Weißenborn (Knüll)

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Weißenborn ist ein Ortsteil der nordhessischen Gemeinde Ottrau im Schwalm-Eder-Kreis mit ca. 380 Einwohnern.

Lage und Gemarkung

Weißenborn ist ein geschlossenes Dorf in einem vom Weißenbornbach und mehreren Seitentälern gebildeten Talkessel. Die Kirche befindet sich am Südostrand der Dorfanlage. Der Kirchhof ist wehrhaft ummauert.

Die Gemarkung hat eine Größe von ungefähr 405 Hektar.

1907 wird die Strecke der "Knüllwaldbahn" eingeweiht. Die Trasse führt von Treysa über Niederaula nach Bad Hersfeld. In Weißenborn wird ein Haltepunkt eingerichtet. Der Personenverkehr wird am 1. Juni 1984, der Güterverkehr Ende 1995 eingestellt. Die Trasse wird danach nur noch gelegentlich durch eine Museumsbahn genutzt. Heute ist der Verkehr auf der Strecke gänzlich eingestellt.

Geschichte

Schon im 12. Jahrhundert dürfte in Weißenborn eine Kirche bestanden haben. Hierauf deutet ein erhaltenes romanisches Fenster (monolithisches Rundbogenfenster um 1200) hin. Die Kirche wurde etwa um das Jahr 1300 umgebaut, wobei sie vermutlich auch das spätgotische Seitenportal erhalten hat.

Das Dorf Weißenborn wurde erstmals im Jahr 1309 als "Wisenborn" urkundlich erwähnt. Im Jahr 1311 erwirbt das Kloster Immichenhain von Ludwig von Schorbach dessen gesamte in dem Dorf gelegene Güter. Ab 1366 gehört das Dorf zum ziegenhainischen Teil des Amtes und Gerichtes Oberaula. 1375 verkaufen die von Ehringshausen dem Kloster Immichenhain ihr dortiges Gut.

1465 wird Weißenborn nach Oberaula eingepfarrt. Das Dorf hat 1585 45 Hausgesesse.

Etwa 1735 wird die Kirche in einem schlichten Barockstil zur Predigtkirche umgestaltet. Im Jahr 1777 gibt es in Weißenborn 55 Wohnhäuser mit 283 Einwohnern. Es gibt zwei Schmiede, zwei Maurer, drei Schneider, einen Seifensieder, zwei Schreiner, acht Leineweber, einen Wollkämmer, einen Wagner, vier Tagelöhner und Spinnerinnen, drei Schäfer, fünf Ziegel- und Kalkbrenner, einen Branntweinbrenner und -schenker, einen Wirt und einen Müller.

Im Königreich Westphalen bilden die Franzosen von 1807 bis 1813 das Kanton Oberaula, zu dem auch Weißenborn zählt. Nach der Wiedererrichtung des Kurfürstentums kommt das Dorf 1814 wieder zum Amt Oberaula. 1821 wird Weißenborn im Rahmen der Kurhessischen Verwaltungsreform dem Justizamt Oberaula und dem neuen Kreis Ziegenhain zugeordnet. 1834 hat das Dorf 402 Einwohner. Ab 1867 gehört der Ort zum neu gebildeten Amtsgericht Oberaula.

Im Jahr 1900 wird die Kirche Filiale von Olberode.

Nach dem Zweiten Weltkrieg wird das Amtsgericht Oberaula 1945 aufgelöst und Weißenborn kommt zum Amtsgericht Neukirchen. 1950 hat das Dorf 576 Einwohner.

Die Gemeinde Weißenborn gibt am 1. April 1972 ihre Selbständigkeit auf und ist seitdem ein Ortsteil der Gemeinde Ottrau. Die Gemeinde Ottrau wird im Rahmen der Gebietsreform am 1. Januar 1974 in den neu gebildeten Schwalm-Eder-Kreis eingegliedert.

Siehe auch

Weblinks


Ortsteile der Gemeinde Ottrau
WappenOttrau.jpg

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