Westberg bei Hofgeismar

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Blick vom Schanzen über die Deichhöfe zum Westberg, rechts im Hintergrund der Schöneberg
Blick über Parkschwimmbad und Campingplatz zum Westberg
Grillhütte auf dem Westberg-Plateau

Im Norden der Stadt Hofgeismar schließen der Westberg, der Heuberg und der Schöneberg das Hofgeismarer Becken ab. Der Westberg ist hier mit 341 m die zweithöchste Erhebung.

Westbergbaude

Fast an der höchsten Erhebung des Westbergs befindet sich eine Grillhütte, die gern von Vereinen und Gruppen für Feiern angemietet wird, die sog. "Westbergbaude".

Bis in die 70iger Jahre gab es noch eine bewirtschaftete Baude auf dem Westberg, die dann aber einem Brand zum Opfer fiel.

Aber auch schon vor dem 1. Weltkrieg war der Westberg ein beliebtes Ausflugsziel. Helmut Burmeister und Klaus-Peter Lange präsentieren in ihrem Buch mit Ansichten aus "Alt-Hofgeismar" dazu zwei Fotografien aus dieser Zeit (auf Seite 106) und vermerken:

"Alljährlich im Mai wanderten Schüler, Lehrer und Eltern von der Schule mit Trommeln und Pfeifen hinauf zum Westberg, um dort auf den "Tanzeplätzen" zu feiern. ...

Am gleichen Ort konnte man an Sonntagnachmittagen im Sommer Erfrischungen zu sich nehmen, die durch die Baudenwirte ausgeschenkt wurden."

Steinbruch und Basaltwerk Westberg

Bis Anfang der 60er Jahre wurde im Westberg in einem Steinbruch Basalt abgebaut. Hergestellt wurden dort Pflastersteine, Schotter und Split. Der Abtransport erfolgte mittels einer Seilbahn, die vom Westberg aus an der Nonnengrube vorbei über die Hümmer Landstraße hinweg bis zur Verladestation an der Bahn führte.

Die Seilbahn führte über den höchsten Punkt der alten Hümmer Landstraße. Zum Schutz der Fahrzeuge, welche die Seilbahn unterquerten, war eine große Metallgitterkonstruktion installiert, die von den Hofgeismarern als „Riesenbett“ bezeichnet wurde.

Von der Seilbahn übrig geblieben sind heute nur noch einige bemooste Sockel, auf denen sich ehemals die Träger der Seilbahn befunden haben. Auch zeugen an einigen Stellen noch Reste der Seilbahnkabel von der Vergangenheit. An manchen Stellen liegen noch Kabelreste auf der Erde, manche Stücke hängen – in Buchen eingewachsen – frei in der Luft. Übrig geblieben sind auch Reste der alten Bunkeranlagen, in denen früher Sprengstoffe und Maschinen gelagert wurden.

Im Jahre 2006 wurde vom HWGHV Hofgeismar eine der noch erhaltenen Loren aus dem ehemaligen Steinbruch generalüberholt und vor der Grillhütte auf dem Westberg aufgestellt. Mittlerweile wurde auch eine Gedenktafel installiert, die von der Geschichte des Basaltwerkes auf dem Westberg berichtet.

Hier ein paar der Fakten:

  • 1668 --> erste handschriftliche Eintragung eines Pachtvertrages im Stadtarchiv
  • 1926 – 1927 --> Die Petristraße wird mit Basaltsteinen aus dem Steinbruch gepflastert
  • 1933 – 1934 --> große Mengen an Schotter werden für den Autobahnbau verkauft
  • 1933 – 1936 --> 20 italienische Gastarbeiter aus Kalabrien arbeiten im Steinbruch
  • 1936 --> in der Steinbruchstraße werden Häuser für die Steinbrucharbeiter gebaut, aber nie von ihnen bezogen.
  • 1960 --> Ende der 50er Jahre / Anfang 1960 wurde der Betrieb eingestellt.

Galerie

Sagen

Die Sage zu den hohlen Steinen am Westberg findet sich bei Heinrich Rohde, Weserwellen und Diemelgrand - Geschichten und Sagen aus dem Gebiete der oberen Weser, der Diemel und der Esse, 5. Auflage aus Anlaß seines 50. Todestages, herausgegeben und mit Anmerkungen versehen von Micha Röhring, Hofgeismar 1995, S. 25 f.

Quellen

Bau der Brücke Umgehungsstraße B83 aus Richtung Offenberg gesehen. Im Hintergrund der Westberg, rechts die Häuser "Am Echelnberg"
  • Alt-Hofgeismar, Bilder aus einer vergangenen Zeit 1870 - 1925, herausgegeben und erläutert von Helmut Burmeister und Klaus-Peter Lange, Hofgeismar 1979;
  • Bericht der HNA (Alfred R. John);
  • Material von Toni Hülsmann, Hofgeismar;
  • Tafel des HWGHV auf dem Westberg