Wethen

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Wethen, im Hintergrund Warburg (Westfalen)

Wethen ist ein Stadtteil von Diemelstadt im Landkreis Waldeck-Frankenberg mit 519 Einwohnern (Stand: 18. Jan. 2009).

Ein Blick auf das Dorf

Wethen liegt im Norden des Landkreises Waldeck-Frankenberg unmittelbar an der Landesgrenze zu Nordrhein-Westfalen. Landwirtschaftlich wird Wethen dem Gebiet der Warburger Börde zugeordnet.

Besonders sehenswert ist die Kirche des Ortes mit einem romanischen Turm aus dem 13. Jahrhundert und einer Krypta aus dem 11. Jahrhundert. Daneben das aus dem 18. Jahrhundert stammende Rathaus, die Reste der Ossenburg im Nordwesten des Orts und Reste einer Wallanlage auf dem Quast.

Wethen wurde 1971 Ortsteil der Großgemeinde Diemelstadt, die ihren Verwaltungssitz in Rhoden hat. Das nächstgelegene Mittelzentrum ist Warburg (Westfalen) (ca. 7 km entfernt) mit Schulzentrum und Bahnhof. Ein weiteres Mittelzentrum ist Bad Arolsen, ca. 17 km entfernt.

Zwei Durchgangsstraßen treffen sich im Ort: die Kreisstraße K1 von Rhoden nach Warburg und die K2 in Richtung Ossendorf. Von der Struktur her ist Wethen ein Haufendorf.

Geschichte, Landschaft und Entwicklung

Als Gründungsjahr von Wethen wird 976 n. Chr. angenommen. Der Ursprung der Siedlung ist die Wehrkirche mit dem Kirchhof und den umliegenden Höfen sowie dem angrenzenden Rathaus. Dieser historische Ortskern liegt nicht wie üblich in der Mitte des Dorfes, sondern am östlichen Ortsrand.

(weitere Abschnitte aus dem Ortssippenbuch von 1959)

Die Kirche in Wethen

Grabhügel und Befestigungsanlagen am Rande der Gemarkung Wethen (Gaulskopf auf dem Quast und am Eichholz) weisen auf eine vor- und frühgeschichtliche Besiedlung hin.

Auf engrischem Volksboden entstanden wahrscheinlich im 7. Jahrh. die Siedlungen Audaxen und Wethen, im 8. Jahrh. der Königshof Rekenen. Die Abtei Corvey, Klöster Gehrden und Hardehausen, das Stift Neuenheerse, das Johannisstift in Mainz und das Bistum Paderborn sowie die Adligen von Spiegel, von Papenheim, von Canstein, von Gudensberg, von Calenberg und von der Malsberg erwarben Rechte, Güter und Zehnten; sie wurden vom 13. Jahrh. ab allmählich durch die Grafen von Waldeck abgelöst, die Wethen dem Amt Rhoden einfügten.

Als Gründer des Dorfs und der Kirche gilt der Corveyer Ministeriale Udo von Wethen um 1230. Die Bewohner von Rekenen und Audaxen verließen wahrsch. im 14/15. Jahrh. ihre Gehöfte; dadurch wuchs die Gemarkung auf rd. 1350 ha. In Grenzkämpfen gegen die Stadt Warburg und Bistum Paderborn ging der Anspruch auf Asseln verloren.

Zur Zeit der Gegenreformation trat eine reinliche Scheidung in bekenntnismäßiger Hinsicht ein: das waldeckische Gebiet wurde evangelisch, das westfälische katholisch. Das Verhältnis der Bevölkerung litt nicht darunter; es blieb gutnachbarlich. Vor allem sind die wirtschaftlichen Beziehungen dorthin rege geblieben. Große Verluste an Menschen und Gütern entstanden während des Dreißigjährigen Krieges durch die Pest und durchziehende Truppen.

Ein bedeutender wirtschaftlicher Aufstieg kam im 19. Jahrh. durch die Ablösung der Dienste und Zehnten (um 1850) und die Zusammenlegung der Flur (Verkopplung 1870-1873). Die Wasserleitung wurde 1899 gebaut, die Posthilfsstelle 1898 errichtet, die Omnibusverbindung nach Warburg nach dem 2. Weltkrieg. Das Steinwerk und ein Textilbetrieb (neben kleinen handwerklichen Unternehmen) vertreten das Gewerbe; die Hauptbeschäftigung ist noch immer die Landwirtschaft geblieben.

Die erdgeschichtlichen Formationen und die Landschaft

Das Rathaus in Wethen

Fast schnurgerade führte vor Jahrhunderten der Weg von Arolsen, der Residenzstadt des Fürstentums Waldeck, nach dem in nord-nordöstlicher Richtung gelegenen Dorf Wethen: vom Schloß, der Spendelallee, der Großen Stellung des Tiergartens folgend, schritt man auf die Ölmühle zu, ließ Herbsen rechts und Ammenhausen links liegen und überquerte das Eichholz auf dem breiten Fahrwege, der noch heute die Pyrmonter Straße heißt. Beim Hinaustreten aus dem Walde sah man den Ort in der Mulde liegen. Über die Fortführung dieser Straße durch die Germeter Gemarkung („wegen Anlage einer Poststraße seitens Waldeck") zu dem entfernten Pyrmont verhandelte die Regierung noch 1743 mit Paderborn (Akten des Paderborner Geheimen Rats im Staatsarchiv Münster).

