Wolfhagen

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Wolfhagen
Kirche Wolfhagen 0031.jpg
Wolfhagen - Stadtkirche und Alte Wache
Basisdaten
Bundesland: Hessen
Regierungsbezirk: Kassel
Landkreis: Kassel
Fläche: 111,95 qkm
Einwohner: 12.802 (31. Dezember 2011)
Postleitzahl: 34466
Vorwahl: 05692
Kfz-Kennzeichen: KS
Adresse der Stadtverwaltung: Burgstr. 33 - 35
34466 Wolfhagen
Website: www.wolfhagen.de
Bürgermeister: Reinhard Schaake (parteilos)

Wolfhagen mit etwa 13.500 Einwohnern ist die ehemalige Kreisstadt des Kreises Wolfhagen und nach der hessischen Gebietsreform eine Stadt im Landkreis Kassel in Nordhessen.

Geografie

Lage

Die Stadt liegt im Naturpark Habichtswald westlich der Großstadt Kassel.

Wolfhagen liegt an der Bahnstrecke KasselKorbach, die zum Netz der RegioTram gehört.

Die Autobahn A 44 (Dortmund – Kassel) ist in wenigen Minuten über die Bundesstraßen B 450 / B 251 (Abfahrt Zierenberg) zu erreichen.

Wolfhagen liegt im Westen des Naturparks Habichtswald und östlich des Langen Walds. Der überwiegend stark bewaldete Höhenzug liegt im Grenzgebiet der Landkreise Waldeck-Frankenberg und Kassel, Teile des Langen Waldes liegen auch im Naturpark Habichtswald.

Höhere Erhebungen im Umkreis der Stadt Wolfhagen sind der östlich gelegene Ofenberg (372.5 m) mit dem Ofenberg-Turm) und der Isthaberg (523 m hoch).

Wolfhagen liegt am Mühlenwasser, einem Zufluss der Erpe. In das Mühlenwasser münden der Duse- und der Limeckebach.

Nachbargemeinden

Nachbargemeinden sind im Nordwesten die Stadt Volkmarsen (im Landkreis Waldeck-Frankenberg), im Norden die Gemeinde Breuna, im Osten die Stadt Zierenberg und die Gemeinde Habichtswald, im Südosten die Gemeinde Schauenburg sowie im Süden die Gemeinde Bad Emstal und die Stadt Naumburg (alle im Landkreis Kassel).

Im Südwesten liegt die Stadt Waldeck und im Westen die Stadt Bad Arolsen (beide im Landkreis Waldeck-Frankenberg).

Stadtteile

Stadtteile von Wolfhagen sind Altenhasungen, Bründersen, Ippinghausen, Istha, Gasterfeld, Leckringhausen, Niederelsungen, Nothfelden, Philippinenburg, Philippinenthal, Viesebeck und Wenigenhasungen.

Fachwerkstadt Wolfhagen - ein Portrait

Wolfhagen - Altstadt
(Foto: Günther Pöpperl)

Wo früher fränkische und sächsische Stammesgrenzen, wo unweit Hessen und Westfalen zusammentreffen, liegt zwischen dem Ederfluß im Süden und der Diemel im Norden die mittelalterliche Fachwerkstadt Wolfhagen. Die Stadt ist das Mittelzentrum des “Wolfhager Landes”.

Eine Kette von Kegel- und Kuppenbergen in sanft geschwungener Linienführung kennzeichnet die Landschaft, teils von grünen Rasenflächen und Büschen bewachsen und weite Aussicht verheißend, teils bewaldet und von Burgen und Türmen bekrönt.

Inmitten dieser reizvollen Landschaft liegt Wolfhagen – erstmals 1231 erwähnt – mit seinem alten Stadtkern auf einem Bergrücken. Wie die Küken um die Glucke, so drängen sich die spitzgiebeligen Fachwerkhäuser rings um die St. Anna - Kirche mit ihrem weithin die Stadtsilhouette beherrschenden mächtigen Turm und seinem charakteristischen Helm.

