Wussten Sie schon, dass... (Edertal)

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Wussten Sie schon, ...

  • ... dass sich oberhalb der Kirche von Anraff ein ehemaliger Kalksteinbruch befindet? Dort wurde 1894/95 Material entnommen, das für den Bau der Brückenpfeiler zwischen Wellen und Wega verwendet wurde. Es liegt ein amtliches Genehmigungsschreiben dazu vor, das bereits damals auch auf eine mögliche Beeinträchtigung des nahe gelegenen Anraffer Friedhofs eingíng.

Ernst-Friedrich Gallenkamp, Edertal-Wellen


  • ... dass die heute viel befahrene Landesstraße zwischen Wellen und Geismar erst im Jahre 1882 erbaut wurde? Man beschäftigte dabei österreichische „Mineure“ für die schwierigen Arbeiten zwischen dem Steilhang des Haardtberges und der Sumpfzone der Ederauen. Vorher führte die Verbindung über halsbrecherische Pisten weit oberhalb.

Ernst-Friedrich Gallenkamp, Edertal-Wellen


  • ...dass die Dörfer Bergheim und Wellen noch bis etwa 1860 während der Wintermonate fast völlig vom Verkehr abgeschnitten waren? Die unbefestigten Nachbarschaftswege erlaubten zeitweise keinen Fahrzeugverkehr. Der Bergheimer Forstrat Carl Waldeck (1801-1868) machte sich über die Insellage dieser beiden Dörfer lustig.

Ernst-Friedrich Gallenkamp, Edertal-Wellen


  • ...dass Kleinern für einige Jahre Residenz war? Graf Christian Ludwig erwarb 1660 den Herrensitz und das Burggut der Familie von Geismar. Er ließ das Schloss Christiansburg errichten. 1695 verlegte Christian Ludwig seine Residenz nach Arolsen.

Wolfgang Lübcke, Edertal-Giflitz


  • ...dass Graf Christian Ludwig, der in Kleinern residierte, in zwei Ehen 25 Kinder hatte? Sein Sohn Friedrich Anton Ulrich verlebte noch seine ersten Ehejahre in Kleinern. Nach dem Tod seines Vaters im Jahr 1706 übernahm er in Arolsen die Regierungsgeschäfte. 1709/10 ließ er Schloss Christiansburg in Kleinern abreißen, von dem heute keine Spuren mehr zu finden sind.

Wolfgang Lübcke, Giflitz


  • ...dass Königshagen in diesem Jahr sein 800-jähriges Bestehen feiert? Der Edertaler Ortsteil wurde erstmals in einem Güterverzeichnis des Fritzlarer Petersstiftes erwähnt. Die Stiftsschule besaß in Königshagen zwei Lehnsgüter.

Wolfgang Lübcke, Giflitz


  • ...dass im Einwohnerverzeichnis für Deutschland im Jahr 1900 drei Dörfer mit dem Namen Königshagen aufgeführt sind? Heute trägt nur noch das Waldecker Dorf diesen Namen. Die beiden anderen in Ost- und Westpreußen gehören heute zu Polen.

Wolfgang Lübcke, Giflitz


  • ...dass der Königshagener Adelssitz am nördlichen Dorfrand in der Flur „Auf den Höfen“ zu vermuten ist? Dort treten beim Pflügen mittelalterliche Scherben zutage. Das Fundmaterial setzt um 1250 ein. In einer Steuerliste aus dem Jahr 1851 wird in diesem Bereich noch eine herrschaftliche Zehntscheune erwähnt.

Wolfgang Lübcke, Giflitz


  • ...dass früher in Königshagen ein Adelsgeschlecht existierte? In einer Urkunde des Klosters Hardehausen aus dem Jahre 1295 wird eine Herrin von Cunyngeshagen (alte Schreibweise für Königshagen) erwähnt. Sie besaß eine Mühle an der Elbe jenseits des Langen Waldes.

Wolfgang Lübcke, Giflitz


  • ...dass im Winter 1939/40 (erster Kriegswinter) in Wellen -30 Grad gemessen? Im Winter 1941/42 (Russland-Feldzug) sank das Thermometer in Wellen sogar auf -32 Grad.

