Warburg

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Blick vom Quast auf Warburg, links der Desenberg


Warburg ist eine nordrhein-westfälische Kleinstadt im Kreis Höxter und liegt unmittelbar an der Grenze zum Landkreis Kassel und zu Nordhessen.

Mit etwa 24.000 Einwohnern ist Warburg die größte Stadt im Gebiet der Warburger Börde.

Die Stadtteile

Stadtteile von Warburg sind - neben der Kernstadt - Bonenburg, Calenberg, Dalheim, Daseburg, Dössel, Germete, Herlinghausen, Hohenwepel, Menne, Nörde, Ossendorf, Rimbeck, Scherfede, Welda und Wormeln.

Geschichte

In unmittelbarer Nähe der Stadt Warburg liegt der Desenberg mit der Ruine der ehemaligen Burg.

Im 8. und 9. Jahrhundert hatte die Christianisierung die Sachsen in dem Gebiet zu den beiden Ufern der Diemel erreicht. Im Westen hatten sich schon vor der Jahrtausendwende Menschen in einer Stadt im Schutze des Warburger Burgbergs angesiedelt. Diese Burg war zunächst im Besitz des Grafen Dodiko (auch: Dodicho oder Dodico), dessen Besitz laut Urkunde im Jahre 1020 dem Bischof von Paderborn zufiel, als Dodikos einziger Sohn verunglückte.

Der Kaiser übertrug 1021 und 1033 die gräflichen Rechte auf den Bischof von Paderborn, der bis 1597 seinen Anspruch auf das Land westlich der Diemel aufrecht erhielt.

Häufig war das Grenzgebiet in den folgenden Jahrhunderten Schauplatz für Kriege zwischen dem Bischof von Paderborn und dem Landgrafen von Hessen. Die ehemalige Wasserburg in Liebenau aber auch große Teile der Stadt Liebenau wurden zum Beispiel Mitte des 15. Jahrhunderts im Krieg zwischen dem Hochstift Paderborn und Landgraf Ludwig II. zerstört und die Stadt im Friedensschluss von 1467 an Hessen abgetreten.

Die ursprünglich selbständigen Städte Wartberg, die Altstadt und die Neustadt, schlossen sich im Jahre 1436 zu einer Stadt zusammen, was im Groten Breff (Großen Brief) festgelegt und besiegelt wurde.

Karte koenigreich westphalen.png

Noch zu Beginn des 17. Jahrhunderts war Warburg eine reiche Handelsstadt und Mitglied der Hanse. Dies änderte sich vollständig durch den Dreißigjährigen Krieg in dessen Verlauf auch große Teile der Hüffert und anderer Dörfer vor den Toren der Stadt geplündert und zerstört wurden. Die Stadt verarmte und wurde zu einer Ackerbürgerstadt.

Während des Siebenjährigen Kriegs im 18. Jahrhundert fand im Juli 1760 die Schlacht bei Warburg statt, bei der eine Armee aus Braunschweigischen, Hessen-Kasseler und britischen Truppen mit insgesamt 24.000 Soldaten unter dem Kommando des Herzogs Ferdinand von Braunschweig-Wolfenbüttel und Friedrich II. von Hessen-Kassel kämpfte und eine französische Armee mit 21.500 Soldaten unter der Führung von Generalleutnant Louis Nicolas Victor de Félix d'Ollières besiegte.

Zu Beginn des 19. Jahrhunderts gehörte Warburg unter französischer Herrschaft zum Königreich Westfalen, das mit König Jérôme, dem jüngsten Bruder von Napoléon Bonaparte, an der Spitze errichtet wurde. Nach dem Frieden von Tilsit im Jahre (1807) entstand aus dem ehemaligen Herzogtum Braunschweig, dem Kurfürstentum Hessen und vormals hannoverschen und preußischen Gebietsteilen das Königreich Westphalen mit der Hauptstadt Kassel.

Nach der Völkerschlacht bei Leipzig löste sich das Königreich Westfalen auf. Durch den Wiener Kongress 1814/1815 wurden die alten Regierungsstrukturen weitestgehend wiederhergestellt und Veränderungen aus der Zeit des Königreichs Westphalen abgeschafft, die unter anderem in der Einführung der Gewerbefreiheit und des Code Civil zum Ausdruck gekommen waren.

Warburg wurde 1815 eine preußische Stadt und 1816 auch Kreisstadt. Im Jahre 1849 wurde die Stadt an das Eisenbahnnetz angeschlossen.

Im Rahmen der nordrhein-westfälischen Gebietsreform entstand zum 1. Januar 1975 aus dem Altkreis Höxter und dem ehemaligen Kreis Warburg (KFZ-Kennzeichen WAR) der neue Kreis Höxter.

Mit der Stadt Warburg wurden vierzehn zuvor selbständigen Gemeinden (Bonenburg, Calenberg, Dalheim, Dössel, Germete, Herlinghausen, Hohenwepel, Menne, Nörde, Ossendorf, Rimbeck, Scherfede, Welda und Wormeln aus dem ehemaligen Amt Warburg-Land sowie die Gemeinde Daseburg aus dem ehemaligen Amt Borgentreich) zur neuen Stadt Warburg zusammengeschlossen.

Literatur

  • Karl Lyncker, Das Schutz- und Trutzbündniß der Städte Warburg, Hofgeismar, Wolfhagen, Volkmarsen und Stadtbergen vom Jahr 1358, in: ZVHessG 6 - 1851, S. 176 ff.
  • Adolf Gottlob, Geschichte der Stadt Warburg, in: Sonderdruck zweier Artikel aus der WZ, Band 90 und 91 (1930/ 31), Münster 1936
  • Hans von Geisau, Gedenkschrift anläßlich des 200. Jahrestages der Schlacht bei Warburg am 31. Juli 1760 – Quellen und Studien zur Geschichte des Siebenjährigen Krieges in Warburg und Umgebung, Paderborn 1961
  • Franz Mürrmann (Hrsg.), Die Stadt Warburg 1036–1986, Beiträge zur Geschichte einer Stadt, Warburg 1986
  • Bernd Heintze, Warburg, Paderborn 1996
  • Fischer, Heinrich u. a. (Hrsg.), Die Chroniken der Stadt Warburg, Warburg 2002

siehe auch

Der Desenberg bei Warburg

Wandern

Längs der Diemel zum Kloster Hardehausen

Längs der Diemel zum Kloster Hardehausen, Länge ca. 43 km: im Süden des Kulturlandes Kreis Höxter führt die Tour von der Stadt Warburg – an den Ausläufern des Eggegebirges gelegen – durch das romantische Diemeltal bis zum Kloster Hardehausen und wieder zurück.

Weblinks