 das Gemälde „Im Frühling“ des Münchner Künstlers Richard Ferdinand für die landeseigene Staatsgalerie erwarb, welches in Nordhessen entstanden war? Ferdinand, der schon mit der Stadt Fritzlar nach dem Kreis-Anzeiger „verwachsen ist“, verarbeitete in zahlreichen Gemälden Motive der alten Dom- und Kaiserstadt.
    Thomas Schattner, Wabern


  • ... 1615 in Ungedanken fünf Frauen als Hexen verbrannt wurden? Ihr Vermögen wurde von den Inquisitions-Richtern eingezogen und die enorm hohen Prozesskosten den Hinterbliebenen berechnet. Noch schlimmer erging es in dieser Zeit den Frauen von Fritzlar: Binnen von drei Jahren machte man dort 62 als angeblichen Hexen den Prozess und brachte sie um.
    Thomas Schattner, Wabern
  • ... der Herzog von Braunschweig sein Hauptquarttier im Siebenjährigen Krieg 1760 im Waberner Karlshof hatte? Das Quartier der Engländer befand sich in Fritzlar, während die Bergschotten auf der Udenbörner Heide standen. Die Hessen kämpften damals mit Preußen zusammen für England und gegen Frankreich.
    Thomas Schattner, Wabern
  • ... ab 1875 um Wabern herum große Waldbestände gerodet wurden? Große Eichenwälder in der Schwalmniederung am Ortsrand und Fichtenbestände zwischen Wabern und Uttershausen fielen Rodungen zum Opfer. Das Holz wurde als Bauholz oder Grubenholz ins Ruhrgebiet verkauft. Die gerodeten Flächen erwiesen sich als sehr fruchtbar und wurden landwirtschaft genutzt.
    Thomas Schattner, Wabern
  • ... im Siebenjährigen Krieg 1400 französische Soldaten in Felsberg im Quartier lagen? Vom 25. Juli 1758 an waren sie für zwölf Tage in der Stadt. Oft wurden 20 bis 30 Soldaten bei einem Bürger untergebracht. Auch im November nahmen mehrere französische Regimenter Nachtquartier in Felsberg. Die Hessen kämpften damals mit Preußen zusammen für England und gegen Frankreich.
    Thomas Schattner, Wabern
  • ... am 17. Juni 1866 300 bis 400 Mann preußische Infanterie auf dem Weg nach Kassel Wabern mit der Main-Weser-Bahn gegen 20 Uhr erreichten? Dazu ein Augenzeuge: „Gestern Abend ist der Telegraphendraht sowie der dazu gehörige Apparat auf dem Bahnhof in Wabern von Seiten der Königlich-Preußischen Truppen zerstört und die Verbindung vollständig unterbrochen worden“. Schließlich hatte sich der Kurfürst im deutsch-deutschen Bruderkrieg auf die falsche Seite, auf die Seite Österreichs gestellt. So wurde Hessen-Kassel kurzerhand annektiert.
    Thomas Schattner, Wabern
  • ... der am 23. Januar 1836 in Wabern geborene General Heinrich Carl Hermann Harnickell die 2. Kompanie der Brandenburger Jäger im deutsch-französischen Krieg 1870/71 anführte? Unter anderem war er mit seinen Männern im Zentrum der verlustreichen Schlacht bei Vionville am 16. August 1870 vertreten. Harnickell wurde 1893 in den Ruhestand versetzt und starb am 16. Mai 1920 in Kassel-Wilhelmshöhe.
    Thomas Schattner, Wabern
  • ... im Dezember 1963 in Wabern die Mehrzweckhalle eingeweiht wurde? Architekt war Konrad Proll, der im Nachkriegs-Kassel zahlreiche Gebäude errichtete und als einer der herausragenden Kasseler Architekten nach 1945 galt. Seine Kinder Thorwald und Astrid erlangten auf andere Art Berühmtheit. Sie gehörten seit Ende der 60er-Jahre zum engeren Kreis der Baader-Meinhof-Bande, der späteren Rote Armee Fraktion.
    Thomas Schattner, Wabern
  • ... zu Beginn des 18. Jahrhunderts die reitende Poststation von Fritzlar nach Werkel verlegt wurde? Unter Umgehung der Mainzer Gebiete verlief die Poststraße nun über Wabern nach Kerstenhausen und stärkte so die Position des Landgrafen in Kassel im Konkurrenzkampf gegen das Bistum Mainz, unter dessen Führung die Stadt Fritzlar stand. Und im Werkeler Posthof soll König Karl XII. von Schweden (1697 bis 1718) auf seiner Rückreise von Belgrad einen silbernen Becher versetzt haben.
    Thomas Schattner, Wabern
  • ... der wohl bedeutendste hessische Historiker und Archivar Karl Ernst Demandt (1909 bis 1990) die ersten vier Volksschuljahre in Niedenstein verbrachte? Geboren wurde Demandt auf der damaligen deutschen Kolonialinsel Samoa. Im Oktober 1911 kehrte er wegen eines Augenleidens mit seiner Mutter nach Deutschland zurück. Ab seinem vierten Lebensjahr wuchs er ohne Eltern bei der Pflegefamilie Eigenbrodt in Niedenstein auf.
    Thomas Schattner, Wabern
  • ... der langjährige Chorleiter Waberns, Valentin Weidemann, im September 1962 zum Ehrenbürger von Wabern ernannt wurde? Hierbei standen seine großen Verdienste um die Musik im Vordergrund. Politisch war diese Entscheidung aber mehr als fragwürdig. Kirchturmknopfdokumente zeugen davon, dass Weidemann selbst noch 1950 nicht (selbst-) kritisch mit der nationalsozialistischen Zeit umgehen konnte. 1933 schrieb er, dass Hitler Deutschlands Retter sei und dass er hoffe, dass die Nachwelt sich positiv an die völkische Anschauung Hitlers erinnern werde. 17 Jahre später notierte er, dass er diese Einschätzung noch immer aufrecht halte. der schwedische König Friedrich I., Sohn von Landgraf Carl und gleichzeitig Landgraf von Hessen-Cassel, 1736 dem Ursulinenkloster in Fritzlar im 24. Jahr dessen Bestehens eine große Turmuhr mit Glocke spendete? Der Hofuhrmacher bekam von Friedrich I. dazu den Auftrag. Die Glocke hielt bis 1891, erst dann wurde eine neue Uhr im Kloster installiert.
    Thomas Schattner, Wabern
  • ... Wabern der Ort im Kreis Fritzlar-Homberg war, der wegen des Baus der Main-Weser-Bahn 1845 die meisten Einwohner gewann? 1864 lebten 1121 Menschen in der heutigen Rübengemeinde. Diese Zahl stieg bis 1905 auf 1740, also um 55 Prozent. Solche Zahlen kann kreisweit keine andere Gemeinde aufweisen.
    Thomas Schattner, Wabern
  • ... der schwedische König Friedrich I., Sohn von Landgraf Carl und gleichzeitig Landgraf von Hessen-Cassel, 1736 dem Ursulinenkloster in Fritzlar im 24. Jahr dessen Bestehens eine große Turmuhr mit Glocke spendete? Der Hofuhrmacher bekam von Friedrich I. dazu den Auftrag. Die Glocke hielt bis 1891, erst dann wurde eine neue Uhr im Kloster installiert.
    Thomas Schattner, Wabern