Heute kommen wir auf der Bundesstraße 252 über Helsen, Schmillinghausen, Rhoden schneller zum Ziel. Dort ist unser Blick beengt und begrenzt durch den Hessenwald links und den "Stock" rechts. Sobald wir jedoch vom Laubach-Tal aus die Höhe erreicht haben, wo der Weg vom Eichholz zum Quast die Straße schneidet, halten wir überrascht inne. In der Ferne steigt der Desenberg, das Wahrzeichen des Kreises Warburg, mit seiner Ruine auf; seit dem 13. Jahrhundert saßen die Herren von Spiegel darauf. Davor leuchtet in seiner Kupferbedachung der Turm der Warburger Neustädter Kirche; beobachtend und schützend reckt er sich über die Häuser der alten Hansestadt. Durch das Diemeltal getrennt, weist rechts davon Schloß Kalenberg seine vielen Türme. Als schmaler Streifen zeigt sich weit hinten unter dem Horizont der Reinhardswald.

Nach einigem Verweilen erst überschauen wir den Vordergrund. Die mit Birken bestandene Landstraße - eine in unserer Gegend seltene und schon an die Norddeutsche Tiefebene erinnernde Erscheinung - führt zu dem 3 km entfernten und 100 m tiefer liegenden Dorf. Dahinter schließen Steiler und Wester-Berg, beide teilweise mit Wald bestanden, zum Diemeltal ab; sie erheben sich, durch das Kälbertal eingeschnitten, rechts zum Germeter und Weldaer Berg.

Davor breitet sich die Wethener Gemarkung aus, an deren Entstehung viele erdgeschichtliche Formationen mitgewirkt haben und zwar in solch reichem Maße wie nirgendwo im Waldecker Land. Wir versetzen uns in das Mittelalter der Erdgeschichte (Trias), als sich der Höhenrücken Quast - Hoher Stein aus dem Buntsandsteinmeer aufbaute. An seiner Ostseite liegt der obere Buntsandstein (Röt), der vom Muschelkalkmeer angeschwemmt wurde. Dort lagerten sich auch die kalkigen Bestandteile im unteren Muschelkalk bis hinter Hörle ab. Oberer Muschelkalk steht im Kesenberg und Reckener Berg, dem Hessenbühl und dem schon genannten Steilen, Wester-, Germeter und Weldaer Berg an, auch die Egge links der Straße gehört dazu. Die unverwitterten Kalksteine liegen z.T. wie gesät auf diesen Köpfen, so daß ein Teil des Westerberges die Bezeichnung „Knuttenberg“ (von mundartl. knoppen) erhielt. Das Deckgebirge fällt nach Osten ein, bricht an gestaffelten Störungen treppenförmig ab. Durch Brüche entstanden der Volkmarser Graben, der sich über Welda bis zur Osterlinde und im Twistetal abwärts zur Warburger Bruchzone fortsetzt sowie die Eggische Grabenzone von Rimbeck her.

Die von Osten sich auf die Masse des Rheinischen Schiefergebirges bewegende Scholle - im Solling sichtbar - rief Verwerfungen hervor. Die Senken und Mulden füllten sich in der nachfolgenden Keuperzeit mit Mergeln und Letten, den schmierigen Schiefertonen, der bei Trockenheit in Schollen bricht und tiefe Risse bildet. In einem dieser Gräben fließt das klare kalte Mühlenwasser, vom Ellerborn gespeist, das einst den Bewohnern von Reckenen die Siedlung ermöglichte und die Räder der Kibitz- und Teichmühle trieb. Unterhalb der Gemarkung fließt es als „Kälberbach" durch Germete und dann in die Diemel. Seit zehn Jahren versorgt der Ellerborn durch eine Wasserleitung mit natürlichem Gefälle mit ausreichendem und gesundem Trinkwasser die Gemeinde Wethen. Wo undurchlässige Schichten den Abfluß des Wassers verhindern, entstanden durch stauende Nässe Sümpfe und Brüche (der faule, Reckener, Germeter, Asseler Bruch). Schließlich überflutete noch das Jurameer, von Welda und Germete eindringend, im Lias einen Teil der Gemarkung und hinterließ neben den Tonen und Mergeln um die Teichmühle am Oster- und Königsberg auch eisenschüssige Ablagerungen, die im Mittelalter an Ort und Stelle verhüttet wurden. In den Bruchspalten treten häufig Säuerlinge empor (Germete, Volkmarsen); daß sie in dieser Zeit auch feuerflüssigen Massen den Weg aus dem Innern der Erde öffneten, sahen wir bereits am Desenberg. Dann gingen Millionen von Jahren dahin, in denen keine Meere das sich allmählich hebende Land überspülen konnten. Die Berge wurden abgetragen und rundeten sich auf ihrem Rücken, der Schutt füllte die Senken. Die Zeugen jener Meere finden wir noch in den Seelilien (Encrinus) auf dem Quast wie in den heimischen Pflanzen, die diese Böden lieben (Orchideen, Seidelbast, Türkenbund, Lungenkraut, Aronstab, Primeln u.a.). Die Verwitterung besorgte die weitere Zersetzung des Gesteins. Der Wind füllte Dellen in den tiefer gelegenen Teilen, auch drüben am Ossendorfer Hang mit Löß. Eiszeiten kamen, aber drangen nicht über die Diemel vor; sie bildete ihr Flußbett und verkieste den Talgrund durch Schotter. Nach der letzten Eiszeit wurde das Klima wärmer, die Besiedlung unseres Gebiets konnte beginnen.

