Wabern

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Wabern
Wabern Schloss.jpg
Schloss Wabern
Basisdaten
Bundesland: Hessen
Regierungsbezirk: Kassel
Landkreis: Schwalm-Eder-Kreis
Einwohner: 7.253 (31. Dezember 2011)
Postleitzahl: 34590
Vorwahl: 05683
Kfz-Kennzeichen: HR
Gemeindeverwaltung: Landgrafenstraße 9
Website: www.wabern.de
Bürgermeister: Günter Jung (SPD)

Wabern ist eine Großgemeinde im Schwalm-Eder-Kreis in Nordhessen. Die Gemeinde hat eine Fläche von ca. 5.140 Hektar.

Geografie

Lage

Wabern liegt in der Flussebene der Eder und der Schwalm und wenige Kilometer südlich der Mündung von der Schwalm in die Eder.

Ortsteile

Zu Wabern gehören die Ortsteile Falkenberg, Harle, Hebel, Niedermöllrich, Rockshausen, Udenborn, Unshausen, Uttershausen, Wabern und Zennern.

Geschichte

Der Ortsname

Wabern liegt im Mündungsgebiet von Eder und Schwalm in der Waberner Tiefebene, die zur niederhessischen Senke gehört. Der Name ist aus dem Althochdeutschen überliefert und bedeutet so viel wie "in Bewegung sein". Damit ist der früher sumpfige wabernde Grund und Boden gemeint, der dauernd in Bewegung war.

Das Wappen

Das Waberner Wappen. Foto: Wikipedia

Seit November 1973 besitzt Wabern ein eigenes Wappen. Der Heraldiker Heinz Ritt aus Bad Nauheim entwarf es seinerzeit mit Reiher, "C" und Zuckerrübe. Der Reiher sollte an die großen Jagden der Landgrafen erinnern, das C war Landgraf Carl gewidmet, der den Karlshof erbauen ließ. Die Rübe war als Hommage an die heimische Industrie gedacht.

Schloss Wabern - Karlshof

Das Jagdschloß Wabern ist heute als Karlshof bekannt. Es wurde ursprünglich als Lustschloß vor allem zur Reiherbeize erbaut und von den Landgrafen aus Kassel genutzt.

Der Reiher findet sich heute im Wappen der Gemeinde Wabern.

- siehe auch Karlshof -

Urlaub im Unglück

Jérôme verbrachte mit 40 Gästen vier Tage im Schloss Wabern

von Thomas Schattner

Vor 200 Jahren, Ende Februar 1808, empfing Wabern hohen Besuch: Der kleine Bruder Napoleons und König des Königreichs Westphalen, Jérôme Bonaparte, kam mit seiner Gattin und 40 Gästen aus Kassel für einen Besuch ins Schloss Wabern. Der Aufenthalt entwickelte sich zur unfreiwilligen Komödie, denn eine Katastrophe sollte der anderen folgen.

Der Reise war ein Wunsch der Gräfin Truchseß vorangegangen. Auf der Durchreise hatte sie Wabern kennen gelernt. Der Ort gefiel ihr so gut, dass sie darauf drängte, ihn zu besuchen. Jérôme, der erst kurz zuvor angetreten war, von Kassel aus über das Königreich Westphalen zu regieren, kannte jedoch den Zustand des Schlosses nicht. Er beauftragte den Obermarschall Meyronnet, das Schloss zu untersuchen. Dieser wiederum wagte es nicht, den Plan der Gräfin zu durchkreuzen, und meldete, das Schloss sei in einem guten Zustand.

Die Vorbereitungen liefen an: Betten, Feuerstellen und eine Küche wurden installiert und das Schloss hergerichtet. Die Gäste reisten an.

In Wabern erwartete die Gesellschaft ein erschütterndes Bild: In dem Schloss hatte seit mehr als 30 Jahren niemand mehr gewohnt, es war komplett zerfallen. Fenster, Türen, Öfen – alles befand sich in einen enorm schlechten Zustand. Jérôme war erschüttert, seine Gemahlin aufgebracht. Und trotzdem entschied sich der König, zu bleiben. Und so wurden den Gästen die Zimmer zugeteilt. Aber auch der Zustand der Schlafkammern war erschreckend: Fenster und Türen der Zimmer schützten kaum vor Nässe und Wind, Wachstuchtapeten hingen in Fetzen von den Wänden.

Die Tage in Wabern verbrachte die Gesellschaft mit Tanzen und Blinde-Kuh-Spielen. Und das, während es im Schloss täglich ein- bis zweimal brannte – die jahrelang ungenutzten Öfen hielten der ungeheuren Hitze des Feuers nicht stand. Die Flammen wurden bekämpft – und die Fußböden im Schloss waren permanent mit Löschwasser bedeckt.

Jérôme wollte den Gästen eine Attraktion bieten. In aller Eile wurde in der ehemaligen Orangerie des Schlosses ein Theater errichtet. Die Schauspieler kamen dafür eigens aus Kassel. Doch auch die Anreise zur Orangerie gestaltete sich schwierig: Im hohen Schnee blieben die Kutschen auf dem Weg durch den Schlossgarten stecken.

Deshalb wurde entschieden: Die Damen durften fahren, die Herren mussten in seidenen Strümpfen durch den Schnee waten. Oder ließen sich gegen ein Trinkgeld auf dem Rücken eines örtlichen Bauern tragen.