  • ... die Fußgängerbrücke über die Main-Weser-Bahn zum Sportplatz am Reiherwald in Wabern im Frühjahr 1966 errichtet wurde? Anlässlich der Feier des 75-jährigen Bestehens des TSV Wabern im Jahr 1975 wurde diese im Rahmen eines Festzugs als größter Gegner bezeichnet. Man war unzufrieden damit, dass die sanitären Anlagen für die Sportler sich jenseits der Brücke in der Mehrzweckhalle befanden und mitunter ein mehrfaches Überqueren derselben erforderlich machen konnte.
    Thomas Schattner, Wabern
  • ... Wabern bis ins 19. Jahrhundert hinein große Waldbestände aus Eichenwäldern zur Schwalm und aus Fichtenwäldern in Richtung Uttershausen besaß? Diese waren so bedeutend, dass das Gebäude in der Forststraße, in dem heute die Jugendpflege untergebracht ist, als Forsthaus von Wabern errichtet wurde. Höchstwahrscheinlich war Landgraf Friedrich II., der Enkel von Landgraf Carl, der Auftraggeber des Gebäudes.
    Thomas Schattner, Wabern
  • ... am 22. Oktober 1758, mitten im siebenjährigen Krieg, in Homberg der französische Befehl einging, Fourage nach Kassel zu bringen? Nun hatte die Stadt ein Problem, denn Fuhrwerke waren nicht vorhanden. So mussten dann letztendlich 162 Homberger - es waren vor allem Frauen - 958 Rationen Fourage zu Fuß nach Kassel tragen. Meist wurden Mägde geschickt. Wer aber keine besaß, musste selbst gehen.
    Thomas Schattner, Wabern
  • ... seine Majestät der König und Kaiser Wilhelm II. Ende 1899 persönlich befahl, dem Klempnergesellen Carl Edelmann aus Wabern eine öffentliche Belobigung zukommen zu lassen? Edelmann hatte am 14. August zusammen mit einem Tagelöhner einem Schuhmacherlehrling das Leben gerettet. Edelmann holte diesen unter Lebensgefahr aus der Eder, als dieser zu ertrinken drohte.
    Thomas Schattner, Wabern
  • ... der Lehrer der jüdischen Gemeinde von Jesberg, Jakob Höxter (gebürtig aus Zimmersrode, Jahrgang 1873), 1923 in der Kinderecke der Zeitschrift „Der Israelit“ Kindergedichte veröffentlicht hat? Eine Strophe aus dem Gedicht „Entzünden“ lautet: „Komm Kind, wir müssen ertragen, was uns das Schicksal beschert; das will uns wohl sicherlich sagen: Der Sabbat, der Einlass begehrt“.
    Thomas Schattner, Wabern
  • ... Wabern erst seit November 1973 ein eigenes Wappen besitzt? Der Heraldiker Heinz Ritt aus Bad Nauheim entwarf seinerzeit das Wappen, mit Reiher, „C“ und Zuckerrübe. Ersteres sollte an die großen Jagden der Landgrafen am Ort erinnern, das „C“ war Landgraf Carl gewidmet, der den Karlshof erbauen ließ und die Rübe war als eine Hommage an die heimische Industrie gedacht.
    Thomas Schattner, Wabern
  • ... am 19. November 1881 Richtfest beim heutigen Fritzlarer Postgebäude gefeiert wurde? Der Kaufvertrag zwischen der Kaiserlichen Post und Besitzer Adam Siebert war bereits am 13. September 1879 unterzeichnet worden. Zuvor war die Fritzlarer Poststation zuerst im heutigen Hochzeitshaus, dann im Gebäude der heutigen Kaiserpfalz und schließlich im FrankschenHaus in der Werkelerstraße untergebracht.
    Thomas Schattner, Wabern
  • ... erst im März 1954 in Werkel die letzten Schäden des Zweiten Weltkriegs beseitigt wurden? Der damalige 720 Seelen-Ort wurde im März 1945 von Fliegern und Panzern beschossen, weil SS-Angehörige glaubten, so den Vormarsch der Amerikaner stoppen zu können. Fast die Hälfte aller Höfe, die Kirche und das Straßen- bzw. Wasserleitungsnetz waren dabei fast völlig zerstört gewesen.
    Thomas Schattner, Wabern
  • ... die Beschäftigten eines Erbhofes in Hebel am 10. Juli 1938 einen Ausflug zur Reichsautobahn unternahmen? Einer berichtete: „Durch einige Dörfer ging es in schnellem Tempo, und bei Beuern erlebten wir das erste Große, die Reichsautobahn, von der wir schon alle sehr viel gehört, aber noch nichts gesehen hatten. Für uns Landarbeiter war es etwas, was wir kaum fassen konnten. “
    Thomas Schattner, Wabern
  • ... das Aufnahmegeld für Fremde, um das Bürgerrecht der Stadt Fritzlar zu erwerben, seit 1778 zwölf Reichstaler, 21 Albus und vier Heller betrug? Diese Summe musste 1821 der jüdische Bürger Ruben Kaiser zahlen, obwohl er seit 40 Jahren in der Stadt lebte. Sein Vater, Leib Kaiser, so die Begründung der Stadt, habe zwar den Schutz der Stadt genossen, habe aber nie die Bürgerrecht erworben.
    Thomas Schattner, Wabern
  • ... am Mittwoch, 28. Juli 1943 in Fritzlar ein letztes Opfer der Bombardierung der Edertalsperre vom 17. Mai gefunden wurde? Ausländische Arbeiter fanden auf dem Feld von Bauer Fennel beim Mähen eine weibliche Leiche. Diese bot einen grausamen Anblick. Die Leiche war schon stark in Verwesung übergegangen und trug einen gestreiften Unterrock, schwarze Strümpfe und schwarze Halbschuhe.
    Thomas Schattner, Wabern
  • ... seit dem 1. Oktober 1933 jede Gaststätte und jeder Haushalt im Deutschen Reich durch die Reichsregierung verpflichtet wurde, am jeweils ersten Sonntag der Wintermonate nur ein bestimmtes Eintopfgericht herzurichten und zu servieren? Des Weiteren war festgelegt worden, dass dafür nicht mehr als maximal 50 Pfennig bezahlt werden sollte. Es musste sich also um ein einfaches Gericht handeln. Damit sollte der Gedanke der „völkischen Gemeinschaft“ verbreitet werden.
    Thomas Schattner, Wabern
  • ... zu Beginn des 19. Jahrhunderts die Fritzlarer Stadtmauern in einem katastrophalen Zustand waren? In den 1820er und 1830er Jahren gab es immer wieder Beschwerden. Am gefährlichsten war es wohl beim Ursulinenkloster und beim Fleckbrunnen. Dort rollten große Steine mit enormer Geschwindigkeit über die Straße, so dass eine akute Gefahr bestand. Aus Geldmangel gestattete der Magistrat 1834 den teilweisen Abbruch der Stadtmauern, um wieder Sicherheit hergestellt werden.
    Thomas Schattner, Wabern
  • ... am 14. Februar 1939 in Niederbeisheim eine Werbeveranstaltung der Reichsrundfunkkammer unter dem Motto „Rundfunk in jedes Haus“ stattfand? Dabei wurden fünf Filme gezeigt, die die vielseitige Arbeit des Rundfunks dokumentierten. Bei einer Verlosung gewann das Ehepaar Röttger einen Volksempfänger, der Einsatz pro Los hatte zehn Pfennig betragen. Einen Tag später wurde die Veranstaltung in Oberbeisheim wiederholt.


