Wesertor

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Das Wesertor aus dem Flugzeug betrachtet.

Der Kasseler Stadtteil Wesertor reicht vom östlichen Fulda-Ufer und von der Innenstadt Richtung Nordosten bis zum Stadtteil Wolfsanger/ Hasenhecke.

Geografie

Lage

Das Viertel um den Kasseler Pferdemarkt gehörte zum ehemaliges Altstadtgebiet, das im Zweiten Weltkrieg zerstört wurde. Ruinen von Zeughaus und Karlshospital sind Relikte früherer Zeiten.

Geschichte

Der Stadtteil entstand 1980 aus den Bezirken Altstadt und Wesertor und hat seinen Namen vom historischen Stadtteilgeschichte Kassel-Wesertor Weser-Thor erhalten, dass einst am heutigen Katzensprung stand.

Brüderkirche und Neue Brüderkirche

Die Alte Brüderkirche am Altmarkt wurde während des Krieges zerstört und danach wieder aufgebaut. Sie ist die älteste Kirche in Kassel, erbaut von 1292 bis 1376.

Heute wird sie von einer Stiftung verwaltet und kann für besondere Anlässe gemietet werden. Der Kirchengemeinde steht die Alte Brüderkirche für besondere Gottesdienste wie die Osternacht, Heiligabend oder Trauungen weiter zur Verfügung.

An die Alte Brüderkirche schließt der Renthof an; es handelt sich um die Reste eines Karmeliterklosters.

Die Neue Brüderkirche wurde zusammen mit dem Gemeindehaus an der Weserstraße 26 als Kirchengemeindezentrum errichtet und 1971 eingeweiht.

Gemeindehaus und Kirche sind im Stil der siebziger Jahre als Flachdachgebäude gebaut worden. Auf den Bau eines Kirchturmes hatte der damalige Kirchenvorstand verzichtet und den dafür vorgesehenen Betrag der Kirchlichen Entwicklungshilfe zum Bau einer Schule in Afrika übergeben.

Forum Wesertor

Das "Forum Wesertor" entstand 2003 als ein über die Grenzen des Wesertors hinaus bekanntes Stadtteilmagazin.

Großbrand im Jahr 2012

In der Nacht vom 19. Oktober auf den 20. Oktober 2012 kam es in der Wilhelm-Speck-Straße zu einem Großbrand. Die Feuerwehr löschte zehn Stunden lang einen Firmenkomplex, zu dem zwei Buchbindereien und eine Tischlerei gehörten.[1] Mehr als zwei Millionen Euro Schaden sind bei dem Brand entstanden. Viele teure Maschinen der Handwerksbetriebe sind zerstört worden. Der Hallenkomplex war abbruchreif. Kriminaltechniker beswtätigten, dass es ein technischer Defekt gewesen war, der das Feuer ausgelöst hatte.[2] Menschen kamen bei dem Brand nicht zu Schaden.

Video vom Brand am Wesertor

Leichenfund

Am 6. Mai 2015 wurde am Fulda-Radweg nahe des Flussufers zwischen dem Kleingartenverein und der Kläranlage die Leiche einer Frau gefunden. Mittags hatte eine französische Bulldogge vor einem Gebüsch angeschlagen. Das Frauchen des Hundes holte einen anderen Spaziergänger zur Hilfe. Der Kasseler entdeckte schließlich den toten Körper der spärlich bekleideten Frau, die Opfer eines Gewaltverbrechens war. Die Leiche war mit Gartenabfällen abgedeckt.[3] Eine Woche später, am 13. Mai, ist die Leiche identifiziert worden. Es handelte sich um die 58-jährige Monique S. aus Kassel. Das gaben die Kasseler Polizei und Staatsanwaltschaft in einer gemeinsamen Pressekonferenz bekannt.[4]

Insel Finkenherd

Blick von der Insel Finkenherd

Die Insel Finkenherd besteht aus der ehemaligen Flusswehr "Großer Finkenherd" und der Sandwehr, die heute miteinander verbunden sind. Der Große Finkenherd war zwischen 1547 und 1767 Teil der Festungsanlage von Kassel. Kassel. Der Älteste Teil des Finkenherds ist die Südspitze des Großen Finkenherds von 1547, welche aus massiven Steinen besteht und als Eisbrecher für die Ahnaberger Mühle diente. Nach Anlage der Bastion Ahnaberg (Heute Autovermietung Sixt)im Jahre 1569 wurde zwischen 1573 und 1581 die heute noch sichtbare Flusswehr erbaut. 1625 wurde zum weiteren Schutz des Wassergrabens, der an der Bastion Ahnaberg den Mühlgraben berührte, ein weiteres Vorwerk vor den Großen Finkenherd gelegt. Heute befindet sich auf diesem eine Grünanlage, die über eine Holzbrücke mit dem Finkenherd verbunden ist. Gegenüber vom Großen Finkenherd am anderen Fuldaufer befand sich der "Kleine Finkenherd" mit der "Unterneustädter Mühle". Woher der Name "Finkenherd" stammt ist unklar. Vielleicht wurden dort Vögel gefangen. Der Name kann aber auch mit den kleinen Kanonen zusammenhängen, die auf den beiden Anlagen standen. So gibt es das Wort "Funken" für die Artillerie, der die Anlagen gehörte. Zwischen Artilleriestraße und Fulda befand sich damals die Artilleriekaserne der Stadt und des Landes.

Auf der kleinen Insel nahe des Altmarkts befinden sich heute

  • der evangelische Kindergarten Kita am Finkenherd von der Altstädter Gemeinde Neue Brüderkirche,
  • die Früchteverwertung Sonbosa,
  • das Inselrestaurant Finkenherd:
    Das Ausflugslokal verfügt über einen Biergarten mit Blick auf die Fulda
  • das Gelände und Gebäude des Vereins Kanusport Kassel e.V..

Militäranlagen

Im Bereich des Stadtteils standen ehemals die Artillerie-Kaserne, die Festungsanlagen, das Zuchthaus und die Gießerei, aus welcher die Firma Henschel & Sohn entstand.

Politik

Oberbürgermeister und Magistrat

Oberbürgermeister der Stadt Kassel von 2005 bis 2017 ist Bertram Hilgen, SPD.

Der Oberbürgermeister hat den Vorsitz im Magistrat, der Verwaltungsbehörde der Stadt. Der Kasseler Magistrat setzt sich zurzeit aus fünf hauptamtlichen und 13 ehrenamtlichen Magistratsmitgliedern zusammen, die die Bezeichnung Stadträtin bzw. Stadtrat führen.

Außer dem Oberbürgermeister werden alle Mitglieder des Magistrats von der Stadtverordnetenversammlung gewählt.

Am 5.3.2017 wurde Christian Geselle, SPD zum neuen Oberbürgermeister der Stadt Kassel gewählt; er erhielt im ersten Wahlgang 56,6 Prozent der abgegebenen Stimmen. Damit wird Geselle Nachfolger des langjährigen SPD-Oberbürgermeisters Bertram Hilgen, der seinen Platz im Juli offziell räumen wird.

siehe auch

Vereine und Parteien

Parteien

Weblinks und Quellen


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  1. Aus HNA.de vom 20. Oktober 2012: Wesertor: Feuerwehr löschte zehn Stunden lang
  2. Aus HNA.de vom 22. Oktober 2012: Nach Wesertor-Brand: Spurensuche im Schutt
  3. Aus HNA.de vom 6. Mai 2015: Leiche an der Fulda: Frau wurde umgebracht
  4. Aus HNA.de vom 13. Mai 2015: Leiche an der Fulda identifiziert: Opfer war eine Obdachlose