Die ersten Siedler

Weder mündliche noch schriftliche Nachrichten melden uns, wo sich die ersten Familien ansiedelten. Nach streifenden Jägern kamen wahrscheinlich seßhafte Bauern, die an einer Quelle oder in geschützter Lage an einem Bachlauf eine geeignete Stelle fanden. Ihnen standen die besten Böden bereit. Bisher wurde die Gemarkung noch nicht planmäßig nach Werkzeugen steinzeitlicher Menschen abgesucht. Immerhin läßt der Einzelfund eines Beils aus der jüngeren Steinzeit den Schluß zu, daß hier gesiedelt wurde. Unser unermüdlicher Heimatforscher Lehrer Georg Fieseler fand in der Anlage auf dem Gaulskopf Kratzer und Schaber derselben Zeit. Die Vermutung liegt also nahe, daß dort nicht nur eine Zufluchtstätte und Fliehburg, sondern eine feste Wohnung eingerichtet war. Nur Grabungen an Ort und Stelle können bei ihr wie bei der Wahlsburg entscheiden, ob sich diese Anlagen in die jüngere Steinzeit verlegen lassen oder als sächsische Volksburgen ergeben.Im westlichen Teil des Quasts, bereits Wrexer Gemarkung, fand Ober-Regierungsrat Hugo Schoppmann bei planmäßigem Suchen zwei Hügelgräber, am Hohen Stein und Königsberg jedoch fünf, und unmittelbar anschließend im Eichholz, keinen Kilometer von der Gemarkungsgrenze entfernt, siebzehn weitere. Hier handelt es sich um ganze Gräbergruppen. Ob sie zur ausgehenden jüngeren Steinzeit oder in die ältere Bronzezeit gehören, kann nur eine Grabung klären. So können wir an Hand dieser geringen Funde bereits von einer Jahrtausende alten Besiedlung sprechen. Weitere Zeugnisse der Vorzeit innerhalb der Feldflur sind wahrscheinlich durch die Nutzung schon vernichtet; die bestehenden sollte man unter allen Umständen erhalten.

Die Talauen der Diemel und die angrenzenden Verwitterungsböden sind stets ein begehrtes Ziel kleinerer oder größerer Stämme gewesen. Dort lag eine natürliche Grenze, von der man hoffen durfte, ins Vorfeld langsam einzusickern.

Um die Zeitwende saßen hier und nördlich davon die Cherusker. Gegen sie stießen in den nächsten Jahrhunderten aus dem Raum Fritzlar - Gudensberg die Chatten bis zur Werra und Diemel vor. Viele ihrer Ortsnamen enden auf -hausen, schleifen sich zum -sen ab; die Mundart hält in dieser Hinsicht die Namen stärker fest (Ammenhausen-Ammensen; Desen sowohl in Dehausen wie Desenberg). Die vielen -hausen um Lippstadt, Soest usw. zeigen , daß der chattische Einfluß weit nach Norden reichte. Im 7. Jahrhundert drängten von Norden die Engern bei uns vor und besetzten die nördliche Hälfte Waldecks. Ihre Marschrichtung dürfte, aus dem Diemeltal kommend, kenntlich sein an den -inghausen-Namen: von Erlinghausen über Heddinghausen, Billinghausen und Schmillinghausen nach Mengeringhausen sowohl wie westwärts von Bering- und Messinghausen über Hering- und Giebringhausen zur Linie Titmaring-, Düding-, Wellering-, Allering-, Meinering-, Dehring-, Ippinghausen. Und als im 8. Jahrhundert die Franken nach Norden aufbrachen, folgten ihnen die -heim-Namen auf dem Fuße: im Diemeltal Dalheim, Papenheim (Wüstung zwischen Warburg und Nörde), Rottheim (Wüstung zwischen Warburg und Germete), Ost- und Westheim. Die alten Siedlungen hatten bezeichnenderweise ihre Namen von Bach (Rimbeck, Rösebeck, Körbecke), Aue (Liebenau, Haueda, Germete von gar miti = grüne Aue), Sumpf (= mar in Marsberg und Volkmarsen) und Heide (Welda aus ithi, später ede; im 9. Jahrh. Wellithi, ll. Jahrh. Wellethe) und Wald (lon von loh = Hain, kleineres Gehölz, das einzeln in angebautem Felde liegt: Wormeln, Asseln) erhalten.

