Westerhof

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Westerhof
Wappen Karte
Wappen von Westerhof Deutschlandkarte, Position von Westerhof hervorgehoben
Basisdaten
Staat: Deutschland
Bundesland: Niedersachsen
Landkreis: Northeim
Einheitsgemeinde: Kalefeld
Geografische Lage: 51° 12′ N, 08° 56′ O
Höhe: 163 m ü. NN (Kirche)
Einwohner: ~530
Postleitzahl: 37589
Telefonvorwahl: 05553
Kfz-Kennzeichen: NOM
Amtlicher Gemeindeschlüssel: 03 1 55 006
Adresse der
Stadtverwaltung:
Kleiner Hagen 4
37589 Kalefeld
Offizielle Website: www.kalefeld.de
Politik
Bürgermeister: Edgar Martin (parteilos)

Westerhof ist ein Ortsteil der Einheitsgemeinde Kalefeld im Landkreis Northeim und hat ca. 530 Einwohner.

Gemeinde

Westerhof, vom Koppenberg aus gesehen. (Bild: Horst Bredthauer 2001)

Der Name "Westerhof" ist erstmals im Jahre 1190 urkundlich belegt. Heute gehört Westerhof zur Gemeinde Kalefeld. Die Gemeinde entstand im Zuge der Gemeindereform zum 1. März 1974 aus vormals selbstständigen Gemeinden des ehemaligen Alten Amtes Westerhof.

Das Ortswappen wurde einem Siegel nachempfunden, das mit einer Urkunde des Heinrich von Westerhof aus dem Jahre 1255 verbunden ist, mit Farben des ehemaligen Herzogtums Grubenhagen, dem Westerhof bis zur Auflösung des Fürstentums im Jahre 1596 angehörte.

Kultur und Museen

* Altes Spritzenhaus, Dauerausstellung von Feuerwehrtechnischen Geräten der Westerhöfer freiwilligen Feuerwehr (u.a. die Handdruckspritze von 1896)

* Heimatstube des Heimatvereins Westerhof, Dauerausstellung im Treffpunkt Westerhof von Werkzeugen und Geräten aus der Geschichte der Landwirtschaft und der Handwerksbetriebe in Westerhof (u.a. eine kompl. Böttcherwerkstatt)

Tradition

Das 5. Westerhöfer Dorffest findet am 19.06.2010 in der Ortsmitte von Westerhof, rund um den Rosenplatz statt.

Vereine in Westerhof

Ein reges Vereinsleben kennzeichnet die intakte Dorfgemeinschaft. Folgende Vereine sind in Westerhof aktiv:

  • MTV Westerhof 05 e.V. (Männer-Turn-Verein von 1905) - ca. 330 Mitgl.- MTV Westerhof 05
  • SG Westerhof e.V. (Sportgemeinschaft) - ca. 50 Mitgl.
  • Gemischter Chor Westerhof - ca. 70 Mitgl.
  • Heimatverein Westerhof e.V. - ca. 80 Mitgl.
  • Skat-Club Westerhöfer Buben - ca. 50 Mitgl.
  • DRK-Ortsverband Westerhof - ca. 100 Mitgl.
  • Freiwillige Feuerwehr Kalefeld - (Ortswehr Westerhof) - ca. 110 Mitgl.
  • SPD-Ortsverein Altes Amt - Abteilung Westerhof - ca. 25 Mitglieder - SPD Altes Amt
  • Jagdgenossenschaft Westerhof
  • Bollwerker 11 Mitgl.- Bollwerker

Wirtschaft

In Westerhof sind 4 Handwerksbetriebe (1 Tischler (Saunabau), 1 Friseur, 1 Elektriker, 1 Installateur),1 Industrieunternehmen für Montagetechnik, 1 Reisebüro, 1 Ingenieurbüro, 1 Gaststätte, 1 Unternehmen für Musik- und Gewinnspielautomaten, 1 Unternehmen für Veranstaltungstechnik und Veranstaltungsservice, sowie das Klosterforstamt Westerhof als Arbeitgeber tätig. Durch diese Unternehmen werden ca. 40 Vollzeit- und 20 Teilzeitarbeitsplätze im Ort zur Verfügung gestellt. Darüber hinaus befinden sich noch 5 Vollerwerbsbetriebe der Landwirtschaft in Westerhof.

Geographie

Westerhof liegt, von drei Seiten vom Westerhöfer Wald und der Luhne umrahmt, in einem Talkessel, der von der Aue durchflossen wird.

