Waschbär

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Rocky im Schornstein
Die Kasseler Waschbären sind Nachkommen zweier Waschbärpaare, die 1934 in der Revierförsterei Asel am Edersee ausgesetzt wurden: Das für die Verbreitung des Waschbären in Europa wichtigste Ereignis war das Aussetzen von zwei Waschbärpaaren im Jahr 1934, das mit Genehmigung von Hermann Görings Jagdbehörde am hessischen Edersee erfolgte.

Obwohl es auch schon vorher Ansiedlungsversuche gegeben hatte, erwies sich keiner als derart erfolgreich wie dieser. Das Gebiet um den Edersee stellte einen für den Waschbären fast optimalen Lebensraum dar, so dass die von diesem Zentrum ausgehende weitere Verbreitung schnell und dauerhaft erfolgen konnte. 1956 wurde der Bestand in Deutschland auf 285 Tiere geschätzt, 1970 auf etwa 20.000 Tiere und im Jahr 2005 auf eine niedrige bis mittlere sechsstellige Zahl.

Genetische Untersuchungen haben gezeigt, dass außer jenen im brandenburgischen Raum fast alle Waschbären im deutschsprachigen Raum auf diese vier Gründertiere zurückgehen. Obwohl durch diesen Gründereffekt ein genetischer Flaschenhals entstanden ist, scheint dies keine negativen Einflüsse auf die Gesundheit der Waschbärpopulation gehabt zu haben.

Erstmals wurden verstädterte Waschbären in Kassel in den sechziger Jahren des letzten Jahrhunderts festgestellt. Nach wie vor gilt Kassel als Waschbärhauptstadt Europas. Die meisten der nachtaktiven Tiere leben in den stadtnahen Waldflächen und streifen abends und nachts auf Nahrungssuche durch die Wohnsiedlungen. Es gibt aber auch zahlreiche Tiere, die sich ausschließlich in der Stadt aufhalten. Die Stadtteile Wilhelmshöhe, Kirchditmold und Harleshausen sind besonders frequentiert. Gesichtet werden die Tiere aber auch in anderen Stadtteilen.

Ausführliche Informationen zur Waschbärpopulation können einer Studie aus den Jahren 2001 und 2002 entnommen werden, deren Erkenntnisse hier zusammengefasst sind. Nach dieser Untersuchung sollen allein in den beiden Stadtteilen Kirchditmold und Harleshausen rund 1000 Tiere leben.