Werner Dettmar

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Werner Dettmar war Schriftsteller und ein bekannter Kasseler Historiker, der sich mit der Geschichte Kassels auseinandersetzte. Er schrieb Bücher über den Zweiten Weltkrieg, vor allem über die Bombennacht vom 22. Oktober 1943 und die Auswirkungen auf seine Heimatstadt. Am 21. März 2016 verstarb er.

Leben

Sein Vater Wilhelm Dettmar war Leiter des Kasseler Luftschutzwarnkommandos. Bei zu frühem Alarm drohte ihm wegen Ausfällen in der Rüstungsproduktion das Kriegsgericht. Eine zu späte Warnung kostete womöglich Menschenleben. Als 16-jähriger Luftwaffenhelfer hat Werner Dettmar die Bombennacht er- und überlebt. Ein Jahr danach wurde er von einem Granatsplitter schwer am Kopf verletzt. Die letzten Monate des Krieges verbrachte er im Lazarett. Im zerstörten Kassel machte er Abitur und begann eine Ausbildung in der städtischen Verwaltung. Zuletzt war er im Kasseler Kulturamt tätig.

Für seine Heimatstadt hat der Historiker zwei Dokumentationen erarbeitet und seine Erinnerungen an die Bombennacht verarbeitet. "Die Zerstörung Kassels im Oktober 1943" aus dem Jahr 1989 heißt ein Buch, für das Dettmar mit der Stadtmedaille und dem Paul-Dierichs-Preis ausgezeichnet wurde. An dem Werk forschte er 15 Jahre. Sein zweites Buch gab er zusammen mit Helmut Brier heraus, es heißt "Veränderungen einer Stadt." Als Pensionär arbeitete er für britische und amerikanische Archive. Er hat sich auf die Einsätze der westlichen Alliierten während des Zweiten Weltkriegs spezialisiert und für Archive ein Glossar erstellt, in dem über 1000 Abkürzungen und Spezialausdrücke der Militärs erklärt werden. Er arbeitete in einem internationalen Arbeitskreis zur Erforschung des Luftkriegs mit sowie an einer Dokumentation über den Luftkrieg in Ludwigshafen am Bodensee.

siehe auch