Wehlheiden

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Virchowstraße Wehlheiden: Henschelstift

Der Stadtteil Wehlheiden liegt südwestlich der Kasseler Innenstadt.

Geografie

Bevölkerung

(Stand: 31. Dezember)

2010: 13636 Einwohner (Ausländeranteil:1125 Einwohner = 8,3 Prozent)

Lage

Begrenzt wird der heutige Stadtteil Wehlheiden im Norden durch die Wilhelmshöher Allee (Stadtteil West, "Vorderer Westen"), im Westen durch die Bahnlinie mit dem Bahnhof Wilhelmshöhe (Stadtteile Bad Wilhelmshöhe und südlich im Anschluss Süsterfeld und Helleböhn), im Süden durch den äußeren Rand des Parkes Schönfeld (Stadtteil Niederzwehren), im Osten durch eine Linie entlang der Frankfurter Straße, dem südlichen Teil der Ludwig-Mond-Straße (Stadtteil Südstadt), quer durch das Auefeld Richtung Norden zur Wilhelmshöher Allee (Stadtteil Mitte).

Botanischer Garten

Die ursprüngliche Gemarkung Wehlheiden umfasste auch die Gebiete nördlich der Wilhelmshöher Allee ("Vorderer Westen") und das Auefeld. Ein schmaler Streifen im äußersten Westen des jetzigen Stadtteils Wehlheiden entlang der Bahnlinie gehörte ursprünglich zur Gemarkung Wahlershausen.

Wichtige Verbindungsstraßen, die durch Wehlheiden führen, sind Kohlenstraße und Tischbeinstraße in Ost-West-Richtung und Schönfelder Straße und Ludwig-Mond-Straße in Nord-Süd-Richtung.

Struktur

Wehlheiden hat 12.998 Einwohner.

Wehlheiden ist in erster Linie ein Stadtteil zum Wohnen. Es gibt keine Industrie und nur relativ wenige Handwerksbetriebe. Vorherrschend sind Dienstleistungsbetriebe und Einzelhandel. Im Bereich Stockplatz/Wehlheider Platz, dem alten Ortskern, gibt es auch ein recht dichtes gastronomisches Angebot. Hier findet alljährlich im August die "Große Wehlheider Kirmes" statt.

Geschichte

Aus der Ortsgeschichte

Der Ort Wehlheiden wurde erstmals 1146 urkundlich als "Welehethen" erwähnt. Wehlheiden gehörte politisch zum Amt Baune. Kirchlich war Wehlheiden fast 800 Jahre lang eine Filialgemeinde ohne eigene Kirche des Kirchspiels Weißenstein mit der Mutterkirche in Kirchditmold. Der Kirchweg erinnert noch an den Weg der Wehlheider zu ihrer Kirche in Kirchditmold. Bis ins 13.Jahrhundert gab es ein Ober- und ein Unterwehlheiden. Lange Zeit gehörte Wehlheiden zum Gericht Kirchditmold.

Wehlheiden wurde 1899 als erstes der in der Umgebung Kassels liegenden Dörfer eingemeindet. Die Stadt Kassel war zuvor bereits durch die Bautätigkeiten im damals neuen und eng mit dem Namen Sigmund Aschrott verbundenen Stadtteil Vorderer Westen (Hohenzollernviertel), in die Gemarkung Wehlheiden hineingewachsen, die im Norden bis zum Tannenwäldchen reichte (s.Lage).

Über die Kohlenstraße kam die Kohle aus dem Wald in die Stadt

Kohlenstraße Kassel-Wehlheiden

Sie hatte zwar eine große Aufgabe -­ Kohletransport aus dem Habichtswald in die Stadt. Aber auf Fotos sieht man: Sie konnte auch eine Straße zum Bummeln sein. Eine Landstraße, die zum Wald hinaufführt, vorbei an Wiesen mit knorrigen Apfelbäumen; links neben der Straße Schienen von einem Bähnchen. Jetzt heißt sie auf jedem Abschnitt anders: Kohlenstraße, Druseltalstraße und Im Druseltal. Vor 1940 reichte sie von der Stadt bis in den Habichtswald hinein. Von den dortigen Zechen wurde Braunkohle über die Kohlenstraße, genau deshalb heißt sie auch so, in die Stadt transportiert. Zunächst mit Pferd und Wagen; später ­- seit 1917 - mit Güterwagen der Herkulesbahn.