Trotz aller Veränderungen ist das reizvolle Bild einer mittelalterlichen Kleinstadt erhalten geblieben. Viele Bürger haben die Schönheit des Fachwerkhauses wieder entdeckt und ihre Wohn- und Geschäftshäuser im alten Fachwerkstil prachtvoll saniert.

Manche historische Besonderheit gilt es zu entdecken. So das einstige Leben des Brasilienfahrers Hans Staden oder der “Heilige Schützeberg”, das Wasserschloss Elmarshausen oder die Erzählungen von der Weibertreue auf der Weidelsburg, der größten Burgruine Nordhessens.

Wanderlustigen eröffnet sich eine Wanderlandschaft von Bergkuppen und Wäldern, Tälern und Seen.

Gemütliche Lokale und herzliche Gastfreundschaft laden zum Verweilen ein.

Romantik einer Kleinstadt? Ja, es gibt sie offensichtlich doch noch. Man muß nur einen Sinn dafür haben und schon spürt man sie.

Wolfhagen, die historische Fachwerkstadt lädt Sie ein.

Quelle: www.wolfhagen.de (Touristinfo)

Geschichte

Aus der Stadtgeschichte

Alte Stadtansicht - Wolfhagen De Merian Hassiae

"Wolfhagen – ein Wolf, der bei den Rodungsarbeiten, die die Gründung der Stadt zu Beginn des 13. Jahrhunderts vorbereiten sollten, aus dem Hagen sprang, wie man damals einen mit Bäumen bestandenen Bergrücken nannte, so klingt heute noch im Namen der Stadt die alte Sage der Stadtgründung nach. Die Stadtgründung hatte Ludwig IV. veranlasst, Landgraf von Thüringen und Gemahl der Heiligen Elisabeth, um seine Thüringer Landgrafschaft im Westen vor allem gegen die Erzbistümer Mainz und Köln abzusichern. Für die Anlage der Stadt und ihrer landgräflichen Burg wählte er gerade den Muschelkalkrücken aus, der vom südöstlich der Stadt gelegenen Gotzenberg bis weit in die damals noch vorhandenen Sümpfe im Bereich der heutigen Teich- und Bruchwiesen hineinreichte. Durch diese Spornlage der Stadt war ein natürlicher Verteidigungsschutz gegeben. Die Geländeform des Bergrückens bestimmte auch die Linienführung der mittelalterlichen Straßen, die nach dem landgräflichen Plan jeweils paarweise (Mittelstraße/Burgstraße bzw. Schützeberger Straße/Triangelstraße) auf die Burg ausgerichtet wurden. Hier befand sich auch das Bürgertor, durch das die Bürger der unterhalb der Burg und außerhalb der Stadtmauer gelegenen Vorstadt in die Stadt gelangen konnten. Zum städtischen Mauerring gehörten insgesamt vier befestigte Stadttore und elf Türme, von denen heute noch der Chattenturm an der Nordostecke erhalten ist."

(zitiert aus dem Vorwort von Hermann Neumeyer zum Bildband „Wolfhagen in alten Ansichten“, Sutton-Verlag, Erfurt)

Stadtansicht - Wolfhagen
Foto: Günther Pöpperl

Nach einer Darstellung des Heimat- und Geschichtsvereins war die 1231 von Konrad von Thüringen gegründete Stadt anfangs mit Wall, Graben und Palisaden umgeben. Schon bald aber wurde diese Befestigung durch eine einen Meter dicke und 4 bis 6 m hohe Steinmauer mit Laufgang ersetzt, die 1302 vollendet war, so daß eine vollständige Befestigungsanlage die Stadt umschloss. Zur Stadtbefestigung gehörten elf Türme. Die ehemalige Burg fiel bereits Ende des 16. Jahrhunderts wüst und wurde Anfang des 17. Jahrhunderts abgerissen.

Im Jahre 1264 erhielt Wolfhagen Stadtrechte. Aus dem 13. Jahrhundert stammt auch die dreischiffige gotische Stadtkirche ("St. Anna- Kirche").