Thomas Schattner, Wabern

  • ... Ende des 18. Jahrhunderts die Post von Mainz und Frankfurt am Main nach Nordhessen der kaiserlich reitenden Post in Amöneburg übergeben wurde? Zwei Mal in der Woche, mittwochs und sonntags, traf die Post in Fritzlar ein. Am jeweils folgenden Tag kehrte der Bote zurück. Die Pferde wurden im Übrigen immer in Gilserberg gewechselt.
    Thomas Schattner, Wabern


  • ... Oberst Wilhelm von Dörnberg viele europäische Auszeichnungen für seine militärischen und diplomatischen Verdienste verliehen wurden? Von Dörnberg war der Anführer des Homberger Aufstands vom 22. April 1809 gegen Napoleons Bruder Jerome in Kassel. Er erhielt die Würde eines Ehrenkomturs des Bath-Ordens in England verliehen. Deswegen ziert das Dörnbergsche Familienwappen die Westminster Abbey.
    Thomas Schattner, Wabern
  • ... es 1710 beim Bau des Schlosses Wabern große Probleme mit den Arbeitern gab? Da die Ämter Borken, Gudensberg, Felsberg und Homberg Frondienste beim Bau zu leisten hatten, schickten sie oft ungeeignetes Personal von weit weg oder Kinder und Mägde. So stockte der Bau. Im Juni schlugen die vier Ämter dem Landgrafen vor, die Fronarbeiter durch bezahlte Arbeiter zu ersetzen. Dieser nahm die Kosten von 432 Talern in 24 Wochen dann auf sich, denn nun ging es plötzlich und überraschend mit den Baumaßnahmen rasch voran.
    Thomas Schattner, Wabern
  • ... am 30. März 1945 ein in Homberg geborener Jude als einer der ersten amerikanischen GIs in der Kreisstadt einzog? Ludwig Goldschmidt, ein jüdischer Homberger Emigrant, zog als US-Soldat auf einem der ersten Panzer der Amerikaner, der am Karfreitag 1945 die Stadt erreichte, in Homberg mit einem Panzerbataillon ein. Dabei hatte er eine Namensliste seines Vaters. Dort waren Personen vermerkt, die Ludwig von Heinemann, seinem Vater, dem ehemals sehr angesehenen Arzt in der Stadt, grüßen sollte. So stand er kurz auf der Drehscheibe als die Amerikaner von Frielendorf kommend die Stadt einnahmen. Lange konnte er allerdings nicht bleiben, schließlich fuhr man in Kolonne.
    Thomas Schattner, Wabern
  • ... am 1. April 1933 Reichskanzler Adolf Hitler Ehrenbürger Waberns wurde? Dies beschloss die Gemeindevertretung Wabern auf ihrer routinemäßigen Sitzung unter Punkt 3 der Tagesordnung einstimmig. Zwangsläufig stellt sich die Frage, wurde diese nach 1945 aufgelöst und wenn ja, wann?
    Thomas Schattner, Wabern
  • ... die Einrichtung eines Posthofes in Kerstenhausen 1810 durch die französische Besatzungsmacht unter Napoleons Bruder Jerome hauptsächlich militärische Gründe hatte? Die wichtigen Nachrichten und Güter konnten so zwischen den Poststationen in Wabern und Jesberg durch die weitere Möglichkeit eines Wechsels der Pferde noch schneller transportiert werden.
    Thomas Schattner, Wabern
  • ... der 1890 in Jesberg geborene Jude Sally Katzenstein in großen jüdischen Gemeinden unterrichtete? Von 1920 bis 1935 war er Lehrer in Soest, danach war er in Minden/Westfalen beschäftigt. Im Mai1943 wurde er ins Ghetto Theresienstadt deportiert und später in Auschwitz ermordet.
    Thomas Schattner, Wabern
  • ... im September 1954 erstmals in der Gemarkung Wabern ein Mähdrescher eingesetzt wurde? Das silbergraue Ungetüm vom Typ „Super Claas“ beeindruckte die Zuschauer am Südrand des Ortes besonders durch die starke Staubentwicklung und das weitleuchtende Scheinwerferlicht. Zur Bedienung wurden drei Personen benötigt, ein zusätzlich als Schlepperfahrer sowie drei bis vier Mann zum Abtransportieren der sehr handlichen Strohballen.
    Thomas Schattner, Wabern
  • ... der „Seeteufel“ des Ersten Weltkriegs, Felix Graf Luckner, am 19. Januar 1959 eine „Autogrammkarte“ für den Sohn des Hotels „Stadt Cassel“ in Homberg, Konrad Schmidt, mit der persönlichen Widmung „(. . ..) mit 186 000 Tonnen Glück und Gesundheit sowie sein echt Gewissen von seinem Seeteufel und Piraten“ hinterließ?
    Thomas Schattner, Wabern
