Wettesingen

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Kirchturm der ev. Kirche in Wettesingen

Wettesingen (alter Name: Witisungen) ist der zweitgrößte Ortsteil der Gemeinde Breuna im Landkreis Kassel in Nordhessen mit etwa 1200 Einwohnern.

Geografie

Wettesingen liegt nördlich von Breuna im Naturpark Habichtswald.

Durch den Ort fliest der Holsterbach.

Nördlich des Orts verläuft die Bundesstraße 7, durch den Ort die Landesstraße 3312.

Die Gemarkungsfläche umfasst 1410 Hektar.

Geschichte

Wettesingen gehört zu den ältesten Dörfern im Landkreis Kassel und feierte bereits im Jahr 2000 sein 1150-jähriges Bestehen. Das Dorf wurde in den Fuldaer Traditionen des Codex Eberhardi erstmals im Jahre 850 erwähnt und gehörte im Mittelalter zur Freigrafschaft Donnersberg-Kugelsburg und zum Besitz der Grafen von Everstein.

Ältestes Bauwerk ist die heute evangelische Dorfkirche aus dem 12. Jahrhundert. Ab 2009 fanden erhebliche Sanierungsarbeiten an der Kirche statt. Nachdem der Wettesinger Kirchturm instandgesetzt und bei der Dacheindeckung aus Kostengründen der alte Sandstein durch Schiefer ersetzt worden war, folgte mit der Dachsanierung des Kirchenschiffes der noch erheblich umfangreichere zweite Bauabschnitt. Hier blieb es bei der historischen Sandsteineindeckung. [1]

Als Grenzdorf war Wettesingen lange Zeit den Streitigkeiten zuwischen dem Bischof von Paderborn und dem Landgraf von Hessen ausgesetzt.

Gedenkstein - 1150 Jahre Wettesingen

Von dem Lehen der Calenberger an dem Dorf verkaufte Rabe von Calenberg im Jahre 1457 die Hälfte an Heinrich von Gudenberg, bevor es der hessische Landgraf 1535 bis 1824 den Herren von der Malsburg als Lehen übertrug. Die andere Hälfte blieb bei den Calenbergern, die zeitweilig auch das Patronat über die Kirche inne hatten.

Die Kirche in Wettesingen stand zunächst unter dem Patronat der Grafen von Everstein, ab Mitte des 13. Jahrhunderts unter dem Patronat des Zisterzienser-Nonnenklosters Wormeln und in späterer Zeit der Herren von Calenberg, bis das Patronat nach deren Aussterben im Jahre 1813 auf das Kurfürstentum Hessen überging.

Deutlich jüngeren Datums ist die katholische Herz-Jesu-Kirche in Wettesingen aus dem Jahr 1952.

Rittergut

Im Ort befindet sich das alte Rittergut mit seinem historischen Park. Auch mehrere Fachwerkhäuser aus dem 18. und 19. Jahrhundert sind erhalten geblieben. Die Gebäude des Rittergutes wurden ab 1840 errichtet. Vorläufer war ein bereits im frühen 14. Jahrhundert erwähnter Meierhof. Mitglieder der Familie von Wrisberg leben auf dem Anwesen in der mittlerweile sechsten Generation.

Grenzsteine

Mehrzweckhalle in Wettesingen

1754 waren einvernehmlich zwischen dem Bistum Paderborn und dem landgräflichen Hessen zur Markierung Steine gesetzt worden, die allerdings im Siebenjährigen Krieg zerstört wurden. Die Ersatzsteine tragen neben der neuen Jahreszahl 1778 auf der westfälischen Seite das Wappen (ein Kreuz) und die Buchstaben W.A.B.Z.P. (Wilhelm Anton Bischof zu Paderborn) und auf der anderen den hessischen Löwen und die Abkürzung F.L.Z.H für Friedrich Landgraf zu Hessen. In spätere Steine wurden KP (Königsreich Preußen) und ein Adler sowie KH (Kurhessen) und wieder der Löwe eingemeißelt.

Neuzeitliche Grenzsteine kamen im Jahr 2000 hinzu: Sie erinnern mit einer Plakette an die in jenem Jahr in großem Stil begangene 1150-Jahr-Feier Wettesingens.

Gebietsreform

Im Rahmen der hessischen Gebietsreform schlossen sich im Jahre 1972 die bis dahin selbständigen Gemeinden Breuna, Wettesingen, Oberlistingen und Niederlistingen zusammen; schon zuvor bildeten Breuna und der Ortsteil Rhöda eine Verwaltungsgemeinschaft.

Kirchen

An der evangelischen Kirche in Wettesingen
Blick zur katholischen Kirche in Wettesingen
  • Die heute evangelische St. Andreas Kirche in Wettesingen, eine der schönsten Dorfkirchen in Nordhessen, stammt aus dem 12. Jahrhundert. Der älteste Teil des Bauwerks ist der noch vorhandene Flucht- und Wehrturm. Im Innern der Kirche befinden sich im Gewölbe und an den Wänden des Chorraums spätgotische Malereien aus dem Jahr 1485, die nach der Reformation übertüncht und erst im Jahr 1934 bei Renovierungsarbeiten wieder freigelegt wurden. Erhalten geblieben ist der Taufstein aus dem Jahr 1600. Zur Erinnerung an die große 1150-Jahr-Feier im Jahr 2000 wurde an der Chorseite der Kirche ein Findling mit Gedenkplakette aufgestellt.

Kinder und Jugendliche

Es gibt einen Kindergarten in Trägerschaft der evangelischen Kirchengemeinde, außerdem einen Jugendraum in der Mehrzweckhalle, einen Skaterplatz und zwei Kinderspielplätze.

Der Kinder- und Jugendchor wurde 1993 gegründet und wirkt auch bei Familiengottesdiensten sowie anderen Gemeindeveranstaltungen mit.

siehe auch

bei Wettesingen: Feld mit Mohn

Vereine

In 13 Vereinen, Gruppen und Chören sind die Wettesinger organisiert. Größter Verein ist mit über 500 Mitgliedern der VfL Wettesingen mit einer weitläufigen Sportanlage hinter der Mehrzweckhalle.

  • Freiwillige Feuerwehr Wettesingen e. V. | Link
  • VfL Wettesingen | Link
  • Heimat- und Geschichtsverein (2006 gegründet) | Link
  • SG Wettesingen/Breuna/Oberlistingen

Wandern und Radwandern

Vor dem Rathaus-Cafe in Melsungen
dabei: Radsportler aus Wettesingen
Wandertipp

Radwandern

Wandertipps

  • Wandertipp - Um den Steiger: Start und Ziel des Rundwanderwegs liegen in Wettesingen. Zu Beginn verläuft der Weg von der Kirche in nördlicher Richtung aus dem Ort über die Hohentorstraße, Bergstraße (auch als Radweg nach Calenberg ausgeschildert) und über freies Feld zur hessisch-westfälische Landesgrenze mit historischen Grenzsteinen. Der Hohe Steiger ist ein lang gezogener, bewaldeter Bergrücken zwischen dem Twistetal und der Autobahn A 44 und bis zu 322 Meter hoch.

Weblinks und Quellen

Quellen

  1. HNA-online vom 22.7.2010: Sandstein aufs Dach
  2. HNA-online vom 25.9.2013: Jüdische Friedhöfe im Wolfhager Land

Weblinks



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WappenLkKassel.jpg

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