Kohle im Habichtswald wurde seit dem 16. Jahrhundert abgebaut. Die Mengen waren nicht großartig, aber immerhin deckten sie den Bedarf der Kasseler Industriewerke, die im 19. Jahrhundert entstanden",­ so beschreibt es Wilhelm Steckhan in seinem Buch über „Braunkohlenbergbau im Habichtswald”. Zeche Herkules, Zeche Marie, Zeche Hohes Gras, Zeche Roter Stollen, Zeche Drusel, Schlüsselstollen oder Schacht Großer Steinhaufen, so hießen die Braunkohlefelder im Habichtswald.

Die Bergleute fuhren dort hinauf die Kohlenstraße entlang mit der Herkulesbahn; der Fahrplan passte sich dem Wechsel von Früh- und Spätschicht an: 5.30 und 21 Uhr. Ab 1920 waren die anfallende Kohlenmenge so groß, dass sie nur noch mit Nachtfahrten zu bewältigen waren. Der Güterzugfahrplan vom Jahr 1922 verzeichnet: 17 Abfahrten von der Zeche Roter Stollen, sieben Abfahrten von der Zeche Herkules, zehn Abfahrten von der Zeche Drusel und 14 Abfahrten vom Steinbruch ­ laut Georg Adam Stör in seinem Buch „Die Herkulesbahn in Kassel”.

Die Kohlenstraße war um 1920 noch dünn besiedelt, da fühlte sich vom Zuglärm kaum einer gestört. Es gibt allerdings einen Briefwechsel zwischen Heinrich Goßmann und der Eisenbahndirektion: Goßmann hatte 1894 am oberen Bereich der Kohlenstraße, ­ dort wo heute die Seniorenresidenz ist, ­ eine Naturheilanstalt mit 125 Betten gebaut. „Goßmanns Sanatorium” hatte einen guten Ruf, dem besonders der nächtliche Güterverkehrslärm schaden könnte. Die Bahndirektion vertröstete Goßmann, bei den Nachtfahrten handele es sich um einen sechswöchigen Notbehelf. Aus den sechs Wochen wurden mehrere Jahre.

Die Zechen Herkules, Roter Stollen und Hohes Gras wurden 1940 stillgelegt. 1961 wurde der Schienen-Güterverkehr entlang der Kohlenstraße eingestellt. Bis 1966 wurde die Personenbeförderung auf Omnibusse verlagert, dann wurden alle Bahnanlagen entlang der Kohlenstraße abgebaut.

Die Druseltalstraße wurde den neuen Bedürfnissen angepasst: Mitte der Sechzigerjahre wurde sie als Zufahrtsstraße zum Truppenübungsplatz Ehlen ausgebaut, breit genug auch für schweres Gerät und Panzer.

(von Sabine Wilms | HNA vom 20.12.2005)

JVA Wehlheiden

JVA Wehlheiden, Foto: R.Stiehl

Die Justizvollzugsanstalt (JVA) Kassel-Wehlheiden befindet sich in der Theodor-Fliedner-Straße - Mauer, Zaun und Beobachtungsturm prägen auch das Straßenbild der Windmühlenstraße.

Der Gefängnisbau wurde bereits 1873-1882 als 'Königlich-Preußische Strafanstalt Cassel-Wehlheiden' errichtet und 1882 eröffnet.

Im Interesse einer zentralen Überwachung sind die vier Unterbringungsflügel strahlenförmig angeordnet (panoptisches System) und im Stadtplan als eine Art Stern schnell ausfindig zu machen. Das Gelände befindet sich auf einer Anhöhe, sodass die weithin sichtbare Kapelle der JVA ein prägendes Element in Kassels Stadtpanorama darstellt.

