Wussten Sie schon, dass... Homberg

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Blick vom Feuerwehrturm auf die Kreisstadt Homberg, auf die Altstadt.
  • ... im Verlauf des Jahres 1973 diskutiert wurde, ob das Kraftfahrzeugkennzeichen des Schwalm-Eder-Kreises „HBG“ lauten sollte? Dieses Kennzeichen wurde lange favorisiert. Erst Ende 1973 rückte Landrat August Franke von diesem Vorschlag ab. „HR“, so Franke, wäre „aus dem Namen des Kreissitzes (und) der Stadt Homberg abgeleitet“ und hätte zudem den Vorzug, kürzer als das Kennzeichen „HBG“ zu sein.
    'Thomas Schattner, Wabern

  • ... der Kreisausschuss im November 1985 eine gut 200seitige Dokumentation unter dem Titel „Gebiets- und Verwaltungsreform im Schwalm-Eder-Kreis“ herausgegeben hat? Was sich hinter dem trockenem Titel verbarg, formulierte die HNA seiner Zeit wie folgt: „Eine wahre ´Fundgrube´ liegt jetzt vor für all die, die wissen oder einfach einmal nachlesen wollen, wie es nach langen Diskussionen, heißen Debatten und zahlreichen Abstimmungen in unzähligen Gremien 1974 schließlich zum heutigen Schwalm-Eder-Kreis kam“..
    'Thomas Schattner, Wabern

  • ... dass der letzte Homberger Türmer um Unterstützung bei der Stadt bat? Ein Jahr, bevor Turmwächter Merkel endgültig aus der luftigen Wohnung auszog, richtete er an den Stadtrat die Bitte, „ihm wegen seiner misslichen Lage“ eine Unterstützung zu gewähren. „Ich habe als Turmmann meine Pflicht erfüllt und der großen Kälte halber in meinem Beruf nebst meiner Familie sehr leiden müssen.“ Seine Bitte wurde ihm seitens der Stadt erfüllt. Das Türmerdasein währte noch bis zum Jahre 1837. Thomas Schattner, Wabern

  • ... der Homberger Spendensammler Johannes Striegel 1643 eine größere Spende von dem ehemaligen Schlossbergkommandanten Engelhard Breul zum Wiederaufbau der zerstörten Stadt erhalten hat? Breul war weggezogen und lebte in Wittmund in Ostfriesland.
    Friedrich Dreytza, Türmer von Homberg
  • ... nach einer Anfrage des Homberger Türmer Friedrich bei Bundeskanzlerin Merkel in Berlin, ob ihre Vorfahren eventuell mit den beiden Türmergenerationen Georg und Martin Merkel im 1900 Jahrhundert verwandt seien, diese verneinte.
    Friedrich Dreytza, Türmer von Homberg
  • ... der neue Besitzer des Homberger Basaltsteinbruchs, Theis zunächst einen „Partei-Strohmann“ als Käufer des jüdischen Arzthauses Dr. Goldschmidt einsetze? Nach kurzer Zeit aber selbst Besitzer, bis das Unrecht 1945 durch die Spruchkammer wieder revidiert wurde.
    Friedrich Dreytza, Türmer von Homberg
  • ... der Leiter des Diakonissenmutterhauses in Marburg-Werda „Hebron“ der evangelische Theologe Theophil Krawielitzki gemeinsam mit Roland Freißler als überzeugter Parteiredner der NSDAP ab 1928 in Homberg Parteireden gehalten hat?
    Friedrich Dreytza, Türmer von Homberg
  • ... unter der Leitung des Theophil Krawielitzki im Diakonissenmutterhaus „Hebron“ in Werda bei Marburg, eine besondere Krankenabteilung für Frauen eingerichtet und durch die SS betreut wurde, in denen durch „Fremdarbeiter“ schwangner gewordene deutschen Frauen die Neugeborenen nicht überleben durften?
    Friedrich Dreytza, Türmer von Homberg
  • ... der Brauereiteich an der Efze regelmäßig nach einer Eisstärke von 10 bis 15 cm vom Eis befreit und das Eis mit Pferdefuhrwerk zur Homberger Brauerei gefahren wurde, damit im Sommer neben Bier auch Eisstangen geliefert werden konnten?
    Friedrich Dreytza, Türmer von Homberg
  • ... 1938 der jüdische Arzt Dr. Heinemann Goldschmidt sein selbst gebautes Haus im Schwenckenweg in Homberg verkaufen musste? Obwohl das Haus einen Wert von 40 000 Reichsmark hatte, bekam er lediglich 1200 Reichsmark, damit sich sich zwei Schiffskarten für die Überfahrt nach den USA kaufen konnte.
    Friedrich Dreytza, Türmer von Homberg
  • ... 1932 der NSDAP-Kreisleiter für Fritzlar-Homberg, Rechtsanwalt Scheele aus Kassel, im Jahr 1934 das Amt wieder niedergelegt hat, weil in innerparteilichem Streit durch Verleumdungen dem Steinbruchbesitzer Blum der Besitz entzogen und Theis in den Besitz des Steinbruchs kam?
    Friedrich Dreytza, Türmer von Homberg
  • ... nach der Schlacht an der Knallhütte 1809 mehrere Kanonenkugeln gesammelt und im Außenputz des freiadligen Wallensteinschen Damenstiftes in Homberg eingelassen wurden? Aus Sicherheitsgründen wurde diese etwa 1920 wieder entfernt, weil eine der Kartätschen heruntergefallen war.
    Friedrich Dreytza, Türmer von Homberg
  • ... Karoline von Baumbach gemeinsam mit ihrer Tante Sophie von Baumbach in ihrem Anwesen in der Bergstraße in Homberg (heute SELK-Jugendheim) 1809 die Aufstandsfahne für den Dörnbergschen Aufstand mit der Aufschrift: „Sieg oder Tod im Kampf für das Vaterland“ gestickt hatten?
    Friedrich Dreytza, Türmer von Homberg
  • ... nach dem Krieg gegen Frankreich 1814 Karoline von Baumbach aus Lenderscheid/Homberg während der Pflege typhuskranker Soldaten in Kassel sich selbst angesteckt hatte und trotz Pflege durch den Leibarzt des Kurfürsten verstarb? Sie wurde auf dem alten Friedhof an der Lutherkirche in Kassel beerdigt. Über 100 Soldaten wurden neben dem Friedhof in Massengräbern beerdigt.
    Friedrich Dreytza, Türmer von Homberg
  • ... am Karfreitag 1945 amerikanische Truppen über zwei Stunden vor Homberg standen und auf die Übergabe der Stadt gewartet haben? Es wurde nicht ein Schuss abgegeben. Bei der Panzerspitze befand sich auch der Sohn des Homberger Arztes Dr. Heinemann Goldschmidt, Ludwig Goldschmidt, der 1936 vom Homberger Gymnasium vertrieben worden war, weil er Jude war.
    Friedrich Dreytza, Türmer von Homberg
  • ... in Borken bis 1942 eine jüdische Gemeinde bestand? Dazu gehörten eine Synagoge, eine israelitische Schule, eine Mikwe und den bis heute erhaltenen Friedhof. 1925 bestand die Gemeinde aus 145 Personen, dies waren 8,7 Prozent der Gesamteinwohnerzahl. Die ersten jüdischen Einwohner Borkens wurden bereits 1596 urkundlich erwähnt.
    Aline Grau,Schülerin der THS Homberg
  • ... im Jahr 1935 Ruth Stern aus Fritzlar die Schule verlassen musste? Am 10. September 1935 war eine Verordnung erlassen worden, die besagte, dass die Schulkinder nach so genannten „Rassen“ getrennt wurden. Ruth Stern berichtete 2003, dass eine Nonne sie aufforderte, nach Hause zu gehen, da sie um Ruths Sicherheit besorgt sei. Andere Kinder könnten sie mit Steinen bewerfen.
    Nicole Stefan,Schülerin der THS Homberg

  • ... 1671 im Forstort "Glessenstein" Wald gerodet wurde um "Rodewiesen und Äcker" anzulegen? Bürger aus Rodemann und Waßmuthshausen pachteten diese Grundstücke. Insgesamt hat die Stadt sieben Rodewiesen "auf Zins" verpachtet, zum Teil auf sechs und zehn Jahre. Üblich war immer ein Jahr.
    Oskar Breiding, Homberg


Oskar Breiding, Homberg

  • ... vor genau 76 Jahren das ehrenamtliche Wirken auf dem Schlossberg begann? 1936 begannen einige Bürger mit den Arbeiten, aus denen dann die Burgberggemeinde entstand. Vor mehr als 130 Jahren startete der Vorgänger, der Homberger Verschönerungsverein.
    Oskar Breiding, Homberg
  • ... der bekannte Heimatschriftsteller Ludwig Mohr Uhrmacher war? Mohr wurde 1833 in Homberg geboren. Am Homberger Lehrerseminar war er Lehrer, gab diese Stelle bald auf und wurde im Anschluss an seine Militärzeit Uhrmacher. Die ersten Versuche seiner literarischen Tätigkeit waren wenig ermutigend. Er erbittet deshalb um eine Anstellung an der preußischen Eisenbahnverwaltung und gewinnt damit eine sichere Lebensgrundlage, die ihm weiteres schriftstellerisches Arbeiten ermöglicht.
    Oskar Breiding, Homberg
  • ... vor 120 Jahren die Kirche in Holzhausen erbaut wurde? Die alte, aus dem Mittelalter stammende „Bonifatiuskirche“, wurde wegen Baufälligkeit im März 1890 abgebrochen. 1891 war die Kirche bereits im Rohbau fertig. Die im neugotischen Stil erbaute Kirche wurde im September 1892 feierlich eingeweiht.
    Oskar Breiding, Homberg
  • ... vor 430 Jahren der Küchenbau errichtet wurde? Das Homberger Hochzeitshaus erhielt 1582 als Ergänzung den Bau, der unmittelbar hinter dem Hochzeitshaus als ehedem dreistöckiger langgestreckter Fachwerkbau auf mächtigem Steinfundament errichtet wurde.
    Oskar Breiding, Homberg
  • ... die Stadt Homberg im Mittelalter eine Miststättenabgabe erhob? Die Landwirtschaft spielte in der Vergangenheit Hombergs eine bedeutende Rolle. Da zum bäuerlichen Betrieb die Miststätte gehört, war die Stadtverwaltung eifrig bemüht, das äußere Bild der Stadt sauber und gepflegt zu halten. Miststätten sollten aus dem Straßenbild verschwinden. Bürger die ihre Miststätten außerhalb hatten, mussten dafür 1582 eine Mitstättenabgabe an die Stadt zahlen.
    Oskar Breiding, Homberg
  • ... vor 140 Jahren mit dem Wasserleitungsbau in Homberg begonnen wurde? 1870 wurde dem Oberingenieur Wertheim aus Kassel der Wasserleitungsbau in der Stadt nach modernsten Gesichtspunkten übertragen. Zunächst meldeten sich nur 38 Hauseigentümer. 1872 waren 121, 1885 142 Häuser und 1890 bereits 162 Hausbesitzer an das Wasserleitungsnetz angeschlossen.
    Oskar Breiding, Homberg
  • ... vor 170 Jahren eine erste Lagevermessung der „Hohenburg“ stattfand? 1843/1844 führte der Homberger Landvermesser Johann Wilhelm Graner (1792 bis 1847) eine Vermessung der Homberger Burg durch. Graner wurde in Weiler (Sachsen-Weimar) geboren und kam 1820 nach Homberg. Als Oberlandmesser führte er auch die Vermessung der Stadt Homberg durch. Am 25. Mai 1847, vor genau 165 Jahren, verstarb Graner im Alter von nur 55 Jahren in seinem Hause „Am Berge Nr. 185“ (Bischofstraße).
    Oskar Breiding, Homberg
  • ... vor 375 Jahren die Stadt Homberg zerstört wurde? Der kaiserliche General Götz beschoss die Burg 1636 vom Stellberg aus mit 18 Geschützen und stürmte sie erfolglos. Im Sommer ließ Obrist Tirelle die Stadt und die Burg in Rauch aufgehen. Hierbei wurden auch das Rathaus mit seinem Archiv ein Raub der Flammen.
    Oskar Breiding, Homberg
  • ... vor 100 Jahren die ersten Häuser auf der Binde und entlang der Kasseler- und Ziegenhainer Straße errichtet wurden? 1909 wurde das erste Wohnhaus auf der Binde gebaut. Es war dies das „Frommansche Haus“. In der Gründerzeit entstanden dann einige bemerkenswerte Häuser in der Kasseler- und Ziegenhainer Straße. Viele wurden von dem damaligen Kreisbaumeister und Architekten Ernst Bachmann aus Homberg entworfen und gebaut. .
    Oskar Breiding, Homberg
  • ... vor genau 76 Jahren das ehrenamtliche Wirken auf dem Schlossberg begann? 1936 begannen einige Freiwillige mit den Arbeiten auf dem Burgberg, aus denen dann die Burgberggemeinde entstand. Vor mehr als 130 Jahren startete der Vorgänger, der Homberger Verschönerungsverein.
    Oskar Breiding, Homberg