Läßt sich nun an Hand des Namens Wethen eine Bestimmung über die Zeit der Besiedlung geben? Man ist zunächst versucht, an die Getreideart zu denken. Wethen wie Weizen werden durch das plattdeutsche Wort Wäiten bezeichnet. Man muß diese Flur kurz vor der Ernte gesehen haben, wenn ein goldgelbes Weizenfeld mit dem andern wetteifert an Höhe des Halmes und Schwere der Ähren, dann wird sich der Gedanke aufdrängen: die Wethener Gemarkung ist in ihrer Gesamtheit eine große Weizenflur, daher muß sie ihren Namen bekommen haben. Der Schluß ist bestechend und könnte noch durch den Hinweis, das altsächsische Wort für Weizen heißt hweti, bestätigt werden. Als älteste Form erscheint um 900 das Wort Wetiun, um 1010 Whetiun, 1070 Wedin, 1147 Weten; die Schreibweise Weyten (1459), Weiten und Weitten (1537) hat sich anscheinend an die plattdeutsche Aussprache angelehnt. Der Sprachforscher wird auf das alte Wort wede - Wald (in der Bedeutung loh) hinweisen, und wenn wir uns das Gelände und die benachbarten Ortsnamen (Wormeln und Asseln sind mit lon = loh gebildet) betrachten, ist auch dieser Gedankengang nicht abwegig: im Hintergrund liegt das große Waldgebiet Eichholz - Quast von Welda bis Wrexen, davor die (baumbestandene) Heide von Welda vor dem Walde entlang bis vor die Diemel bei Rimbeck-Scherfede und darin sind einzelne fruchtbare Mulden urbar gemacht. Im Gebiet der jetzigen Gemarkung Wethen lagen neben dem Dorf noch die beiden Wüstungen Reckenen und Audaxen. Welche der drei Siedlungen den Vorrang hatte, wird sich kaum nachweisen lassen. In Wethen wird der erste Hof in der Nähe des Gemeindebrunnens, der Bückhelle, gebaut sein, den Bewohnern von Reckenen war das Wasser vom Ellerborn im Bachlauf ein köstlicher Trank, der auch für Audaxen nicht weit lag. Ihre Gründung wird für die Zeit von 600 - 900 anzusetzen sein, was nicht ausschließt, daß dort bereits früher Siedlungen vorhanden waren, die später ihren Namen erhielten. Zu den Einzelhöfen bauten die nachfolgenden Söhne weitere und erschlossen sich die nächste Umgebung; so entstanden Hofgruppen, wie wir uns unsere frühmittelalterlichen Siedlungen durchweg zu denken haben. Wir sahen die Wellenbewegung der Stämme im Diemeltal etwa im Laufe eines Jahrtausends: von Norden stießen die Cherusker vor, ihnen begegneten von Süden die Chatten, wieder kamen von Norden die Engern und von Süden die Franken. Je nach ihrer Stoßrichtung benutzten sie die Berge als natürliche Verteidigungsanlagen, Von den vorgeschichtlichen Fliehburgen abgesehen, müßten die Chatten die Eresburg und den Gaulskopf verwendet haben, da der steile Nordhang den besten Schutz gegen angreifende Feinde aus dem Diemeltal bietet. Die Cherusker und Engern brauchten auf der Südseite nur den jeweiligen Zugang durch eine Schanze mit einem Tor zu befestigen und zu verteidigen, um einen gesicherten Rückhalt zu gewinnen; im Fall einer Erstürmung durch den Gegner stand dem einzelnen Mann immer der Weg nach Norden den Abhang hinunter offen. Zur Verteidigung dieser Volksburgen fanden sich alle Genossen der Mark bzw. des Gaues ein.

Die Franken bauten neben die alten Volksburgen im Sachsenlande häufig Königshöfe zur Sicherung des eroberten Gebiets. Das waren Wohnburgen, in denen Grafen oder Königsbauern saßen und in denen Vorräte und Lagerraum für durchziehende Heere zur Verfügung standen. Es ist durchaus denkbar, daß die Kurie Reckenen aus solchem Grunde entstanden ist. Eine Kuria hatte 5 Hufen, etwa 150 Morgen, die ein Freier bewirtschaftete; das andere Land wurde von Hörigen bestellt. So würde sich der Name der Siedlung leicht erklären (970 Rikine, 1128 und 1185 Rekene) als Reichsgut (mundartlich Rijk) als Reichsgut, das aus der umliegenden Mark gelöst wurde, und damit fände auch der benachbarte „Königsberg" als Königswald = königliches, Reichs-Eigentum seine Deutung. Wie in der Nähe von Goddelsheim, Korbach und Marsberg Gruppen von fränkischen königlichen Zinsbauern angesiedelt wurden (U. Bockshammer, Ältere Territorialgeschichte der Grafschaft Waldeck, S. 42), könnte es auch hier im Diemeltal erfolgt sein, um durch eine gelenkte Siedlung an den Hängen (Papenheim, Rottheim, Reckenen) Fuß zu fassen.

Allerdings wollen wir uns hüten, in jedem Ortsnamen einen bündigen Beweis für die Zeit seiner Entstehung zu finden. Noch um 1700 wurde Wrexen als Wrexheim und Braunsen mit Braunsheim bezeichnet und umgekehrt wandelte sich Lütersen in Lütersheim.

