Wolfgang Schönfeld

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Wolfgang Schönfeld lebte in Kassel, bis er 1943 wegen "Rassenschande" ins Gefängnis kam.

Versteckt, inhaftiert, erschossen

Wolfgang Schönfeld im KZ Ausschwitz-Monowitz 1943
Kassel. Weil er sich mit einer christlichen Frau verlobt hatte, wurde Wolfgang Schönfeld von der Gestapo wegen „Rassenschande“ verhaftet, inhaftiert und später auch ermordet. Wolfgang kam am 30. April 1917 in Kassel als drittes Kind von Schuhgroßhändler Hugo und Friederike Marie Schönfeld zur Welt. Hugo Schönfeld war Jude, seine Frau stammte aus einer christlichen Familie. Wolfgang wurde evangelisch getauft. Er verbrachte seine Schulzeit auf dem Kasseler Realgymnasium.
Hugo Schönfeld (links) mit seinem Sohn Wolfgang Schönfeld.

Wolfgang Schönfeld ging nach einer Ausbildung zum technischen Kaufmann im Herbst 1938 freiwillig zur Wehrmacht. Er war als Soldat zunächst in Polen und dann in Frankreich. Ende 1940 wurde er als „jüdischer Mischling“ aus der Wehrmacht ausgeschlossen.

Am 17. Februar 1943 kam Schönfeld in Erfurt wegen „Rassenschande“ ins Gefängnis, zwei Monate später wurde er nach Auschwitz deportiert. Er kam in das Lager Auschwitz III, das den Buna-Werken in Monowitz angegliedert war, wo er als Hilfsarbeiter und Schweißer arbeiten musste. 16 Monate nach seiner Deportation gelang es Schönfeld zu fliehen und nach Kassel zurückzukehren. Dort versteckte er sich im Schrebergartenhäuschen der Eltern. In den folgenden Monaten traf er sich öfters mit seiner Verlobten aus Erfurt, die dazu stets nach Kassel reiste. Am 25. Dezember 1944 wollte Wolfgang Schönfeld sie am Hauptbahnhof abholen. Diese Unvorsichtigkeit wurde ihm zum Verhängnis. Als er die Bahnhofshalle betrat, wurde er von der Polizei, die eine Razzia gegen Schwarzhändler machte, festgenommen.

Schönfeld versuchte zu fliehen, dabei wurde er auf dem Bahnhofsvorplatz von einem Polizisten durch einen Streifschuss verletzt und ins Zuchthaus Wehlheiden gebracht. Am 30. März 1945 wurde Wolfgang Schönfeld mit elf weiteren Gefangenen auf Befehl des damaligen Gestapostellenleiters Franz Marmon auf dem Wehlheider Friedhof erschossen. Auf Bestreben seines Vaters wurde Wolfgang später auf dem Friedhof Wahlershausen, nahe dem elterlichen Haus, bestattet.

Stolpersteine zum Gedenken der Opfer

Der Künstler Gunter Demnig verlegte am 3. November 2013 Stolpersteine. An der Wilhelmshöher Allee 320 für Wolfgang Schönfeld.

siehe auch