  • ... die Stadt Homberg im Mittelalter eine Miststättenabgabe erhob? Die Landwirtschaft spielte in der Vergangenheit Hombergs eine bedeutende Rolle. Da zum bäuerlichen Betrieb die Miststätte gehört, war die Stadtverwaltung eifrig bemüht, das äußere Bild der Stadt sauber und gepflegt zu halten. Bürger die ihre Miststätten außerhalb hatten, mussten dafür 1582 eine besondere Miststättenabgabe an die Stadt zahlen.
    Oskar Breiding, Homberg
  • ... das Homberger Schloss nicht hochfürstlich eingerichtet war? Das Inventarverzeichnis des Gebäudes, das den Homberger Amtsrechnungen von 1610 und 1612 als Anhang beigefügt ist, zeigt welch bescheidene Ansprüche die Landesherren an dieses Haus stellten und dass es nur militärische Aufgaben erfüllen sollte.
    Oskar Breiding, Homberg
  • ... es die Homberger Jugendherberge schon über 50 Jahre gibt? Unweit von Falkenberg ging 1959 ein Traum der wandernden Jugend in Erfüllung. Die Hessischen Berg- und Hüttenwerke AG in Wetzlar schenkten nach der Stillegung ihrer Mardorfer Eisengrube dem Deutschen Jugendherbergswerk ein Grundstück und eine Werktatt am Mosenberg. Unter Aufwendung erheblicher Mittel konnte das Gebäude umgebaut und erweitert werden und steht heute auch als Schullandheim zur Verfügung.
    Oskar Breiding, Homberg
  • ... der ehemalige Homberger Bürgermeister Justus Wilhelm Winter vor 110 Jahren gestorben ist? Wilhelm Winter wurde am 13. Februar 1813 geboren. Als Nachfolger von Bürgermeister Mohr übernahm Winter die Amtsgeschäfte zunächst auf die Dauer von fünf Jahren. Bereits nach einem Jahr wurde er 1854 jedoch zum Bürgermeister auf Lebenszeit vorgeschlagen und durch die Regierung in Kassel bestellt. Er war 40 Jahre im Amt. Er verstarb am 16. April 1901.


Oskar Breiding, Homberg

  • ... ein bedeutender Mann Hombergs in diesem Jahr ein Doppeljubiläum hätte? Professor Dr. Wilhelm Volckmar würde am 26. Dezember seinen 200. Geburtstag feiern. 1835 erfolgte die Anstellung als Seminar-Musiklehrer am Homberger Lehrerseminar. Der Männergesangverein Liedertafel, deren langjähriger Chorleiter Volckmar war, ließ 1961 an der heutigen Gaststätte „Deutsches Haus“ eine Bronzeplatte anbringen. Man hat Volckmar den „Czerny der Orgel“ genannt. Als Ehrenbürger der Stadt und Ehrenmitglied bedeutender Künstlergenossenschaften verstarb er dort vor 125 Jahren, am 27. August 1887 in Homberg. Seine Grabstätte befindet sich im Stadtpark Alter Friedhof.
    Oskar Breiding, Homberg


  • ... die Hohenberger seit fast 850 Jahren urkundlich belegt sind? Die Hohenburger sind seit 1162 historisch belegt. Von ihnen abgeleitet ist der 1162 erwähnte und urkundlich benannte Rentwich de Hohenberc. Zwischen 1162 und 1197 wird er elfmal in diversen Urkunden aufgeführt. 1427 stirbt das Geschlecht der „Hohenburger“ aus.
    Oskar Breiding, Homberg
  • Hombergs älteste erhaltene Stadtrechnung 440 Jahre alt ist? In einer Stadtrechnung aus dem Jahr 1571 wird berichtet, dass sich die Homberger ihr Wasser aus den Katterbachquellen in Mörshausen holten und es in offenen Kandeln zum Obertor in die Stadt hineinlaufen ließen.
    Oskar Breiding, Homberg
  • ... das imposante Gebäude der „Engelapotheke“ in Homberg aus dem Jahre 1668 stammt? Das über 340 Jahre alte Bauwerk, das mit seinem vorragenden Balkenwerk dem Fachwerkmarktplatz nach dem Obertor einen monumentalen Abschluss gibt, steht von Anbeginn an mit der Einrichtung einer Apotheke in enger Verbindung. 1670 eröffnete Apothekergehilfe Georg Schönemann in der unteren Hälfte des Doppelfachwerkhauses die „Engelapotheke“.
    Oskar Breiding, Homberg


  • ... vor 500 Jahren viele Homberger in Erfurt und Prag studierten? Fast 650 Jahre lang bestand in der Stadt eine „Lateinschule“. Sie muss wohl eine beachtliche Bedeutung gehabt haben, denn wir finden im 15. und 16. Jahrhundert ihre Schüler oft als Studierende auf den Hochschulen von Prag und Erfurt. Um 1570 führte die Homberger Lateinschule zur Hochschulreife. Der bekannteste Homberger der in Erfurt studierte war Konrad Muth.
    Oskar Breiding, Homberg
  • ... die von Landgraf Hermann am 21. Februar 1384 erlassene Feuerordnung als Vorläufer der heutigen Hessischen Bauordnung angsehen werden kann? In 22 Punkten macht die Verordnung Angaben zur Brandbekämpfung und beschreibt gleichzeitig die Verhütung von Bränden durch Einhaltung besonderer Bauvorschriften. „Die Beamten der Stadt führen vierteljährlich, besonders aber im Herbst und Winter, Brandschauen durch“.
    Oskar Breiding, Homberg
  • ... der Homberger Burgturm am Gründonnerstag 1481 nach einem Blitzschlag abbrannte? Er wurde nicht mehr aufgebaut. Fortan benutzte man den Treppenturm des Palas als Burgturm. Bereits 1462 zahlten sämtliche Gerichte des Amtes Homberg ein „Turmgeld“.
    Oskar Breiding, Homberg
  • ... der Palas oder Schlossbau der „Hohenburg“ das Hauptgebäude der Burganlage war? Im Palas, 1504 bis 1508 erbaut, war im Untergeschoss ein Mehrzweckraum zum Aufenthalt der Burgbewohner: der Rittersaal mit einem Vorgemach. Im Obergeschoss befanden sich die Privatgemächer. Der Grundrissplan von Wilhelm Dilich aus dem Jahre 1613 gibt Aufschluss über die räumliche Aufgliederung beider Geschosse.
    Oskar Breiding, Homberg