  • ... ab dem 27. September 1912 die Omnibusfahrt zwischen Homberg und Wabern zu einem wahren Abenteuer wurde? Das Fahrzeug rumpelte auf Vollgummireifen durch ungezählte Schlaglöcher nach Wabern. Die Fahrgäste wurden arg geschüttelt und bemerkten vorerst nur an der höheren Geschwindigkeit, dass die Postkutsche in Pension gegangen war. Diese Erfahrung konnten maximal acht Personen pro Fahrt machen.
    Thomas Schattner, Wabern
  • ... es im Hotel Stadt Cassel in Homberg zu Kaisers Zeiten einen Bürgerstammtisch gab, der auch Geburtstagsgrüße an seine politischen Idole verschickte? 1892 bekam auch Bismarck eine solchen am 1. April zu seinem 77. Geburtstag, denn am 6. April 1892 bedankte er sich beim Stammtisch im Hotel für eben diese Grüße: „Friedrichsruh 6. April 1892. Für Ihren freundlichen Glückwunsch bitte ich Sie und allen an den demselben mitbeteiligten Gruße meinen inständigsten Dank entgegen zu nahmen. Bismarck“.
    Thomas Schattner, Wabern
  • ... der Zimmersröder Jude Moses Höxter auf dem Kreiskriegerverbandsfest 1927 in seinem Heimatort ausgezeichnet wurde? Der Veteran der Kriege 1866 und 1870/71 und gleichzeitig älteste Einwohner des Dorfes wurde für seine langjährige Zugehörigkeit zum Preußischen Landkriegerverband ausgezeichnet und zusammen mit zwei anderen Veteranen anschließend in einem Wagen zum Festplatz gefahren.
    Thomas Schattner, Wabern
  • ... die Waberner evangelische Kirche bis 1889 eine „Fürstenloge“ für den Landgrafen und seine Begleiter mit eigenem Eingang von außen besaß? Noch heute kann man in der Nordseite des Kirchenbaus beim mittleren Fenster erkennen, wo sich der ehemalige Türsturz befand. Eine steinerne Freitreppe führte seit dem Ende der Bauzeit der Kirche, 1726, den Landgrafen ins Innere der sakralen Architektur, wenn er sich z.B. zur Reiherjagd in Wabern aufhielt.
    Thomas Schattner, Wabern
  • ... 1956 erstmalig 50 italienische Landarbeiter im Kreisgebiet als Saisonarbeiter eingesetzt wurden? Sechs von ihnen blieben sogar den Winter über im Kreis, in der Hoffnung 1957 hier weiter beschäftigt zu werden. Und ein Gastarbeiter, der im Herbst nach Italien abgereist war, kam 14 Tage später zurück. Ihm gefiel es hier doch besser, so der Italiener.
    Thomas Schattner, Wabern
  • ... das Mardorfer Bohnerz das bedeutenste Eisenerzvorkommen in der niederhessischen Senke bildet? Spätestens seit dem 17. Jahrhundert wurde diese Lagerstätte abgebaut. Am 31. Januar 1954 wurde dann die Grube Mardorf wegen Unrentabilität geschlossen, nachdem sie Ende der 30er Jahre von den Nationalsozialisten wieder in Betrieb genommen wurde, weil klar war, dass der gewaltige Bedarf Eisendarf der Rüs-tungsindustrie nicht auf dem Weltmarkt gedeckt werden konnte.
    Thomas Schattner, Wabern
  • ... 1857 der Hof des Karlshofes in nur einer Nacht gepflastert wurde? Großherzog Ludwig III. von Hessen-Darmstadt interessierte sich besonders für die Portraitsammlung der landgräflich-kurhessischen Herrscher. Diese rund 500 Gemälde befanden sich in Wabern. Doch was für ein Pech: Das schadhaft gewordene Pflaster war fast vollständig aufgerissen. So konnte ein solch hoher Gast nicht empfangen werden. Deshalb schickte Kurfürst Wilhelm sofort 100 Pflasterer mit der Bahn nach Wabern. Bei Laternen- und Fackelschein beendeten sie ihre Arbeit spät in der Nacht.
    Thomas Schattner, Wabern
  • ... der gewaltige Bedarf an Eisen für die Rüstungsindustrie der Nationalsozialisten nicht nur die Wiederaufnahme der Grube Mardorf am 27. März 1937 hier in der Gegend mit sich brachte? Diese war bereits 1880 stillgelegt worden. Während des Zweiten Weltkriegs wurde auch in Niedermöllrich gefördert und in Adorf wurde 1938 eine Grube eröffnet, die immerhin bis 1963 arbeitete.
    Thomas Schattner, Wabern


  • ... Mitte September 1953 zwei Jungen mit einem Tretroller in zwei Stunden und 45 Minuten von Kassel nach Wabern fuhren? Ein neunjähriger Junge hatte so große Sehnsucht nach seinen Großeltern im Waberner Wimmer, dass er mit einem gleich alten Freund auf eigene Faust zu Opa und Oma fuhr. Die Durchschnittsgeschwindigkeit der Tretroller betrug

