Wolfgang Loewe

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Wolfgang Loewe ist Künstler. 1953 geboren, handwerklich ausgebildet mit anschließender Meisterprüfung, lebt und arbeitet in Lohfelden / Kassel und auf der Insel lbiza.

Leben und Wirken

Als zweiter Sohn des Werbekaufmanns Emil Loewe und seiner Frau, der Schneiderin Maria Loewe, wurde Wolfgang Loewe 1953 in Osnabrück geboren.

Aufgrund seiner schon früh erkennbaren zeichnerischen Qualitäten, begann er eine Lehre als Werbetechniker in Berlin Friedenau. Neben seiner Ausbildung hatte Loewe Zeit und Muße für eine Ausstellung 1971 in der Berliner Sperlingsgasse, mit clownesken Figuren. Bei Abschluss der Ausbildung wurde er Landessieger von Berlin und dritter Bundessieger der Handwerksjugend.

Loewe bestand die Aufnahmeprüfung an der Hochschule der Künste in Berlin, zum Studium Schauwerbedesign und Graphik, besuchte dann aber, nach kurzer Gesellenzeit, die Meisterschule für Werbetechnik im Badischen Lahr. Hier lernte er 1974 seine spätere Ehefrau Angelika kennen. Nach der Zeit in Lahr zog es Loewe 1975 wieder nach Berlin zum Studium an der Hochschule der Künste. Eine Ausstellung in Kassel, in der Pestalozzistraße, wurde von Berlin aus vorbereitet und erfolgreich durchgeführt. Schwerpunkt der Ausstellung waren Spurensicherungen, als Zeichnung, Abdruck und Objekt Fall und Roll einer Underberg Flasche.

Wirtschaftliche Rahmenbedingungen im elterlichen Betrieb zwangen Loewe zum Abbruch des Studiums und zur Rückkehr nach Osnabrück. Die Ölkrise traf die Firma und die Familie hart. Der Vater verließ Deutschland und übersiedelte nach Ibiza, die Mutter arbeitete selbständig in ihrem Beruf als Schneiderin. Es folgten die Heirat von Angelika und Wolfgang Loewe und der Umzug nach Kassel. Aus den Erfahrungen der Krise begann hier eine kreative, künstlerische Schaffensphase. Es entstanden die Stadtkästen – architektonische Ausschnitte als dreidimensionale Objekte, collagiert mit Neon-Reklamen und Schriften. In Verbindung mit graphischen Architekturzeichnungen stellte Loewe zweimal beim Vaduzer Kunstsalon in Liechtenstein aus. 1975 folgte eine umfangreiche Ausstellung im Rathaus Vellmar im Rahmen der erhaltenen Stadtrechte. 1979 fand auf Ibiza eine Ausstellung mit ähnlichen Bildern statt. 1980 - Loewes Sprung in die Selbständigkeit mit seiner Frau Angelika in dem Bereich Werbung und Grafik.

1981 wird die einzige Tochter, Anja, geboren. In der ganzen Zeit war und ist der Rapidograph (Tuschezeichner) Loewes treuer Begleiter. Detailverliebte Graphiken der „Phantastischen Erzählungen“, „Traumbilder“ und immer wieder Häuserfluchten und Perspektiven bleiben über Jahre sein Hauptmotiv. Die "Kasseler Kulissen", eine Reihe von architektonischen Verfremdungen von Kasseler Stadtansichten entstanden – der ICE- Bahnhof mit Diosaurier, das Friedericianum mit Documenta Schwan, der Königsplatz mit Schiffsanleger oder der Kreisel mit Triumphbogen. 1994 folgte eine Ausstellung der großformatigen Serigraphien im Vestibül des Rathauses Kassel. Inspiriert durch mentale Erlebnisse entstanden 1997 die Figuren TOL und SNOKS, reduzierte graphische Symbole und Figuren mit erzählerischem Habitus und intensiver Farbgebung. Die Serie der "Neuen Werte" zeigte Übermalungen mit dem Tol auf Bildern der klassischen Moderne von Hopper bis Rembrandt. Mehrere Ausstellungen folgten in Kasseler Geschäftsräumen der Eurohypo und Advance Bank, sowie im Rahmen der Kulturfitüre im Rathaus Lohfelden. Geschäftlich wurde die Grafik um den Bereich der "Living Walls" (Innenraumgestaltung) erweitert. Bis heute entstanden über 500 Projekte mit künstlerischen und konzeptionellen Ausführungen im In- und Ausland - unter anderem in Japan, Spanien, Italien.

1996 ließ sich Wolfgang Loewe zum Feng Shui Berater ausbilden. Während der Documenta 11 im Jahr 2002, zeichnete Loewe eine Serie von Aquarellen der Ausstellungsstandorte in Kassel. Diese Skizzen erschienen als Postkarten und Plakate. Im Winter 2004 reiste Loewe nach Ibiza und realisierte die romantische, malerische Serie des "Wintertraumes". Großformatige Leinwandbilder mit Figurengruppen, neu komponiert, im Traum versunken. Eine Gruppenausstellung im Diario 2005 zeigte einen Teil dieser Arbeiten.

2006 führte der Weg wieder nach Berlin zu Ben Wagin (Weggefährte von Joseph Beuys und bekannt als der „Ginkgopapst“) mit dem Projekt der Sonnenboten (Gruppenausstellung in den Räumen der Hochschule der bildenden Künste Berlin, am Steinplatz).