Ernst-Friedrich Gallenkamp, Wellen


  • ...dass aus jedem Haus in Königshagen neben anderen Abgaben jährlich ein Maihahn, ein Fastnachtshuhn und ein Rauchhuhn an die Herrschaft zu liefern war? Der Begriff Rauchhuhn ist von den Feuerstellen abgeleitet. Je Feuerstelle musste ein Rauchhuhn gegeben werden.

Wolfgang Lübcke, Giflitz


  • ...dass die Königshagener früher ebenso wie die Bergheimer und Wellener für das gräfliche Gericht in Bergheim so genannte „Gerichtsfuhren“ zu übernehmen und Wachen zu stellen hatten? Diese Verpflichtung ergab sich aus der Zugehörigkeit zur Grafschaft Bergheim. Diese stand unter der Oberhoheit des Fürstentums Waldeck.

Wolfgang Lübcke,Giflitz


  • ...dass die Königshagener Untertanen der Bergheimer Grafen früher Hand- und Spanndienste in der Meierei und im gräflichen Garten leisten mussten? 21 Königshagener Köthner (Besitzer kleiner Häuser mit wenig Land) hatten vom 1. April bis zum 25. Juli und vom 1. Oktober bis zum 11. November einen Arbeitstag pro Woche im herrschaftlichen Garten zu arbeiten.

Wolfgang Lübcke, Giflitz


  • ...dass vor dem Dreißigjährigen Krieg in Königshagen 32 Häuser existierten, unmittelbar nach dem Krieg nur noch zwölf? In einem Verzeichnis der zu leistenden Grundabgaben wurden nur noch acht Hofbesitzer aufgelistet. Die mündliche Überlieferung im Dorf berichtet von Plünderungen durch kriegerische Horden.

Wolfgang Lübcke, Giflitz


  • ...dass Königshagen früher zusammen mit Wellen zu der kleinen, nicht selbständigen Grafschaft Bergheim gehörte? Regiert wurde diese Grafschaft von einer Seitenlinie des Waldecker Fürstenhauses. Ein entsprechender Vertrag des Jahres 1695 wurde 1710 im „Herrschaftlichen Vergleich“ von Fürst Friedrich Anton Ulrich bestätigt.

Wolfgang Lübcke, Giflitz


  • ...dass Königshagen früher zusammen mit Wellen zu der kleinen, nicht selbständigen Grafschaft Bergheim gehörte? Regiert wurde diese Grafschaft von einer Seitenlinie des Waldecker Fürstenhauses. Ein entsprechender Vertrag des Jahres 1695 wurde 1710 im „Herrschaftlichen Vergleich“ von Fürst Friedrich Anton Ulrich bestätigt.

Wolfgang Lübcke, Giflitz


  • ...dass sich auch die Königshagener an den Unruhen in Bergheim im Revolutionsjahr 1848 beteiligten? Nachdem ihre wichtigste Forderung, die Gewehre zurückzuerhalten, erfüllt worden war, zogen sie wieder ab, während die Bergheimer den gräflichen Amtmann Lagrèze tätlich angriffen.

Wolfgang Lübcke, Giflitz


  • ...dass die Königshagener auch im Siebenjährigen Krieg (1756-1763) große Not litten? Von dem hin und her wogenden Kampfgeschehen war Königshagen mehrfach berührt. Durch Plünderungen und Zwangsablieferungen von Vieh und Feldfrüchten entstanden bittere Armut und Hungersnot. Ganze Dörfer mussten damals betteln gehen, so auch Königshagen.

Wolfgang Lübcke, Giflitz


  • ...dass zum gräflichen Hof in Kleinern eine große Meierei mit etwa 400 Morgen Land gehörte? Nachdem die Hofhaltung nach Arolsen verlegt worden war, wurde die Meierei zunächst verpachtet und dann 1752 aufgeteilt. - Zwölf Erbpächter konnten sich dadurch jeweils eine bäuerliche Existenzen aufbauen. Die Ablösung der Erbpacht erfolgte 1861.