  • ... es auf der Homberger Hohenburg einen Burgkräutergarten gibt? Als Hortulus (Kräutergarten) wird der mittelalterliche Burggarten bezeichnet, und er galt in früheren Zeiten auch als Treffpunkt zwischen Rittern und den Burgfräuleins. Einen Zwiebelgarten auf der Burg in Homberg weist die Rentmeisterrechnung von 1492 nach. Der Kräutergarten wird von Burgaktiven betreut. 1988 wurde er Garten ausgebaut und erweitert.
    Oskar Breiding, Homberg
  • ... das ehemals Breidingsche Anwesen, der Weiße Hof am Marktplatz, über 570 Jahre alt ist? Der „Weiße Hof“ geht auf das Wollhändlergeschlecht der Bischofs zurück. 1471 wurde das Haus auf dem Marktplatz den „Weißen Brüdern“ - Karmelitern aus Kassel - vermacht. Das Haus gehörte danach dem landgräflichen Rentmeister Henrich von Wildungen und war Jahrhunderte mit Privilegien des Landgrafen ausgestattet. Als Burgsitz besaß das Anwesen einen Befreiungsbrief.
    Oskar Breiding, Homberg
  • ... vor 380 Jahren der Feldherr Tilly Homberg belagerte? 1631 erlitt die Stadt schwerste Verluste an Menschen und Sachwerten durch kaiserliche Truppen. Verheerende Brände zerstörten die Stadt. Turm und Langhaus der Kirche wurden unbenutzbar, das Rathaus mit seinen wertvollen Archivbeständen brannte bis auf die Grundmauern nieder. Die Einwohnerzahl sank von 4000 auf 800 Personen.
    Oskar Breiding, Homberg
  • ... vor 160 Jahren die ehemalige Stadtsparkasse Homberg gegründet wurde? 1848 beschloss der Stadtrat, eine Sparkasse ins Leben zu rufen. Sie wurde am 15. April 1851 gegründet. Von 1890 bis 1923 war sie im Rathaus untergebracht. 1990 ging nach 140 Jahren mit der Kreissparkassen-Fusion die Geschichte der Stadtsparkasse zu Ende.
    Oskar Breiding, Homberg
  • ... die Homberger Bürger im 18. Jahrhundert eine „Fräuleinsteuer“ zu zahlen hatten? Diese Steuer wurde dann auferlegt, wenn eine Landestochter ihren Mann gefunden hatte. 1753 entfielen auf Homberg 416 Steuergulden, weil die Hessisch-Philippstalische Prinzessin Charlotte Amalie sich mit dem Herzog zu Sachsen-Meiningen verehelicht hatte. Bezahlen mussten die Homberger Bürger immer.
    Oskar Breiding, Homberg
  • ... die Stadt Homberg im 30-jährigen Krieg immer wieder Brot und Bier an sächlichen Kontributionen zu liefern hatte? Der Geheime und Kriegsrat in Kassel wandte sich im Juli 1646 wieder an Homberg: Um Schaden vom Land und der Stadt abzuwenden, solle die Stadt 8000 Pfund Brot und acht Fass Bier nach Ziegenhain liefern. Diese Menge bezog sich jedoch auf das Quartier Homberg, das Stadt und Amt umfasste.
    Oskar Breiding, Homberg
  • ... das Eckgebäude Salzgasse/Obertorstraße in Homberg seit 290 Jahren den Namen „Stadt Frankfurt“ trägt? Auf dem östlichen Eckgrundstück befindet sich das ehemalige Gasthaus „Stadt Frankfurt“. Erbaut als Rittersitz derer von Baumbach. Seit 1721 trägt das Gebäude, das eine Nebenschänke des Stadtkeller war, diesen Namen.
    Oskar Breiding, Homberg
  • ... die Homberger Hohenburg strategisch wichtig war? Homberg hatte seine Bedeutung zwischen der nördlich gelegenen Burg Falkenberg und dem südlich gelegenen Wallenstein. Die Anlage wurde von Hersfeld aus genutzt im Kampf gegen die Landgrafenschaft und bedeutete eine Abschirmung gegenüber der Mainzer Burg auf dem Heiligenberg. Homberg lag im Schnittpunkt zweier Handelsstraßen, wodurch es seine Bedeutung als Handelsstadt erhielt.
    Oskar Breiding, Homberg
  • ... Homberg vor 75 Jahren einen Autobahnanschluss bekam? 1936 bekam Homberg einen Direktanschluss an eine der ersten deutschen Autobahnen, die von Hamburg über Frankfurt nach Basel führte. Zwischen 1934 und 1939 wurden etwa 3200 Kilometer als „Reichsautobahn“ gebaut. 1937/38 wird als Umgehungsstraße der Altstadt die Wallstraße gebaut und dient heute als Autobahnzubringer für die A 7.
    Oskar Breiding, Homberg
  • ... man vom Homberger Schlossbergturm über 50 Ortschaften sehen kann? Der Rundblick vom Burgturm wird erleichtert durch Orientierungstafeln mit Entfernungsangaben. Von der freien obersten Plattform gewinnt man einen einmaligen Ausblick auf die Stadt und in die hessische Landschaft und auf andere hessische Burgen.
  • Homberg zwei Persönlichkeiten aus der Show-Welt aufzuweisen hat? Schlagerstar Matthias Reim ist in Korbach geboren und in Homberg aufgewachsen. Reim wurde 1989 bekannt durch den Song „Verdammt, ich lieb‘ dich“. Am 20. November 1980 erblickte die bekannte Schauspielerin Felicitas Woll in Homberg das Licht der Welt. Die ausgebildete Krankenschwester kam durch Zufall zur Schauspielerei. Durch die Serie „Berlin, Berlin“, als Lolle, und in verschiedenen Geschichtsdramen ist sie einem breiten Publikum bekannt geworden.
    Oskar Breiding, Homberg
  • ... die Vorburg auf dem Homberger Schlossberg 1939 durch die Burgberggemeinde wieder aufgebaut wurde? Auf den ausgegrabenen Fundamenten der alten Anlage errichtete der Verein die Gebäude. Aus Baumaterialien des alten Homberger Amtsgerichts wurde die wuchtige Halle in der Vorburg geschaffen. Beim Ausschachten des Kellers stießen die Burgvereinsaktiven auf mehrere Skelette, vermutlich wurden dort Soldaten während der Belagerung von 1636 bestattet.
    Oskar Breiding, Homberg
  • ... vor 655 Jahren die Homberger Freiheit gegründet wurde? Sie war ein Stadtteil mit eigener Mauer, Kirche und selbstständiger Verwaltung. Die Verleihung der freiheitlichen Rechte erfolgte durch einen landgräflichen Beschluss. 1372 wurde die Freiheit durch den Ritterbund der Sterner eingeäschert. Auf Befehl des Landgrafen Philipp wurde sie 1536 mit der Oberstadt vereinigt.
    Oskar Breiding, Homberg
  • ... der Homberger Geschichtsverein vor 50 Jahren gegründet wurde? Bis in den Zweiten Weltkrieg gab es einen Zweigverein, er wurde 1961 im Rathaus neu gegründet. Die konstituierende Versammlung erfolgte am 7. Juni 1961 im „Deutschen Haus“. Von der Versammlung wurden in den Vorstand gewählt: Otto Vesper als Vorsitzender, Karl Meers war Schatzmeister, Dr. Norbert Schick der Schriftführer, Erich Kaiser arbeitete als Beisitzer im Vorstand mit.
    Oskar Breiding, Homberg
  • ... die Mörshäuser Einwohner 1706 den Homberger Stadthirten „pfändeten“? Feldhüter wachten damals darüber, dass die Hirten anderer Gemeinden innerhalb ihrer Grenzen blieben. Wenn sie einen Hirten auf fremdem Grund erwischten, so setzten ihn als Pfand in Gewahrsam. Das taten die Mörshäuser. Bei einem Grenzbegang aber stellte man dann fest, dass die Pfändung unrechtmäßig war, der Hirte wurde freigelassen.
    Oskar Breiding, Homberg
  • ... das Homberger Marktleben in diesem Jahr 740 Jahre alt wird? Erste urkundliche Hinweise auf ein Marktleben in Homberg gehen auf das Jahr 1271 zurück. Diese Quellen berichten über die „Fleisch- und Brothütten“ (Schirnen) in der Stadt. 300 Jahre später, im Jahr 1571, gibt es schon vier eintägige Jahrmärkte. Sogar im 30-jährigen Krieg fanden Märkte statt.
    Oskar Breiding, Homberg
  • ... die Stadttürme von Homberg vermietet waren? Die Wehrtürme und die Tore der Stadt waren durch die Jahrhunderte oftmals vermietet. Sie dienten aber auch der Unterbringung von Personen, die in städtischen Diensten standen und deshalb freie Wohnung hatten. Im übrigen waren vor allem die Türme und Tore der Freiheit vermietet. Das „Untere“ und das „Obere Freiheitertor“ waren für je drei Heller vermietet. Der niedrige Mietpreis deutet darauf hin, dass die Türme nur geringfügigen Raum aufwiesen.
    Oskar Breiding, Homberg
  • ... sich die Burgberggemeinde seit 1936 ehrenamtlich auf dem Schlossberg engagiert? Baurat Dr. Georg Textor sowie die Bauunternehmer Georg und Fritz Braun begannen am 11. Juli 1936 mit Ausgrabungen. Sie legten den Eingang zur alten Burg frei und bewegten dafür tonnenweise Erde und Schutt.
    Oskar Breiding, Homberg
  • ... Homberg zwei Persönlichkeiten aus der Show-Welt aufzuweisen hat? Schlagerstar Matthias Reim ist in Korbach geboren und in Homberg aufgewachsen. Reim wurde 1989 bekannt durch den Song „Verdammt, ich lieb‘ dich“. Am 20. November 1980 erblickte die bekannte Schauspielerin Felicitas Woll in Homberg das Licht der Welt. Die ausgebildete Krankenschwester kam durch Zufall zur Schauspielerei. Durch die Serie „Berlin, Berlin“, als Lolle, und in verschiedenen Geschichtsdramen ist sie einem breiten Publikum bekannt geworden.
    Oskar Breiding, Homberg
  • ... 1778 die Fritzlarer Ave-Maria-Glocke gesprungen war? Der Homberger Glockengießer Christoph Peter erhielt den Auftrag „die zersprungene Brumme“ wieder herzurichten. Sie wurde von Jacob Faupel nach Homberg gebracht. Glockengießer Peter erhielt für den Metallzusatz und als Gießerlohn 28 Taler, 21 Albus und acht Heller. Die Glocke, die er danach lieferte, fand die Zustimmung seiner Auftraggeber.
    Oskar Breiding, Homberg
  • ... der Homberger Apotheker Johann Heinrich Weber, Besitzer der Engelapotheke, auch Salpeterfabrikant war? Um 1780 ließ er verlauten, dass er um die 50 Zentner Salpeter herstellen zu können. Da man daraus auch Schießpulver herstellen konnte, war das hessische Kriegsministerium an diesem Angebot interessiert. Daraufhin wurde die Webersche Salpeterfabrik in Kassel vom Landgrafen finanziell unterstützt.
    Oskar Breiding, Homberg
  • ... sich um die Mitte des 19. Jahrhunderts ein Goldschmied in Homberg ansiedelte? 1834 stellte der Gold- und Silberschmied Carl Hachenberg aus Arolsen (Waldeck) den Antrag um Aufnahme in den „Homberger Untertansverband“. Ein früheres Gesuch war abgelehnt worden. Jetzt war die Stadt der Meinung, „es sei für Homberg ein Gewinn, wenn ein ordentlicher und gewerbfleißiger Mann seinen Wohnsitz hier nehmen wolle“. Goldschmied Hachenberg erwarb das Anwesen „Haus Wicke“ am Marktplatz.
    Oskar Breiding, Homberg
  • ... im 18. Jahrhundert im Homberger Rathaus große Feste gefeiert wurden? Das Hochzeitshaus hatte seine große Zeit hinter sich und diente bereits anderen Aufgaben. So wurden die Feste wieder im Rathaus gefeiert. Als 1737 Prinz Wilhelm im Homberger Raum Hasenjagd gehalten hatte, lud man ihn mit seiner „erlauchten Gefolgschaft“ ins Rathaus ein. Dort verzehrte man u.a. 15,5 Pfund Kalbfleisch und trank eine große Menge Bier aus dem städtischen Brauhaus.
    Oskar Breiding, Homberg
  • ... 1774 das Kaffeetrinken in der Stadt strafbar war? Auf Befehl des Bürgermeisters wurden sieben Personen der Stadt „wegen des Kaffeetrinkens“ zum Wegebau für die Stadt Homberg „beordert“. Sie mussten unter Aufsicht des Stadtdieners Nicolaus Haase vier Tage lang mit Hacke und Schippe Bauarbeiten leisten. Nach erfolgter Arbeit wurden sie verwarnt, sich zukünftig des Kaffeetrinkens zu enthalten.
    Oskar Breiding, Homberg
  • ... das 1703 erbaute Homberger Rathaus im Jahre 1767 seinen Turm erhielt? Dies besagt auch die Wetterfahne. Insgesamt wurden für die Arbeiten am Rathausobergebäude 1083 Taler verausgabt. Knopf und Fahne wurden aus Kupfer von dem Homberger Kupferschmied Axt gefertigt. Beide Werkstücke vergoldete der Maler Cyriacie.
    Oskar Breiding, Homberg
  • ... die Stadt Homberg einer Steuer ein Denkmal setzte? 1875 wurde der mit Sandsteinplatten belegte Aufbau vor dem Rathaus umgebaut.Die Arbeiten fielen zeitlich mit einer ganz neuen Besteuerung zusammen: Homberg durfte damals erstmals „Simbeln“ erheben. Das war eine Umlage, die die gestiegenen städtischen Ausgaben decken sollten. Seitdem trägt das Bauwerk vor dem Rathaus im Volksmund die Bezeichnung „Simbelschanze“.
    Oskar Breiding, Homberg
  • ... vor 780 Jahren Homberg erstmals als Stadt genannt wird? Im Jahre 1231 führen die Grafen Gottfried und Berthold von Ziegenhain in einer Urkunde für das Stift Spießkappel erstmals die „Stadt Homberg“ auf. In diesem Jahr, 1231, tritt die Stadt schlagartig in den Quellen auf. Drei Urkunden tragen dieses Datum. Eine Ansiedlung ist wesentlich älter.
    Oskar Breiding, Homberg
  • ... Wilhelm Dilich, hessischer Chronist und Burgenbauer, Gefangener des Landgrafen Moritz war? Dilich war dessen Landmesser, Geograph und Festungsbaumeister des Landgrafen und handelte oft eigenmächtig. Das brachte den Grafen in Zorn. Er ließ Dilich gefangen setzen, „damit er lerne, wie man fürstliche Befehle achten und respektieren“ solle. Erst nachdem er 1000 Taler bezahlt hatte, wurde er wieder aus dem Gefängnis entlassen.


Oskar Breiding, Homberg

  • ... die älteste Zeichnung von Holzhausen über 400 Jahre alt ist? 1594 brach zwischen Homberg und dem Nachbardorf Holzhausen ein Grenzstreit wegen einer Koppelweide aus. Stadtschreiber Hermann Leuchter legte die Eigentumsverhältnisse der Koppel dar. Um das Geschriebene besser zu verdeutlichen, fertigte er auch eine Skizze an. Zum Abschluss setzte er die Silhouetten der Stadt und der Dorfschaft als Bildkulisse in den Hintergrund.


