Wolfgang Billmann

Aus Regiowiki
Wechseln zu: Navigation, Suche

WolfgangBillmann.jpg

Wolfgang Billmann (Schlagzeug), 2003

Kurzbiographie

Geboren 1947 in Berlin [1], seit 1981 in Kassel.

  • Hauptberuflich: Kartograph, Stadt- und Regionalplaner, Bibliothekar
  • Semiprofessionell: Schlagzeuger, Steeldrum, Stimme, Playback
  • Auftritte: seit 1965 [2]
  • 'Mozart hat den blues' (Band) [3]
  • 'Bambulete' (Perkussionsgruppe) [4]
  • Avantgardejazz und Absurdrock
  • Schlagzeugtheorie, -entwicklung und -geschichte
  • Urbane Musik, Stadtkultur und -entwicklung [5].


Folgende Texte sind Stand 2017-18.

Einfluesse

'Ganz privat', d. h. ueber seine 'amtlichen' bzw. oben genannten Aktivitaeten hinaus, ist Wolfgang Billmann, ausser schon quasi ewig Fan des Jazzpianisten Thelonious Monk [6] [7] zu sein, seit vielen Jahren rockiger Alter-Bridge-Fan [8] [9] sowie aktuell 'ausgewiesener' Fan von Blackberry Smoke [10] [11] [12] [13] und von Mato Nanji (g, voc) & Indigenous [14]. Irgendwie horcht er auch immer wieder bei der Black Label Society [15] auf, seit der er begriff, dass Gitarrensolos theoretisch genauso funktionieren wie Schlagzeugsolos.

Heutiger - 'zeitgenoessischer' - Jazz (oder vielleicht: 'Jazz-HipHop') und vor allem die unglaubliche Wiederbelebung von Live-Musik ist fuer Wolfgang Billmann eng verbunden mit Chris Dave (d) [16] [17] [18].

Computergenerierte & handgemachte Musik

Besonders hinter Blackberry Smoke und Mato Nanji stecken ein wenig 'back to the roots' und Ueberdruss an inzwischen oft ausschliesslich computergenerierter Musik. Deren bedient sich Wolfgang Billmann zwar selbst (siehe 'computergeneriertes Mhdb-Realbook' [19]), aber stets in Zusammenhang mit selbst gespielter oder 'handgemachter' Musik, etwa so wie Theaterspielen unerlaesslich bleibt fuer beinah jede FilmschauspielerIn.

Trends

Auch 'Milky Chance' (in Kassel einstmals fast 'um die Ecke wohnend') [20] beeindrucken Wolfgang Billmann, weil deren millionenfache Klickzahl etwa bei YouTube von wirklich globalem Erfolg zeugt und sie damit sich wirklich in die relativ wenigen weltweit erfolgreichen deutschen MusikerInnen einreihen (wie Helene Fischer, Rammstein, Nena, Freddy Quinn, u. a.).

Beispiele

Solche Millionen-Klicks schafft man keinesfalls quasi 'gegen bezahltes Klickenlassen', was keineswegs unterstellt wird. Aber sie sind eine sichere Erfolgskontrolle. Millionen Klicks in ein bis zwei Monaten oder, unter die ersten Zehn der Billboard-Charts [21] aufzusteigen, weisen schon auf echte Hits hin.

Beispiele fuer millionenfache YouTube-Klicks/Aufrufe, d. h. mit laufender Zunahme um hunderte bis tausende Klicks je Minute (Stand: Mitte Oktober 2017), die wohl nicht nur Wolfgang Billmann faszinieren und seine Biographie beeinflussen, sind:

  • Nena (voc), " 99 Luftballons", Veroeffentlichung 1983. Mitte Oktober 2017 auf YouTube [22]: 25 706 400 Aufrufe (36 863 915 Aufrufe: 26.03.2018)
  • AC/DC, "Highway To Hell", Veroeffentlichung 1979. Mitte Oktober 2017 auf YouTube [23]: 253 344 861 Aufrufe (287 417 118 Aufrufe: 26.03.2018)
  • Imagine Dragons, "Thunder", Veroeffentlichung 2017. Mitte Oktober 2017 auf 'Billboard, Hot Rock Songs', Platz 2, und auf YouTube [24]: 218 705 297 Aufrufe (627 198 256 Aufrufe: 26.03.2018)
  • Mastodon, "Show Yourself", Veroeffentlichung 2017. Mitte Oktober 2017 auf YouTube [25]: 2 654 509 Aufrufe (3 475 990 Aufrufe: 26.03.2018)
  • Milky Chance, "Blossom", Veroeffentlichung 2017. Mitte Oktober 2017 auf YouTube [26]: 4 307 781 Aufrufe (5 231 217 Aufrufe: 26.03.2018)

'Hunderte-Millionen-Klicks'

Bei den Millionenklicks handelt es sich wohl nicht mehr um freies Anklicken irgendeines privat eingestellten Videos bis auf einige hunderttausende oder vielleicht gerade mal eine Million Klicks, etwa einer lokalen oder regionalen Band. Vielmehr ist anzunehmen, dass Musikkonsum von Internetvideos (Musik-Streaming) auf vor allem global beherrschenden Internetportalen die Hunderte-Millionen-Klicks verursachen, und zwar mit 'zwischengeschalteten' ausgekluegelten Marktstrategien weiterhin global beherrschender Musikunternehmen, aber auch neuer 'Internetriesen'. Die erreichen in Rekordzeit von um zwei bis drei Monaten nach Veroeffentlichung neuartige Klickrekorde:

  • derzeit (Ende Maerz 2018) an der Spitze zweihundert und mehr Millionen Klicks,
  • 'auf dem zweiten Platz' um fuenfzig und
  • 'dritten Platz' um 5-10 Millionen Klicks.