2007 entstand als malerische Herausforderung das Großgemälde „Herkules“. Das Wahrzeichen von Kassel, altmeisterlich gemalt, in Originalgröße der Statue (900 x 375 cm) aufgeteilt auf neun Leinwände. Dieses Werk wurde 2007 im City Point am Königsplatz Kassel der Öffentlichkeit unter dem Titel „Der Herkules besucht Kassel“ vorgestellt. Auf der Suche nach Ruhe entstand 2007 der Zyklus „Drei Farben, schwarz und Gold“. Große Formate mit klaren Strukturen und reduzierter Farbgebung. Die Ausstellung in den Räumen der Druckerei Boxan 2009 wurde zu einer Kombination von Kunst und Arbeitswelt.

Politisch –gesellschaftliche Fragen führten Loewe zu stets neuen künstlerischen Projekten. Die Reihe der „Instability“, Objekte aus Beton und feinsinnige Strukturen in Bildform, betrachten die Werte der Welt. Während der documenta 13 kommentierte Lori Waxmann diese Werke (Lori Waxman: 60 wrd/min art critic). Ebenfalls in dieser Zeit entstand auch eine Fotoserie „Bilder vom Krieg“ in kleiner Auflage in Buchform. Die Beschäftigung mit der Stadt Kassel, die vielen Aus-und Einblicke, lassen über die Jahre einen Fundus an Zeichnungen entstehen. 2013 zeigte Plansecur im Rahmen der 1100 Jahr Feier Kassel eine großangelegte Retrospektive. Neben dem Kasseler Werk an Zeichnungen entstanden Skizzenbücher von New York, Schweden, Kapstadt, Island, Ibiza und Ägypten. Hier war und ist seine „Paint Box“ mit Stift und Kreiden sein ständiger Begleiter. 2014, mit neuen Partnern, wurde die Idee des „Herkules besucht Kassel“ wieder belebt und als „Der Herkules besucht die Welt“ in Szene gesetzt. In vielen Stationen wie Baunatal, Hofgeismar und Quedlinburg fand das Großgemälde reichlich Beachtung.

Ab 2014 begannen Jahre mit unterschiedlichen, künstlerischen Objekten und Bildern. Zum einen weiterführend, im Gedanken der Heimat, beschäftigte sich Loewe mit dem Symbol der Deutschlandfahne und mit den aktuellen politischen Verhältnissen und Verhaltensformen. Auf den schwarz-rot-gold reduzierten Bildern erhielten Statussymbole, Emanzipation, Respekt, Fußball und Heimatfest eine neue Ebene. Dynamische Linienführung und echtes Blattgold schaffen einen neuen, für Loewe ungewöhnlichen Bildausdruck. Ausstellungen in Kaufungen, Lohfelden und Quedlinburg mit dem Titel „Friede, Freude, Heimatduft“ runden die Serie ab.

Zum anderen entstanden 2014 während einer Kunstreise nach Ibiza die „Synaptischen Blätter“. Hier wurden die neuen Strichführungen übernommen, ebenso wie reines Blattgold. Inspiriert durch Ehefrau Angelikas „Automatisches Schreiben“ entstanden nur auf Gefühl und Erfahrung ausgelegte, Bildinhalte. Diese Schaffensphase der meditativen Bewegungen, der ungewohnte Einsatz von klassischer Ölfarbe und der großzügige Umgang mit echtem Blattgold stellt einen Höhepunkt seines bisherigen Werkes dar.

Werke

1994 Kasseler Kulissen - Serigraphien Kassler Stadtansichten und übergeordneter Formen

1997 Neue Werte - Übermalungen klassischer Gemälde mit der Figur des TOL

2001 Trethenner - An der Schlagd in Wanfried, dem ehemaligen Endhafen der Werraschifffahrt, entsteht im Auftrag der Elektrizitätswerke Wanfried das Kunstobjekt der „Trethenner, der Werraradler“.

2002 Unterwegs - Kasseler Zeichnungen während der Documenta 11

2006 Romantisches Hofgeismar -Zeichnerische Wegbeschreibung durch Hofgeismar in Form einer 20 seitigen Mappe

2007 Herkules besucht Kassel - Großgemälde „Herkules“, 900 x 375 cm altmeisterlich gemalt auf 9 Leinwände

2008 Romantisches Homberg - Zeichenmappe Stadtansichten während des Hessentages in Homberg

2008 Worte am Weg - Gruppenausstellung Berg im Drautal (Österreich) mit Skulpturen Stelen

2009 Ars Natura - Zum Kunstwanderweg von Ars Natura entsteht die Skulptur „Mut“, die Figur des Snok zwischen zwei Eichenbalken, grenzüberschreitend balancierend.

2012 Instability – die Werte der Welt in Bild und Objekt (Booklet)

2013 Sicher Kassel – Bildband zur Retrospektive in den Räumen von Plansecur, Kassel

2014 Friede, Freude, Heimatduft - Künstlerische Betrachtungen in 3 Farben und Gold (Booklet)

2014 Synaptische Blätter – Gedanken und Gefühle (Booklet)

Privatleben

Seit 1976 ist Wolfgang Loewe mit seiner Frau Angelika, geb. Fritz, verheiratet. Sie wurde 1950 in Kassel geboren und ist ebenfalls Künstlerin und Meister der Werbetechnik. 1981 kam die gemeinsame Tochter Anja zur Welt. Sie ist das einzige Kind des Paares. Sie absolvierte eine Ausbildung im elterlichen Betrieb, erwarb den Meistertitel in Stuttgart und ist staatlich geprüfte Werbegestalterin. 2016 erlangte Anja Loewe nach vierjähriger Ausbildung an der Yogauniversität Villeret den Titel der Dipl. Yoglehrerin SYV/EYU. Anja lebt im Züricher Oberland und arbeitet in Zürich.

siehe auch

Weblinks und Quellen