Oskar Breiding, Homberg

  • ... sich 1595 ein Trupp des Herzogs von Alba in Homberg aufhielt? Vom 14. Juni bis 21. Juni 1595 durchzogen kaiserliche Kriegsvölker die Stadt Homberg, unter ihnen auch Truppen des Herzogs von Alba, jenes spanischen Generals und Staatsmannes, der als Stadthalter der Niederlande 1567 bis 1573 wegen seiner furchtbaren Strenge gegen die Reformierten verhasst war. Die Geleitsjunker Walrab von Baumelburg, Jost Ostwaldt Treusch von Bodler, Eckebrecht von der Malßburg und Fritz von Beuneburg ließen sich in den hiesigen Gasthäusern nieder. Die Stadt zahlte vier Gulden für die Unterbringung und Verpflegung und vier Taler für sechs Remsfelder Gespanne, die Geschütze nach Kassel beförderten.
    Oskar Breiding, Homberg


  • ... der bekannte Homberger Glockengießer Kortrog und der Remsfelder Steinmetz Schilling an der Homberger Burg arbeiteten? Der Landgraf betraute sie mit Arbeiten am Schlossbau und am Bau des Brunnens. Kortrog lieferte 1607 ein schmiedeeisernes Geländer fürs Brunnenhaus. Heinrich Schilling bearbeitete die Tuffsteine für die Zisternen und wurde vom Landgrafen zum Bau des Burgbrunnens betraut.
    Oskar Breiding, Homberg


  • ... sich auf den Dörniswiesen im 18. Jahrhundert ein Exerzierplatz befand? Als 1751 ein Dragonerregiment in Homberg lag, wies der Bürgermeister Kalckhoff einen Beauftragten an, ein Gelände auf den Dörniswiesen, die dem Hospital gehörten, zu besichtigen. Das Gebiet war dem Dragonerregiment als Exerzierplatz zugewiesen worden. In der Nähe des Herzberges entstand eine Zeltstadt.
    Oskar Breiding, Homberg
  • ... die Stadt Homberg Anfang des 18. Jahrhunderts einen Bettelvogt beschäftigte? Seine Aufgabe bestand darin, Geld und Naturalien für die Armen zu betteln. Aus seinen baren Einkünften wurde er besoldet. Die Stadt trug die Kosten für seine Ausrüstung. 1714 erhielt der städtische Bettelvogt Johannes Dienen „Grautuch zum Rock, 1 Paar Schuhe, 1 Hut, 1 Paar Hosen und Strümpfe. Sattlermeister Wilhelm Allmeroth hatte ihm eine lederne Bettelbüchse gefertigt. Von der Stadt erhielt er zusätzlich noch ein jährliches „Müdegeld“.
    Oskar Breiding, Homberg
  • ... um die Jahreswende 1670/1671 der Kurfürst von Brandenburg in der Stadt Homberg weilte? Dies geht aus einer Weinlieferungsliste der Stadt hervor. Sie stellte zur Verfügung: 2 Ohm 3 Viertel Wein für ihre Churfürstliche Hoheit, 1 Ohm für den Fürsten von Anhalt und 7 Viertel für die Generals-personen.
    Oskar Breiding, Homberg
  • ... es vor 300 Jahren in Homberg ein baufälliges Häusschen gab? In welcher Weise sich Armut offenbarte, zeigt ein Schreiben des Wollwebers und Bürgers Andreas Beinhauer, das er 1707 an die Stadt richtete und in dem er um Bewilligung von Bauholz bat. Er bringt zum Ausdruck, dass er das halbe „gar baufällige Häuslein beim Brauhaus habe, aber sich nicht mehr eine Nacht darinnen traue zu schlafen wegen Forcht (Angst) des Einfallens“. Er könne auch, wenn es regnet mit Frau und Kindern nicht im Bett bleiben, weil alles nass werde. Als armer Bürger wurden ihm einige Baumstämme forstfrei angewiesen.
    Oskar Breiding, Homberg
  • ... die romanische Stiftskirche in Hersfeld, während des Siebenjährigen Krieges (1756 bis 1763) am 20. Februar 1761 durch einen Brand zerstört wurde? 100 Tage nach diesem Brand der Stiftskirche kamen am 5. Juni 1761 die Deputierten der „Städte des Schwalmstroms“ in Homberg zusammen, um auf die Städte zukommende Kriegssteuern zu besprechen. Zehn Tage später berieten alle hessischen Städte über die Verteilung der

finanziellen Bürde.
Oskar Breiding, Homberg


  • ... am 27. August 1952 der Grundstein für den Homberger Schlossbergturm gelegt wurde? Der wuchtige Burgturm gehört nicht zum historischen Bestand, sondern wurde als Ausischtsturm im Stil alter Bergfriede durch die Burgberggemeinde und vieler freiwilliger Helfer von 1952 bis 1958 errichtet.
    Oskar Breiding, Homberg
  • ... erst vor 130 Jahren der letzte Stein am Kölner Dom eingesetzt wurde? Es war der Schlussstein des ganzen Gebäudes, zu welchem am 15. August 1248 die feierliche Grundsteinlegung erfolgte. Nach 632 Jahren war der Kölner Dom endlich fertiggestellt.


Oskar Breiding, Homberg


  • ... Landgraf Wilhelm IX. die Kurwürde erhielt und sich fortan Kurfürst Wilhelm I. nannte? Dieser Anlass wurde von dem sonst so sparsamen Landesherren mit außerordentlichen Feierlichkeiten begangen. In Homberg wurden am 15. Mai 1803 das Rathaus beleuchtet und zur Illumination 600 irdene Lampen aufgestellt. 14 Musikanten wurden bestellt und spielten bei der Kirche zum Tanz auf. Der Stadt entstanden Kosten in Höhe von 79 Talern 13 Albus.
    Oskar Breiding, Homberg


  • ... in Wabern der „Bärenspieß“ verloren gegangen war? Rentmeister Schurmann aus Homberg verzeichnet unter den Einnahmen die Gerichtsstrafen. Auf einer landgräflichen Jagd in Wabern hatten die Waberner Bürger die Treiber zu stellen. Dabei war ein „Bärenspieß“ verloren gegangen, ohne dass die Treiber seinen Verlust gemeldet hatten. „Die von Wabirn sämtlich“ wurden für die unterlassene Meldung zur Strafe von „fünf Pfund Geldes“ verurteilt.
    Oskar Breiding, Homberg


  • ... der Geheimrat von Bode in Homberg einen Rüffel erhielt? Von Bode brach 1775 eine Tür durch die Stadtmauer, um zu seinem Gartengrundstück zu gelangen. Dafür hatte sich der landgräfliche Commisarius in Homberg, Major Führer, zu verantworten. Die Generalkriegsdirektion verlangte von ihm zu wissen, wie er solches habe zugeben können und warum er den Geheimrat nicht befragt habe, weshalb er die erforderliche Eigenmächtigkeit nicht eingeholt habe?
    Oskar Breiding, Homberg
  • ... zu Anfang des 17. Jahrhunderts im Amt Homberg die Pest grassierte? Im Jahre 1611 wurden vom Landgrafen Pestboten durch das Land geschickt. Der Homberger Schultheiß Hans Becker berichtet darüber: „dass es mit der Seuche im Amt bisher gottlob gut gegangen sei. Die Seuche halte sich noch in Zennern, Mosheim und Uttershausen“. Den Pestboten wurden Register ausgehändigt, in dem der Kaplan alle Sterbefälle verzeichnet hatte, die der Krankheit zum Opfer gefallen waren.


Oskar Breiding, Homberg

  • ... der Kurfürst von Brandenburg um die Jahreswende 1670/1671 Gast in Homberg war? Die herrschaftlichen Gäste wohnten im Anwesen Muhrhard (Salzgasse). Die Stadt stellte zur Verfügung: 2 Ohm 3 Viertel Wein für „Ihre churfürstliche Hohheit, 1 Ohm für den Fürsten von Anhalt und 7 Viertel für die Generalspersonen“. Die Zünfte mussten die brandenburgische Küche beliefern: die Leineweber Gänse, die Bäcker Weizenmehl, die Wollenweber Eier, die Schneider die Tauben und die Metzger Fleisch samt einer Rinderzunge.


Oskar Breiding, Homberg

  • ... 1607 die Homberger Bürgersöhne vor den hohen Herren der Stadtverwaltung die Komödie „Eustachus“ von Terenz in lateinischer Sprache aufführten? Die Veranstaltung gefiel so gut, dass die Bürgersöhne zu einem Abendmahl in das Hochzeitshaus eingeladen wurden. Leider stellte sich heraus, dass nachher drei Messingleuchter fehlten. Der Stadtkämmerer musste daraufhin nochmals in den Stadtsäckel greifen und drei neue Leuchter bezahlen. >br"Oskar Breiding, Homberg
  • ... zu Neujahr eines jeden Jahres Bürgermeister und andere Stadtbeamten auf dem Rathaus „vorgestellt“ wurden? Die Stadtbediensteten überbrachten die Glückwünsche zum Neuen Jahr und wurden dafür anschließend verpflegt. 1658 wurden bei der Vorstellung „32 Maß Bier bei Alexander Bauern geholt ahn zwei kerbstöcken“. Was in die zwei Kerbstöcke eingekerbt war, galt als der Beweis für das, was von der Stadt an Bier geholt worden und zu bezahlen war. Daher die Redewendung: „Er hat was auf dem Kerbholz“. >br"Oskar Breiding, Homberg
  • ... die Türmerwohnung die höchstgelegene Wohnung der Stadt Homberg ist? Mit 57,25 Meter ragt der Turm der Stadtkirche in den Himmel. Steigt man die 217 Stufen der steinernen Wendeltreppe empor, erreicht man die 52 Quadratmeter große Türmerwohnung. Der große achteckige Raum besteht aus einer geräumigen Diele, Küche mit gemauertem Herd und zwei großen sonnigen Räumen. Bereits 1687 wurde die „Herdstatt“ auf dem Kirchturm errichtet. >br"Oskar Breiding, Homberg
  • ... Landgraf Friedrich der Stadt Homberg 1730 die Kontributionen - Kriegssteuer - erlassen hat? Noch über 100 Jahre nach dem 30-jährigen Krieg, bittet die Stadt Homberg den Landgrafen Friedrich, ihr ein Viertel der Kontribution, die für die beiden Jahre 1731 und 1732 gezahlt werden sollen, zu erlassen. Sie begründet ihren Antrag „wegen der durch den 30-jährigen Krieg erlittenen Schäden“. Die Schäden müssen also auch noch um 1730 spürbar gewesen sein, sonst hätte der Landgraf wohl kaum auf eine so wichtige Einnahme wie die Kriegssteuer verzichtet. >br"Oskar Breiding, Homberg


  • ... die Fritzlarer 1650 ihr Salbach suchten? Da sie es in ihrem eigenen Archiv nicht auffinden konnten, schickten sie im April 1650 den Bürger J. Faulbell nach Kassel, um bei den Regierungsbehörden nach dem wichtigen Buche suchen zu lassen. Faubell schreibt darüber an den Bürgermeister und Rat seiner Stadt „dass er nach sieben Tagen Aufenthalt nur schimpflich verwiesen worden wäre“. Er sei mit „harten und rauhen Worten angefahren und abgefertigt worden“. Erhalten aber habe er das Salbuch nicht. Sie hätten es auch in Kassel nicht auffinden können. Er solle sich an den Landkomtur in Marburg wenden.