10 km/h.
Thomas Schattner, Wabern

  • ... am 1. Januar 1901 in der „alten Post“ von Homberg eine „allgemeine Stadtfernsprecheinrichtigung“ in Betrieb genommen wurde? Den Anschluss mit der Nummer 1 erhielt seinerzeit die Ulrichsche Brauerei, aber schon Ende des Jahres hatte Homberg 15 „Fernsprechteilnehmer“ und eine öffentliche „Fernsprechstelle“.
    Thomas Schattner, Wabern
  • ... der aus Wabern stammende Fußballer Karl Schmidt am 25. Oktober 1955 sein Debüt als linker Verteidiger im Dress der deutschen Fußball-A-Nationalmannschaft im Stadion von Roter Stern Belgrad gab? Leider verlor die Nationalmannschaft um Fritz Walter mit dem vom Tuspo Wabern 1900 zum KSV Hessen Kassel gewechselten Schmidt das Länderspiel gegen das alte Jugoslawien mit 1:3.
    Thomas Schattner, Wabern
  • ... im Februar 1957 ein 500-Tonnen-Bagger der Preußischen-Elektrizitäts-Aktiengesellschaft (PREAG) in nur 70 Minuten die Bundesbahnschienen bei Borken überquerte? Der mit einer 30 Meter langen Eimerkette versehene Bagger wurde vom Tagebau II Großenenglis zum neuen Tagebau IV nach Nassenerfurth transportiert. Auf dem Weg wurden weiterhin die Schwalm und drei Straßen überquert, zahlreiche Hochspannungsleitungen mussten zusätzlich abmontiert werden.


Thomas Schattner, Wabern

  • ... der Chef des Henschel-Konzerns in Kassel seit dem Sommer 1937 im Falkenberger Schloss lebte und dort auch das Kriegsende erlebte? Bereits 1932 hatte die Baronin Wilhelmine Friederike von Radowitz das Schloss Falkenberg käuflich erworben. Am 1. April 1937 vermachte sie das Anwesen ihrem Sohn aus erster Ehe, Oscar R. Henschel, als Geschenk. Der machte das alte Rittergut nach seiner Hochzeit mit der 18jährigen Irene von Siemens im Sommer 1937 zu seinem Wohnsitz. Am 17. Juli 1937 bezog das frisch vermählte Paar sein neues Domizil.
    Thomas Schattner, Wabern
  • ... das Homberger THS-Gymnasium in einer Nacht- und Nebelaktion vom 17. auf den 18. April 1968 in „John-Lennon-Schule“ umbenannt wurde? Zwei ehemalige Schüler hatten ein entsprechendes Graffiti sowohl an der Vorderseite des Hauptgebäude als auch an der Rückseite angebracht. Dort stand u.a. auf den Wänden des Schulgebäudes zu lesen: „Ab heute John-Lennon-Schule“ und „Nichts außer den Beatles ist größer als der Mensch“.
    Thomas Schattner, Wabern

Walter´schen Saal in Homberg einen Vortrag hielt? Vor über 400 Zuhörern berichtete er über seinen „Kaperkrieg“ im Ersten Weltkrieg, in dem er 186 000 Tonnen feindlichen Schiffsraum versenkte und so zu einem Kriegsheld in Deutschland wurde. Wenige Tage später sprach er erneut in Homberg, dieses mal vor 600 Schülern.
Thomas Schattner, Wabern

  • ... dass der Reichskanzler des Deutschen Reiches, Fürst Otto von Bismarck, in einem Brief an Felix von Gilsa vom 19. März 1893 Nordhessens „ahle Wurscht“ lobte? Bismarck schrieb, dass ihm und seiner Frau „das nicht bloß dem Auge wohlgefällige, sondern auch sehr wohlschmeckende Produkt hessischer Landwirtschaft und Küche“ erfreut habe.
    Thomas Schattner, Wabern
  • ... Anfang April 1957 die ersten Wehrpflichtigen in die Fritzlarer Garnison einzogen? 50 von ihnen dienten im Panzer-Aufklärungsbataillon 5 und 196 Rekruten beim Grenadier-Bataillon 22. Unter diesen 246 Wehrpflichtigen befanden sich 28 Abiturienten.
    Thomas Schattner, Wabern
  • ... am 5. August 1955 der Himmel über dem Kreisgebiet voller Luftballons war? Aus Anlass der Produktion des millionsten Volkswagens wurden in Fritzlar bei Auto-Arend und bei der VW-Vertragswerkstatt Hermann Böth in Homberg Ballons in den Himmel gelassen, die ein einliegendes Los beinhalteten. Zu gewinnen gab es einen Volkswagen, der bis zum 30. Dezember 1955 im Werk abgeholt werden konnte, wenn das Los die entsprechende Nummer beinhaltete.
    Thomas Schattner, Wabern
  • ... im September 1957 im Kreisgebiet Fritzlar-Homberg 15 000 Heimatvertriebene und 3400 zugewanderte Personen lebten? Das entsprach einem Anteil von 19,5 bzw. 4,5 Prozent an der Kreisbevölkerung. Erfreulicherweise hatten fast alle Flüchtlinge hier 1957 wieder Arbeit gefunden.
    Thomas Schattner, Wabern
  • ... im Februar 1957 Angehörige des Technischen Hilfswerkes, des Bundesluftschutzverbandes, der Freiwilligen Feuerwehr und des Roten Kreuzes in der Gastwirtschaft „Deutsches Haus“ in Homberg gemeinsam eine 90minütige Fernsehsendung zum Thema Luftschutz anschauten? Die Sendung wurde als so wichtig geachtet, dass sie über alle deutschen Fernsehsender lief, schließlich befand man sich im kalten Krieg.
    Thomas Schattner, Wabern
  • ... das für den Herbst 1806 bei Wabern anberaumte Herbstmanöver unter ganz besonderen Vorzeichen stand? Aus Angst, Napoleon und seine Truppen zu provozieren, erließ der Kasseler Kurfürst am 9. September 1806 eine Order für die Einberufung der Truppen an seine Militärs. „Da es nötig ist, alles zu vermeiden, was einen Anstrich von kriegerischen Maßnahmen haben könnte, so soll diese Einbeorderung so geräuschlos wie möglich geschehen“. Dennoch waren so zahlreiche Einheiten involviert, das z.B. Depots für Hafer, Heu und Stroh in Wanfried, Bettenhausen, Niederzwehren, Melsungen, Morschen, Rotenburg, Hersfeld und Bebra angelegt werden sollten?
    Thomas Schattner, Wabern
  • ... bei der Beerdigung der am 21. Januar 1929 in Großenenglis verstorbenen 85jährigen Jüdin Veilchen Kaiser jedes Haus des Ortes vertreten war? Die von tiefer Frömmigkeit erfüllte Frau, die sich z.B. bis ins hohe Alter nicht scheute, jeden Sabbat nach Borken ins jüdische Gotteshaus zu Fuß zu gehen, hatte ihr Haus zu einem Haus der Gastfreundschaft gemacht. Das hatte man Ort nicht vergessen.
    Thomas Schattner, Wabern
  • ... die Seilbahnenladestation der Grube Mardorf in Singlis die architektonisch interessanteste Erzverladeanlage in Hessen bis zu ihrer Sprengung 1973 war? Die 1946/47 errichtete Station bildete den Versuch des Darmstädter Architekten Pinand, Stahlbeton als konstruktives und die Sichtbetonflächen als ästhetisches Element in die Bergbauarchitektur einzubringen.
    Thomas Schattner, Wabern
  • ... am 16. September 1873 beim Postamt in Homberg eine Telegraphenstation errichtet wurde? Bis dahin mussten allen Depechen in Wabern geholt bzw. nach Wabern gebracht werden.
    Thomas Schattner, Wabern
  • ... am 30. September 1955 in Wabern das Zeitalter der Selbstbedienung beim Einkaufen begann? Mit der Neueröffnung und Modernisierung des Geschäftslokals „L. Friderici“ in der Wilhelm-Dilich-Straße führte der Kaufmann Erich Sendker als Mitglied der Lebensmittelkette „Spar“ an diesem Tag als erster die neue Einkaufsmethode im Zuckerrübenort ein.


