Wanfried

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Wanfried
Wanfried-Schlagd 0915.jpg
Schlagd
Basisdaten
Bundesland: Hessen
Regierungsbezirk: Kassel
Landkreis: Werra-Meißner-Kreis
Höhe: 190 m
Fläche: 46,9 qkm
Einwohner: 4.187 (31. Dezember 2011)
Postleitzahl: 37281
Vorwahl: 05655
Kfz-Kennzeichen: ESW
Adresse der
Stadtverwaltung:
Marktstr. 18
Website: www.wanfried.de
Bürgermeister: Wilhelm Gebhard (CDU)

Wanfried ist eine Stadt im Werra-Meißner-Kreis in Nordhessen mit etwa 4.500 Einwohnern.

Geografie

Lage

Die Stadt an der Deutschen Fachwerkstraße liegt im Werratal etwa 11 km östlich von Eschwege direkt an der Landesgrenze zu Thüringen.

Durch Wanfried führen die Bundesstraße B 250 und Bundesstraße B 249.

Stadtteile

Neben der Kernstadt Wanfried sind Stadtteile: Altenburschla, Aue, Heldra und Völkershausen.

Geschichte

Bodenfunde belegen eine 3000-jährige Siedlungsgeschichte in diesem Raum.

Vor etwa 1.200 Jahren wurde Wanfried als „Uuanenreodum“ erstmals urkundlich erwähnt, möglicherweise befand sich hier ein Fischerdorf. Im Jahre 1035 wurde der Ort als Wenefridun genannt.

Schon zur Zeit des heiligen Bonifatius entstanden in dieser Gegend die ersten Kirchen, auch auf dem Hülfensberg, wo er eine Kirche und ein Kloster errichtete.

Weiterhin heißt es in einer thüringischen Chronik aus 1599: „Anno Domini 717 kam ein Engellender, Wunnefridt genanndt, nach Deutschlandt und predigt dass Völckern unnd kam an den Orth da itzo Wanfridt liegt unnd bawete eine kleine Kirch dahin in St. Vitus Ehre.“

Tatsächlich ist das erste, auf dem Kirchhof von Wanfried historisch dokumentierte Gotteshaus die "Sankt Veits-Kirche", ein früher Vorgängerbau der heutigen Kirche aus dem 19 Jahrhundert.

Der thüringische Ort Wanfrkied kam 1306 unter Landgraf Heinrich I. zu Hessen und entwickelte sich als Hafen und Handelsort an der Werra.

Am östlichen Ortseingang der Straße zwischen Wanfried und Eschwege im Werratal liegt die Wasserburg Aue aus dem 13. Jahrhundert.

Im Dreißigjährigen Krieg fiel die ursprüngliche Burg der Herren von Eschwege einem Brand zum Opfer, der von kroatischen Truppen im April 1637 gelegt wurde. Erhaltene Teile stammen vermutlich aus dem 15. Jahrhundert. Umbauten erfolgten dann in der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts, die zum Erscheinungsbild eines wehrhaften Renaissancebaus führten.

Unter Landgraf Moritz von Hessen wurde Wanfried am 30. August 1608 zur Stadt erhoben und erhielt Marktgerechtigkeit. 2008 konnte daher das Jubiläum "400 Jahre Stadtrechte" gefeiert werden.

Ab 1667 war Wanfried vorübergehend die Residenz der (katholischen) Seitenlinie Hessen-Wanfried. Das Gebiet der kleinen Landgrafschaft entsprach in etwa dem heutigen Werra-Meißner-Kreis sowie einem Drittel von Treffurt. Der Begründer der Seitenlinie Hessen-Wanfried, Landgraf Karl von Hessen-Wanfried bezog 1676 das Wanfrieder Schloss als Residenz, ebenso seine Söhne Wilhelm und Christian, bis diese Linie im Jahr 1755 erlosch und die Landgrafschaft Hessen-Wanfried an Hessen-Rotenburg zurückfiel.

Keudellsches Schloß

Auf dem Handelsweg von Bremen nach Leipzig war Wanfried einst der Endhafen der Weser-Werra-Schifffahrt. Nachdem in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts die Bedeutung der Werraschifffahrt mehr und mehr zurückging und sich der Gütertransport zunehmend auf die Schiene verlagerte, wurde Wanfried im Jahre 1902 an die Werratalbahn angeschlossen. Doch der Reichtum der alten Handelsmetropole schwand, an die in Wanfried noch die Kaufmannshäuser rund um die "Schlagd", den alten Werrahafen erinnern. Nachdem die gelöschten Güter das Zollamt „Auf der Schlagd“ passiert hatten, wurden sie in die Lagerhäuser der Stadt verbracht und auf dem Landweg weiter transportiert.