Wolfgang Lübcke, Giflitz


  • ...dass in Lustig-Kleinern am Pfingstsonntag (31. Mai) zum 30. Mal das beliebte Backfest stattfindet? Alle zwei Jahre lockt ein „Almabtrieb“ viele Besucher in den Ort im Wesetal.

Wolfgang Lübcke, Giflitz


  • ...dass Kleinern den Ortsspottnamen Lustig-Kleinern trägt? Der Name geht auf die Zeiten zurück, als dort am gräflichen Hof rauschende Feste gefeiert wurden. Kleinern ist noch heute als Dorf bekannt, in dem gern gefeiert wird.

Wolfgang Lübcke, Giflitz


  • ...dass für den Bau der ersten Ederbrücke zwischen Wellen und Wega (1894/95) die Anliegergemeinden ein Drittel der Kosten aufbringen mussten? Sie trugen damals 17 745 Mark zusammen: Wega 4000 Mark, Wellen 6000 Mark sowie Züschen 1000 Mark. Rittergutsbesitzer von Garvens aus Züschen spendete 6000 Mark. Weitere Privatleute aus Wellen und Wildungen 745 Mark. Die Gemeinde Wega verpflichtete sich zur künftigen Unterhaltung der Brücke.

Ernst-Friedrich Gallenkamp, Wellen


  • ...dass Wega im Jahre 1757 von einem Hochwasser der Wilde heimgesucht worden war? Die Flut schwemmte alle Gegenstände von den Höfen fort, die nicht fest verankert waren. Das Hirtenhaus am Bach stürzte zusammen.

Ernst-Fr. Gallenkamp, Wellen


  • ...dass vor dem Bau der Ederbrücke zwischen Wega und Wellen im Jahre 1894/1895 für Fahrzeuge nur eine Furt zur Verfügung stand, die so genannte „Müllerfahrt“? Für Fußgänger unterhielt die Gemeinde Wega einen Fährbetrieb, im Sommer einen Steg.

Ernst-Friedrich Gallenkamp, Wellen


  • ..dass das heute still gelegte Gleisdreieck Wega in der Notzeit des Ersten Weltkrieges (1914-1918) entstand? Das Gleis vom Bahnhof Wega zum Tunnel wurde 1917 fertig und verkürzte die Verbindung Wabern – Brilon unter Umgehung Wildungens. Die Strecke galt als Ersatz bei einer kriegsbedingten Störung der Verbindung Kassel - Ruhrgebiet.

Ernst-Friedrich Gallenkamp, Wellen


  • ...dass die heutige Bundesstraße B 253 um 1850 als so genannte Kunststraße von Wildungen nach Fritzlar gebaut worden war? Sie erhielt gegenüber dem alten Fahrweg eine völlig neue und gerade Linienführung und lief etwa 300 Meter entfernt am damaligen Ort Wega vorüber.

Ernst-Friedrich Gallenkamp, Wellen


  • ...dass sich oben auf der Wegschen Koppe ein Fundplatz für Gegenstände aus der Jüngeren Steinzeit befindet? Der Heimatforscher Rudolf Lorenz (1906-1979) barg dort im Jahr 1951 unter Mithilfe des Landwirts Karl Paul etliche Steinbeile und Speerspitzen.

Ernst-Friedrich Gallenkamp, Wellen


  • ...dass der frühere Wegaer Bürgermeister Fritz Störmer (1878-1969) dieses Amt während dreier deutscher Regierungsformen verwaltete? Nämlich in der Weimarer Republik, im „Dritten Reich“ und in der Bundesrepublik. Störmer genoss das Vertrauen der Wegaer Einwohnerschaft vom Jahr 1926 bis zum Jahre 1952.

Ernst-Friedrich Gallenkamp, Wellen


  • ...dass nach dem Revolutionsjahr in Waldeck der Rechtsstaat an die Stelle der patriarchalischen Zustände trat? An die Stelle der Bevormundung trat die Selbstverwaltung, berichtete der Wrexer Pfarrer Scipio weiter. Dienste und Naturallieferungen hörten auf, der Bauer gewann an „Selbstgefühl und Sittlichkei“.