Mit dem Bau der Kirche wurde bereits um das Jahr 1225 begonnen, wobei zunächst ein Chor errichtet wurde, der im frühen 15. Jahrhundert durch einen gotischen Chorraum ersetzt worden ist. Bei Renovierungsarbeiten in der Wolfhager Stadtkirche im Jahre 2010 wurden im Chorraum der Kirche Teile eines romanischen Fundaments aus dem 13. Jahrhundert entdeckt. Beim Abtragen der Fußbodenplatten stießen Mitarbeiter der Baufirma auf Fundamentsteine aus der Zeit um 1230.

Der Kirchplatz in Wolfhagen beim Elisabethfest 2007

Im Jahre 1235 wurde die Kirche mit der Altarweihe ihrer Bestimmung übergeben. Als „Filiale“ der bereits 752 erbauten Petrikirche auf dem Schützeberg übernahm die Stadtkirche schon bald eine Mittelpunktfunktion für die Region. Der wieder entdeckte romanische Chorraum wurde im Jahre 1235 vollendet und mit dem Altar am Pfingstfest vom Paderborner Bischof Bernhard geweiht.

Heute hat die Kirche die Gestalt einer dreischiffigen, gotischen Hallenkirche. Kirchenbesucher betreten die Kirche durch das gotische Westportal im Turm, dessen unteres Gewölbe um das Jahr 1303 erbaut worden sein soll und der wahrscheinlich in der ersten Hälfte des 14. Jahrhunderts fertiggestellt wurde.

Ebenfalls aus dem 14. Jahrhundert stammt die Hospitalkapelle (auch: Kapelle zum Heiligen Leichnam), die als Wallfahrtskirche außerhalb der Stadt geplant war. Der Bau wurde bereits nach Fertigstellung des Chorraumes eingestellt und die Kapelle diente dem im 14. Jahrhundert in unmittelbarer Nähe errichtete Hospital als Gotteshaus. Im Zuge der Reformation wurden hier keine Gottesdienste mehr gehalten und das Bauwerk dient heute als Friedhofskapelle.

Alte Stiche von Dilich (1591) und von Meißner (1608) zeigen das Gebiet rund um Wolfhagen mit dem mächtigen Massiv des Isthaberges, der Weidelsburg und der sich von Ost nach West erstreckenden Stadt mit hoher Stadtmauer, den 11 Türmen und der frühgotischen St. Annen-Kiche.

Starke Zerstörungen der Stadt waren im Dreißigjährigen Krieg zu verzeichnen. Zum Ende des Kriegs waren die vier Torhäuser an den Stadttoren zerstört, die Stadtmauer an vielen Stellen eingerissen, die Stadtkirche beschädigt und es standen nur noch 69 Häuser.

Erst nach dem Krieg errichteten die Bürger der Stadt das historische Rathaus als dreigeschossigen Fachwerkbau in den Jahren 1657 – 1659, als dritten Rathausbau auf historischem Fundament. Erst nach dem Krieg entstanden auch zahlreiche diemelsächsische Fachwerkhäuser, die noch heute das Stadtbild mit breiten und hohen Giebelfronten zur Strasse hin prägen.

Der Siebenjährige Krieg im 18. Jahrhundert führte zu weiteren Bevölkerungsverlusten, so dass etwa die damalige Fläche der heutigen Gemarkungen Philippinendorf, – thal und –burg fast nur noch brach lag. Solche Brachflächen ließ Landgraf Friedrich II. erfassen, um sie neu zu besiedeln.

Karte koenigreich westphalen.png

Die neuen Siedler wurden begünstigt durch eine mehrjährige Befreiung von Steuern und Kriegsdienst und wurden außerdem mit Startkapital zum Hausbau und für die Anschaffung von Vieh ausgestattet. Allerdings mussten die Siedler Kenntnisse in der Landwirtschaft vorweisen und einen guten Leumund nachweisen. So entstanden in der Nachbarschaft von Wolfhagen die drei „Philippinen-Kolonien“, benannt nach der zweiten Frau des Landgrafen, Philippine von Brandenburg-Schwedt.

Zu Beginn des 19. Jahrhunderts gehörte Wolfhagen unter französischer Herrschaft zum Königreich Westfalen, das mit König Jérôme, dem jüngsten Bruder von Napoléon Bonaparte, an der Spitze errichtet wurde. Nach dem Frieden von Tilsit im Jahre (1807) entstand aus dem ehemaligen Herzogtum Braunschweig, Kurhessen und vormals hannoverschen und preußischen Gebietsteilen das Königreich Westphalen mit der Hauptstadt Kassel.