Thomas Schattner, Wabern

  • ... am 25. März 1945 bereits auf dem Homberger Schlossberg kurzfristig eine weiße Fahne gehisst wurde? Hitler-Jungs aus Falkenberg hatten an diesem Tag den Befehl, in Homberg Panzerfäuste abzuholen. Als sie die weiße Fahne sahen, beschlossen sie sofort, den Heimweg anzutreten. Fünf Tage später marschierten US-Truppen in Homberg ein.
    Thomas Schattner, Wabern

  • ... im Februar 1808 Jérôme (König Lustik), Napoleons Bruder, für vier Tage in Wabern war? Wabern besaß damals die offizielle Funktion des Sitzes des Kantonmaires des Kantons Wabern im Distrikt Kassel des Fulda-Departements.
    Thomas Schattner, Wabern

  • ... Wabern noch bis zum Jahr 1825 elf strohgedeckte Häuser besaß? Aufgrund der Gefahr bei Bränden versuchte der Kurfürst zwar, die Ziegeldächer durchzusetzen (so waren Reparaturen an Strohdächern seit 1822 verboten), doch Wabern schien dafür zu arm gewesen zu sein. So besaß man weit und breit in den Dörfern der Umgebung die höchste Zahl an Strohdächern.
    Thomas Schattner, Wabern
  • ... im April 1978 Fritzlar und Melsungen zu Drehorten des Filmregisseurs Fritz Umgelter wurden, der im Auftrag des ZDF ein Dokumentarspiel unter dem Titel „Revolution in Frankfurt“ produzierte? Hauptdarsteller Günter Strack, der den Protagonisten des Films, Vincenz Fettmilch spielte, wurde dabei in Fritzlar „hingerichtet“. Er hatte sich 1612, das ist der historische Hintergrund des Films, bei einem Sturm der Judengasse in Frankfurt und Plünderungen dort maßgeblich beteiligt.
    Thomas Schattner, Wabern
  • ... Gilsa eine 440jährige jüdische Tradition bestitzt? Diese begann 1582 mit der Ersterwähnung von Juden im Ort und endete am 7. September 1942. An diesem Tag wurden die beiden letzten jüdischen Bewohner Gilsas von Kassel aus, Minna Katz ud Marianne Meier, ins Ghetto Theresienstadt deportiert. Gilsa war nun endgültig „judenfrei“ geworden.
    Thomas Schattner, Wabern
  • ... fünf Borkener Juden ihr Leben für das Deutsche Reich auf den Schlachtfeldern des Ersten Weltkriegs ließen? Im Glauben, das Vaterland zu verteidigen, so die kaiserliche Propaganda, fielen Nathan Gottlieb, Willy Gottlieb, Meyer Lehrberger, Moses Rosenbusch und Leopold Rosenmund.
    Thomas Schattner, Wabern
  • ... der in Falkenberg geborene Jude Joseph Dannenberg später Rabbiner in Krefeld wurde? Wahrscheinlich seit 1940 übte er den Posten des Rabbinatsverwesers der Reichsvereinigung der Juden in Deutschland für Krefeld bis zu seiner Deportation am 22. April 1942 nach Izbica aus.
    Thomas Schattner, Wabern
  • ... nach der Bombardierung Kassels am 20. Oktober 1943 die Gerhard Fieseler Werke auch in Hebel ein Lager errichtet hat? Dort wurden u.a. 500 Gurte für Flugzeugführer und 500 Schultergurte, 30 Behälter mit Gewinde- und Schlitzschrauben sowie Kisten mit Isoliermaterial untergebracht. Auch ein Teil der Lohnbuchhaltung des Unternehmens wurde in Hebel geführt.