Die JVA Kassel l, eine JVA höchster Sicherheitsstufe, hat etwa 650 Haftplätze für männliche Erwachsene mit Freiheitsstrafen oder Untersuchungshaft; angegliedert ist auch das Zentralkranhenhaus für den gesamten hessischen Justizvollzug.

Kirchen

Literatur

  • Claus Feldner, Peter Wieden: Wehlheiden. Geschichten, Anekdoten, Photographien aus Alt-Wehlheiden und dem Vorderen Westen. Gudensberg-Gleichen, Wartberg-Verlag 1987
  • Thomas Wiegand: Kulturdenkmäler in Hessen, Stadt Kassel II - Vorderer Westen, Südstadt, Auefeld, Wehlheiden. Herausgegeben vom Landesamt für Denkmalpflege Hessen. Wiesbaden 2005 (Theiss)

Persönlichkeiten

Politik

Park Schönfeld

Oberbürgermeister und Magistrat

Oberbürgermeister der Stadt Kassel von 2005 bis 2017 ist Bertram Hilgen, SPD.

Der Oberbürgermeister hat den Vorsitz im Magistrat, der Verwaltungsbehörde der Stadt. Der Kasseler Magistrat setzt sich zurzeit aus fünf hauptamtlichen und 13 ehrenamtlichen Magistratsmitgliedern zusammen, die die Bezeichnung Stadträtin bzw. Stadtrat führen.

Außer dem Oberbürgermeister werden alle Mitglieder des Magistrats von der Stadtverordnetenversammlung gewählt.

Am 5.3.2017 wurde Christian Geselle, SPD zum neuen Oberbürgermeister der Stadt Kassel gewählt; er erhielt im ersten Wahlgang 56,6 Prozent der abgegebenen Stimmen. Damit wird Geselle Nachfolger des langjährigen SPD-Oberbürgermeisters Bertram Hilgen, der seinen Platz im Juli offziell räumen wird.

Kommunalwahl 2006

Bei den Wahlen zum Ortsbeirat erhielten die CDU 27,41% (4 Sitze), die SPD 43,43% (6 Sitze), die FDP 1,62% und die Freien Wähler 2,10% der abgegebenen Stimmen.

Kommunalwahl 2011

Bei den Wahlen zum Ortbeirat erhielten die CDU 20,05% (3 Sitze), die SPD 38,28% (5 Sitze), die Grünen 37,20% (5 Sitze) die FDP 1,33% und die Freien Wähler 3,14% der abgegebenen Stimmen.

siehe auch

Straßen und Plätze

Sophie-Henschel-Platz

Vereine und Parteien

Parteien

Vereine

Wehlheider Kirmes

Jedes Jahr am zweiten Wochenende im August findet die „Große Wehlheider Kirmes“ statt, eine der herausragenden Bürgerveranstaltungen in Kassel und nach dem Zissel das zweitgrößte Kasseler Volksfest.

Im Jahre 1949 wurde die alte Tradition der Kirmes in Wehlheiden erstmals nach dem Zweiten Weltkrieg wieder aufgenommen. Der Festplatz befand sich anfangs noch auf dem Sportplatz "Sülze" am südlichen Ende des Grassweges. Erst ab 1966 findet die Kirmes rund um den Georg-Stock-Platz und natürlich in den alteingesessenen Kneipen des Ortsteils statt.

Eine eigenständige Tradition der Wehlheider Kirmes ist die Wahl des "Wehlheider Bürgermeisters" am Wochenende vor der Kirmes. Der Bürgermeister "regiert" Wehlheiden vom Abend seiner Wahl bis zum Ende des Festes, das jeweils von Freitag bis Montag gefeiert wird.

Wichtige Einrichtungen, Institutionen und Gebäude

Schlösschen Schönfeld

Weblinks





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