Nach der Völkerschlacht bei Leipzig löste sich das Königreich Westfalen auf. Durch den Wiener Kongress 1814/ 1815 wurden die alten Regierungsstrukturen weitestgehend wiederhergestellt und Veränderungen aus der Zeit des Königreichs Westphalen abgeschafft, die unter anderem in der Einführung der Gewerbefreiheit und des Code Civil zum Ausdruck gekommen waren.

Wolfhagen war dann bis 1821 landgräflich, später kurfürstlich-hessische Amtsstadt. Am 21. August 1821 entstand durch kurfürstliches Organisationsedikt aus dem Amt Naumburg, dem Amt Volkmarsen, dem Amt Wolfhagen, der Vogtei Hasungen des Amtes Wilhelmshöhe und Teilen des Amtes Zierenberg der ehemalige Kreis Wolfhagen mit der Kreisstadt Wolfhagen.

Mit der Annexion Kurhessens durch Preußen 1866 wurde auch der ehemalige Kreis Wolfhagen preußisch und im Jahre 1867 Teil des neugeschaffenen Regierungsbezirks Kassel der preußischen Provinz Hessen-Nassau.

Wolfhagen - Altstadt

Ab dem Jahr 1897 führte eine Eisenbahnstrecke aus Richtung Volkmarsen nach Wolfhagen und weiter in Richtung Kassel.

Beim Novemberprogrom 1938 wurde in Wolfhagen in der Nacht zum 11. November 1938 der jüdische Friedhof zerstört, Grabsteine umgestoßen und demoliert. Die Synagoge wurde niedergebrannt, das Schulhaus verwüstet. Ein Wohnhaus, in dem eine jüdische Familie lebte, wurde in Brand gesetzt. Zahlreiche Juden hatten Wolfhagen noch rechtzeitig verlassen können, einige aber wurden ermordet. Heute ist der Jüdische Friedhof eine stille Gedenkstätte. Im ersten Jahr nach dem Krieg wurden 17 Grabsteine, die noch zu retten waren, wieder aufgestellt. Aus den Trümmern wurden eine Mauer und ein Gedenkstein errichtet. [1]

Nach dem Zweiten Weltkrieg war Wolfhagen in den Jahren 1945 bis 1972 erneut Kreisstadt des ehemaligen Kreises Wolfhagen (mit ehemaligen PKW-Kennzeichen: WOH) und im Jahre 1992 auch Hessentagsstadt.

Am 1. August 1972 entstand im Zuge der hessischen Gebietsreform aus den ehemaligen Kreisen Wolfhagen, Hofgeismar und Kassel der heutige Landkreis Kassel.

Mit einem Appell auf dem historischen Marktplatz in Wolfhagen verabschiedeten sich die Soldaten des Panzerbataillons 64 im November 2007 von der Garnisonsstadt Wolfhagen und verließen zum 30. Juni 2008 die Pommernkaserne.

Der Schützeberg

Der Schützeberg zwischen Wolfhagen und Nothfelden ist ein zentraler Ort des Eco-Pfads Kulturgeschichte Wolfhagen.

Ein Text auf einer Tafel auf dem Schützeberg erinnert an dessen historische Bedeutung:
“Hier oben auf dem Schützeberg nahm im 8. Jahrhundert das Christentum im Wolfhager Land seinen Anfang. Sehr wahrscheinlich weihte hier im Jahr 752 Bonifatius persönlich auf seinem Missionszug zu den Friesen die erste Kirche auf dem Schützeberg, die er als Eigenkirche in Besitz nahm, und taufte hier auch die ersten Menschen des späteren Wolfhager Landes.

