Werrawerk

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Das Werrawerk ist ein Wasserkraftwerk am Letzten Heller an der Werra bei Hann. Münden. Es wird heute vom schwedischen Statkraft-Konzern betrieben. Es produziert jährlich mehr als zehn Millionen Kilowattstunden Strom.

Geschichte

Brückenbauarbeiter bei einer Arbeitspause 61 Meter über der Werra. Im Hintergrund das Wasserkraftwerk.
Das Werrawerk wurde von 1921 bis 1924 vom preußischen Staat errichtet. Dieser trat das Staurecht an die Preußen Elektra ab. Das Erbbaurecht betraf nur das Kraftwerksgebäude, nicht aber die eigentliche Wehranlage mit den Walzen. Diese blieb im Eigentum des Deutschen Reiches und später der Bundesrepublik Deutschland.[1] Am 5. April 1945, wurde nicht nur die große, unweit des Werrawerkes liegende Werratalbrücke gesprengt, sondern auch der Steg am Wasserkraftwerk. Der Steg wurde später provisorisch geflickt.[2] Im Jahr 2000 wurde E.on deren Rechtsnachfolgerin, 2009 übernahm dann der norwegische Konzern Statkraft das Wasserkraftwerk. Im Jahr 2011 wurden das Werrawerk und die beiden Wehrfelder modernisiert. Dabei wurden auch die über 90 Jahre alten kettenbetriebenen Wehrwalzen ausgetauscht.[3]

Aktueller Zustand

Unterhalb der Maschinenhalle arbeiten drei Kaplan-Turbinen. Die Bewegung des Wassers wird zur Energieerzeugung genutzt. Durch die Überwindung von natürlichen oder künstlich erzeugten Höhenunterschieden wird ein Turbinenrad in Betrieb gesetzt, das einen Generator antreibt, die Energie wird über vier Erdkabel unmittelbar in das Versorgungsnetz eingespeist. Zur Steigerung der Gefällhöhe auf 3,77 Meter wird im Werrawerk das Wasser durch die Wehranlagen aufgestaut. Heute läuft das Werk größtenteils computergesteuert. Fünf Mitarbeiter kümmern sich um die Wartung der Werke in Hann. Münden, Wahnhausen und Affoldern.[4]

Rechtsstreit

Das Werrawerk im Jahr 2012
Das Werrawerk war Gegenstand eines Rechtsstreites zwischen dem Energieversorgungsunternehmen E.on gegen den Niedersächsischen Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz sowie die Bundesrepublik Deutschland. E.on wollte gerichtlich festgestellt wissen, dass es nicht zur Unterhaltung der Wehranlage verpflichtet ist. Hintergrund war die Übertragung des Werkes vom Preußischen Staat an Preußen Elektra. Der preußische Staat hatte der Preußen Elektra ein großzügiges Erbbaurecht für das Kraftwerksgebäude eingeräumt. Das Unternehmen wurde damit Eigentümer des Gebäudes, brauchte aber keinerlei Erbbauzinsen zahlen. An dieser Konstellation wurde auch nicht gerüttelt, als die E.on zur Rechtsnachfolgerin wurde. Das Erbbaurecht betraf nur das Kraftwerksgebäude, nicht aber die eigentliche Wehranlage mit den Walzen. Diese blieb im Eigentum des Deutschen Reiches und später der Bundesrepublik Deutschland. Hierauf stützte sich denn auch die Klage: Nach Ansicht von E.on war das Unternehmen nicht für die Instandhaltung der Anlage verantwortlich, weil sie ihm nicht gehört. E.on führte die Klage nach der Übergabe des Kraftwerkes im Namen von Statkraft weiter. Das Verwaltungsgericht Göttingen wies die Klage im Jahr 2011 allerdings ab. Die Richter verwiesen auf einen Vertrag zwischen dem Staat Preußen und der PREAG. Danach übertrug der preußische Staat dem Unternehmen alle Rechte und Pflichten aus der Erbauung des Kraftwerkes. Die PREAG erkannte damals ausdrücklich ihre Verpflichtung an, die Stauanlage und die Schleuse in ordnungsgemäßem Zustand zu erhalten. Dies galt nach Ansicht der Richter auch weiterhin.

Die alleinige Unterhaltspflicht liegt demnach beim Betreiber. [5]

Architektur

Das Bauwerk steht seit 1985 unter Denkmalschutz. Die Holzdecke befindet sich noch im Originalzustand. Das Krafthaus wurde aus Buntsandsteinquadern erbaut, die aus einem Steinbruch oberhalb des Kraftwerks stammen.

Video von der Sanierung

Siehe auch

Weblinks und Quellen

  1. Aus HNA.de vom 10. Mai 2011: Betreiber ist in der Pflicht
  2. Aus HNA.de vom 29. April 2011: Statkraft investiert in Wasserkraftwerk am Letzten Heller
  3. Aus HNA.de vom 24. November 2011: Neue Technik für Wehranlage
  4. Aus HNA.de vom 29. Februar 2012: Zerstörung durch Salzwasser: Mündener Werrawerk wird erneuert
  5. Aus HNA.de vom 10. Mai 2011: Betreiber ist in der Pflicht