Westuffeln

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Blick zur Kirche in Westuffeln

Westuffeln ist ein Ortsteil von Calden mit mehr als 1.600 Einwohnern.

Der Ort liegt an der Nebelbeeke, die beim Nachbarort Obermeiser in die Warme mündet.

Bekannt ist der Ort heute auch durch seine Mineralquelle.

Geografie

Westuffeln liegt im Landkreis Kassel nordwestlich von Calden im Tal der Nebelbeeke, etwa einen Kilometer oberhalb der Mündung in die Warme.

Die Bundesstraße B 7 verläuft südlich, durch das Dorfes verläuft die Landstraße 3233.

Geschichte

Aus der Ortsgeschichte

Der landwirtschaftlich geprägte Ort wird als „Ufelohun“ erstmals in einer Urkunde des Klosters Fulda aus dem 9. Jahrhundert erwähnt, wobei allerdings "ufloun et altera ufloun" (= Uffeln und das andere Uffeln) gemeint sein können, wie es in einer weiteren Urkunde aus dem Jahre 965 heisst. Die beiden "Uffeln" (Westuffeln und Burguffeln) im ehemaligen Kreis Hofgeismar können jedenfalls beide auf eine weit mehr als 1000 Jahre alte Entstehungsgeschichte zurückblicken.

In der Zeit von 900-1294 lag der Ort in wechselndem Herrschaftsbereich der Grafen von Warburg, des Erzbistums Mainz und des Erzbistums Paderborn bevor er hessisch wurde. Lehnsherren waren die Herren von Schartenberg und Grope von Gudenberg (bis zum Jahre 1383) sowie die Herren von der Malsburg bis in das 19. Jarhundert hinein.

Westuffeln liegt an einer alten Fern- und Poststraße. Bis zum Jahr 1484 gehörte das Dorf zum Amt Schartenberg und ab 1484 bis 1835 zum Amt Zierenberg, bevor der Ort dem ehemaligen Kreis Hofgeismar angehörte.

Seit der hessischen Gebietreform zu Beginn der 1970-er Jahre ist Westuffeln ein Ortsteil der Großgemeinde Calden und gehört zum Landkreis Kassel.

Ausführlich zur Geschichte des Orts informiert u. a. die Zeittafel des Geschichtsvereins Westuffeln.

Die evangelische Dorfkirche

Auch im Refrain der Westuffelner Dorfhymne wird die Kirche natürlich erwahnt („Wie laatet de kerke im Dorpe“). Das genaue Baujahr der mittelalterlichen Kirche ist nicht bekannt. Nur der Kirchturm ist von dieser frühromanischen Kirche noch erhalten geblieben, die in Westuffeln zwischen dem 10. und 12. Jahrhundert errichtet worden ist und damals dem heiligen Johannes geweiht wurde.

An den Kirchturm im romanischen Baustil wurde ein gotisches Kirchenschiff angebaut.

Das heutige Kirchenschiff im neugotischen Stil wurde ab dem Jahre 1882 errichtet und am 18. März 1883 eingeweiht. Bei einer umfassenden Restaurierung im Jahre 1982 erhielt die Kirche auch eine Heizung.

Auf dem Westuffelner Friedhof findet sich ein Predigerhäuschen aus dem Jahre 1694, das inzwischen eine umfassende Renovierung erfahren hat.

Kleine Zeitreise auf Schuhsohlen

21 Infotafeln berichten aus Westuffelns Vergangenheit - Ein Projekt des Geschichtsvereins

aus: HNA-online vom 16.8.2009

Westuffeln. Alt-Westuffeln lässt sich wieder zu Fuß erkunden - zumindest punktuell. Ein Projekt des Geschichtsvereins Westuffeln erlaubt die Begegnung mit Gebäuden und Orten, die heute nicht mehr oder in veränderter Form existieren. 21 Tafeln mit historischen Abbildungen und erläuternden Texten sind jetzt im Dorf installiert worden. Weitere könnten, sagt Geschichtsvereins-Vorsitzender Wolfgang Lange, im Laufe der Zeit noch hinzukommen.

Den Schwerpunkt der kleinen ortsgeschichtlichen Route bildet naturgemäß die Kasseler Straße, die von vielen Älteren auch noch Holländische Straße genannt wird. Hier finden sich nicht nur die Kirche und zwei frühere Pfarrhäuser, sondern auch der alte Posthof.

Poststation an Fernstrecke
Seine unmittelbare Lage an der historischen Fernstrecke machte Westuffeln einst zur Poststation auf der Postlinie zwischen Kassel und Warburg. Dem Gutshof Berndt waren vom Landgrafen Mitte des 18. Jahrhunderts die Postgeschäfte übertragen worden, der Gutsbesitzer fungierte nun auch als Posthalter. Am Posthof wurden die Kutschpferde gewechselt. Zehn Pferde standen in Westuffeln für den Posttransport zur Verfügung, acht für zwei Vierer-Gespanne, zwei als Ersatz, wie der Infotafel an Station 8 zu entnehmen ist.

