Werk Mittelfeld

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Das Werk Mittelfeld der Firma Henschel & Sohn AG im Jahre 1916

Das Kasseler Werk Mittelfeld der Firma Henschel & Sohn AG war unter anderem für die Produktion von Waffen und Rüstungsutensilien zuständig.

Geschichte

Mit Ausbruch des Ersten Weltkriegs war auch der Lokomotivenbauer in Kassel, die Firma Henschel AG, zur Rüstungsschmiede geworden. Die Arbeiter produzierten Geschosse, Zünder und Munitionswagen.

Bereits 1915 hatte Firmenchef Carl Henschel dem Kriegsministerium den Bau von Geschützen angeboten. Die Politiker aber lehnten ab, da zu jenem Zeitpunkt das Heer an allen Fronten siegte und die Regierung daher einen baldigen Friedensschluß erwartete. Dazu kam es jedoch nicht, im Gegenteil das Heer benötigte Waffen, die Henschel bauen sollte. Da der Platz in den Fabrikhallen in Rothendithmold nicht ausreichte, baute Henschel eine neue Anlage für den Geschützbau, das Werk Mittelfeld.

Die Rüstungsproduktion lief auf Hochtouren, die Arbeiter mussten Nachtschichten einlegen, um die Aufträge zu schaffen.

Die Henschelaner – die Beschäftigtenzahl lag 1908 bei 6200 und hatte 1922 ihren Höchststand mit 10733 – fertigen neue Geschütze an, arbeiten aber auch erbeutete Geschütze sowie Maschinenkanonen der Marine für die Fliegerabwehr um.

Der Lokbau wurde parallel dazu mit Hochdruck vorangetrieben. Henschel lieferte der Reichsregierung 798 Feldbahn-Lokomotiven, 1917 fuhr erstmals die Kriegs-Einheits-Lokomotive aus den Fabrikhallen. 433 Exemplare dieser Baureihe wurden ausgeliefert.

Eisenbahngeschütz von 1918

Der Dank des Kaisers für diese Anstrengung war der Firma gewiß. Am 31. August 1918 kam Wilhelm II. nach Kassel und zeichnet Carl Henschel und einige seiner Angestellten und Arbeiter mit dem Verdienstkreuz für Kriegshilfe aus.

Das Ende des Kriegs im Jahr 1918 zwang Henschel zur Umstellung: Die Maschinen für die Rüstungsproduktion mussten auf Druck der Siegermächte verschrottet werden. Andererseits war der Neuaufbau der Eisenbahn-Infrastruktur notwendig. Die Firmenleitung investierte und vergrößerte das Werk Mittelfeld zum Bau von Lokteilen. Außerdem wurden ein eigenes Dampfkraftwerk und eine Gießerei errichtet. Ab 1925 wurden im "Werk Mittelfeld" 35 Jahre lang Lastkraftwagen und Busse hergestellt.

Industriegebiet Mittelfeld

Das heutige Kasseler Mittelfeld ist ein Industriegebiet und befindet sich zwischen Rothenberg und Holländischer Straße. Im Jahr 2015 gehörten Bombardier, Rheinmetall, die Henschel-Antriebstechnik, Volkswagen, der Logistiker Rudolph und Daimler zu den Hauptmietern des Areals in Rothenditmold.

Im Februar 2014 wechselte das Mittelfeld die Besitzer. Seither gehört es den zwei Berliner Immobilienfonds Alemory Grundstücks GmbH 43 und 44. Dahinter verbirgt sich der zypriotische Investor Grand City Property (GCP) LTD. Bis Januar 2014 gehörten die beiden ehemaligen Henschel-Industriestandorte mehrheitlich der Immobilien-Tochter der Deutschen Bank, Rreef. Sie hatte sie 2007 gemeinsam mit zwei Investoren von ThyssenKrupp übernommen.[1]

siehe auch

Weblinks und Quellen

  1. Aus HNA.de vom 19. Februar 2014: Werke Mittelfeld und Rothenditmold verkauft