Wattenbach

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Wattenbach ist ein Ortsteil der Gemeinde Söhrewald im Landkreis Kassel im Tal des Wattenbachs.

Am Ort wurde einst die Zeche Stellberg betrieben.

Heute ist Wattenbach ein Standort von Windkraftanlagen.

Geschichte

Wattenbach wird im Jahr 1323 erstmalig urkundlich erwähnt.

Lange Zeit litt die Entwicklung der Söhre­dörfer unter ihrer Welt­abgeschiedenheit. Die schlechten Verkehrs­verhältnisse beließen sie auf der Stufe von Kleinsiedler­dörfern. Die karge Land­wirtschaft und der Wald blieben über Jahrhunderte die Lebensgrundlage ihrer Bewohner.

Der große Umbruch wurde erst mit dem Bau der Söhrebahn in den Jahren 1911/12 eingeleitet. Mit ihrer Inbe­triebnahme konnten die Ar­beitsplätze in Kassel schneller und bequemer er­reicht werden. Bessere Aus­bildung und mehr Berufs­möglichkeiten wurden den Bewohnern der Söhredörfer damit geboten. Bescheide­ner Wohlstand kam in die Familien. So mancher konn­te sich den Wunsch nach ei­nem eigenen Häuschen er­füllen.

Jetzt war es auch möglich, die heimischen Basalt- und Braunkohlevorkommen bes­ser zu erschließen und in­tensiver zu nutzen, da die Söhrebahn für den rei­bungslosen Transport sorg­te. Damit wuchs auch die Zahl der Arbeitsplätze in heimischer Umgebung. So wurde vor allem Watten­bach mit der Zeche Stellberg zu einem Bergmannsdorf. Die Bergmannstradition wird bis zum heutigen Tag gepflegt. Bei örtlichen Ver­anstaltungen kann man Bergleute in ihren schmucken Uniformen be­wundern. In der Bedeutung gleichrangig mit dem Braunkohlebergbau war die Arbeit in den Basaltbrüchen der Söhre. So waren im Jahr 1927 350 Arbeiter in den verschiedenen Brüchen in der Söhre beschäftigt.

Diese Arbeitsplätze beste­hen heute nicht mehr. Mit­telständische Gewerbe- und Handwerksbetriebe sind zwar noch vorhanden, doch der weitaus größere Teil der Erwerbstätigen hat seinen Arbeitsplatz in Kassel oder im näheren Umland.

Kirchen

Die evangelische Kirche in Wattenbach von 1782 (mit spätgotischem Westturm) erhielt im Jahre 1791 einen Haubenhelm.

Deutlich jüngeren Datums ist die Katholische Kirche St. Anna in Wattenbach die nach den Plänen des Kasseler Architekten Josef Bieling entstand und am 15. August 1961 geweiht wurde.

Märchenlandweg

Eine Etappe des Märchenlandwegs verläuft von Helsa über Eschenstruth und St. Ottilien nach Wattenbach. Der Weg führt auch am "Franzosentriesch" vorbei: 1762, nach der Schlacht von Wilhelmsthal, machten die Franzosen hier rast auf dem Wege nach Bebra.

Rübenesser und Wattenbacher Gänse

Besucher der Wattenbacher Kirche suchen nach der eingemeißelten Rübe im Kirchenportal, einen großen weißen Stein, der aussieht wie eine Rübe. Die Bauarbeiter, die im 18. Jahrhundert die Kirche bauten, wiesen mit dem kleinen Scherz auf die einseitige Verpflegung hin, die sie in Wattenbach kennengelernt hatten. Da in diesem Jahr die Rübenernte reichlich ausfiel, bekamen die Gesellen häufig weiße Rüben zu essen. Der Spitzname der Wattenbacher lautet entsprechend: „Rübenesser“.


In einem alten Kasseler Vers zum Klowesowend heißt es:

In Wattenbach, in Wattenbach, do baden sich de Gänse.
da kimmt der scheiwe Däterich, un schlägt se uff de Schwänze.

Stellberg

Am Stellberg wurde bis 1967 Braunkohle abgebaut. Heute befindet sich hier ein Badesee und ein Freizeitgelände.

siehe auch

Dieses Hinweisschild auf den Grimmsteig steht bei Wattenbach.

Vereine

Wandern

Weblinks