Wilhelm Leuschner

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(*1890 - 1944), deutscher Gewerkschaftsführer, Politiker (SPD) und Widerstandskämpfer.

Leuschner wurde am 15. Juni 1890 in Bayreuth geboren, erlernte den Beruf des Holzbildhauers und stieg in der Gewerkschaftsbewegung und der SPD schnell auf. In der Weimarer Republik war er ab 1924 Mitglied des hessischen Landtages und ab 1926 Bezirkssekretär des Allgemeinen Deutschen Gewerkschaftsbundes (ADGB) in Hessen, bevor er von 1928 bis 1932 als Innenminister des Landes Hessen amtierte. Anschließend war er bis zur Zerschlagung der Gewerkschaften am 1. Mai 1933 stellvertretender Vorsitzender des ADGB.

Als einer der herausragenden politischen Köpfe der sozialdemokratischen Arbeiterbewegung suchte er im Widerstand gegen den Nationalsozialismus von Beginn an die Zusammenarbeit mit anderen antifaschistischen Gruppen. Schon früh warnte Leuschner vor dem Ungeist der Nationalsozialisten: „Revolver, Schlagringe und Verdächtigungen sind ihre Argumente“, sagte er 1929 bei einer Kundgebung in Darmstadt. Nachdem er 1933/34 in verschiedenen Konzentrationslagern festgehalten worden war, gründete er zur Tarnung seiner weiteren Untergrundarbeit eine kleine Fabrik. Er suchte den gewerkschaftlichen Widerstand zu organisieren und nahm Kontakt mit der militärischen Opposition um Ludwig Beck, zum Kreisauer Kreis und zu Carl Goerdeler auf, in dessen Regierung er nach dem Sturz Adolf Hitlers Vizekanzler werden sollte.

Leuschner musste für sein Wirken als Widerstandskämpfer im Nationalsozialismus mit dem Leben bezahlen: Nach dem Scheitern des Attentats vom 20. Juli 1944 wurde er verhaftet, vom Volksgerichtshof zum Tod verurteilt und am 29. September 1944 in Berlin-Plötzensee hingerichtet.

Wilhelm-Leuschner-Medaille

Mit der Wilhelm-Leuschner-Medaille ehrt das Land Hessen am Verfassungstag (1. Dezember) jährlich Menschen, die sich in besonderer Weise für Freiheit, Demokratie und ein friedliches Miteinander engagieren. Gestiftet wurde die Wilhelm Leuschner-Medaille 1964 anlässlich des 20. Todestages Leuschners vom damaligen Ministerpräsidenten Georg August Zinn (SPD). Zinn sagte, er wolle damit ein Zeichen setzen, „dass wir das politische Erbe Leuschners, das politische Erbe, das uns die Opfer des 20. Juli hinterließen, ehren und mehren wollen“.

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