>br"Oskar Breiding, Homberg

  • ... Schultheiß Hans Geilmann durch die Dörfer und Klöster reiten musste? 1537 lässt Landgraf Philipp seinen Schultheißen zu Homberg, Geilmann, genannt Hampel, und den Vogt zu Hasungen, Conrad Scholz, genannt Gerhard, durch die Ämter, Städte und Dörfer Hessens reiten, um landgräfliche Inventur zu machen. Sie müssen die alten Register fordern und die Amtleute einladen und sich von ihnen „vermittels dem eide“ alle Rechtsverhältnisse mitteilen lassen, damit sie in die Salbücher aufgenommen werden.>br"Oskar Breiding, Homberg
  • ... die landgräflichen Räte und Freunde gerne nach Homberg kamen? Wenn man die Rentmeisterrechnung von 1466 überprüft, lässt sich leicht feststellen, dass Homberg in diesem Jahre mindestens 4082 Personen landgräflichen Gefolges beherbergte. Dazu kommen alle die Übernachtungsgäste, die als Kaufleute mit ihren Fahrzeugen über die „Straße durch die langen Hessen“ in die Stadt einzogen. Als landgräfliche Gäste in Homberg gaben sich u.a. die Ehre: Wygand von Holzheim, der Probst von Heide und Philipp von Nassau und Wetterburg sowie Adolf von Cobelentz. >br"Oskar Breiding, Homberg
  • ... der Homberger Marktplatz in der mittelalterlichen Wasserversorgung der Stadt eine besondere Rolle spielte? Mit der Einrichtung des „Marktbrunnens“ heute Endbecken unterhalb der Eisdiele, der bereits 1595 urkundlich genannt wird, hatte die Stadt eine zentrale Einrichtung für die Bürger geschaffen. 1799 wird er wegen des rot-weißen Anstrichs seiner Umzäunung der „Rote Kumpf“ genannt. Die Pferdetränke lag im östlichen Teil des Marktplatzes (Löwenapotheke).

>br"Oskar Breiding, Homberg


  • ... die Stadt Homberg im 17. Jahrhundert einen „Pranger und einen hölzernen Esel“ zu unterhalten hatte? Je ein Pranger befand sich am Obertor und einer am Bechtenturm (Dörnbergtempel). 1709 wird vor dem Wachhaus beim Rathaus „ein hölzerner Esel“ aufgestellt, auf denen die angeschnallt wurden, die nach Ansicht der damaligen Zeit eine „schandbare Handlung begangen“ hatten. An den Pranger auf dem Marktplatz wurden die „Marktsünder“ zur Schau gestellt. >br"Oskar Breiding, Homberg
  • ... der Marburger Stipendiatenbote in Homberg Geld eintrieb? Studenten, die in Marburg 1665 studierten und aus Homberger Stiftungen und Stipendien unterstützt wurden, mussten oftmals auf die Zahlungen aus Homberg warten. Deshalb kreuzte der Stipendenbote Hans Henrich Heidemann aus Marburg in Homberg auf, und kassierte bei der Stadt die rückständigen Verpflichtungen. Drei Kopfstücke berechnete er sich für den Weg von Marburg nach Homberg, ein halbes Kopfstück für Verzehr.


Oskar Breiding, Homberg

  • ... im 18. Jahrhundert die städtischen Bediensteten an den Homberger Stadttoren Wache halten mussten? Anlässlich des Landtages im Juli 1754 in Homberg musste der Stadtbedienstete Köhler und der Stadtdiener Brandau mit noch zwei anderen Bürgern zwei Tage an den Stadttoren Wache halten und den ankommenden Landtagsdeputationen die Quartiere anweisen.


Oskar Breiding, Homberg

  • ... der Marburger Universitätsvogt Konrad Hermann Murhard 1772 für zwölf Taler jährlich das Holzhäuser Torhaus auf sechs Jahre pachtete? Da das Fruchthaus (heute Amtsgericht) gegenwärtig nicht in brauchbarem Zustand war, vermietete ihm die Stadt Homberg das Gebäude um die Böden nutzen zu können. Der in Homberg sitzende Universitätsvogt kassierte die Zinsen und Zehntverpflichtungen.
    Oskar Breiding, Homberg


  • ... die Homberger Bürger im 18. Jahrhundert eine „Fräuleinsteuer“ zu zahlen hatten? Diese Steuer wurde dann auferlegt, wenn eine Landestochter ihren Mann gefunden hatte. 1753 entfielen auf Homberg 416 Steuergulden, weil die Hessen-Philippstalische Prinzessin Charlotte Amalie sich mit dem Herzog zu Sachsen-Meiningen verehelicht hatte. Bezahlen mussten die Homberger Bürger immer.
    Oskar Breiding, Homberg
  • ... im Mittelalter der Raum zwischen den Stadtmauern und zwischen den Toren grundsätzlich der Stadt gehörte? So auch in Homberg. Zwischen dem äußeren und dem inneren Westheimer Tor standen 1571 vier Häuser, die städtisches Eigentum waren. Je nach Größe des Anwesens zahlten die Bewohner an die Stadt eine Miete von sieben einviertel Gulden jährlich.>br"Oskar Breiding, Homberg
  • ... der Major von Pape 1768 das Hochzeitshaus mietete? Das „alte Rathaus zwischen der Hochzeitsgasse und dem Bernd Seeboldschen Haus gelegen“ wurde von 1768 bis 1771 an den Kapitän der Bürgerwache, von Pape, „für eine jährliche Mietzahlung von 38 Reichstalern“ vermietet. Das Wachhaus der Bürgerwache befand sich unmittelbar vor dem „Hochzeitshaus“.

>br"Oskar Breiding, Homberg

  • ... die 128 Gärten vor den Toren „zum unveräußerlichen Eigentum der Stadt gehörten?“ Sie waren an Bürger verpachtet, wofür ein Gartenzins von zehn bis 15 Albus je nach Größe zu entrichten war. Allein vor dem Obertor besaß die Stadt 50 Gärten, vor dem Westheimer Tor lagen 31, 21 lagen unter der Freiheit, der Rest lag verstreut vor den Mauern der Stadt.


  • ... innerhalb von zwei Jahrzehnten des 19. Jahrhunderts zwei Stadttore in Homberg verschwanden? Im Jahre 1924 war der alte Überbau auf dem Westheimer Tor baufällig geworden. Mit dem Abbruchmaterial wurde die Kasseler Straße gepflastert. Zehn Jahre später, 1834, wurde das obere Freiheiter Tor abgerissen.
    Oskar Breiding, Homberg

c


  • ... für alle Waren, die im Mittelalter in die Stadt Homberg eingeführt oder aus ihr herausgebracht wurden, ein Zoll zu zahlen war? Ebenso waren für die Geleite vom Spieß (Frielendorf) her eine Geleitgebühr zu entrichten. Zölle und Geleite gehörten dem Landgrafen. Er ließ sie durch seine Zöllner einziehen. Ein Zentner Eisen kostete drei Heller Zoll. Für einen vierrädrigen Wagen wurden drei Albus gezahlt.
    Oskar Breiding, Homberg


  • ... viele Homberger Bürger im 16. Jahrhundert Grundeigentum in den benachbarten Dörfern besaßen? Solche Bürgergüter befanden sich vor allem in Holzhausen, Mörshausen, Berge, Mühlhausen, Caßdorf, Rodemann, Mardorf, Mosheim, Lützelwig, Remsfeld und Sondheim. Interesant sind dabei eine Reihe alter Gemarkungsnamen. Z.B. Wehrkatz in Holzhausen/Homberg und Spelbaumsacker in Mardorf.
    Oskar Breiding, Homberg


  • ... es auf dem Homberger Rathaus einen Sorgenstuhl gab? Natürlich gab es auch auf dem Rathaus einen Sorgenstuhl. Und es scheint kein Repräsentationsmöbel gewesen, sondern eifrig benutzt worden zu sein. Im Juli 1754 sandte der Homberger Sattler Andreas Riediger der Stadtverwaltung eine Rechnung zu über die Reparatur und Wiederinstandsetzung des Sorgenstuhls. So dürfte das neuhergerichtete Möbelstück wohl wieder eifrig benutzt worden sein.
    Oskar Breiding, Homberg


  • ... vor 100 Jahren auf der Binde in Homberg das erste Wohnhaus gebaut wurde? Als 1909 das Frommansche Haus als erstes Haus auf der Binde entstand, prophezeiten alte Homberger Bürger : da wirst du dein Lebenlang keine Nachbarn bekommen! Die Weissagung trat nicht ein. Die Nachbarn kamen schneller als gedacht auf die Binde.
    Oskar Breiding, Homberg


  • ... im Jahre 1848 20 Pfund Salz pro Kopf und Jahr für die Homberger zu viel waren? Die Stadt zählte in diesem Jahr 3815 Einwohner bei insgesamt 810 Familien. Die hessische Regierung hatte das Salzquantum pro Kopf der Bevölkerung auf 18 Pfund festgesetzt. Die Begründung der Stadt: „das höhere Salzquantum als 18 Pfund pro Kopf stützt sich auf die vielen Gewerbe als Salzsieder, Metzger, Gerber, welche mehr Salz bedürfen.
    Oskar Breiding, Homberg
  • ... im Jahre 1639 ein Weinhändler bei der Stadt Homberg 182 Taler anmahnte? Auf dem Mahnbescheid fügte er hinzu „Die Herren Bürgermeister können für ihre Arbeit ein paar Maß Wein trinken und mir abziehen“. Er besänftigte die Empfänger seiner Mahnung mit einem Geschenk: „Trinkt ein paar Maß Wein auf meine Rechnung, dann sieht die Welt heiterer aus, und die Schulden bezahlen sich leichter.
    Oskar Breiding, Homberg


  • ... ein Homberger Pfarrer und ein Schulmeister 1645 bei der Landgräfin klagten, weil ihnen ihr „ordentlicher und mit saurer Mühe und Arbeit verdienter Jahressold vorenthalten und nicht entrichtet wird?“ Und das bereits seit 1625! Die Landgräfin wies den Rentmeister der Stadt an, „aus der Tranksteuer einen Abschlag zu zahlen“.
    Oskar Breiding, Homberg


  • ... die romanische Stiftskirche in Hersfeld während des siebenjährigen Krieges (1756 bis 1763) am 20. Februar 1761 durch einen Brand zerstört wurde? 100 Tage nach dem Brand der Stiftskirche kamen am 5. Juni 1761 die Deputierten der „Städte des Schwalmstroms“ in Homberg zusammen, um auf die Städte zukommenden Kriegssteuern zu besprechen. Zehn Tage später trafen sich die Vertreter aller hessischen Städte zum „Kommunikationstag“, um sich über die Verteilung der schweren Bürde zu einigen.
    Oskar Breiding, Homberg
  • ... die „Torleute und die Hirten“ den Homberger Marktplatz kehren mussten? Torleute und Hirten wohnten alle auf den Stadttoren. So ergibt sich aus Rechnungen vom Jahre 1754, dass sie auch den Marktplatz zu kehren hatten. Das geschah in jenem Jahre zweimal, einmal nach dem Landtag, ein zweiten Mal „zur gewöhnlichen Zeit nach dem Viehmarkt“. Außerdem hatten sie Stroh und Mist zu Beginn des Winters auf die Wasserleitung zu tragen.
    Oskar Breiding, Homberg


  • ... im Frühjahr 1706 ein Schweizer Spritzenbaumeister namens Christian Marder für die Stadt Homberg zwei Wasserspritzen baute? Im Juni war die Arbeit getan. An Lohn wurden ihm zehn Reichstaler ausgezahlt. Dafür ließ er sich u.a. von einem Homberger Schumacher „neun Paar Sohlen fertigen“.
    Oskar Breiding, Homberg


