Waldenserkirche in Gewissenruh

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Die Kirche in Gewissenruh
Inschrift über dem Eingang
Innenansicht
Orgelempore
Glocke an der Waldenserkirche

Die Kirche in Gewissenruh steht im Zentrum des Strassendorfs. Der Ort Gewissenruh wurde im Jahre 1722 von waldenser Glaubensflüchtlingen aus Frankreich als eine von Landgraf Carl von Hessen-Kassel neu gegründete "Kolonie" angelegt. Die Weser trennt das hessische Dorf von der niedersächsischen Ortschaft Wahmbeck - früher im Königreich Hannover.

Geschichte

Obwohl die Waldensersiedlung bereits 1722 gegründet wurde, konnte erst im Jahre 1779 die Dorfkirche gebaut werden.

Zunächst war für die Gottesdienste der Waldensergemeinden in Gewissenruh und Gottstreu die Kirche in Gieselwerder vorgesehen, später wurde vorübergehend ein gemeinsamer Kirchbau in Gottstreu geplant.

Noch bis zum Jahr 1825 feierte die Waldensergemeinde ihre Gottesdienste in französischer Sprache, die aber zunehmend weniger verstanden wurde. Danach wurde die Kirchengemeinde in Gewissenruh der Kirchengemeinde in Lippoldsberg als Filialgemeinde angeschlossen.

Der Kirchbau

Der kleine Saalkirchenbau in Gewissenruh wurde aus unverputztem Wesersandstein errichtet. Auf dem Dach befindet sich ein viereckiger Dachreiter mit Wetterfahne. Über dem Eingang der Kirche lautet die französischen Inschrift: "Certes leternel est en ce lieu et je n´an savoie rien" (Gewiß ist der Ewige an diesem Ort, und ich wusste es nicht. 1. Mose 28, 16).

Im Innern der Kirche befindet sich hinter dem Altartisch die erhöhte Kanzel. Erst im Jahre 1885 kam eine Orgel hinzu, die auf der Orgelempore über dem Eingangsbereich ihren Platz fand.

Literatur

  • Jochen Desel, Hugenottenkichen in Hessen-Kassel, Hofgeismar 1992, S. 96 ff.
  • Thomas Ende u.a., Waldenserdörfer Gottstreu und Gewissenruh 1722-1997, Oberweser 1997, 503 S.

siehe auch

Weblinks