Über seinen Nachfolger Lullus gelangte die Kirche als Schenkung an Karl den Großen, der sie 782 an das Petersstift in Fritzlar weitergab. Innerhalb des Archidiakonats Fritzlar war die Pfarrkirche St. Petri auf dem Schützeberg spätestens 1131 auch Sitz eines Erzpriesters. Ihm waren 13 Tochterkirchen ringsum den Schützeberg unterstellt. So war der Schützeberg, an dessen Hang sich bis zur Gründung der Stadt Wolfhagen im Jahr 1231 auch das Dorf Schützeberg befand, lange Zeit der religiöse Mittelpunkt des Wolfhager Landes. ...

In den Reformationsjahren 1526/27 wurde die Kirche aufgegeben und der Sitz der Pfarrei Schützeberg nach Altenhasungen verlegt. ... Danach aber verfiel die Kirche und ihre Reste wurden gewaltsam abgebrochen. ...“

Eco-Pfad Kulturgeschichte

Brücke zum Wasserschloss Elmarshausen

Der Eco-Pfad Kulturgeschichte Wolfhagen führt in die Umgebung der Stadt Wolfhagen.

Stationen sind der ehemalige Standort des rituellen Tauchbads der jüdischen Gemeinde, die Spuren eines mittelalterlichen Dorfs (erstmals 1015 erwähnt), das Wasserschloss Elmarshausen, der Schützeberg (ehemals der Standort der ältesten Kirche im Wolfhager Land), die Schützeberger Mühle, die "Kolonien" sowie die Vertriebenengedenkstätte am Ofenberg.

Der Landkreis Kassel und die Stadt Wolfhagen unterstützen das Projekt finanziell und durch die Vorbereitung und Bereitstellung der erforderlichen Flächen und Wege.

Die Ausgestaltung vor Ort liegt in den Händen des Heimat- und Geschichtsvereins Wolfhagen.

siehe dazu auch:

Ehemalige jüdische Gemeinde

An der ehemaligen Mikwe der Jüdischen Gemeinde in Wolfhagen

Bis 1938/ 39 bestand in Wolfhagen eine jüdische Gemeinde, deren Geschichte vermutlich bis zum Mittelalter zurückgeht. Eine neuzeitliche Gemeinde entstand im 17. Jahrhundert, der im 19. Jahrhundert bis zu 258 Personen (im Jahre 1861) angehörten. Etwa 40 Wohnhäuser waren in dieser Zeit in jüdischem Besitz, die alle im Zentrum der Stadt lagen.

An Einrichtungen bestanden eine Synagoge, eine jüdische Schule (Elementarschule/ öffentliche israelitische Volksschule bis 1933), ein rituelles Bad (unter dem Schulhaus) und ein jüdischer Friedhof in der Wilhelmstraße.

In der Mittelstraße unweit vom Marktplatz und von der Stadtkirche entfernt, stand die Synagoge, die 1938 zerstört und in Brand gesetzt wurde. Die Tora-Rolle, die fünf Bücher Moses und die Psalmen wurden geschändet und durch die Gassen in die Landgrafenstraße geschleift.

51 Menschen wurden wegen ihres jüdischen Glaubens zu Unrecht verfolgt, vertrieben, deportiert und getötet.

In der Nacht zum 11. November wurde auch der jüdische Friedhof zerstört, Grabsteine umgestoßen und demoliert. Heute ist der Jüdische Friedhof eine stille Gedenkstätte. Im ersten Jahr nach dem Krieg wurden 17 Grabsteine, die noch zu retten waren, wieder aufgestellt. Aus den Trümmern wurden eine Mauer und ein Gedenkstein errichtet.

Regionalmuseum Wolfhager Land

Tilemann von Elhen - Denkmal vor dem Regionalmuseum Wolfhagen

Das Regionalmuseum in Wolfhagen konnte ab dem Jahre 1981 sein neues Domizil im Renthof am Uslarplatz beziehen.

Zeugnisse der Regionalgeschichte werden heute in den Sammlungen „Alter Renthof“ (Vor- und Frühgeschichte, Burg und Stadt im Mittelalter, Der Bürger in der Gesellschaft, Kirche im Mittelalter, Handwerk und Zünfte, Handwerksstätten, Im Ackerbürgerhaus) und „Zehntscheune“ (Haus und Fachwerkarchitektur, Geologie und Geomorphologie, Alltagskultur und Bilderwelt, Stadtmodell und Ludowingerbuch) sowie der Hans Staden – Abteilung gezeigt.