  • ... die Stadträte, der Bürgermeister und die Stadtknechte im 16. Jahrhundert Hühner erhieleten? Die beiden Bürgermeister erhielten jährlich drei „Fastnachtshühner“, und vier von der Gemeinde. Jeder Stadtknecht und die fünf Pförtner je ein Huhn, die beiden Zöllner je drei Hühner.
    Oskar Breiding, Homberg



  • ... die Stadt Homberg das Bauholz für die Schellbacher Kirche lieferte? 1705 war die Fachwerkkirche baufällig. Die Gemeindevertreter richteten an die Stadt Homberg die Bitte "einige Heister Holz zur Reparatur der Kirche freundlich beisteuern zu wollen". Die Stadt kam der Bitte nach und lieferte der Gemeinde das Holz "forstfrei", das heißt unentgeltlich. Die Schellbacher hatten es sich lediglich im Walde abzuholen.
    Oskar Breiding, Homberg



  • ... sich die Stadt Homberg nach dem Dreißigjährigen Krieg eine Glocke in Mühlhausen lieh? Als der Krieg alle Glocken in Homberg zerstört hatte, entschloss sich die Stadt, von der Gemeinde Mühlhausen eine Glocke zu leihen und dafür jährlich einen Reichstaler und einen guten Stamm Holz zu liefern. Diese Versprechung scheint jedoch seitens der Stadt nicht eingehalten worden zu sein, denn 1686 forderte Pfarrer Valentin Uloth zur endgültigen Bereinigung der Schulen zwölf Reichstaler und sechs Stämme zur Erbauung der Mühlhäuser Kirche als als Entgeld für die "eine geraume Zeit von der Gemeinde Mühlausen geliehene Glocke".
    Oskar Breiding, Homberg

  • ... sich die Stadt Homberg neben der Mühlhäuser Glocke noch eine Weitere aus Lenderscheid ausgeliehen hatte? In einer städtischen Rechnung heißt es: "18 fl, 24 alb, 6 h sind den Reutern und Marketendern zu Fuhrlohn, Zehrung und Verehrung gegeben worden, welche der Stadt zwei Glöcklein anhero gebracht."
    Glockensachverständiger in spe, Homberg

  • ... die Reformationsglocke der Stadtkirche St. Marien, die 1942 zu Kriegszwecken abgegeben werden musste, bei ihrer Rückführung im Mai 1948 vom Glockenfriedhof in Hamburg-Veddel fälschlicherweise nach Hanau statt nach Homberg gelangte? In der Bevölkerung und vor allem beim damaligen Homberger Dekan löste dies völlige Empörung aus.
    Glockensachverständiger in spe, Homberg

  • ... 1665 der städtische "Wassermann" Johannes Hillebrandt für den einwandfreien Betrieb der Wasserleitung zuständig war? Aus seinen Arbeitsberichten geht hervor, dass er wintertags "die Rohren uffgebranndt und wieder zue gemacht" hat. Es muss wohl ein kaltes Frühjahr gewesen sein, denn im beginnenden März hat er "zwei Tage Schnee aus dem Catterbach geworffen" und weitere "zwey halbe Tage geeißet uffm Catterbach vorm Thore" (Obertor).
    Oskar Breiding, Homberg
  • ... die von Landgraf Hermann am 21. Februar 1384 erlassene Feuerordnung als Vorläufer der heutigen Hessischen Bauordnung angesehen werden kann? In 22 Punkten macht die Verordnung Angaben zur Brandbekämpfung und beschreibt gleichzeitig die Verhütung von Bränden durch Einhaltung besonderer Bauvorschriften. „Die Beamten der Stadt führen vierteljährlich, besonders aber im Herbst und Winter, Brandschauen durch“.
    Oskar Breiding, Homberg



  • ... der städtische Weinkeller der Stadt Homberg Ende des 17. Jahrhunderts durch eine Sonderwache bewacht wurde? 1685 lässt die Stadt bei allen vier Märkten, u.a. beim "Dreikönigs- und dem Jubilatenmarkt", eine besondere Wache vor dem Keller aufziehen, um sicherzustellen, dass allzu große Brennhörner in den Marktnächten nicht auf den Gedanken kommen, dem Weinkeller einen lohnenden Marktbesuch abzustatten. Der städtische Weinkeller war für die Stadt ein wertvoller Aktivposten.
    Oskar Breiding, Homberg

  • ... zur Mitte des 18. Jahrhunderts der Schulunterricht in Homberg in Privathäusern stattfand? Erst nach 1751 wird in Homberg - wahrscheinlich als Ersatz für die im Dreißigjährigen Krieg zerstörte - eine neue Schule am Marktplatz gebaut. Von 1750 bis 1751 hatten verschiedene Homberger Bürger ihre Privathäuser für den Schulunterricht zur Verfügung gestellt.
    Oskar Breiding, Homberg

  • ... die Frau des Major Gleimb 1645 einen großen Geldbetrag zu den Kirchenfenstern der Stadt Homberg stiftete? Die schweren Schäden des Dreißigjährigen Krieges hatten die Stadt in große Geldschwierigkeiten gebracht. Deshalb hatte sie das Geld auch "auß noth" zunächst für andere Aufgaben verwendet. Das Kirchenfenster ist "hernach auß anderen der Stadt midteln verfertigt worden".
    Oskar Breiding, Homberg

  • ... 1620 in Homberg ein Ausschuss gewählt wurde, der von Januar bis April in Ziegenhain auf dem Wall in der Festung Wache zu halten hatte? Mehrfach wird von Homberg "Zehrung, Trommeln und Pfeifen" nach Ziegenhain gefahren. Mit zwei Heerwagen wird in Kassel die Rüstung und Munition für den militärischen Ausschuss der Stadt geholt.
    Oskar Breiding, Homberg
  • ... unter den fünf Weltreligionen das Judentum, zahlenmäßig die kleinste, aber gleichzeitig die älteste Religion ist? Als obersten sittlichen Wert sieht der jüdische Glaube die Gerechtigkeit. Der Mensch hat sittliche Pflichten gegen Gott und auch gegenüber seinen Mitmenschen. Dabei ist es gleichgültig, welchem Glauben oder Staat sie angehören. In dieser Tradition stand auch die jüdische Gemeinde in Homberg. Sie hatte sich in den 20er-Jahren des 20. Jahrhunderts vollständig integriert, so arbeiteten ihre Mitglieder zum Beispiel als Ärzte und Geschäftsleute. Und sie waren zu diesem Zeitpunkt in der Bevölkerung zumeist beliebt.
    Melissa Kroupal,Homberg





  • ... am 20. November 1887 der vierte Parteitag der Deutschen Antisemitenpartei in Niederhessen und Waldeck in Homberg stattfand? Er vereinte 331 Teilnehmer unter dem Vorsitz von Max Hugo Liebermann von Sonnenberg, der 21 Jahre lang ununterbrochen als Kandidat der Partei den Wahlkreis Fritzlar-Homberg-Ziegenhain bei Reichstagswahlen gewinnen konnte. Als eine Hochburg der Antisemiten galt damals dieser Teil Kurhessens.
    Thomas Schattner, Wabern

  • ... auch in Homberg von 1932 bis 1945 Seidenraupenzucht in der Stadtschule betrieben wurde, und die Blätter der an der Stadtmauer stehenden Maulbeerbäume zur Fütterung der Raupen benutzt wurden?
    Friedrich Dreytza, Türmer von Homberg

  • ... die Homberger Badeverordnung ab 1932 vorsah, dass die Männer nur in Badeanzügen baden durften, wenn keine Frauen zugegen waren, durften sie in einer Badehose mit angeschnittenen Beinen und mit einem Zwickel versehen, baden.
    Friedrich Dreytza, Türmer von Homberg
  • ... der Stellbergsweg in Homberg im Dezember 1954 „Straßenschreck“ genannt wurde, weil er die schlechteste Straße in Homberg war? In den 20 bis 30 cm großen Graterlöchern der Straße bildeten sich bei Regenwetter kleine Teiche, die so dicht gesät sind, dass es den Autofahrern unmöglich war, ihnen auszuweichen. Das führte zu einer ständigen Quelle des Ärgers, besonders wenn auch noch rücksichtslose Autofahrer dort unterwegs waren. Nicht selten brausten diese derart über die Schlaglöcher, dass Passanten von Kopf bis Fuß mit Dreckwasser bespritzt wurden.
    Thomas Schattner, Wabern
  • ... der Verlag Olten & Wiegand in Homberg wegen der galoppierenden Inflation im Februar 1923 den Abopreis für sein Homberger Kreisblatt auf 1000 Mark erhöhen musste? Im Oktober war die Angst vor weiterem Wertverfall so groß, dass der Verlag befürchtete, nie die Menge Goldmark zusammen zu bekommen, die er brauchte, um das Papier für die nächste Zeitung kaufen zu können. So klingt es nur logisch, dass Olten & Wiegand wenig später auf eine wertbeständige Zahlung wie im Mittelalter ging und zwar in Roggen oder Weizen.
    Thomas Schattner, Wabern



  • ... Ilse Göbel 1932 ihren Weihnachtswunsch in der Homberger Zeitung veröffentlichte: Eine Schlittschuhbahn zwischen dem Mühlengraben und der Efze? Efze Vital!
    Friedrich Dreytza, Türmer von Homberg
  • ... nach sieben Tagen Kirchenglockenläuten von 12 bis 13 Uhr, aus Anlass des Einmarsches der deutschen Truppen in Warschau, die vier Männer und Frauen wochenlang um eine Endlohnung durch die Stadtverwaltung kämpfen mussten?


Friedrich Dreytza, Türmer von Homberg


  • ... 1933 Adolf Hitler Ehrenbürger von Homberg wurde und dies bis heute noch ist?
    Friedrich Dreytza, Türmer von Homberg

  • ... der Arbeiter-Gesangverein "Eintracht Holzhausen" durch den Lehrer Lossow und die Arbeiter-Gesangvereine "Harmonie Homberg" und Mosheim von Lehrer Adam Sauerwein geleitet wurden, bis alle Arbeitervereine 1933 verboten wurden?
    Friedrich Dreytza, Türmer von Homberg

  • ... der Homberger Volksschriftsteller Heinrich Ruppel ab 1934 keine schriftstellerischen Arbeiten mehr in der Presse veröffentlichen durfte?
    Friedrich Dreytza, Türmer von Homberg

  • ... das Kaufhaus Höxter am Adolf-Hitler-Platz (Drehscheibe) 1938 abgerissen wurde?
    Friedrich Dreytza, Türmer von Homberg

  • ... das umgesetzte Kriegerdenkmal Germania im Oktober 1938 mit blauer Farbe verunstaltet und als Täter die Kinder der NSDAP-Stadtregierung ermittelt wurden?
    Friedrich Dreytza, Türmer von Homberg

  • ... die Türmerwohnung auf der St. Marien-Kirche in Homberg 1940 von allen noch vorhandenen Möbeln durch den Luftschutzwarndienst entrümpelt wurde?
    Friedrich Dreytza, Türmer von Homberg

  • ... am 25. September 1943 sechs Kinder mit minderwertiger Rasse aus dem Landeserziehungsheim Homberg mit einem grauen Bus der Gemeinnützigen Krankentransportgesellschaft (Gekrat) zur Vernichtung durch Ärzte in die Landesheilanstalt Hadamar, transportiert wurden?
    Friedrich Dreytza, Türmer von Homberg

  • ... ein Mitarbeiter des Homberger Basaltwerkes auf der Seilbahnfahrt vom Betrieb an der Ostheimer Straße zum Bahnhof, in Höhe Holzhausen, während eines starken Gewitters beinahe in der Gondel ertrunken wäre?
    Friedrich Dreytza, Türmer von Homberg

