Wega

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Die evangelische Kirche in Wega

Wega ist ein Ortsteil von Bad Wildungen im Landkreis Waldeck-Frankenberg mit etwa 700 Einwohnern.

Geografie

Bei dem Ort mündet die Wilde in die Eder.

Geschichte

Wega wurde im Jahre 1209 erstmals urkundlich erwähnt, ist aber vermutlich wesentlich älter.

Im Dreißigjährigen Krieg wurde der Ort durch schwedische Truppen stark zerstört, wobei von 22 Hofstätten offenbar nur zwei Wohnhäuser und die Kirche verschont blieben. Erst nach dem Krieg stieg die Einwohnerzahl wieder auf über 200. Bei einem Brand im Jahre 1869 wurde der Ort dann wieder stark in Mitleidenschaft gezogen und nur 18 Höfe und die Kirche blieben verschont.

Die Eisenbahnstrecke WabernBad Wildungen wurde 1884 mit dem Bahnhof Wega eröffnet. 1909 kam ein weiterer Bahnhof („Wegaer Mühle“) mit dem Weiterbau der Eisenbahnstrecke von Bad Wildungen nach Korbach hinzu. Die Brücke über die Eder zwischen Wega und Wellen wurde 1894/ 95 erbaut.

Während des Zweiten Weltkriegs befanden sich in den Jahren 1939 bis 1945 militärische Produktionsstätten der Henschel-Werke in Wega, die nach dem Krieg zur Produktion von Schaumstoff- und Latexprodukten genutzt wurden, bevor die Produktion in den 1990-er Jahren eingestellt wurde.

Im Zuge der hessischen Gebietsreform wurde Wega im Jahre 1971 ein Ortsteil von Bad Wildungen.

Als Stadtteil-Projekt zur Landesgartenschau 2006 wurde in Wega der Ortsmittelpunkt neu gestaltet, wobei auch ein kleinerer Nachbau der mehr als 300-jährigen Wegaer Mühle entstand.

Im Juni 2009 feierte der Ort ein 800-Jahr-Jubiläum.

Kirchen

  • Evangelische Kirche: das älteste Gebäude des Dorfs ist der Wehrturm der evangelischen Kirche mit seinem Chor aus dem 13. Jahrhundert. Das Kirchenschiff datiert aus dem 15./16. Jahrhundert.
  • Katholische Kirche: wesentlich jüngeren Datums ist die katholische St.-Bonifatius-Kirche, die 1961 geweiht wurde. Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs war die Bevölkerung von Wega durch Zuzug geflüchteter und vertriebener Menschen gewachsen, von denen viele katholischen Glaubens waren. Die Kirchengemeinde gehört zum Pastoralverbund Bad Wildungen - Waldeck.

siehe auch

Wussten Sie schon ...

Nachbildung zur Erinnerung an die historische Wegaer Mühle
  • ...dass sich oben auf der Wegschen Koppe ein Fundplatz für Gegenstände aus der Jüngeren Steinzeit befindet? Der Heimatforscher Rudolf Lorenz (1906-1979) barg dort im Jahr 1951 unter Mithilfe des Landwirts Karl Paul etliche Steinbeile und Speerspitzen.
  • ... dass die Wegaer Dorfkirche im Jahre 1335 zum ersten Mal erwähnt worden war? Sie war ein Filial der Mutterkirche St. Brigida auf dem Büraberg und selbst dem Heiligen Nicolaus geweiht. Der damals in Avignon residierende Papst gestand den Kirchen des Pfarrbezirks Büraberg für 40 Tage das Recht zur Ausstellung von Ablass-Briefen zu.
  • ... dass das heutige Gut Elim zwischen Wega und Wildungen im Jahre 1537 als Mühle erbaut worden war und den Namen „Rote Mühle“ trug? Der Mühlenbetrieb endete mit dem Verkauf der Anlage im Jahre 1857 nach einer Dauer von über 300 Jahren.
  • ... dass Wega im Dezember des Jahres 1716 für einige Tage eine Einquartierung hessischer Soldaten erleiden musste? Wegen eines Streits um den Besitz des Dorfes Wenzigerode ließ der hessische Landgraf seine Truppen das Schloss Alt-Wildungen belagern, bis Fürst Friedrich Anton Ulrich zwei inhaftierte Aufrührer aus Wenzigerode frei gab.
  • ...dass für den Bau der ersten Ederbrücke zwischen Wellen und Wega (1894/95) die Anliegergemeinden ein Drittel der Kosten aufbringen mussten? Sie trugen damals 17 745 Mark zusammen: Wega 4000 Mark, Wellen 6000 Mark sowie Züschen 1000 Mark. Rittergutsbesitzer von Garvens aus Züschen spendete 6000 Mark. Weitere Privatleute aus Wellen und Wildungen 745 Mark. Die Gemeinde Wega verpflichtete sich zur künftigen Unterhaltung der Brücke.
  • ... dass am 1. Juli 1895 in Wega bei Johannes Wiesemann die erste Postagentur für die unteren Ederdörfer eingerichtet worden war? Sie erhielt im Jahre 1898 den ersten Telefonanschluss des Dorfes an die Leitung Wildungen-Fritzlar-Kassel.
  • ...dass der frühere Wegaer Bürgermeister Fritz Störmer (1878-1969) dieses Amt während dreier deutscher Regierungsformen verwaltete? Nämlich in der Weimarer Republik, im „Dritten Reich“ und in der Bundesrepublik. Störmer genoss das Vertrauen der Wegaer Einwohnerschaft vom Jahr 1926 bis zum Jahre 1952.
  • ... dass die Kreisstraße Wega-Anraff-Giflitz im Jahre 1862 gebaut worden war? Die Kreiskasse gewährte dazu der Gemeinde Wega einen Zuschuss für den Bau einer eisernen Brücke über die Wilde am Dorfausgang.
  • ... dass die 1957 an das benachbarte Schaumstoff-Werk verkaufte Wegasche Mühle bei einem Großbrand im Jahre 1963 zerstört wurde? Sie war in einem Verzeichnis des St. Petersstiftes zu Fritzlar schon um das Jahr 1300 erstmalig erwähnt und hat demnach wahrscheinlich mindestens 700 Jahre bestanden.

Ernst-Friedrich Gallenkamp, Wellen

Weblinks