Wintershall AG

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Die Wintershall-Hauptverwaltung in Kassel.
Die Wintershall AG mit Sitz in Kassel ist ein international tätiger Produzent von Erdöl und Erdgas. Das nicht börsennotierte Unternehmen gehört zu 100 Prozent dem Ludwigshafener Chemiekonzern BASF. Über die Tochter Wingas, ein Gemeinschaftsunternehmen mit dem russischen Erdgaskonzern Gazprom, handelt Wintershall außerdem mit Gas. Abnehmer sind Unternehmen und Versorger.

Verbreitung

Wintershall ist in Europa, Nordafrika und dem Mittleren Osten, in Südamerika und in Russland aktiv. Großprojekte in Russland sind die Gasförderung in der Achimov-Formation in einem Gemeinschaftsunternehmen mit Gazprom sowie eine 35-prozentige Gewinnbeteiligung an dem Gasfeld Yushno Russkoje (beide in Sibirien). An der 1200 Kilometer langen Nordeuropäischen Gaspipeline, die vom russischen Vyborg durch die Ostsee in die Region Greifswald führt, ist Wintershall zu 24,5 Prozent beteiligt. Eon hält ebenfalls 24,5 Prozent, der Rest liegt bei Gazprom.

2005 förderte Wintershall 8,75 Millionen Tonnen Rohöl und 7,28 Milliarden Kubikmeter Gas. Die Wingas GmbH und zwei weitere Gashandelstöchter, die zur Gruppe gehören, verkauften 33 Milliarden Kubikmeter Gas.

Geschichte

Wintershall wurde 1894 von dem Industriellen Heinrich Grimberg und dem Bohrunternehmer Carl Julius Winter ursprünglich zur Förderung von Kalisalz gegründet. 1931 kam die Erdölförderung hinzu. Gefördert wurde zunächst in Norddeutschland. Seit 1969 gehört Wintershall vollständig zur BASF-Gruppe, deren größte europäische Gesellschaft sie ist. 1990 stieg Wintershall in den Erdgashandel ein. Wingas wurde 1993 mit Gazprom gegründet.

Kooperation mit Statoil

Ein milliardenschwerer Gas-Vertrag mit dem Energiekonzern Statoil öffnete Ende 2012 Wintershall die Pipelines von Norwegen in den Rest Europas. Zehn Jahre lang werden die Unternehmen Gas im Wert von insgesamt 100 Milliarden Norwegischen Kronen (13,6 Milliarden Euro) nach Deutschland und Nordwesteuropa liefern, wie Statoil-Vorstandsmitglied Eldar Saetre am 20. November 2012 sagte. Der Vertrag läuft von Januar 2013 an.

Bohrkernlager

Mehr als eine Million Euro hat Wintershall in sein zentrales Bohrkernlager im niedersächsischen Barnstorf (Kreis Diepholz) investiert. Dort werden seit der Einweihung im Juli 2012 mehr als 70.000 Meter Gesteinsproben aus den weltweiten Forschungs- und Fördertätigkeit der BASF-Tochter gelagert und analysiert.[1]

Geschäftszahlen

2005

  • Nettoumsatz: 8385 Millionen Euro davon
  • Förderung und Produktion: 3740 Mio. Euro
  • Erdgashandel: 4645 Millionen Euro
  • Betriebsergebnis: 2399 Millionen Euro
  • Überschuss: 631 Millionen Euro
  • Investitionen und Akquisitionen: 624 Mio. Euro
  • Mitarbeiter: 1626

2007

  • Umsatz: 10,5 Mrd Euro
  • Ergebnis vor Zinsen und Steuern: 3,01 Mrd Euro
  • Ölförderung: 8,38 Mio Tonnen
  • Gasförderung: 7,79 Mrd Kubikmeter
  • Investitionen: 2,28 Mrd Euro
  • Mitarbeiter: 1840

2008

  • Umsatz: 14,44 Mrd Euro
  • Ergebnis vor Zinsen und Steuern: 3,84 Mrd Euro
  • Ölförderung: 7,7 Mio Tonnen
  • Gasförderung: 11,6 Mrd Kubikmeter
  • Investitionen: 1,65 Mrd Euro
  • Mitarbeiter: 2017

2009

  • Umsatz: 11,36 Mrd Euro
  • Ergebnis vor Zinsen und Steuern: 2,29 Mrd Euro
  • Überschuss: 712 Mio Euro
  • Ölförderung: 6,8 Mio Tonnen
  • Gasförderung: 13,6 Mrd Kubikmeter
  • Investitionen: 1,01 Mrd Euro
  • Mitarbeiter: 2077

2010

  • Umsatz: 10,79 Mrd Euro
  • Ergebnis vor Zinsen und Steuern: 2,33 Mrd Euro
  • Überschuss: 923 Mio Euro
  • Ölförderung: 5,8 Mio Tonnen
  • Gasförderung: 14,3 Mrd Kubikmeter
  • Investitionen: 996 Mio Euro
  • Mitarbeiter: 2164

2011

2011 setzte Wintershall mit 2300 Mitarbeitern 12,05 Milliarden Euro um. Vor Zinsen und Steuern (Ebit) blieb ein Gewinn von 2,1 Milliarden Euro. 1,6 Milliarden Euro davon stammen aus der Öl- und Gasförderung. Das Gashandels- und Speichergeschäft brachte es auf ein Ebit von 425 Millionen Euro. Unterm Strich verdiente Wintershall 1,06 Milliarden Euro.[2]

2012

In den ersten neun Monaten 2012 schnellte der Gewinn nach Steuern um 21 Prozent auf 951 Millionen Euro. Wenn das Tauschgeschäft wirksam wird, trennt sich Wintershall ab April 2013 von 8,6 Milliarden Euro Umsatz und einem Ebit von 350 Millionen Euro.

Siehe auch

Wingas

Weblinks und Quellen

  1. Platz für wertvolle Steinproben: Wintershall eröffnet Bohrkernlager Aus HNA.de vom 11. Juli 2012: Platz für wertvolle Steinproben: Wintershall eröffnet Bohrkernlager
  2. Aus HNA.de vom 14. November 2012: Umbau bei Kasseler Wintershall: Wingas künftig in russischer Hand