Willi Belz

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Willi Belz (7. März 1915 in Kassel – 16. Mai 2003), Sohn von Konrad Belz, war Technischer Zeichner und wurde vom NS-Regime verfolgt. 1934 erfolgte eine Verurteilung durch das OLG Kassel (23.3.1934) wegen "Vorbereitung zum Hochverrat" zu zwei Jahren Gefängnis. Danach wurde er im KZ Lichtenburg (bis Oktober 1936) gefangen gehalten.

Widerstand gegen den Nationalsozialismus

Schon in der Weimarer Zeit engagiert sich der Sohn einer Arbeiterfamilie in der kommunistischen Jugendbewegung. 1933 - die Nazis haben seinen Vater Konrad Belz ins Konzentrationslager Breitenau verschleppt - arbeitet er in der illegalen Bezirksleitung der KPD. Allerdings nicht lange. Im Oktober 1933 wird auch er verhaftet. Drei Jahre, bis zum Herbst 1936 wird er gefangen gehalten, sitzt u. a. im Konzentrationslager Lichtenburg. Seine politische Arbeit setzt der überzeugte Kommunist dennoch fort - bis er zur Wehrmacht eingezogen wird.

Er verweigert sich jedoch Hitlers Eroberungskrieg. An der Ostfront läuft Belz zur Roten Armee über und schließt sich dem Nationalkomitee Freies Deutschland an.

Ein standhafter Zeitzeuge

Die letzte öffentliche Rede von Willi Belz datiert auf den 30. Januar 2003. Anlässlich des 70. Jahrestages der nationalsozialistischen Machtergreifung erinnerte er noch einmal an das dunkelste Kapitel deutscher Geschichte, warnte in seinem Leben einmal mehr vor Krieg, Terror und Willkürherrschaft.

Willi Belz starb am 16. Mai 2003 im Alter von 88 Jahren. Er war ein Opfer der Nazis, und gerade das machte ihn glaubwürdig. Noch im hohen Alter besucht der Mitgründer der Kasseler Vereinigung der Verfolgten des Nazi-Regimes Schulen und erzählt den jungen Leuten die Geschichte seines (politischen) Lebens.

Nach Kassel zurückgekehrt, findet das KPD- und spätere DKP-Mitglied seine Berufung im Journalismus, unter anderem als Redakteur der Sozialistischen Volkszeitung. Unter dem Titel Die Standhaften veröffentlicht Belz 1960 eine Dokumentation zum antifaschistischen Widerstand. Es folgt die zweibändige lokalgeschichtliche Arbeit Kassel 1945 - was kam danach?, in der er die Nachkriegsgeschichte der Fuldastadt beleuchtet.

Willi Belz beließ es jedoch nicht bei der Analyse politischer Vorgänge. Jahrzehntelang mischt er sich ein, kandidiert bei Wahlen für KPD, Deutsche Friedensunion, Aktion Demokratischer Fortschritt und die DKP.

Literatur

  • Belz, Willi: Die Standhaften. Über den Widerstand in Kassel 1933 - 1945. Illustrationen von Kurt Belz. Beiträge zur jüngeren deutschen Geschichte., K, J. Schromm Verlag Ludwigsburg, 1960
  • Belz, Willi: Kassel 1945 - was kam danach? Kassel, 1978.