Die geschichtliche Entwicklung von Wethen

Mit der Eroberung des Sachsenlandes durch die Franken wandelte sich die Gaueinteilung und -Verfassung. Die freien Männer wählten nicht mehr ihren Führer. Die neuen Comitate wurden nun durch beamtete Grafen verwaltet und zwar im Namen des Königs. Die bisherigen Kleingaue, Go genannt, wurden z.T. zusammengefaßt; ein Graf konnte einen ständigen Vertreter haben, namentlich dann, wenn er mehrere Gaue verwaltete. Karl der Große setzte in dem an der mittleren Diemel entstandenen sächischen Hessengau seinen sächsischen Anhänger Asig, auch Esig, Adalrich genannt, als Grafen ein; seine Familie ist wohl 100 Jahre im Besitz der Grafenwürde geblieben (Bockshammer, a.a.O. S. 24ff). Zeitweise wurde sie durch frankische Konradiner verdrängt; für das Jahr 897 ist Graf Konrad bezeugt.

Herzog Eberrhard von Franken brachte 919 nach dem Tode seines Bruders, des Königs Konrads I., auf dessen Wunsch dem Sachsenherzog Heinrich die Krone. Das hinderte ihn jedoch nicht, dem Sohne Otto I. nach der Thronbesteigung den Kampf anzusagen, in dem er 939 sein Leben verlor. Kaiser Otto übernahm den Hessengau nun als Reichsgut; für die Jahre 942-965 ist darin Graf Elli bekannt. Otto II. gab 980 den Gau an das Kloster Corvey. Von ihm wurde 990 als Graf im Nethe-, Hessen- und Ittergau Dodicho eingesetzt. Dieser verwaltete das Gebiet von der Burg Warburg aus. Sie hieß damals wie die gleichnamige Burg bei Eisenach (Thür.) Wartburg und lag in dem nach Südwesten vorspringenden Teil der Stadt (Friedhof), die sich noch Jahrhunderte Wartburg nannte.

Nach dem Tode Dodichos fielen die Lehen 1020 an das Reich zurück. Kaiser Heinrich II. gab die Grafschaft im nächsten Jahr dem tatkräftigen Bischof Meinwerk von Paderborn, Konrad II. 1024 nach seiner Thronbesteigung, wahrscheinlich als Dank für geleistete Unterstützung bei der Kaiserwahl, an Erzbischof Aribo von Mainz, 1033 jedoch wechselte sie wieder hinüber an Paderborn. Wie weit damals zwischen Mainz und Paderborn ein Abkommen aber die Abgrenzung ihrer Gebiete an der Diemel und Twiste vorgenommen wurde, ist nicht klar. So blieben Warburg-Welda paderbornisch, Wormeln-Volkmarsen mainzisch. Am 9. 0kt. 1295 traten Dechant und Kapitel der Kirche St. Johannes zu Mainz dem Grafen Otto von Waldeck alle ihre Güter zu Wethen als erbliches Eigentum ab (Westfäl. Urkundenbuch 4. Bd. 2368). Vermutlich stammt der Besitz noch aus jener Zeit.

Um 1000 hatte sich um Warburg die Grafschaft Donnersberg gebildet, die nach Süden bis Mengeringhausen grenzte. Mit dem paderbornischen Teil hatte Bischof Simon die Grafen von Northeim belehnt. Über sie und ihre Verwandten kam sie an die Grafen von Everstein, deren Burg bei Holzminden lag. Anscheinend waren sie gleichzeitig von Paderborn und Mainz belehnt. Die Gerichtsstätte am Donnersberg bei Wormeln wird in einer Urkunde des Klosters Arolsen 1239 zum letztenmal erwähnt: die Burg ist zerfallen wie die der Eversteiner, die Flurbezeichnung geblieben.

Im Jahre 1123 erhielt Graf Widekind I., dessen Stammburg in Schwalenberg (Lippe), die verwaltete Grafschaft Merstemen zwischen Deister, Leine und Steinhuder Meer lag, die Vogtei über das Hochstift Paderborn, seit sieben Jahren war er Vizevogt des Klosters Corvey. Er erwarb um 1130 Itter, die Stammburg des gleichnamigen Gaues, und faßte damit festen Fuß in dem Land südlich der Diemel. Sein Sohn Volkwin II. gewann durch Heirat ziegenhainischen Besitz um Waldeck, nach dessen Burg sich der Enkel Widekind III. Graf von Waldeck nannte. Die Nachfolger verzichteten bewußt auf das Gebiet nördlich der Diemel, in dem sie stets im Dienste von Paderborn und Corvey stehen würden. Zwischen Diemel, Eder und Assinghäuser Grund schufen sie sich eine eigene, unabhängige Grafschaft, die sich 800 Jahre gegen starke Nachbarn behauptete und erst mit dem Anschluß des Landes Waldeck an Preußen am 1. April 1929 ihr Ende fand.

Der Erwerb aller Rechte von den bisherigen Besitzern konnte in der neuen Grafschaft nur langsam und stetig vor sich gehen. Schrittweise gaben die Grafen von Waldeck in der bisherigen Vogtei Boden preis. Graf Widekind III. kehrte vom Kreuzzug gleich seinem Kaiser Friedrich Barbarossa nicht zurück, dadurch ging Paderborn als Vogtei verloren. 1227 verzichteten die Grafen Volkwin IV. und Adolf I. auf die Vogteien Willebadessen und Gehrden, doch konnte Graf Heinrich als Patron der erledigten Kirche zu Bühne (Kreis Warburg) und Tochterkirche zu Emmerich bei Groß-Bühne noch am 30. März 1500 den Johann Albich als Nachfolger dem Offizial der Dompropstei in Paderborn vorschlagen (Urk. 906 Kl. Hardehausen im StA. Münster). Auch andere Rechte und Güter besaß er um jene Zeit noch im Stift Paderborn. Im 16. Jahrhundert wurde die Diemel als natürliche Grenze zwischen Paderborn und Waldeck empfunden und anerkannt.