  • ... noch bis ins 19. Jahrhundert Häuser der Stadt mit Stroh gedeckt waren? In einer Bekanntmachung, die Bürgermeister Becker im Oktober 1835 durch Ausruf "gehörig bekanntgemacht" hat, heißt es "...wie es die Bauordnung vom 9. Januar 1784 vorschreibt, keine neuen Strohdächer mehr zugelassen und verfertigt, sondern die alten viel mehr bei Gelegenheit abgeschafft werden. Dies wird hiermit wiederholt bekanntgemacht".
    Oskar Breiding, Homberg

Kirche zu Caßdorf
  • ... es in Sondheim den besinnlichen Hausspruch gibt: "Des Morgens, wenn der Tag anbricht, zu Gott ich mein Gebet verricht; dann spann ich meine Pferde an und fahre als ein Bauersmann."
    August Bollerhey, Wehren

  • ... sich Homberg am 9. Juni 1939 im blaugrauen Autofieber befand? Der KdF-Wagen (spätere VW Käfer) war endlich da. Dieser vom Konstrukteur Ferdinand Porsche 1936 entwickelte Wagen war für die Zeitgenossen ein populärer Schritt der Nationalsozialisten auf dem Weg einer Massenmobilisierung, wie sie schon im Bau der Autobahnen zum Ausdruck kam.
    Thomas Schattner, Wabern

  • ... 1938 der Alte Friedhof in Homberg zum Stadtpark umgestaltet wurde?
    Friedrich Dreytza, Türmer von Homberg

  • ... auf dem Gelände der heutigen Firma Rossmann, im Mai 1932, 16 Menschenskelette gefunden wurden, die aus einem Massengrab des Dreißigjährigen Krieges stammen?
    Friedrich Dreytza, Türmer von Homberg

  • ... durch Entscheid der Stadt Homberg von 1854 ab sofort die aus der Kirche ausgetretenen Personen im städtischen Garten, also außerhalb des Totenhofes beerdigt wurden?
    Friedrich Dreytza, Türmer von Homberg

  • ... die Halle im Vorhof des Homberger Schlossbergs 1951 endlich mit Glasfenstern versehen wurde?
    Friedrich Dreytza, Türmer von Homberg

  • ... der Siedlungsumbau Lengemannsau für die neuen Bewohner ab 1930 als Arbeitsbeschaffungsmaßnahme durch Seidenraupen gedacht war?
    Friedrich Dreytza, Türmer von Homberg

  • ... am 2. April 1938 die Gebrüder Höxter in Homberg enteignet wurden? Das Kaufhaus der jüdischen Brüder wurde aus politischen Gründen enteignet und abgerissen, offiziell musste es der neuen Anbindung der Kreisstadt an die Autobahn A7 weichen. Es befand sich auf der Drehscheibe, zwischen heutigem Kaufhaus Sauer und dem Blumengeschäft Schade.
    Thomas Schattner, Wabern

  • ... am 25. Januar 1869 der spätere Chef des Generalstabes beim Oberbefehlshaber Ost im Ersten Weltkrieg Max Hoffmann in Homberg geboren wurde? In dieser Funktion war er am Ende des Krieges zunächst maßgeblich an den Waffenstillstandsverhandlungen Ende November 1917 und danach bei den Friedensverhandlungen mit der Sowjetunion in Brest-Litowsk beteiligt.
    Thomas Schattner, Wabern

  • ... vor fünfzig Jahren das Homberger Wahrzeichen - der Burgturm - fertiggestellt und eingeweiht wurde? Der wuchtige Burgturm, im Stil alter Bergfriede errichtet, gehört nicht zum historischen Bestand.
    Oskar Breiding, Homberg

  • ... die "Drehscheibe" in Homberg vor 100 Jahren ihren Namen erhielt? Täglich in den späten Nachmittagsstunden machten die Seminaristen ihren Bummel durch die Westheimer Straße zum Marktplatz und wieder zurück bis zum Beginn der Kasseler Straße. Und da sie von dort erneut zum Marktplatz umschwenkten und dies mehrfach wiederholten, bildete sich für jene Kreuzung im Sprachgebrauch der Bürger die Bezeichnung "Drehscheibe" heraus, die sich bis zum heutigen Tag erhalten hat.
    Oskar Breiding, Homberg

  • ... die Stadt Homberg 1838 einen Tanzlehrer namens Traugott Grieser aus Mühlhausen im Königreich Preußen beschäftigte? Als man in Homberg noch die Polka und Mazurka, den alten und neuen Walzer tanzte, wollten sich auch die Homberger Bürger mit den neuesten Errungenschaften des Tanzsaales vertraut machen.
    Oskar Breiding, Homberg

  • ... im Juni 1762 in Homberg derjenige bestraft wurde, der noch Stroh hatte? Die Französischen Truppen in der Stadt nahmen alles für sich in Anspruch. Deshalb befahl Bürgermeister Rohde den Bewohnern der vierten Geburde (Freiheit), alles noch vorhandene Stroh abzuliefern. Falls bei einer Visitation noch Stroh gefunden werde, würden empfindliche Strafen verhängt.
    Oskar Breiding, Homberg

  • ... im Mai 1706 zwei Homberger Bürgermeister, Rübenkönig und Adam Ellenberger, Bier brauten? Nur das was sie zusammenbrauten, war nicht genießbar. Als Bgründung gaben sie an, "sie seien unglücklich gewesen und hätten das Bier gänzlich verdorben".
    Oskar Breiding, Homberg

  • ... im 15. Jahrhundert der hessische Landgraf sechzehnmal nach Homberg kam? Aus den Rentmeisterrechnungen des Rentmeisters Conradus Schurmann geht hervor, dass allein in den Jahren 1465 und 1466 der hessische Landgraf Ludwig II. sechzehnmal in Homberg weilte und Leben in die Stadt brachte.
    Oskar Breiding, Homberg

  • ... die Stadt Homberg um 1900 den "Möbelwagen" (Touristinformation) abreißen wollte? Auf dieser freien Fläche, das war der Wunsch der Stadt Homberg, sollte eine große Treppenanlage als Aufgang für den Kirchplatz geschaffen werden.
    Oskar Breiding, Homberg

  • ... der Homberger Marktplatz in der mittelalterlichen Wasserversorgung der Stadt eine besondere Rolle spielte? Mit der Einrichtung des "Marktbrunnens", heute Endbecken unterhalb der Eisdiele, der bereits 1595 urkundlich genannt wird, hatte die Stadt eine zentrale Einrichtung für die Bürger geschaffen. 1799 wird er wegen des rot-weißen Anstrichs seiner Umzäunung der "Rote Kumpf" genannt. Die Pferdetränke lag im östlichen Teil des Marktplatzes (Löwenapotheke).
    Oskar Breiding, Homberg

  • ... die Stadt Homberg 1724 Ruhebänke für die Lastenträger aufstellen ließ? Forscht man aber einmal nach, warum die Stadt diese Ruhebänke aufstellte, so ergibt sich aus den Unterlagen, dass man sie nicht etwa für "Erholung suchende Bürger" anlegen lässt, sondern einzig und allein "als Ruhebank der Lastenträger". Zahlreiche Männer und Frauen trugen damals ihre Lasten aus den Dörfern in die Stadt hinein. Wie wohltuend war da ein "Ruhestock" oder eine "Ruhebank".
    Oskar Breiding, Homberg

  • ... im 18. Jahrhundert im Homberger Rathaus große Feste gefeiert wurden? Das Hochzeitshaus hatte seine große Zeit hinter sich und diente bereits anderen Aufgaben. So wurden die Feste wieder im Rathaus gefeiert. Als 1737 Prinz Wilhelm im Homberger Raum Hasenjagd gehalten hatte, lud man ihn mit seiner erlauchtesten Gefolgschaft ins Rathaus ein. Dort verzehrte man 15,5 Pfund Kalbfleisch und trank eine große Menge Bier aus dem städtischen Brauhaus.
    Oskar Breiding, Homberg

  • ... in Homberg im März 1820 ein ungefähr 50 Fuß langer und sechs Fuß breiter Bauplatz am Markt meistbietend öffentlich verkauft wurde? Die Witwe des Müllers Gottfried Wiederhold erwarb das Grundstück und setzte darauf "ein klein Häuschen" - den Möbelwagen.
    Oskar Breiding, Homberg

  • ... im Siebenjährigen Krieg (1756 bis 1763) Homberger Frauen schwere Lasten nach Kassel tragen mussten? Die Franzosen in Homberg gaben den Befehl, dass "Fourage" nach Kassel gebracht werden sollte. Da keine Fuhrwerke bereitstanden, mussten 162 Frauen aus der Stadt 958 Rationen "Fourage" von Homberg nach Kassel bringen.
    Oskar Breiding, Homberg

  • ... man beim Schulexamen zwei Maß Wein bekam? Wenn im Frühling und Herbst die Schulexamen stattfanden, hatte der Pächter des Weinkellers Norwig 1751 jedem Mitglied des Prüfungsausschusses jeweils zwei Maß Wein zu liefern, die auf Kosten der Stadt gingen.
    Oskar Breiding, Homberg

  • ... das 1703 erbaute Homberger Rathaus im Jahre 1767 seinen Turm erhielt? Für diese Arbeiten am Rathausgebäude wurden 1.083 Taler verausgabt. Knopf und Fahne wurden von dem Maler Cyriacie vergoldet und angestrichen.
    Oskar Breiding, Homberg

Kirche zu Hülsa
  • ... vor 500 Jahren (1504 bis 1508) durch den Kurfürst und Erzbischof Hermann von Köln das Homberger Renaissanceschloss (Pallas) errichtet wurde? Noch im Jahr der Fertigstellung des Schlossbaues starb der Erzbischof und wurde im Kölner Dom beigesetzt.
    Oskar Breiding, Homberg

  • ... 1774 das Kaffeetrinken in der Stadt strafbar war? Auf Befehl des Bürgermeisters wurden sieben Personen der Stadt "wegen des Kaffeetrinkens" zum Wegebau für die Stadt Homberg "beordert". Sie mussten unter Aufsicht des Stadtdieners Nicolaus Haase vier Tage lang mit Hacke und Schippe Bauarbeiten leisten. Nach erfolgter Arbeit wurden sie verwarnt, sich zukünftig des Kaffeetrinkens zu enthalten.
    Oskar Breiding, Homberg

  • ... das Homberger Gefängnis neben dem Amtsgericht die "Bohlen" hieß? Woraus sich das Wort Bohlen für das Homberger Gefängnis entwickelt hat, ergibt sich aus einer Rechnung des Johann Christoffel Malcomeß von 1733, in der es heißt: "in das gebohlte Gefängniss ... 36 neue "Daffelscheiben" ins neue Blei gemacht."
    Oskar Breiding, Homberg

  • ... am 1. Dezember 1871 eine Volkszählung angeordnet war? In der Stadt Homberg wohnten in 393 Wohnhäusern und 715 Haushaltungen im Ganzen 3.001 Personen. Vorübergehend abwesend waren damals 141 Personen.
    Oskar Breiding, Homberg

  • ... die Stadt Homberg für die Sicherheit von Hab und Gut der Bürger 1839 nicht nur eine Nachtwache eingesetzt hatte? Darüber hinaus bestand auch noch eine Schleichwache, die - wie der Name sagt - den Unholden der Nacht auf schleichenden Sohlen zu Leib rücken sollte.
    Oskar Breiding, Homberg