Geschichte

Ortschaft und Burg Westerhof

Merian-Stich der Burg und Ortschaft Westerhof.
Der Ursprung und der Bau der Burg und des Dorfes Westerhof ist urkundlich nicht belegt. Jedoch soll die Burg Westerhof nach einer alten Überlieferung schon vor "Caroli Magnis" (Karl der Große) Zeiten gestanden haben. Der Chronist Johann Georg Leuckfeld behauptet in seiner "Geschichte von Blankenburg", dass Herzog Bruno im Jahr 841 den Herren von Westerhof das Besetzungsrecht der Pfarrstelle zu Holthusen (Langenholtensen) übertragen habe, welches nach dem Aussterben des Geschlechts derer von Westerhof auf das Kloster Wiebrechtshausen übergegangen sei. Tatsächlich sind in einer Urkunde des Klosters Wiebrechtshausen aus dem Jahr 1351 die Herren von Westerhof als Patrone der Klosterkirche zu Wiebrechtshausen und Lehnsherren der Kirche zu Langeholtensen benannt. Der Name "Westerhof" ist erstmalig am 26. März 1190 urkundlich belegt, als Conradus de Westerhoue 4 Hufen Land (ca. 120 ha) und 10 bebaute Hofstellen in Elze an das Kloster Lamspringe verkauft.
Siegel des Heinrich von Westerhof aus dem Jahr 1255.
Er war also zu diesem Zeitpunkt ein überaus reicher Mann. Im 13. Jahrhundert werden Mitglieder des Hauses Westerhof häufig in Urkunden als Käufer, Verkäufer und Zeugen genannt. Aus dieser Zeit (1255) stammt auch das Siegel des Henricus de Westerhoue (Staatsarchiv Hannover), das in unveränderter Form noch heute als Ortswappen der Ortschaft Westerhof geführt wird.

1294 wird erstmals in Urkunden, dafür aber gleich mehrfach, von "Castrum Westerhoue", also von der Burg Westerhof, gesprochen. 1302 verkauften die bisherigen Besitzer, die Herren von Oldershausen, die Burg Westerhof für 1020 Mark mit der Freigrafschaft und umfangreichen Hoheitsrechten an den Hildesheimer Bischof Siegfried II. Durch den Verkauf wird im Bereich Westerhof eine neue politische Situation hergestellt. Das Bistum Hildesheim errichtet eine neue Verwaltungseinheit, aus der später das "Amt Westerhof" hervorgeht. In den nächsten Jahrhunderten ist die Burg Westerhof ständiger Gegenstand von Pfandverschreibungen, bis aufgrund finanzieller Schwierigkeiten des Bistums im Jahr 1519 die Herren von Oldershausen alleiniger Pfandinhaber sind. Als Ergebnis der "Hildesheimer Stiftsfehde" wird die Burg mit allen Rechten 1523 den Welfen überschrieben und gehört fortan zum Herzogtum Braunschweig-Lüneburg und wird durch einen Amtmann verwaltet.

siehe auch:

Altes Amt Westerhof

Herrenhaus auf Burg Westerhof, Sitz des Westerhöfer Amtmannes.
Westerhof war von 1302 bis 1859 Sitz des Amtmannes von Westerhof, der von hier aus die Amtsgeschäfte leitete und die Gerichtshoheit für die Einwohner ausübte.

Da das Amt Westerhof im Gegensatz zu den später hinzu kommenden neuen Ämtern, die durch das Herzogtum Braunschweig-Lüneburg eingerichtet wurden, bereits von den Hildesheimer Bischöfen im Jahr 1302 errichtet wurde, ist Westerhof ein sogenanntes "Altes Amt". Neben den Ortschaften, die heute zur Gemeinde Kalefeld und damit zum "Alten Amt" zählen, gehörten nach einer Karte aus dem Jahr 1643 auch noch die Ortschaften Ahlshausen, Sievershausen, Harriehausen, Willensen und Marke.

Das Amt Westerhof hatte bis zum Jahr 1859 Bestand, als durch die 2. königlich hannoversche Verwaltungs- und Gebietsreform das Amt Westerhof aufgelöst und mit dem Amt Osterode vereinigt wurde. Bis zum Jahr 1977 gehörte das ehemalige Alte Amt Westerhof nun zum Amt und später Landkreis Osterode, bis es dann durch eine weitere Kreisreform dem Landkreis Northeim angegliedert wurde.


Literatur / Quellen

* Horst Bredthauer, Geschichte der Burg Westerhof in Westerhöfer Jahrbuch 1994

Persönlichkeiten

siehe auch

Weblinks