Mit der Übertragung des Hessengaues an Kloster Corvey war auch Wethen in dessen Besitz übergegangen. Schon vorher hatte das Stift dort Güter erworben (nach Varnhagen, Grundlage der waldeckischen Landes- und Regentengeschichte um 900, Trad.Corb. S. 553), in Scherfede, Rimbeck, Audaxen (Trad.Corb. §§ 412, 424), Welda bereits um die Mitte des 9. Jahrhunderts.

Durch eine Schenkung Sibidos um 1010 wurde Corveys Besitz in Wethen vergrößert, auch in Reckenen wird er 970 genannt. Von Hermann von Kalenberg kaufte Graf Otto von Waldeck am 27. März 1286 die halbe Vogtei Wethen wiederkäuflich für 20 Mark. Wie der Besitz in die Hand des Kalenbergers gelangte, konnte noch nicht festgestellt werden; ein Rückkauf erfolgte nicht (StA. Marburg, Wald.Arch. Urk. 4364). 1318 übereigneten Abt Rupert und Konvent des Stifts Korvey dem Stift Marsberg den Zehnten in Widene (Wald.Arch. Urk. 4366); anscheinend handelt es sich um die andere Hälfte des Zehnten. 1323 verkaufte Graf Otto von Waldeck seine Güter in Wethen, 3 Hufen in Rekene und die Kliftmühle an die Brüder Heinrich und Amelung von Asseln wiederkäuflich für 210 Mark (Urk. 4367); auch hier scheint das Rückkaufsrecht nicht ausgeübt zu sein. 1339 verschrieb Graf Heinrich IV. seiner Schwiegertochter Mechthild von Braunschweig als Leibzucht neben anderen Renten aus dem Amt Rhoden auch solche aus Wethen und Reckenen und Heinrich VI. 1390 an Kurt Spiegel vom Desenberg (Bockshammer S. 181).

Kleinere Verschreibungen wurden von den Grafen noch im 15. und 16. Jahrhundert vorgenommen.

Die Lehnsgrafen des Klosters Corvey hatten in den Dörfern wieder Lehnsträger eingesetzt, die zumeist als Ritter (miles) oder Knappe (famulus) bezeichnet werden. Diese Ministerialen bilden mit den Freien den niederen Adel, der seinen Namen nach dem Ort seiner Herkunft nimmt; die meisten Bewohner des Landes waren inzwischen dem Grundherrn hörig geworden. Seit 1147 sind Korveyer Ministerialen der Familie von Wethen bezeugt, sie erscheinen seit 1195 im Gefolge der Grafen von Waldeck.

Am bekanntesten von ihnen ist Ritter Udo von Wethen geworden, weil er allgemein als Stifter der Kirche und Gründer des Dorfes gilt. Die Siedlung Wethen war bestimmt seit Jahrhunderten da, vielleicht hat er den entstandenen Höfen durch den Bau der Burganlage einen Mittelpunkt und Zusammenhang gegeben. Als im vergangenen Jahr der Heizungskeller der Kirche gebaut wurde, stießen die Bauhandwerker auf die Mauerreste. Neben der Krypta, der einzigen im Waldecker Land, die als Burgkapelle diente, ist noch der romanische Turm der Kirche aus dieser Zeit erhalten.

Die Stiftung der Kirche wird für das Jahr 1239 angesetzt. Ritter Udo erscheint als Zeuge bei Beurkundungen von 1225 -1293 im Gefolge des Bischofs von Paderborn und des Abts von Korvey, ebenso Ritter Goswin von Wethen von 1232 -1271 auch in Verbindung mit dem Grafen Otto von Everstein. Goswin wird 1239 gleichzeitig mit seiner Gattin genannt, 1274 seine Witwe Aleyd. Dietrich von Wethen nennen wir für die Jahre 1230-1298 auch unter dem Namen Theodericus, Ritter Hermann als Bürger und Ratmann von Warburg nebst Frau 1266 und seinen Sohn Conrad (1264 mit Frau Adelheid) von 1239 - 1277 ebenso dort. Dessen Schwiegersohn (Tochtermann) ist 1259 und 1275 Gerhard genannt Schulthetus. Als Richter von Korbach erscheint 1228 Johann von Wethen (Varnhagen, UB Nr.18). Vielleicht gehört auch Mathias Weeten., 1711 Pfarrer in Breuna, noch in diese Familie.

Es ist nicht bekannt, ob die Grafen von Waldeck nach Übernahme des Dorfes die Ministerialen von Wethen ihres Amtes entsetzt haben. Wahrscheinlich wird die Familie im 14. Jahrhundert im Mannesstamm erloschen sein, später finden wir sie nicht mehr. In den Veröffentlichungen der Historischen Kommission der Provinz Westfalen lesen wir in Band IV Heft 1 S. 96 unter Welda: „Copia vidimata (beglaubigte Abschrift) einer alten Obligation, worin Junker Wedekindt von Wethen drey Malder korns halb in halb ander aus seinen eigen freyen Erfgude undt Hofe gelegen to Weten boven der Heerstrate in dat Wesen genannt der Paylthof denen bescheiden Gocken Göckeln und Wynandt Göckeln beyde Bröder tho düßer tydt wohnhaftig zu Alten Norden, von Holtesminne (Holzminden) geboren, samt den Hof zu gebrauchen und zu bebaven überlasset vor seven gelödige svare warburgische Marck genge und give, wit von Silver dergestalten, daß sie diese 3 Malder zue pfacht geben sollen - de anno Domini 1374 am tage Lucae evangelistae (18. Okt.)."