Die Bevölkerung der Stadt ist seit der Reformation überwiegend protestantisch. Die katholische Gemeinde wurde im Jahre 1908 gegründet und wuchs nach dem Zweiten Weltkrieg aufgrund der Ansiedlung von Flüchtlingen stark an.

Im Herrensitz Kalkhof wurde nach dem Krieg im September 1945 das "Wanfrieder Abkommen" von Amerikanern und Sowjets unterzeichnet, das die Änderung der Demarkationslinien zum Inhalt hatte.

Im Jahre 2008 feierte Wanfried "400 Jahre Stadtrechte" mit einem Renaissance-Fest.

Kirchen

Ev. Kirche in Wanfried

Literatur

  • Wilhelm Pippart, Der Brombeermann - alte Sachen, Sagen und Sänge aus dem mittleren Werratal, Eschwege, 1928 (in dritter revidierter Auflage in Faksimile herausgegeben vom Magistrat der Stadt, Wanfried 1979)

Museen

Persönlichkeiten

Politik

Bürgermeister

Bürgermeister von Wanfried ist Wilhelm Gebhard.

Städtepartnerschaften

Partnerschaften bestehen mit

  • Plouescat, Département Finistère in Frankreich
  • Schörfling am Attersee in Österreich

Der Stadtteil Altenburschla unterhält eine Partnerschaft mit:

  • Villeneuve-les-Sablons, Département Oise in Frankreich

Wahlkreise

Bundestag

Schulen

  • Gerhart-Hauptmann-Schule (Grundschule)
  • Elisabeth-Selbert-Schule (Integrierte Gesamtschule - seit dem Schuljahr 2006/07 Außenstelle der Eschweger Anne-Frank-Schule)

Sehenswürdigkeiten

Stadtansicht
Große Schlagdhäuser in Wanfried

Zu den Sehenswürdigkeiten in der Altstadt von Wanfried gehören:

siehe dazu auch:

In der Umgebung liegen etwa

siehe auch

Das Fachwerkrathaus in Wanfried
Gut Kalkhof

Tradition

  • Strohbärenfest in Heldra am Aschermittwoch
  • Jazz-Matinee auf Gut Kalkhof im Frühsommer
  • Wanfrieder Lesung im Sommer (eine Kooperation der Kulturinitiative Werratal e.V. und des Kultur- und Verkehrsvereins Wanfried e.V.)
  • Volks-, Schützen- und Heimatfest am zweiten Wochenende im Juli mit dem Brombeermann, der Symbolfigur von Wanfried, der den Festumzug mit seinem Gefolge (Elfen und Zwerge) anführt. Nach der Überlieferung soll Landgraf Moritz bei der Erhebung von Wanfried zur Stadt am 30. August 1608 zur Bedingung gemacht haben, dass die Wanfrieder ihm zur Reifezeit zwei Tragekörbe voll Brombeeren in sein Schloss in Eschwege bringen mussten, was zu dem Beinamen "die Brombeermänner" geführt haben soll.
  • siehe auch: Das Märchen von Wanfrieder Brombeermann auf www.erzähl-mir-was.de

Vereine

Wandern und Radwandern

An der Schlagd, dem ehemaligen Endhafen der Werraschiffahrt, verläuft der Werratal-Radweg und es gibt einen Kneipp-Pfad der Sinne.

Hier strampelt nicht nur "Trethenner, der Werratal-Radler", ein Kunstobjekt, das Wolfgang Loewe im Auftrag der Elektrizitätswerke Wanfried entwarf.

Herkules - Wartburg - Radweg

Der Herkules-Wartburg-Radweg von Kassel nach Eisenach, führt ca. 112 km durch die Fluss- und Tallandschaften von Losse, Wehre und Werra und in die Landschaft am Hohen Meißner.

Werra-Radweg

Der ca. 377 km lange Werra-Radweg verläuft entlang der Werra in Thüringen, Hessen und Niedersachsen.

Er führt von den beiden Werraquellen in Fehrenbach und Siegmundsburg bis nach Hann. Münden.

siehe auch:

Hinweistafel am Premiumwanderweg Plesse

Wandertipps


Weblinks

siehe auch:
Kreiskarte


Städte und Gemeinden im Werra-Meißner-Kreis
WappenWerraMeißner.jpg

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