Museum Wrexen


  • ...dass laut Scipios Aufzeichnungen der waldeckische Fürst Georg Heinrich noch vor dem Revolutionsjahr 1848 „manches zum Vortheil des Bauernstandes verändert“ hatte? Aber erst durch die Gesetzgebung von 1848 wurde der Bauer ein freier Herr auf seinem Boden.

Museum Wrexen


  • ... dass die Bauabteilung des ehemaligen Kreises der Eder innerhalb eines Jahrzehnts sechs Ederbrücken bauen ließ? Den Beginn machte sie 1889/90 mit der Brücke Bergheim-Giflitz; es folgten: 1890 Hemfurth, 1894/95 Wellen-Wega, 1896 Mehlen (mit Neubau der Staatsstraße Mehlen-Lieschensruh-Buhlen), 1897 Bringhausen, 1898 Berich. Die letzten beiden wurden Opfer des Ederaufstaus von 1914.

Ernst-Friedrich Gallenkamp, Edertal-Wellen


  • ...dass die Bergheimer Kirche das Ergebnis verschiedener Umbauten ist? Die ältesten Teile gehen wahrscheinlich auf das 11. Jahrhundert zurück. Später erfolgten Veränderungen und Reparaturen. Ganz selten sind Kirchen, bei denen sich der Turm auf der Ostseite befindet - wie in Bergheim.

Ernst-Friedrich Gallenkamp, Edertal-Wellen


  • ...dass das Fachwerkhaus im Wesetal unterhalb von Kleinern einst Wohnhaus eines Eisenhammers (Oberen Hammer) war? Das als Naturdenkmal ausgewiesene Schilfgebiet an der Bathildisquelle ist durch Verlandung des ehemaligen Hammerteiches entstanden. Dort wurde Wasser gestaut, um auch im Sommer bei niedriger Wasserführung der Wese den Hammer betreiben zu können. An der Gemarkungsgrenze zu Giflitz existierte früher ein weiterer Hammer, der so genannte Sensenhammer.

Wolfgang Lübcke, Giflitz


  • ...dass der Bergheimer Fortstrat Carl Waldeck (1801-1868) die Bauern vom Nutzen der Stallfütterung zu überzeugen versuchte? Hute und Trift von Rinder- und Schweineherde waren alte Rechte der Einwohner. Durch „Übertreibung“ konnte jedoch keine erfolgreiche Waldbewirtschaftung gedeihen.

Ernst-Friedrich Gallenkamp, Edertal-Wellen


  • ...dass Bergheim im Mittelalter Sitz eines „Archipresbyterates“ im Erzbistum Mainz war? Sein Einflussbereich erstreckte sich über das Gebiet des ehemaligen Kreises der Eder und Naumburgs. Von hier ging nicht nur die religiöse sondern auch die kulturelle Prägung der ganzen Region aus.

Ernst-Friedrich Gallenkamp,Edertal-Wellen


  • ...dass die Wellener Einwohner im Jahre 1597 einen Rechtsstreit gegen die Züschener Herren von Meysenbug gewannen? Es ging um die Nutzung der Gemarkung „Haynermark“, die von ihren Siedlern um das Jahr 1400 verlassen worden war. Sie lag, umgeben von Meysenbugischen Waldungen, am Johanneskirchenkopf, dem sagenhaften Platz der von Bonifatius gefällten Donareiche.

Ernst-Friedrich Gallenkamp,Edertal-Wellen


  • ...dass das Dorf Anraff vor der Flussregulierung in den 1840er Jahren dicht an der Eder lag? Nach der kriegerischen Zerstörung der Edertalsperre (17.05.1943) fand das Hochwasser das alte Flussbett wieder und überschwemmte das Dorf bis jenseits der Wega - Giflitzer Kreisstraße.

Ernst-Friedrich Gallenkamp,Edertal-Wellen


  • ...dass bis zum 18. Jahrhundert im Elbetal bei Geismar eine Papiermühle betrieben wurde? Sie nahm als Rohmaterial Lumpen entgegen. Im Wellen ist noch der „Lümperpfad“ bekannt, den die Einwohner zum Gang in die Mühle benutzten.

Ernst-Friedrich Gallenkamp, Edertal-Wellen

siehe auch