Die Zehnstscheune ist ein Sandsteinbau aus dem 18. Jahrhundert und beherbergt unter anderem ein Stadtmodell von Wolfhagen im Maßstab 1:500 aus der Zeit um 1550.

In der Außenstelle des Museums im Dorfgemeinschaftshaus von Burghasungen wird an das einst wichtige Benediktinerkloster Hasungen in anschaulicher Weise erinnert.

Anlaß zur Gründung des Stifts Hasungen und des späteren Klosters war das Grab des heiligen Heimerad, der hier wirkte. Nach seinem Tod entwickelte sich im Mittelalter ein bekannter Wallfahrtsort. Hier ließ Erzbischof Siegfried I. von Mainz neben dem Grab ein Kanonikerstift gründen und eine Kirche erbauen, die im Jahre 1074 eingeweiht wurde.

siehe dazu auch:

Wanderausstellung 2007: Elisabeth von Thüringen

Der 800. Geburtstag der heiligen Elisabeth von Thüringen wurde im Jahre 2007 auch in Wolfhagen gefeiert verbunden mit der Wanderausstellung "Krone, Brot und Rosen".

Die Gründung von Wolfhagen erfolgte bereits zur Zeit von Landgraf Ludwig IV. von Thüringen, mit dem Elisabeth verheiratet war. Während der Regentschaft seines jüngeren Bruders Konrad im Jahre 1231 wurde Wolfhagen dann erstmals als landgräfliche kleinere Stadt erwähnt.

Zur Stadtgeschichte

Kirchen

Stadtkirche Wolfhagen
(Foto: Günther Pöpperl)

Kunst und Kultur

Literatur

  • Dr. Paul Görlich, Wolfhagen – Geschichte einer nordhessischen Stadt, Wolfhagen 1980
  • Wolfgang Halfar, Landgraf Konrad schenkt dem Kloster Hasungen einen Bauplatz in Wolfhagen, in: Jahrbuch für den Landkreis Kassel 2008, S. 148 ff.
  • Karl Hassenpflug, Kloster Hasungen, in: Heimatjahrbuch für das Wolfhager Land 1, 1958
  • Volker Knöppel, Der Hasunger Berg – Überlegungen zur Christianisierung des Wolfhager Landes, in: Jahrbuch für den Landkreis Kassel 2002, S. 107 ff.
  • Bernd Klinkhardt, Die Gründung der nordhessischen Stadt Wolfhagen und ihre urkundliche Ersterwähnung am 13. August 1231, in: Jahrbuch für den Landkreis Kassel 2008, S. 135 ff.
  • Karl Lynker, Geschichte der Stadt Wolfhagen nach urkundlichen und gedruckten Quellen, 1855 (pdf)
  • Karl Lyncker, Die Wüstung Schützeberg bei Wolfhagen, in: Zeitschrift des Vereins für Hessische Geschichte und Landeskunde von 1853
  • Hermann Neumeyer, Beiträge zur Stadtgeschichte Wolfhagen
  • Gustav Siegel, Geschichte der Stadt Wolfhagen in Hessen, Wolfhagen 1929
  • Dr. Klaus Sippel, Der Schützeberg bei Wolfhagen, in: Jahrbuch des Landkreises Kassel 2001, S. 115 ff.
  • Wilhelm Winter, Lageplan des Friedhofs auf dem Schützeberg, Wolfhagen 1985

Medien

HNA-Geschäftsstelle in Wolfhagen
  • HNA - Ausgabe Wolfhagen

Medizinische Versorgung

Dr. med. Christian Gröll

Dr. med. Christian Gröll gehört zum Ärzte-Team der Orthopädische Praxisklinik Baunatal.

Museen

ÖPNV

Wolfhagen liegt an der Bahnstrecke Volkmarsen–Vellmar-Obervellmar, heute ein Teil des Netzes der nordhessischen RegioTram im NVV, die seit dem 10. Dezember 2006 zwischen Wolfhagen und Kassel verkehrt.