  • ... in Homberg bereits vor 425 Jahren Bier gebraut wurde? Keine andere Urkunde der Stadt Homberg gibt soviel Aufschluss über das Homberger Braugeschäft wie die erneuerte Brauordnung vom Jahre 1582.
    Oskar Breiding, Homberg

  • ... die Stadt Homberg einen Sperlingsfänger beschäftigte? 1691 beschäftigte man den Sperlingsfänger Ciliax Schmidt, der 1.100 Sperlinge ablieferte und dafür vom Stadtkämmerer einen Betrag von einem Gulden und 20 Albus kassierte.
    Oskar Breiding, Homberg

  • ... die Stadt Homberg einer Steuer ein Denkmal setzte? 1875 wurde der mit Sandsteinplatten belegte Aufbau vor dem Rathaus baulich umgestaltet. Der Vorgang fiel zeitgleich zusammen mit einer Besteuerungsmaßnahme. Homberg durfte erstmals "Simbeln" erheben. Eine Gemeindeumlage zur Deckung der gestiegenen städtischen Ausgaben. Seitdem trägt das Bauwerk im Volksmund die Bezeichnung "Simbelschanze".
    Oskar Breiding, Homberg

  • ... vor 100 Jahren - am 3. Juli 1907 - die Homberger Gesellschaftsbrauerei gegründet wurde? Mit der Fusion im Jahre 1972 ging in Homberg eine jahrhundertlange Brautradition endgültig zu Ende.
    Oskar Breiding, Homberg

  • ... am 1. August 1879 die landespolizeiliche Abnahme der Teilstrecke Treysa-Malsfeld der Berlin-Coblenzer Eisenbahn stattfand? Die Strecke wurde dem allgemeinen Verkehr übergeben.
    Oskar Breiding, Homberg

  • ... am 21. Mai 1878 auf dem Turm der Homberger Stadtkirche die neu vergoldete Fahne nebst dem Knopfe und den die vier Himmelsrichtungen bezeichnenden Eisenstangen angebracht wurde?
    Oskar Breiding, Homberg

  • ... der rote Backsteinbau des Lehrerseminars in Homberg - heute THS - 1879 der modernste Bau seiner Art in Preußen war? Der Bau war großzügig gestaltet und enthielt helle Klassen-, Musik- und Zeichenräume.
    Oskar Breiding, Homberg

  • ... vor 70 Jahren der Homberger Burgbrunnen gefunden wurde? Hans Salzmann, der glückliche Entdecker und Finder, legte auch die Umfassungsmauer des Brunnenrandes frei.
    Oskar Breiding, Homberg

  • ... am 12. März 1876 durch einen Orkan die über 500 Jahre alte Linde bei der Stadtkirche umgeworfen wurde? Von den umliegenden Nachbarn wurde der Vorfall nicht bemerkt.
    Oskar Breiding, Homberg
  • ... obwohl alle Großropperhäuser Juden vertrieben oder ermordet wurden, das Synagogen-Gebäude stehen blieb: Seit einigen Jahren dient die damalige Synagoge als Wohnhaus. .
    Niklas Götting, Schüler der THS, Homberg


  • ... den ersten Seminaristen des Homberger Lehrerseminars im Jahr 1838 das Rauchen und Biertrinken verboten war? Auch die private Lektüre war dem Seminarist unterstagt.
    Oskar Breiding, Homberg

  • ... zum ersten Burgfest am 27. September 1949 sich 6.000 Menschen am Burgberg eingefunden hatten? An diesem Tag wurde die neue Brücke vor dem Haupttor eingeweiht.
    Oskar Breiding, Homberg

  • ... die jahrhundertelange Geschichte des Türmer und Stadtmusikers auf St. Marien in Homberg am 1. Januar 1897 beendet war?
    Friedrich Dreytza, Türmer von Homberg

  • ... beim Bau der Wallstraße 1938 bereits vorgesehen war, Parkplätze am Rand der Straße anzulegen.
    Friedrich Dreytza, Türmer von Homberg

  • ... der "Jordan" durch Lembach fließt?
    Friedrich Döring,Kleinenglis

Das Luftbild von 1982 zeigt den Turm und die Anlage der Homberger Burg auf dem Schloßberg
  • ... am 27. August 1952 Grundsteinlegung für den Schlossbergturm war? Die Einweihung des 14 Meter hohen Bergfried war am 12. Oktober 1958.
    Oskar Breiding, Homberg

  • ... der ehemalige Reichskanzler und damalige Kasseler Oberbürgermeister Philipp Scheidemann am 2. Juni 1926 im Wahlkampf in Holzhausen bei Homberg war? Grund des Besuches war ein Volksentscheid über die Enteignung der Fürstenvermögen.
    Thomas Schattner, Wabern

  • ... unter allen Homberger Vereinen der Schützenverein auf die längste, jahrhundertealte Tradition zurückblicken kann? Die Homberger Schützenordnung stammt aus dem Jahre 1598.
    Oskar Breiding, Homberg

  • ... 40 Jahre nach dem Ende des Dreißigjährigen Krieges das "Westheimer Thor gehoben" wurde? Am 13. Juli 1691 wurde das Dach gerichtet und das "Neue Thor" wieder hergestellt. 19 Albus und sechs Heller wurden ausgegeben für zwei Pfund holländischen Käse und für

"Band zum Kranz auf das Westheimer Thor". Maurer und Zimmerleute feierten die "Hebekirmes" (Richtfest) mit Bier.
Oskar Breiding, Homberg


  • ... die Burgherren auf dem Schlossberg keine Raubritter waren? Schon früh kamen Burg und Stadt in Besitz des Landgrafen, der die Burg ausbaute. Die Burg war Schutz für die Landschaft und ihre Bewohner, aber kein Raubnest.
    Oskar Breiding, Homberg

  • ... nach dem Dreißigjährigen Krieg der Türmer auf St. Marien in Homberg auch Stadtmusikus war und mit seiner Familie auf dem Turm wohnte?
    Friedrich Dreytza, Türmer von Homberg

  • ... die langjährige Homberger Türmer- und Stadtmusikerfamilie Georg Merkel, 1805 wegen Unsauberkeit für längere Zeit den Kirchturm von St. Marien verlassen musste?
    Friedrich Dreytza, Türmer von Homberg

  • ... das städtische Hochzeitshaus - heute Heimatmuseum - in diesem Jahr zwei Geburtstage feiert? Das Hochzeitshaus 490 Jahre und der angrenzende Küchenbau aus dem Jahre 1582 wird 425 Jahre alt.
    Oskar Breiding, Homberg

  • ... 1788 das erste Reithaus in Homberg entstand? Der Reithausplatz vor dem Obertor wurde damals zum Exerzieren benutzt. Das Reithaus hatte nur eine kurze Lebensdauer. In der Zeit des Königreichs Westfalen wurde es bereits wieder abgerissen.
    Oskar Breiding, Homberg

Lützelwig
  • ... um 1750 fünfzig Mitglieder der Homberger Schuhmacherzunft angehörten? Mit 15 Gesellen fertigten sie in der Woche 200 Paar Schuhe an, 11.000 Paar im Jahr.
    Oskar Breiding, Homberg

  • ... die Homberger Stadtführerzunft seit 2002 über 100 historische Abendführungen durchgeführt hat?
    Friedrich Dreytza, Türmer von Homberg

  • ... am 29. August 1949 der Schlossberg elektrisches Licht bekam? Eine direkte Leitung von ca. 300 m Länge führte von der Taubstummenanstalt zum Berg hinauf. Die Arbeiten wurden ausgeführt von Ing. Hoff, Homberg. Fünf Lampen und zwei Dutzend Brennstellen wurden installiert.
    Oskar Breiding, Homberg

  • ... sich am Turm der Homberger Stadtkirche über 24 Steinmetzzeichen befinden? Sie dokumentieren eine technische Leistung aus dem 14. Jahrhundert.
    Oskar Breiding, Homberg

  • ... Roland Freisler, späterer Präsident des Volksgerichtshofes, am 15. März 1936 in Homberg eine Wahlkampfkundgebung im Walterschen Saal abhielt? "Als der Saal bis in den letzten Winkel besetzt war, mussten Hunderte von Volksgenossen wieder umkehren", war zu lesen.
    Thomas Schattner, Wabern

  • ... am 20. Juni 1912 ein Panzerautomobil, welches eine Ballonabwehrkanone mit sich führte, durch Homberg fuhr? Das zur Heeresverwaltung gehörende und 80 PS starke Fahrzeug befand sich auf einer Testfahrt, die von Berlin nach Homberg führte.
    Thomas Schattner, Wabern

  • ... die Stadt Homberg seit Beginn der Aufzeichnung - 1270 bis heute - 93 regierende und 62 zweite Bürgermeister hatte? Somit ist der amtierende Bürgermeister der 155. in der Geschichte der Stadt.
    Oskar Breiding, Homberg

  • ... um das Jahr 1762 in den Jahresrechnungen der Stadt immer wieder ein "Neujahrsgeschenk" auftaucht? Der Rentmeister und der Bürgermeister erhielten zum Jahreswechsel je fünf Albus und ein Paar Handschuhe.
    Oskar Breiding, Homberg

  • ... 1938 durch eine überdurchschnittliche Maikäferplage eine "Mobilmachung für den Maikäferkrieg" beschlossen wurde?
    Friedrich Dreytza, Türmer von Homberg

  • ... das erste "Homberg-Lied" aus dem Jahre 1906 stammt? Es wurde anlässlich der Jahrestagung des Hessischen Städtetages uraufgeführt und nach der Melodie "Prinz Eugen, der edle Ritter" gesungen.
    Oskar Breiding, Homberg

  • ... am 1. Januar 1924 der spätere NS-Richter Roland Freisler in Homberg als Gerichtsassessor seinen ersten Auftritt hatte? Während seiner Ausbildung arbeitete er am Homberger Amtsgericht. Er wirkte dort nur etwa ein halbes Jahr. Gerichtlich war er wohl unscheinbar. Doch zwanzig Jahre später kannte ihn jeder Deutsche: Roland Freisler, der spätere Präsident des Volksgerichtshofes, dem wohl grausamsten richterlichen Instrument des NS-Regimes.
    Thomas Schattner, Wabern

  • ... am 1. Oktober 1942 Hombergs Bürgermeister jubelte, weil die Stadt judenfrei geworden war? Die Witwe Minna Heilbronn hatte am 7. September 1942 die Kreisstadt im Glauben, in ein Altersheim gebracht zu werden, verlassen. In Wahrheit wurde sie ins Ghetto Theresienstadt deportiert.
    Thomas Schattner, Wabern

  • ... die letzte große Stadtschelle, mit der die Stadtverwaltung ihre Anordnungen und Bekanntmachungen der Bürgerschaft übermittelte, sich heute im Heimatmuseum in Homberg befindet? 1830 stellte die Stadtverwaltung eine Liste auf, in der 25 Stellen benannt wurden, an denen die Bekanntmachungen ausgerufen werden mussten.
    Oskar Breiding, Homberg

  • ... der Uhrschlag der Caßdorfer Kirche bis vor einigen Jahren noch mit zwei der drei Glocken (große Glocke = stündlich, kleine Glocke = viertelstündlich) versehen wurde? Nachdem im Rahmen einer Sanierung das mechanische Uhrwerk durch eine genauere elektronische Funkuhr ersetzt wurde, schlägt nur noch die große Glocke halbstündlich die Zeit. Das Schlagwerk an der kleinen Glocke wurde mittlerweile demontiert.
    Glockensachverständiger in spe, Homberg


  • ... der Turm der evangelischen Kirche zu Berge neben den beiden neuen Bronzeglocken von 1961 noch zwei Zuckerhutglocken aus dem 14. und 15. Jahrhundert beherbergt?.
    Glockensachverständiger in spe, Homberg