Willi Tillmans

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Willi Tillmans (* 20. November 1888 in Düsseldorf, † 1985 in Hagen) war ein deutscher Kunstmaler.

Lebenslauf

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Willi Tilmans wurde am 20. November 1888 in Düsseldorf geboren, wuchs dort auf und wurde schon mit 16 Jahren (1911) in die Düsseldorfer Kunstakademie aufgenommen.

Nach durchlaufen der Fachgebiete "Gipsklasse" und "Antikensaal" - als Vorstufen zur Malerei unentbehrlich - stieg er in die Landschaftsklasse auf, wo Professor Eugen (Eugène Gustav) Dücker (18411916) sein Lehrer wurde. Eugen Dücker hat die deutsche Landschaftsmalerei über Jahrzehnte entscheidend geprägt (Leitsatz: Treue gegen die Natur) und so hat auch Willi Tillmans Wesentliches von diesem Lehrer übernommen. Erst später – durch direkten und intensiven Kontakt zur Natur – hat er seinen eigenen unverwechselbaren Stil gefunden.

Schon vor dem Ersten Weltkrieg war Tillmans mehrfach Gast im Wesetal (Seitental der Eder: Frebershausen - Gellershausen - Kleinern - Giflitz) und lernte so die Landschaft kennen und lieben, die später seine Heimat werden sollte. Bereits 1919 baute er sich ein Atelier in Kleinern. Unter zunächst kargen Verhältnissen musste er seine Familie ernähren. So erzählte er zum Beispiel einmal: "Für ein Stück Speck habe ich manchmal den Kindern im Dorf die Haare geschnitten, wir hatten ja nichts..."

Die zahlreichen Werke von Willi Tillmans - Ölbilder, Aquarelle, Graphiken - zeigen vorwiegend Motive aus dem Waldeckischen Raum. Zu seinem hohen Bekanntheitsgrad haben auch die Zeichnungen im Kalendarium und zu Geschichten im Waldeckischen Landeskalender beigetragen.

Von 1942 bis 1945 erteilte Tillmans Kunstunterricht am Gymnasium Bad Wildungen und nach dem Krieg auch mehrere Jahre am Ev. Fröbelseminar in Kassel, einer Fachschule für Sozialpädagogik.

1985 verstarb Willi Tillmans im Alter von 96 Jahren in Hagen. Sein Atelier wurde originalgetreu im Stadtmuseum in Bad Wildungen aufgebaut, wo auch aus dem Nachlass ein Teil seiner Bilder aufbewahrt wird. Im Februar 2006 erhielt das Museum aus dem privaten Nachlass von Edith Müller sechs neue, bislang unbekannte Werke des Künstlers, die nun ebenfalls im nachgebauten Atelier zu sehen sind.

Die Aufzeichnungen von Edith Müller

Edith Müller aus Lünen war häufig Urlauberin in der Gegend von Kleinern. 1952 lernte sie dort Willi Tillmans kennen und freundete sich mit ihm an. Auf einen Wunsch der jungen Frau malte Tillmans etwa das Werk Erinnerung an eine Sternstunde, das im Wildunger Stadtmuseum zu sehen ist. Ebenfalls im Besitz des Stadtmuseums sind die Aufzeichnungen von Edith Müller, in denen sie sich an den Maler und an sein Atelier in Kleinern erinnert. Sie zeugen von einer tiefen Verbundenheit mit dem Künstler. Über das Atelier schreibt sie: „Wie ein verwunschenes Hexenhäuschen lag es in einem alten Baumbestand. Die größte Fläche nahm im Erdgeschoss das Atelier mit zwei riesigen bleiverglasten Fenstern ein. Hier standen Staffelei und Farbtöpfe, einriesiger Schrank mit Büchern, kleiner Regale mit einer Fülle von Zigarrenkisten, in denen Pinsel jeder Art aufbewahrt wurden, ein kleiner eiserner Ofen mit einer riesigen Ofenpfeife, die über die ganze Wand verlief und an den Wänden Bilder jeder Art und Größe, Aktstudien und erste Versuche aus der Studienzeit. Ein unverwechselbarer Geruch von Holz und Farben war diesem Haus eigen“. Den Künstler selbst, den sie Onkel Willi nannte, beschreibt Edith Müller bei ihrem ersten Besuch - gemeinsam mit ihrer Schwester - so: "Der Maler war ein lebendiges Spitzwegmodell. Hager von Gestalt, mit dunklen, struppig nach oben stehenden Haaren, die linke Schulter hängend, die rechte prüfend hochgezogen, stand er vor uns und seine klaren blauen Augen, in denen stets ein Schalk lauerte, waren auf uns gerichteten , um sich aber sogleich mit einem verlegenen -`nun wollen wir erst mal Kaffee trinken ´- umzudrehen und uns ins Wohnzimmer zu führen“.


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