Waldau

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Die Zehntscheune in Waldau

Der ehemals selbständige Ort Waldau wurde im Jahre 1936 zur Stadt Kassel eingemeindet.

Der im Südwesten gelegene Stadtteil gliedert sich heute im wesentlichen in drei Bereiche: ein ausgedehntes zusammenhängendes Wohngebiet, das auf den Ort Waldau zurückgeht, das weitflächige Freizeit- und Erholungsgelände Fulda-Aue mit dem Buga-See und den großen Industriepark im Süden des Stadtteils.

Bevölkerung

(Stand: 31. Dezember)

2010: 6439 Einwohner (Ausländeranteil: 837 Einwohner = 13 Prozent)

Der Stadtteil

Waldau verfügt über eine einzigartige Mischung aus Freizeit, Wohnen und Wirtschaftskraft. Das attraktivste Freizeitgelände der Stadt - das ehemalige Bundesgartenschau-Gelände mit Stränden am Bugasee - kostet keinen Eintritt.

An der Durchgangsstrasse nach Nürnberg

Forstfeldkarte 1859.jpg

Verkehrsgünstig gelegen war das 1293 erstmals urkundlich erwähnte Waldau schon damals an der alten Durchgangsstraße nach Nürnberg. Mit der Eingemeindung nach Kassel im Jahr 1936 war es mit der jahrhundertelangen Beschaulichkeit der kleinen dörflichen Siedlung vorbei.

Das ganz unterschiedliche Wohnen im alten Dorf, in den Plattenbauten der Wohnstadt Waldau aus den 1960er-Jahren und im schicken Einfamilienhaus-Wohnpark Am Stege sorgt für eine gute Mischung der Wohnbevölkerung.

Der Industriepark ist zum größten zusammenhängenden Gewerbegebiet zwischen Hannover und Frankfurt sowie zum Jobmotor für die Stadt geworden. Und als eine der besten Schulen in Deutschland wurde die Offene Schule Waldau ausgezeichnet.

Die Zukunft der Zehntscheune aus dem Jahr 1460 - eines der ältesten erhaltenen Gebäude in der Stadt - wurde gesichert. Das Baudenkmal wurde saniert und dient den Waldauer Vereinen als Veranstaltungsort.

Industriepark

Im riesigen Industriepark, zu dem auch Gewerbeflächen im benachbarten Lohfelden und Fuldabrück-Bergshausen zählen, arbeiten in über 400 Unternehmen annähernd 10 000 Beschäftigte.

Der starke Autoverkehr ins Gewerbegebiet sorgt in den Wohngebieten freilich für Dauerärger. Viele Beschäftigte, Kunden und Lieferanten kürzen bei der Fahrt in den Industriepark ab und fahren mit ihren Autos durch die Wohnstraßen. Der Schleichverkehr ließ sich bisher weder durch Tempo 30 noch durch Schwellen in den Fahrbahnen eindämmen.

Wiege der Kasseler Luftfahrt

Ab 1963 nahm mit dem Bau der Wohnstadt Waldau mit rund 2000 Wohnungen die Einwohnerzahl rasch zu. Die Geschichte der Verkehrsfliegerei in der Region begann übrigens auch in Waldau. 1924 wurde auf einem ehemaligen Exerzierplatz Kassels erster Flugplatz eingeweiht. Wenig später startete die Lufthansa von Waldau aus Linienflüge - zunächst nach Halle, Dortmund und Frankfurt, später auch nach Paris, London und Amsterdam.

Im März 1930 war Schluss - die Stadt konnte den Zuschuss für den Flughafen nicht mehr zahlen. Erst ab 1970 gab es in Calden wieder einen Flugplatz. Das in Waldau frei gewordene Flugplatzgelände wurde seitdem erfolgreich zur Industrieansiedlung genutzt.

Fuldaaue

Der Bugasee

Die Fuldaaue - gebräuchlicher Buga, nach der Bundesgartenschau - befindet sich der Karlsaue gegenüber am anderen Fuldaufer. Sie wurde zur Bundesgartenschau 1981 auf dem Gelände alter Kieswerke angelegt.

Die modern gestaltete Parkanlage, beinhaltet einen großen künstlich angelegten See, dessen nördlicher Teil als Naturschutzgebiet abgegrenzt ist.

Geschichte

Waldau - im Jahre 1293 erstmals urkundlich erwähnt - war jahrhundertelang ein kleines Dorf mit landgräflicher Burg aus dem Anfang des 15. Jahrhunderts.

Am 1. Oktober 1936 wurde Waldau mit den Dörfern Harleshausen, Oberzwehren, Niederzwehren, Wolfsanger und Nordshausen nach Kassel eingemeindet.

Die im 18. Jahrhundert errichtete evangelische Kirche wurde in den Jahren 1968 - 1970 im Innern vollständig umgestaltet.

Deutlich älter ist der Kirchturm, dessen älteste Teile offenbar aus demm 14. Jahrhundert stammen. Seine früher achteckige Spitze mit vier Ecktürmchen verlor der Turm im April 1945, als die ehemalige Turmspitze den Flugbetrieb der amerikanischen Armee auf dem Waldauer Flugplatz behinderte.

Der Flugplatz befand sich auf dem Gelände des heutigen Industrieparks.

Der Flugplatz wurde schon zu Beginn des 20. Jahrhunderts angelegt. Im Zweiten Weltkrieg wurde dann eine etwa 800 m lange Betonlandebahn gebaut.

Während es in den 1920-er Jahren eine Lufthansa-Verbindung nach Berlin und Halle gab, diente der Flugplatz nach dem Krieg der Privatfliegerei. In den späten 1970-ern bis Mitte der 1980-er Jahre war der inzwischen stillgelegte Flugplatz eine beliebte MotoCross - Rennstrecke, auf der regelmässig Rennen stattfanden.

Heute erinnert nur noch eine Halle in der Falderbaumstraße an den Flugplatz. Außerdem gibt es noch die Bushaltestelle "Udet-Haus". Das Udet-Haus war das Flughafengebäude. Es wurde Anfang der 1990-er Jahre abgerissen.

Seit der Stillegung im Jahre 1970 gibt es den Flughafen Kassel-Calden.

Ab dem Jahr 1963 erfolgte der Ausbau der Wohnstadt Waldau und die Einwohnerzahl nahm rasch zu.

siehe auch:

siehe auch

Zeppelin bei der Landung in Waldau

Vereine

Weblinks

Blick auf Waldau



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