Thomas Schattner, Wabern

  • ... erst 1735 in unserer Region die Kartoffel verbreitet eingeführt wurde? Hier in der Landgrafschaft Hessen-Kassel wie überall in den deutschen Territorien fand die Kartoffel nur sehr langsam Anhänger. Doch Stück für Stück setzte sie sich durch und da-mit begann schließlich ihr langer Siegeszug.
    Thomas Schattner, Wabern
  • ... am 21. Mai 1953 zum ersten mal in Fritzlar Fernsehen gesehen wurde? An diesem Donnerstagabend hatte die Radiofirma Hubert Schemann zu einem Probeempfang des vom Feldberg aus gesendeten Abendprogramms eingeladen. Die Zuschauer waren von der Klarheit des Bildes und der Tonqualität der Übertragung mächtig beeindruckt.
    Thomas Schattner, Wabern
  • ... am 1. Oktober 1953 eine Kuh in Zennern über eine Treppe auf den Futterboden eines Pferdestalls krabbelte? Dabei brach die Kuh durch die Decke und fiel drei Meter in die Tiefe. Dies geschah so unglücklich, dass die Kuh anschließend notgeschlachtet werden musste.
    Thomas Schattner, Wabern

  • ... dass am 27. Mai 1933 Schlageter-Feiern der NSDAP-Ortsgruppe in Berge stattfanden? Albert Leo Schlageter wurde am 26. Mai 1923 in der Holheimer Heide, nördlich von Düsseldorf, von der französischen Besatzungsmacht standrechlich wegen Spionage und Sabotage erschossen. Zusammen mit Gleichgesinnten hatte er versucht, Schienen und Brücken der alliierten Truppen zu sprengen. Für die Nationalsozialisten war er dagen ein „Vorkämpfer“ und „Erster Soldat“ - ein Nationalheld, den es zu feiern galt..
    Thomas Schattner, Wabern
  • ... das im Rahmen des Kreissportfestes am 1. und 2. Juni 1957 Turnerinnen und Turner aus der DDR in Wabern zu Gast waren? Die sowjetzonalen Sportler aus Grimma in Sachsen, sollten erkennen, dass echte Sportskameradschaft nicht durch politische Grenzen zerstört werden kann.
    Thomas Schattner, Wabern
  • ... am 4. Oktober 1951 der weibliche Fliegerstar Deutschlands und gleichzeitig die Ehefrau des tödlich verunglückten Rennfahrers Bernd Rosemeyer, Elly Beinhorn, zu Gast in Homberg war? Sie hielt einen Lichtbildervortrag im Walterschen Saal über ihre Flugreisen. Schließlich war die „Frau von Welt“ 1932 als erste Frau alleine um die Welt geflogen. So kannte sie seit den 30er Jahren jeder Zeitgenosse, ob im In- oder Ausland. Elly Beinhorn starb 100jährig am 28. November 2007.
    Thomas Schattner, Wabern

  • ... schon 1867 die Niedermöllricher spottweise die "Steinrutscher", das Dorf liegt an einem Hang, besonders von den Bewohnern von Wabern genannt werden? Dafür geben sie denen von Wabern die Bezeichnung Röling (Frösche), Wabern liegt tief und sumpfig, zurück.
    August Bollerhey, Wehren

Zuckerfabrik Wabern
  • ... es im Februar 1909 erstmals Pläne gab, in Wabern eine höhere Schule zu errichten? Auf einer Versammlung am 26. Februar war man schon fast euphorisch, denn man rechnete mit 100 Schülern, die auf den Übergang zum Gymnasium und Realschule, zur Oberschule und zur höheren Mädchenschule dort vorbereitet werden sollten. Die Pläne wurden jedoch nie realisiert.
    Thomas Schattner, Wabern

  • ... im September 1909 in unserer Gegend der Stellungskrieg des Ersten Weltkrieges geübt wurde? Bei Manövern zogen sich Einheiten bei Niedermöllrich hinter die Eder bis nach Niedervorschütz zurück. Hier wurde der Emsbachgrund zur Verteidigungsanlage ausgebaut und mit Maschinengewehren und Drahtverhauen gesichert. Nachts fand der Angriff gegen den Emsbach statt, doch wurde durch Drahthindernisse das Vordringen erschwert. Das Gelände wurde zeitweise durch Scheinwerfer und das Licht von Leuchtpistolen beleuchtet.
    Thomas Schattner, Wabern

  • ... Wabern Anfang Dezember 1912 im Rübendreck erstickte? Zusätzliche beträchtliche Arbeit musste nun auf dem Fabrikgelände geleistet werden da "die Rüben derart mit Schmutz behaftet angeliefert werden, dass die Reinigung bedeutende Mehrkosten verursacht". Gleichzeitig stockte die Anlieferung der Rüben, weil die Bauern sich einfach außer Stande sahen, die auf den Feldern liegenden Rüben abzutransportieren. Die Böden waren so durchgeweicht, dass Pferde und Wagen schlicht darin versanken.
    Thomas Schattner, Wabern

  • ... am 18. Oktober 1913 Wabern einhundert Jahre "Völkerschlacht bei Leipzig" feierte? Parallel zum Jubiläum der Einweihung des Völkerschlachtdenkmals in Leipzig fanden aus Anlass der hundertsten Wiederkehr jener Schlacht auch in Wabern Feierlichkeiten statt. Der Kriegerverein Wabern brannte abends um 19 Uhr ein Freudenfeuer auf der Spitze ab.
    Thomas Schattner, Wabern

  • ... bereits Anfang Dezember 1926 der erste Flugtag auf dem Mosenberg stattfand? Seinerzeit waren die maßgeblichen Akteure auf dem Fluggelände noch Hersfelder, Fuldaer und Dörnberger Segelflugpioniere, die sich dafür einsetzten, dass eine Segelflugschule im Kreisgebiet errichtet wurde. Das dauerte allerdings bis zum 24. Mai 1932, erst nun konnte das Segelfluggelände seiner Bestimmung übergeben werden.
    Thomas Schattner, Wabern

  • ... die NSDAP schon im September 1930 in Wabern und anderen Orten Nordhessens zur stärksten politischen Kraft wurde? In Wabern erreichten die Nationalsozialisten bereits zu diesem Zeitpunkt 354 Stimmen, das sind 37,6 Prozent aller abgegebenen Stimmen. Wabern ist nur ein Beispiel von vielen: Densberg, Jesberg, Lohne, Oberurff, Uttershausen, es gibt zahlreiche Beispiele.
    Thomas Schattner, Wabern