Wegbrechen von Auftritts- und damit traditionellen Erwerbsmoeglichkeiten von Bands

War es bis etwa 2005 schon schwer fuer eine Band, 'in Vertrieb & Rotation' der global beherrschenden Musikunternehmen zu kommen, so schien die Lage von Bands nunmehr hoffnungslos: Ab etwa 2005 dominierten 'YouTube & Co' mit zu jeder Musikart mehr oder minder legalen oder illegalen und oft unerklaerlich kostenlosen Videos die Musikindustrie und damit immerhin eine der globalen Schluesselindustrien [27] [28] [29]. Eine 'Alles-umsonst-Mentalitaet' entstand und Urheberrecht schien wie ausser Kraft gesetzt. Der CD-Markt brach zusammen [30] [31]; manch renommierte Band 'starb'. Die Arbeitskraft von MusikerInnen erfuhr immense Abwertung [32] [33] [34]. Bis auf die menschlichen Gesangsstimmen konnte inzwischen fast jeder zudem kostenguenstig auf einem Computer Musik besser imitieren, als sie eine Band live und 'handgemacht' je noch spielen konnte. Sowieso schon wenige Auftrittsmoeglichkeiten brachen geradezu weg und somit in der Regel jede Erwerbsmoeglichkeit fuer eine Band [35].

Bands als gestiegene Freizeitaktivitaet

Aber nach eigener Schaetzung (z. B. mit Hilfe von Band-Internetpraesenzen) ist die Zahl der Bands nicht gesunken, sondern eher gleich geblieben und sogar gestiegen, so in/um Kassel (von 2005 um 300 auf heute um 500) [36] [37] [38] [39]. Bestehen quasi keine Erwerbsmoeglichkeiten mehr, kann das nur bedeuten, Bands sind noch mehr als frueher bedeutender Freizeitfaktor oder uebertrieben ausgedrueckt, noch mehr 'Moeglichkeit der Selbstentfaltung' geworden.

Entwicklung und Dokumentation eigener Musik als Mhdb-Ziel

Wolfgang Billmann oder seine Bands, so Mhdb (Mozart hat den blues), reihen sich hier ein: Eigentlich bestand nie oder nie nur der Ehrgeiz, beruehmt zu werden und deswegen etwa aussichtslos zu versuchen, 'in Vertrieb und Rotation rein zu kommen' [40]. Das galt schon seit den 1960er Beatband-Anfaengen. Ein damaliges Schluesselerlebnis wurde ein Minirock-Wettbewerb waehrend eines Beatbandauftritts, als das Publikum die Kuerze damals hochmodischer Miniroecke wichtiger fand als die Beatband und ihre Musik [41]. Mit dadurch wurde und ist es Ziel, vor allem die eigene Musik zu entwickeln und zu dokumentieren, aber schon mit heutzutage technischen Moeglichkeiten: eben durch Computer & Internet, YouTube & MP3, usw, d. h. ohne Klickzahlenzwang und oft fragwuerdigen, meist sowieso aussichtslosen kommerziellen Erfolgsdruck [42].

'Bescheidenheit & Demut'

"Wenn es bei allem trotzdem zu relativ vielen Klicks kommt, freut man sich, wenn nicht, freut man sich auch": Allerdings ist Wolfgang Billmann mittlerweile als Gegner der 'Alles-umsonst-Kultur' besonders gegen jedwedes 'Spielen auf Eintritt' sowie fuer bessere soziale Absicherung von MusikerInnen.

Andere musikgeschichtliche Erklaerungsmoeglichkeiten ?

"Der Generation bis sowie um den Zweiten Weltkrieg genuegte die Melodie, einen Song wiederzuerkennen und selbst mitzusingen oder mitzuspielen. Die Nachkriegsgeneration kam bei einem Song nicht mehr ohne Bass aus und konsumierte erfolgreich produzierte Musik eher, als sie selbst zu machen, hoechstens in Bands. Die heutige Generation konsumiert oder produziert Musik via Computer & Internet und hoechstens ausnahmsweise noch live."

Musik als Beruf ?

Ratschlaege, Musik als Beruf zu ergreifen - 'Mach dein Hobby zum Beruf' und derlei -, schwanken zwischen hilfreich [43] sowie unverantwortlich [44]. Allgemein laesst sich feststellen:

  • Je enwickelter ein Land ist - Deutschland ist hochentwickelt -, desto existenziell unsicherer ist Musik als Beruf
  • Die Masse hauptberuflicher MusikerInnen ist in lokalen bis regionalen Szenen 'verankert', und nach wie vor nur wenigen MusikerInnen gelingt der ueberregionale, internationale oder globale Durchbruch
  • Zu bestehen als MusikerIn setzt musikalische Anpassungsfaehigkeit, kaufmaennische Cleverness und gesundheitliche Disziplin voraus, eigentlich mehr als in jedem anderen Beruf: Der traurige Beweis dafuer sind etliche gegenteilige Biografien.

... Dann lieber nur Semiprofi, oder?