Wehren

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Wehren
Bundesland: Hessen
Regierungsbezirk: Kassel
Landkreis: Schwalm-Eder-Kreis
Stadt: Fritzlar
Einwohner: ca. 300
Vorwahl: 05622
Kfz-Kennzeichen: HR
Stadtverwaltung: Zwischen den Krämen 7
34560 Fritzlar
Bürgermeister: Hartmut Spogat (CDU)
Ortsvorsteher: Hartmut Spogat

Wehren ist ein Stadtteil der nordhessischen Stadt Fritzlar im Schwalm-Eder-Kreis mit rund 300 Einwohnern. In Wehren gibt es drei Vereine.

Lage und Gemarkung

Wehren liegt an einem nach Osten in das Tal der Ems abfallenden Berghang. Die Gemarkung hat eine Fläche von ca. 419 Hektar.

Nachbarorte sind Kirchberg, Dorla, Werkel, Haddamar und Lohne. Durch Wehren führt die Straße von Werkel nach Kirchberg. Diese kreuzt sich dort mit der Straße von Dorla, die weiter Richtung Haddamar zur Bundesstraße 450 führt.

Geschichte

Aus der Ortsgeschichte

Wehren wird erstmals im Jahr 1209 im Güterverzeichnis des Stifts Fritzlar als "Werhene" urkundlich erwähnt. Bereits 1255 wird in Wehren eine Mühle (de molendino prope Werehen) erwähnt, aus der das Stift Fritzlar Einkünfte hat. Landgraf Heinrich I. verkauft 1272 dem Deutschen Orden seinen Hof zu Wehren. 1274 genehmigt der Landgraf den Verkauf eines weiteren Hofes an den Deutschen Orden durch das Kloster Hasungen. In der Folgezeit erwirbt der Deutsche Orden noch weitere Besitzungen in Wehren.

Im Jahr 1345 üben die Hess von Wichdorf die Gerichtsbarkeit in Wehren aus. Ab 1360 ist das Gericht zu Wehren im Besitz der von Linne. 1369 wird erstmals eine Pfarrer in Wehren erwähnt.

Ab 1403 gehört Wehren zum landgräflichen Amt Gudensberg. Im Krieg zwischen dem hessischen Landgraf Ludwig I. und dem Erzbistum Mainz wird Wehren 1427 durch Mainzer Truppen geplündert. Ab 1433 haben die von Wehren das landgräfliche Untergericht zu Wehren als Lehen in Besitz. Im Jahr 1447 wird Dorla nach Wehren eingepfarrt. Ab 1487 ist die Kapelle Dorla jedoch nicht mehr mit der Pfarrei in Wehren verbunden.

Der erste evangelische Pfarrer in Wehren ist von etwa 1530 bis 1541 Melchior Wasmut. 1544 wird die Pfarrei Werkel nach Wehren gezogen. 1569 ist Dorla erneut nach Wehren eingepfarrt. In den Jahren 1575 und 1585 hat Wehren 21 Hausgesesse. Das Patronat über die Kirche sowie das niedere und peinliche Gericht wird durch den Landgraf von Hessen-Kassel ausgeübt. Wehren gehört weiterhin zum Amt Gudensberg. Dorla ist nun ein Filial von der Pfarrei Wehren.

Die von Wehren sterben Ende des 16. Jahrhunderts aus, so dass das Untergericht 1612 an die von Heßberg zu Lehen gegeben wird. Es folgen weitere Belehnungen bis 1823. 1639 gibt es Wehren 9 Hausgesesse, dies zeigt die verheerenden Auswirkungen des Dreißigjährigen Krieges.

Im Jahr 1747 gibt es in Wehren 33 Hausgesesse mit 196 Einwohnern.

Im Königreich Westphalen bilden die Franzosen von 1807 bis 1813 das Kanton und Friedensgericht Fritzlar, das zum Distrikt Cassel zählt. Hierzu gehört auch Wehren. Nach der Wiedererrichtung des Kurfürstentums werden 1814 die bisherigen Ämter neu eingerichtet und Wehren erneut dem Amt Gudensberg zugeordnet. 1821 wird im Rahmen der Kurhessischen Verwaltungsreform in Fritzlar ein Justizamt eingerichtet, zu dem auch Wehren gehört. Außerdem ist das Dorf seitdem Teil des neuen Kreises Fritzlar. 1834 hat das Dorf 279 Einwohner. Ab 1867 gehört Wehren zum Amtsgericht Fritzlar. Im Jahr 1885 leben in Wehren 271 Menschen.

1925 hat Wehren 259 Einwohner.

1932 wird aus den Kreisen Fritzlar und Homberg, der Kreis Fritzlar-Homberg, zu dem nun auch Wehren gehört. Im Jahr 1939 gibt es in Wehren 246 Eiwohner.

1950 leben in Wehren 445 Menschen und 1961 sind es 313 Einwohner.

Am 31. Dezember 1971 endet die Selbständigkeit der Gemeinde Wehren. Das Dorf ist seither ein Stadtteil der Stadt Fritzlar. Ab dem 1. Januar 1974 gehört Wehren, zusammen mit der Stadt Fritzlar, zum neu gebildeten Schwalm-Eder-Kreis.

Wussten Sie schon, dass ...

  • ... eine der Wehrener Glocken im Jahr 1555 gegossen, aus der Stadt Mecheln in Belgien ist? Sie zeigt kunstvolle Verzierungen, mit christlichen Motiven, die Wappen von Brabant und Mecheln, aber auch zwei Seenixen. Es bleibt ein Rätsel wie die Glocke nach Wehren gekommen ist.
  • ... die Herren von Wehren 1356 ihre Dörfer Langen- und Mittelvenne mit dem Landgraf Heinrich II. gegen das Dorf Riede tauschten? Diese Dörfer gingen unter anderem ein (Wüstungen), weil der Landgraf ihre Bewohner für die Neustadt (Freiheit) in Gudensberg brauchte.
  • ... es im Amt Gudensberg auch große Fischteiche gab? Einen bei Wehren, wo vor allen anderen Orten des Landes jedes Jahr ein großer Sprienen- und Starenfang gehalten wurde, so steht es 1646 bei Merian.
    August Bollerhey, Wehren
  • ... Ernst Wilhelm Krösel, 18 Jahre alt, aus Metze in Wehren in Stellung war? Pfingsten 1727 ging er nachmittags bei heißem Wetter in den ehemaligen Fischteich unterhalb der Forkenburg ins kalte Bad. Nach wenigen Schritten geriet er in einen tiefen Schlamm, so dass er jämmerlich stehend ertrank.
  • ... aus der Landwirtschaftlichen Zeitung für Kurhessen Jahrgang 1825 zu entnehmen ist, dass sich zwar Torflager in Niederkaufungen, Mönchehof, Hoof und Wehren befanden. Brauchbaren Brenntorf gab es jedoch nur in Niederkaufungen und Wehren.
  • ... im April 1924 der Schulrat die Wehrener Schule besuchte und der Schülerin Erna Pfennig ein Spiel überreichte? Die bei einem Schulwettbewerb im Kreis den besten Aufsatz (Eine Fahrt mit dem Autobus nach Kassel) selbstständig geschrieben hatte.
    August Bollerhey, Wehren

siehe auch

Weblinks


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WappenFritzlar.jpg

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