  • ... die größte Veranstaltung der NSDAP im alten Kreis Fritzlar in Wabern im Juli 1931 stattfand? Nach einem einwöchigen Bauernschulungskurs kam es am 12. Juli 1931 zu einer Abschlusskundgebung, an der 2.500 Menschen teilnahmen. Dabei wurde von der Partei bewusst das Gerücht gestreut, dass Hitler persönlich kommen würde.
    Thomas Schattner, Wabern

  • ... am ersten Weihnachtstag 1932 der Männer- und Kirchenchor Wabern vormittags einen Auftritt im Radio hatte? Unter der Leitung von Dirigent Weidemann brachte der Chor Weihnachtslieder zu Gehör, u.a. "Die Flucht der heiligen Familie".
    Thomas Schattner, Wabern

  • ... am 1. Juli 1933 ein großes Fest unter der Dorflinde in Rockshausen stattfand? Der Platz um dieselbe sollte umbenannt und das Naturdenkmal geweiht werden. Der sollte in Zukunft den Namen des Reichskanzlers Adolf Hitler tragen. Gleichzeitg wurde ein Fahnenmast installiert, der die Hakenkreuzfahne zukünftig tragen sollte.
    Thomas Schattner, Wabern

  • ... im Sommer 1934 und 1938 in Wabern Reit- und Fahrturniere des Reiterturmes I der SA-Brigade 146 stattfanden? 1934 bildete der Patroullienritt von etwa zehn Kilometern mit Hindernissen und Wasserlauf den Auftakt der Veranstaltung. Später folgten Dressurprüfungen und das Jagdspringen. Und ein Festzug, der sich vom Bahnhof durch das geschmückte Dorf zum Reiherwald zog, durfte auch nicht fehlen.
    Thomas Schattner, Wabern

  • ... dass spätestens seit dem Juli 1935 Zennern eine wichtige Schule besaß? Das Schulgebäude wurde zweckentfremdet und die "Walter-Flex-Schule" diente als Gauschulungsheim der Nationalsozialistischen Volkswohlfahrt (NSV) Kurhessen. Sie war eine von fünf Führerschulen im Gau Kurhessen, weitere existierten unter anderem in der Walkmühle (Melsungen), in Marburg, Bad Sooden-Allendorf sowie in Fulda. Insgesamt gab es 38 dieser Schulen im Deutschen Reich.
    Thomas Schattner, Wabern

  • ... am 12. Juni 1938 zwei Gaudiplome an Waberner Betriebe gingen? Der erste Leistungskampf der deutschen Betriebe fand im Gau Kurhessen am 12. Juni 1938 sein Ende. Eine Prämierung im Kasseler Staatstheater von 52 Betrieben sorgte für den Höhepunkt. Dabei wurden aus Wabern die Zuckerfabrik und der Malerberieb Johannes Scherer ausgezeichnet. Der Leistungskampf stand unter dem Motto: "Bessere Leistung durch Schönheit der Arbeit zum Besten der Gefolgschaft gemäß der NS-Ideologie."
    Thomas Schattner, Wabern
  • ... die französische Kriegserklärung vom 20. April 1792 an Österreich auch Folgen in Wabern hatte? Da auch neben der landgräflichen Armee die preußische Armee mobil machte und Truppen Richtung Rhein entsendete, kamen bald darauf preußische Einheiten durch Wabern. Während des Durchmarsches von hessischen und preußischen Truppen explodierten einige Munitionswagen im Ort. Etliche Menschen fanden dabei - wahrscheinlich in der Frankfurter Straße - den Tod, einige Häuser stürzten ein.
    Thomas Schattner, Wabern

  • ... am 8. November 1938 während der Reichspogromnacht in Falkenberg die Laternen ausgeschaltet waren? Die Zerstörungswut kannte im Schutz der Dunkelheit keine Grenzen. Einrichtigungsgegenstände wie die Bänke und der Leuchter der Synagoge wurden zerstört, Fensterscheiben gingen zu Bruch, selbst die Ziegeln auf dem Dach der Synagoge wurden herabgerissen. Einige gingen soweit, dass sie ein Feuer im Inneren des Gebäudes entfachten, welches aber rasch gelöscht wurde.
    Thomas Schattner, Wabern

  • ... im November 1950 im Waberner Bahnhof eigens und ausschließlich für die amerikanischen Besatzungssoldaten ein "waiting-room" und ein "ticket-office" eingeweiht wurden? Nur so konnte aus US-amerikanischer Sicht der außerordentlichen Bedeutung des Bahnhofs für den amerikanischen Post- und Reiseverkehr Rechnung getragen werden.
    Thomas Schattner, Wabern

  • ... 1953 der Nestor der hessischen Geschichtsforschung Professor Dr. Philipp Losch in Falkenberg beerdigt wurde? Seit 1944 lebte der in Berlin während des Zweiten Weltkriegs ausgebombte im späteren Waberner Ortsteil. Noch in seinen letzten Lebensjahren hatte er zahlreich zur hessischen Landesgeschichte publiziert. Philipp Losch wurde 84 Jahre alt.
    Thomas Schattner, Wabern

  • ... 1953 der Waberner Reiherwald noch aus 222 Bäumen bestand? Der unter Landgraf Friedrich II. in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts angelegte Wald sollte 1922/23 komplett abgeholzt werden. Zum Glück wurde das von den Lehrern Lekis und Weidemann verhindert, so dass noch in den 1950er Jahren der Begriff Reiherwald seine Berechtigung hatte.
    Thomas Schattner, Wabern

  • ... bis zum Jahr 1972 etwa ein Viertel des heutigen Gesamtgeländes des Flugplatzes Fritzlar sich im Gemarkungsgebiet der damals noch selbstständigen Gemeinde Zennern befunden hat, ehe im Zuge der Gebietsreform eine entsprechende Arrondierung vorgenommen wurde.
    Klaus Leise, Geschichtsverein Fritzlar

  • ... die Harler Bonifatiuskirche neben den fünf Läuteglocken noch eine weitere Glocke für den Uhrschlag hat?
    Glockensachverständiger in spe, Homberg