Persönlichkeiten

Epitaph der Agnes von Bürgeln in der Stadtkirche Wolfhagen

Politik

Bürgermeister und Stadtverordnetenversammlung

Bürgermeister

Bürgermeister von Wolfhagen ist Reinhard Schaake.

Ergebnisse der Kommunalwahlen 2011 und 2006: % (2011) Sitze (2011) % (2006) Sitze (2006)
CDU CDU Wolfhagen 30,2 9 41,8 13
SPD SPD Wolfhagen 41,0 13 49,3 15
WOH-Liste Wolfhager-Liste 2,4 1 5,6 2
Grüne Bündnis 90/Die Grünen - OV Wolfhagen 14,2 4 3,4 1
BWB Bündnis Wolfhager Bürger 12,2 4 - -

Stadtverordnetenversammlung

Die Stadtverordnetenversammlung ist das höchste Organ der Stadt Wolfhagen.

Sie trifft alle wichtigen Entscheidungen und erlässt die Satzungen ("Gesetze") der Stadt.

Zur Vorbereitung dieser Entscheidungen bildet die Stadtverordnetenversammlung verschiedene Ausschüsse, in denen einzelne Themen vorbereitet werden, um sie dann in der Stadtverordnetenversammlung zur Abstimmung vorlegen zu können.

Politische Parteien


Schulen

Sehenswürdigkeiten

Sehenswürdigkeiten am Ort

Elmarshausen

siehe dazu:

Sehenswürdigkeiten in der Umgebung

siehe auch

Zehntscheune

Stadtwappen

Stadtwappen am Chattenturm: Ein Wolf springt durch den "Hagen" (= Wald) - so stellt das Stadtwappen die Gründungsgeschichte der Stadt dar.

Städtepartnerschaften

Wolfhagen - Altstadt
(Foto: Günther Pöpperl)
  • Tergnier (Frankreich, seit 1981)
  • Ohrdruf (Thüringen, seit 1990)
  • Meldola (Italien seit 2008)
  • Heldrungen (Thüringen): seit Beginn der 1960-er Jahre besteht eine Partnerschaft der Evangelischen Kirchengemeinde Wolfhagen mit der Evangelischen Kirchengemeinde Heldrungen.

Tradition und Veranstaltungen

Vereine

Freiwillige Feuerwehr Wolfhagen

Verwaltungsgebäude des Landkreises Kassel in Wolfhagen

Weitere Vereine

Ausstellung der Schlepperfreunde Wolfhagen
Marke: Normag-Zorge - Typ: NG 16 - Ps: 15 - Baujahr 1952 - Besitzer Arne Heinemann
(Foto: Günther Pöpperl)

Verkehrsanbindung

Bahn

Der Bahnhof Wolfhagen wurde am 1. September 1897 als Personen- und Güterbahnhof eröffnet. Von hier verkehren:

Strasse

Wandern und Radwandern

Eco-Pfad - Streckenverlauf

Radwandern

Wandern

Wussten Sie schon ...

... dass 1632 landgräfliche Soldaten, die die bei Volkmarsen lagernden Kaiserlichen Truppen verjagen sollten, in Wolfhagen hängen blieben, da plünderten und zündelten?

Herbert Jacob Geschichtsverein, Wolfhagen

Weblinks und Quellen

Quellen

  1. HNA-online vom 25.9.2013: Jüdische Friedhöfe im Wolfhager Land

Weblinks



Stadtteile der Stadt Wolfhagen

Altenhasungen | Bründersen | Gasterfeld | Ippinghausen | Istha | Leckringhausen | Niederelsungen | Nothfelden | Philippinenburg | Philippinenthal | Viesebeck | Wenigenhasungen | Wolfhagen


Städte und Gemeinden im Landkreis Kassel
WappenLkKassel.jpg

Ahnatal | Bad Emstal | Bad Karlshafen | Baunatal | Breuna | Calden | Espenau | Fuldabrück | Fuldatal | Grebenstein | Habichtswald | Helsa | Hofgeismar | Immenhausen | Kaufungen | Liebenau | Lohfelden | Naumburg | Nieste | Niestetal | Oberweser | Reinhardshagen | Schauenburg | Söhrewald | Trendelburg | Vellmar | Wahlsburg | Wolfhagen | Zierenberg