Die wirtschaftliche Entwicklung

Bis zum Einbruch der Franken stand es den Familien frei, wo sie siedelten; das wird für Wethen und Audaxen gelten. Nachher wurde das freie Land beschlagnahmt und als Königsland (Reichsgut) erklärt. So entstand vor dem Königsberg der Haupthof Rekenen mit einigen Kotstellen, d.h. 4-5 Arbeiterwohnhäusern, in denen die Hörigen wohnten, die auch etwas Land bestellen konnten. Auf dem Haupthof wohnte ein (Edel-)Freier, der sich seine Freiheit bewahrt hatte und sich im Mittelalter zum niederen Adel rechnete. Weil die meisten Männer die Bürde der Kriege (Verpflegung und Bewaffnung mußten selbst gestellt werden, durch die Abwesenheit litt die Bewirtschaftung des Hofes) zur Karolingerzeit nicht tragen konnten oder wollten, begaben sie sich in den Dienst eines Grundherrn, d.h. ihres Landesherrn, eines Ritters oder Klosters. In den Ortschaften beauftragte der Grundherr den Inhaber des größten Hofes mit der Verwaltung und Aufsicht der Güter; als solcher hieß er villicus major, daraus wurde das Wort Mejjer = Megger = Meyer. Der Grundherr verpachtete (vermeierte) das Gut für 6 oder 12 Jahre. Der Pächter mußte einen "Weinkauf" geben, auch bei jeder Erneuerung nach solchem Zeitraum. Der Grundherr stellte den "Meierbrief" aus, ebenfalls bei jeder Erneuerung des Pachtverhältnisses. Ein Anrecht vom Pächter (Meier) auf eine weitere Überlassung des Gutes bestand nicht. Der Grundherr konnte also jederzeit nach Ablauf der 6 oder 12 Jahre ein Gut neu vermeiern. 1627 beklagt sich der Richter Henrich Warburg beim Grafen, die von Warburg ließen von der Kanzel absagen, wer Lust hätte, könne den Asseler Zehnten von Wethen haben. Ein solches Vorgehen der Stadt Warburg zur Zeit der Gegenreformation und des Dreißigjährigen Krieges ist begreiflich; sie hatte sich nicht mit den vorigen Inhabern in Verbindung gesetzt. Die Grundherren verkauften ihre Besitzungen in den einzelnen Orten nach Belieben und Notwendigkeit, vererbten sie, und damit wechselten auch vielfach die Meier der Güter von Ort zu Ort mit den Grundherren. Man ist erstaunt über die zahlreichen neuen Namen, die von einem Jahrzehnt zum andern auftreten und zwar bis zu Beginn des Dreißigjährigen Krieges. Durch ihn wird das Land entvölkert, und nun können sich die Meier um die Güter mit den besten Ländern bewerben. Noch Jahrzehnte bleiben Höfe unbesetzt. Die Erblichkeit der Güter bahnt sich durch den Übergang vom Vater auf den Sohn im Laufe des l7. Jahrhunderts an und setzt sich durch. Damit entfällt wohl der Weinkauf, selbstverständlich nicht die Abgabe der Pacht an den Grundherrn, die in Form der Dienste weiterhin zu leisten ist. Das geschieht erst um die Mitte des 19. Jahrhunderts.

Nach der Größe des übernommenen Gutes unterschied man Ackerleute und Kötner: Der Ackermann (Vollmeier, Vollspänner) mußte den Dienst mit 4 Pferden ausführen, der Halbspänner mit zweien; wieviel Zugpferde sie tatsächlich auf ihrem Gut hielten, war unwichtig. Die Kötner leisteten nur Handdienste. Diese Dienste waren ein- für allemal festgesetzt. Infolgedessen konnten Güter nicht beliebig geteilt oder vereinigt werden, es mußten sich immer entsprechende Dienste ergeben. Während in den übrigen Gemeinden des ehemaligen Twister Kreises zur Bearbeitung des Landes allgemein 30 Morgen gerechnet werden, d.i.eine Hufe, gelten für Wethen mit seinem schweren und fruchtbaren Boden nach der Aufstellung von 1655 nur 24 - 28 Morgen. Als im l7. Jahrhundert nur wenige Anwärter für Güter zur Verfügung standen, konnten sie auch Acker- und Kötnergut in einer Hand vereinigen, sie mußten nur die entsprechenden Dienste leisten und Abgaben entrichten. Von jedem Haus, von dem der Rauch aufstieg, war 1600 das Rauchhuhn fällig; außerdem gaben die ganzen Kötner l Huhn, die Ackerleute 2-7 Hühner und dieselbe Zahl Stiegen Eier. Neben einem in Geld bemessenen "Wiesengeld" drückte vor allem die Getreideabgabe für das Ackerland, je nach der Besamung in Roggen oder Hafer zu gleichen Teilen (partim). Außer dieser "Heuer" war eine gleiche Fruchtabgabe für Rodeländer im Herbst nach der Ernte zu entrichten. Der "Feldzehnte" an Kloster Hardehausen lief nebenher, ebenso der Kirchenzehnte. Von den zur Eichel- oder Buchenmast getriebenen Schweinen mußte das Mastgeld gezahlt werden, für je 20 gehaltene Schafe verlangte der Grundherr l "Zählschaf" (deswegen wurden häufig 19, 39, 59 Stück gehalten). Ferner "muß ein jeder Hausgesessener 2 Stück Garn spinnen, die mit anderen (die sogen. Beisitzer oder Beisassen) im Haus sitzen, l Stück". Das dürfte genügen, denken wir. Weit gefehlt. Diese Abgaben waren nur einmal im Jahr erforderlich. Viel mehr drückten die wöchentlichen "Dienste", das beweisen die vielen Bitten und Beschwerden an die Amtleute und Kammer. 1568 beschwerten sich die Dorfschaften Wethen, Ammenhausen und Dehausen und baten Gräfin Anna um Erleichterung der Dienste, weil die Gemeinde Wrexen zu Arbeiten nach Billinghausen verordnet war.

