Weckewerk

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Weckewerk ist eine nordhessische Spezialität, die nach verschiedenen Rezepten hergestellt wird, zumeist aber aus altbackenen Brötchen, Fleischresten, Gehacktem, Zwiebeln, Kümmel, Majoran, Salz, Pfeffer und Boullion, wobei die Zutaten fein zerkleinert und dann zu einer festen Masse verkocht werden.

Geschichte und Zusammensetzung

Früher war Weckewerk ein typisches Resteessen vom Schlachttag. Die Schlachtreste wurden durch einen Fleischwolf gedreht und in Brühe aufgelösten Brötchen mit Zwiebeln, Majoran und anderen Gewürzen zu einer Masse verarbeitet, die in der Pfanne scharf angebraten und zu Pellkartoffeln und sauren Gurken verzehrt wurden.

Heute wird Weckewerk zumeist eigens als nordhessische Spezialität aus Schwarten und Schweinefleisch hergestellt.

Worterklärung

Das Substantivkompositum Weckewerk (“Weggewerch”) besteht aus den beiden lexikalischen Morphemen Wecke und Werk.

Wecke oder Weck hat “die weiteste Verbreitung als Bezeichnung eines Backwerks gefunden“ (Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm - siehe auch Brüder Grimm), wobei „auch hier […] von der Form auszugehen [ist]: Weck ist zunächst ein Brot in Keilform, länglich-rund mit zwei spitzen, lat. auch als cuneus bezeichnet“ (ebd.).

Das im Internet kursierende Gerücht, bei dem Begriff Werch oder Werk handele es sich um ein Synonym für Abfall, ist natürlich falsch. Werk (ahd. werh, werch, werc, werah) verweist auf lat. opus im Sinne von etwas, was (handwerklich) hergestellt wurde, etwas Gemachtes, vollendete Hand- oder Kunstarbeit. Insofern bezeichnet Weckewerk nichts anderes als ein aus oder mittels eines Backwerk(s) (Brötchen) hergestelltes Produkt.

Das Grimmsche Wörterbuch führt unter dem Eintrag Weckewerk auf:

Weckewerk, in Cassel mit semmel gemischtes wurstfüllsel. dasselbe ist weckewurst […].

Rezept

siehe auch

Links

siehe auch Wörterbuch Kasselänisch: Weckewerk