Wahlershausen

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Christuskirche in Wahlershausen (1981)

Wahlershausen (1123 erstmals in einer Urkunde des Klosters Hasungen als »Warolfeshusen« erwähnt) wurde 1906 nach Cassel eingemeindet.

Wahlershausen ist heute ein Bezirk des Kasseler Stadtteils Bad Wilhelmshöhe.

Geografie

Das ehemals eigenständige Dorf an der Drusel, liegt nordwestlich des Bahnhofs Wilhelmshöhe, nördlich der Wilhelmshöher Allee und unterhalb des Bergparks Wilhelmshöhe.

siehe auch:

Geschichte

Aus der Ortsgeschichte

Die Ortsgründung Wahlershausens reicht bis in die Zeit vom 5. bis 8. Jahrhundert nach Christus zurück. Die Einwohner gehörten einer hessischen Markgenossenschaft an. Sie schlossen sich mit den Einwohnern von Kirchditmold, Rothenditmold, Wehlheiden, Harleshausen und Kassel zum Märkerding zusammen, um vor dem Centgericht des Markgrafen ihr Recht zu suchen. Mit der Centgrafenschaft Kirchditmold gelangte Wahlershausen Mitte des 13. Jahrhunderts an das Erzbistum Mainz.

Bereits im Jahr 1145 wurde die Keimzelle des Stadtteils Bad Wilhelmshöhe erstmals urkundlich erwähnt, damals noch als Waldopheshusen.

Im Jahre 1801 wurde in der Langen Straße ein Schul- und Bethaus erbaut. Hier wurden, von einem Pfarrer aus Kirchditmold oder einem Lehrer aus Wahlershausen, Kurzgottesdienste gehalten. Ursprünglich hielten sich die Einwohner Wahlershausens mit Viehzucht und Ackerbau über Wasser.

Später bauten begüterte Familien und Geschäftsleute aus Kassel an der Grenze des Wilhelmshöher Parkes, so wurden die ersten Häuser 1872 erbaut. Es folgte die Errichtung von vier Kuranstalten, vier Kurhotels und mehreren Pensionshäusern.

Zu dieser Zeit betrug die Einwohnerzahl von Wahlershausen und Mulang etwa 4000.

Als Wahlershausen 1906 eingemeindet wurde, gehörte die Villenkolonie Wilhelmshöhe bereits zu dem neuen Stadtteil. Dort war man schon in der Moderne angelangt. Als die Menschen in der Altstadt abends noch im trüben Licht der Gasfunzeln saßen, gab es im westlichsten Quartier der Stadt bereits elektrischen Strom.

Nur einen Steinwurf entfernt vom Glanz und Glamour der Residenz ging es im dörflichen Wahlershausen eher beschaulich zu.

Nach dem Tode des vorletzten Bürgermeisters von Wahlershausen, Jakob Kunold im Jahre 1892 wurde dieses Amt auf Heinrich Wimmer übertragen; seine Amtszeit wurde - wie die seines Vorgängers - von einer rasanten Aufwärtsentwicklung des Dorfes geprägt.

Zu dieser Entwicklung trugen der allgemeine wirtschaftliche Aufschwung in Deutschland nach der Reichsgründung in Jahre 1871 ebenso bei wie lokale Gegebenheiten, wie der Betrieb einer Straßenbahn (zunächst mit Dampf) seit 1877 durch die Wilhelmshöher Allee und die allmähliche Erbauung der damals so genannten Villenkolonie Wilhelmshöhe im Mulangbereich in den achtziger Jahren des 19. Jahrhunderts.

Bis 1895 hatte sich innerhalb von nur 25 Jahren die Einwohnerzahl von Wahlershausen auf über dreitausend mehr als verdoppelt.

Schon damals waren die Villen immer dichter an das Dorf herangerückt, Geschäftsleute und Beamte konnten es sich leisten, hier zu bauen. Den dörflichen Charakter mit Kopfsteinpflaster und Fachwerk hat sich Wahlershausen gleichwohl in einigen Quartieren bis heute bewahrt.

Im Jahr der Eingemeindung 1906 lebten auf 585 Hektar Fläche 3711 Einwohner in 369 Häusern. Der Zuwachs war auch dem Zuzug durch Beamte und Geschäftsleute zu verdanken. Es wurden Villen und Heilanstalten am Rande des Wilhelmshöher Parks errichtet und es entwickelte sich ein beachtlicher Fremdenverkehr.

Eine eigene Pfarrei bestand seit 1903 (Christuskirche), weiterhin eine öffentliche Volksschule mit 550 Kindern in zehn Klassen und eine private Vorschule.

Wahlershausen zu Beginn des 20. Jahrhunderts

  • Einwohnerzahl 1905: 3711 Einwohner in 369 Häusern (1905); Zuwachs durch Geschäftsleute und Beamte;
  • Gemarkungsgebiet: 585 Hektar;
  • Wirtschaft: Errichtung von Villen und Heilanstalten am Rande des Wilhelmshöher Parks, beachtlicher Fremdenverkehr;
  • Kirche: eigene Pfarrei seit 1903;
  • Schulen: eine Volksschule mit 550 Kindern in zehn Klassen; 113 Kinder gingen 1903 in Kassel zur Schule.

siehe auch:

Kirchen

Christuskirche
Christuskirche
  • Die Christuskirche in Wahlershausen wurde im Jahre 1903 erbaut. Die Kirche entstand nach den Plänen des Architekten Johannes Roth. Gebaut in der Epoche des wilhelminischen Späthistorismus, einer Zeit die geprägt war durch kirchliche Architekturrichtlinien und kreative Wiederentdeckung unterschiedlicher Stilrichtungen, weist die Christuskirche drei wesentliche Baustile auf und es lassen sich Anleihen aus Gotik, Renaissance und Barock finden.
  • St. Maria (Rosenkranzkirche)

Politik

Oberbürgermeister und Magistrat

Oberbürgermeister der Stadt Kassel von 2005 bis 2017 ist Bertram Hilgen, SPD.

Der Oberbürgermeister hat den Vorsitz im Magistrat, der Verwaltungsbehörde der Stadt. Der Kasseler Magistrat setzt sich zurzeit aus fünf hauptamtlichen und 13 ehrenamtlichen Magistratsmitgliedern zusammen, die die Bezeichnung Stadträtin bzw. Stadtrat führen.

und wurde am 05. März 2017 für sechs Jahre von 20,52 Prozent (30.403 Stimmen) der Wahlberechtigten (148.150 Wahlberechtigte) der Stadt Kassel gewählt. Außer dem Oberbürgermeister werden alle Mitglieder des Magistrats von der Stadtverordnetenversammlung gewählt.

siehe auch


  • www.kassel-mulang.de• Dia-Schau (60 Bilder)• Chinesisches Dorf• Villenkolonie• Schutz für Mulang!• Kurort Wilhelmshöhe• Persönlichkeiten• Wilhelmshöhe, Umgebung• Die Herkulesbahn• Luftbad Waldwiese

Parteien

Weblinks



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