Das 19. Jahrhundert ist für unsere ländlichen Gemeinden durch zwei Ereignisse gekennzeichnet: die Befreiung des Bauernstandes von Diensten und Zehnten und ferner die Zusammenlegung (Verkopplung) der Feldflur. Etwa ein Jahrzehnt nach den Befreiungskriegen waren die durch die Napoleonischen Kriege hervorgerufenen Notstände überwunden. Die Hoffnung auf eine lange Friedenszeit beflügelte die Menschen in ihrer Arbeit. Viele Männer waren als Soldaten in anderen europäischen Ländern gewesen, hatten andere Verhältnisse gesehen, und auch die daheim Gebliebenen erhielten Kenntnis durch sie oder durchziehende Truppen. Die freiheitlichen Gedanken der französischen Revolution fanden ihren Niederschlag in den Steinschen Reformen in Preußen und in Waldeck durch das Gesetz vom 24. Sept. 1851, durch das die Geschlossenheit der Bauerngüter aufgehoben wurde. Die Zahl der Ackergüter war bisher in gleicher Höhe geblieben, weil das Hufenland feststand und keine Erweiterung gestattete. Die Kötner hatten im 18. Jahrhundert durch Rodungen sowohl ihren Besitz wie auch ihre Zahl vermehrt; manche stiegen aus dem Stand der Beiwohner in den der Kötner auf. Damit erklären wir das Anwachsen der Geburtenzahl von 1750-60 und von 1790-1810 (siehe Zeichnung S. 66 im Original des Ortssippenbuches). Die Zahl der Familienangehörigen und der Knechte und Mägde in den Bauerngütern blieb, da sich die Bewirtschaftung nicht änderte, in gleicher Höhe bestehen. Die halben Kötner und Beiwohner, die nun den Zuwachs brachten, waren zunächst auf eine landwirtschaftliche Arbeitsstätte angewiesen, erst im 19. Jahrhundert folgten gewerbliche in Wethen und Umgegend.

Kirche

An Stelle der mittelalterlichen Kirche entstand die klassizistische Dorfkirche im Jahre 1849 mit rechteckigem Kirchschiff auf mittelalterlichen Untermauern. Die Kirche verfügt über einen romanischen Turm aus dem 13. Jahrhundert und eine Krypta aus dem 11. Jahrhundert.

Die Kirchengemeinde in Wethen gehört heute zum evangelischen Kirchenkreis der Twiste.

Naturschutzgebiete

Naturschutzgebiete im Süden des Orts befinden sich am Hessenbühl und Eilsbusch.

Sehenswürdigkeiten

Sehenswert sind neben der Dorfkirche, das historische Rathaus aus dem 18. Jahrhundert (mit Durchgang zur Kirche) sowie einige diemelsächsische Fachwerkhäuser.

Bei dem Ort liegen die Reste der Ossenburg im Nordwesten des Orts sowie Reste einer Wallanlage auf dem Quast.

siehe auch

Wandern und Radwandern

Diemel-Radweg

Dem Flußlauf der Diemel folgt der Diemel-Radweg mit Start in Willingen über Usseln, Diemelsee, Marsberg, Diemelstadt, Warburg, Liebenau, Trendelburg bis nach Karlshafen.

Die dazugehörende Homepage zählt viele Sehenswürdigkeiten an der Diemel auf.

Drei-Seen-Radrundfahrt

(Quelle: RV 1896 Korbach e.V.)

Fahrtroute: Korbach Lelbach, Rhena, Bömighausen, Neerdar, Usseln, Willingen, Schwalefeld, Bontkirchen, Diemelsee, Heringhausen, Rhenege, Adorf, Vasbeck, Canstein, Udorf, Kohlgrund, Rhoden, Dehausen, Ammenhausen, Herbsen, Külte, Wetterburg, Twistesee, Braunsen, Elleringhausen, Niederwaroldern, Höringhausen, Strothe, Korbach.

Weblinks


Stadtteile von Diemelstadt

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