An anderer Stelle erläutern Infotafeln alte Straßenbezeichnungen oder markieren entlang der Tränke den Verlauf des längst zugeschütteten Mühlgrabens. In der Mengeföhre erinnert das Repro eines historischen Bildes an Thielemanns Haus, das schon lange nicht mehr existiert: Das alte diemelsächsische Bauernhaus wurde Anfang der 1970-er Jahre abgerissen.

Ein halbes Jahr Arbeit hat der von den Vereinsmitgliedern Ehrhard Groß und Georg Butterweck tatkräftig unterstützte Vorstand in das Projekt investiert. Die Absicht: Ortsgeschichtliches soll im Westuffelner Alltagsleben ein Stück weit wieder erlebbar werden. Der informative Dorfspaziergang empfiehlt sich nach Überzeugung von Wolfgang Lange und seinem Team auch Ortsfremden.

Der Geschichtsverein will jetzt noch ergänzend zu den Tafeln einen Ortsplan mit Darstellung der Infopunkte herausbringen. (pbb)

Jubiläumsjahr 2009

Unter dem Titel "Das war 2009 in Westuffeln" legte der Geschichtsverein Westuffeln bereits zum dritten Mal einen gedruckten Jahresrückblick vor. Texte und Fotos erinnern an verschiedenen Jubiläen am Ort, etwa an das 100-jährige Bestehen des TV Westuffeln (TVW) und des Posaunenchors, das 130-jährige Jubiläum des Gemischten Chors, an 25 Jahre Theatergruppe "Die Moritzen" und 100 Jahre Wasserwerk.

Ebenso gehören historische Dokumente, Bilder von frisch sanierten Fachwerkhäusern oder eine Vokabelliste in Westuffelner Mundart zum Inhalt der 80-seitigen Broschüre.

Kulturwege

Die Kulturwege Calden ranken sich jeweils um ein Thema, das die Geschichte und das Leben der Menschen in Calden und den Ortsteilen beeinflusst hat. Auf Informationstafeln am Wegesrand gibt es Erläuterungen zur Geschichte.

Literatur

  • Kreis Hofgeismar, Handbuch des Heimatbundes für Kurhessen, Waldeck und Oberhessen III, Marburg/ Lahn 1966, S. 217 ff.

siehe auch

Unternehmen am Ort

Wilhelmsthaler Mineralbrunnen

Bereits Anfang der 1960-er Jahre stieß man in der Gemarkung von Westuffeln auf Mineralwasser, das heute von der Wilhelmsthaler Mineralbrunnen GmbH abgefüllt wird und als „Caldener“ oder „Wilhelmsthaler“ Mineralwasser erhältlich ist. [1]

156000 Liter Mineralwasser in der Woche werden nach einem Bericht in HNA - online vom 17.1.2008 im Wilhelmsthaler Mineralbrunnen abgefüllt. Im Sommer ist der Umsatz etwa doppelt so hoch wie in den Wintermonaten.

Kalksandsteinbrüche

Das in den Kalksteinbrüchen bei Westuffeln gewonnene Material ist auch für den Straßenbau im Raum Kassel bestimmt.

BioWärme Westuffeln

Westuffeln ist auf dem Weg zum Bioenergiedorf, hieß es in einem Pressseartikel der HNA Ende Mai 2010. Danach will die neu gegründete Genossenschaft BioWärme Westuffeln eG ein Kraftwerk zur Kraft-Wärme-Kopplung (KWK) und ein Nahwärmenetz bauen und betreiben.

Vereine

Wussten Sie schon ...

  • ... dass die alte Sonntagsglocke der Westuffelner Kirche um 1200 in Bienenkorbform gegossen wurde und unter Denkmalschutz stand ? Nachdem sie bereits zum Ende des 1. Weltkriegs zum Einschmelzen für die Rüstung vom Kirchturm geholt und abtransportiert worden war, 1920 jedoch wieder zurückkehrte, wurde sie 1944 mit einer weiteren Glocke erneut abgeholt und vermutlich auf dem Hamburger „Glockenfriedhof“ zerbombt. Die andere Glocke wurde 1948 von den Westuffelnern Heinrich Pfläging und Heinrich Grebe dort entdeckt und wieder nach Westuffeln gebracht. (Wolfgang Lange, Geschichtsverein Westuffeln)
  • ... dass die Kirmes in Westuffeln bis 1963 sonntags begann, zwei Tage dauerte und eine Woche später eine Nachfeier stattfand? (Wolfgang Lange, Geschichtsverein Westuffeln)

Weblinks und Quellen

Quellen

  1. Informationen zum Wilhelmsthaler Mineralbrunnen auf www.hassia.de

Weblinks