Auf dem Spielplan standen Komödien. Gräfin Truchseß, die ja letztendlich dafür verantwortlich war, dass sich die Gesellschaft in Wabern aufhielt, fand einfach alles komisch und klatschte deshalb fast ununterbrochen.

Zurück im Schloss kündigte sich ein weiteres Problem an: Mehrere unverheiratete Männer hatten zusammen mit einem Verheirateten, dessen Frau aber nicht anwesend war, zusammen ein Zimmer bezogen. Eines abends begannen die Männer, über die Frau von Kammerherr von Bigot zu lästern. Dieser sollte aber davon nichts mitbekommen. Sie beschrieben seine Frau als „passiv, hässlich, hinkend, dennoch kokett“. Beißende Bemerkungen folgten.

Der Cousin von Gräfin Truchseß meldete diese Ereignisse Jérôme. Dieser war über die Meldung aufgebracht, denn Standesdünkel zählte damals noch viel. So gab Jérôme noch in derselben Nacht, nach nur vier Tagen Aufenthalt in Wabern, den Befehl, nach Kassel zurückzukehren.

Bahnstation Wabern

Bekannt ist Wabern (Hessen) vor allem als Bahnstation an der Strecke Kassel - Gießen - Frankfurt. Bereits 1849 wurde die erste Teilstrecke der "Main-Weser-Bahn" von Kassel nach Wabern in Betrieb genommen. Später wurde der Bahnhof zum wichtigen Umsteigebahnhof nach Bad Wildungen.

- siehe auch Main-Weser-Bahn -

Die Zuckerfabrik

Zuckerfabrik Wabern
Alte Landmaschine beim 1. Kraut-und-Rüben-Festival Wabern

Im Jahr 1836 erbaute der Posthalter Thilepape in Wabern erstmals eine Zuckerfabrik kleineren Umfangs, die um 1850 - vermutlich auf behördliche Anordnung - stillgelegt wurde. Trotzdem gründeten Braunschweiger Landwirte, die sich bei Wabern angekauft hatten, zusammen mit alteingesessenen nordhessischen Landwirten eine neue Fabrik in Wabern. Die neue Fabrik sollte zunächst in Kassel errichtet werden. Die Verhandlungen hierzu zogen sich jedoch so sehr in die Länge, dass am 8. August 1880 kurz entschlossen 117 Landwirte aus Nordhessen die Actien-Zuckerfabrik Wabern als bauerneigenen Betrieb gründeten. Die Fabrik hatte ein Kapital von 336.600 Mark, aufgeteilt in 1122 Stück Aktien à 300 Mark.

Nach einjähriger Bauzeit wurde die Fabrik 1881 fertig gestellt. Die erste Kampagne begann am 5. Dezember 1881 und endete am 2. Februar 1882. Die Fabrik hatte einen Kalkofen, ein Siedehaus, zwei Rübenhäuser, ein Schnitzeltransporthaus und ein Dampfkesselhaus. Es wurden 140.922 Doppelzentner Rüben verarbeitet, aus denen 8.922 Zentner Zucker hergestellt wurden. Bis 1892 erhöhte sich die Tagesverarbeitung auf ca. 6.000 Doppelzentner Rüben. Die Fabrik wurde im Jahr 1934 elektrifiziert bis 1951 wurde die Tagesverarbeitung auf ca. 11.000 Doppelzentner Rüben gesteigert.

In den Sechziger Jahren konnte das steigende Aufkommen an Rüben nur noch unter Schwierigkeiten bewältigt werden. Die Zuckerfabrik brauchte daher neue Partner und so übernahm 1975 die Zuckerfabrik Franken GmbH die Aktienmehrheit. 1976 wurde die Vereinigte Zucker AG mit Sitz in Wabern gegründet. Durch diese Kooperation konnten wesentliche Modernisierungs- und Umbaumaßnahmen durchgeführt werden. In die Fabrik in Wabern und die Partnerfabrik in Warburg wurden insgesamt 100 Millionen D-Mark investiert.

Im Jahr 1988 erfolgte dann der Zusammenschluss mit der "Süddeutsche Zucker AG" in Mannheim mit der Zuckerfabrik Franken GmbH in Ochsenfurth. Durch diesen Zusammenschluss entstand die "Südzucker AG".

Während der Kampagne (von Ende September bis Ende Dezember) werden täglich ca. 7.000 Tonnen Zuckerrüben zu ca. 1.200 Tonnen Zucker verarbeitet. Die Fabrik arbeitet während dieser Zeit im 24-Stunden-Betrieb. Während der Kampagne arbeiten ca. 100 Mitarbeiter im Werk, in der übrigen Zeit sind dort ca. 80 Mitarbeiter beschäftigt. Die Silos der Fabrik fassen 50.000 Tonnen Zucker.

- siehe auch Zuckerfabrik Wabern -

Heldenkult am Bahnhof Wabern

Roter Baron: Überführung des Leichnams
Von Thomas Schattner
Wabern. In den deutschen Kinos läuft Ende dieser Woche der 18 Millionen Euro teure Film über den „Roten Baron“ an. Manfred von Richthofenwar der Fliegerstar der deutschen Militärgeschichte. Die Verehrung des Piloten trieb – Jahre nach seinem Tod – auch in Wabern skurrile Blüten. Am Buß- und Bettag des Jahres 1925 erreichte gegen 15 Uhr ein ganz außergewöhnlicher D-Zug den Waberner Bahnhof. Teile der Kreisbevölkerung fieberten ihm schon seit Tagen und Wochen entgegen. Der Leichnam des Jagdfliegers wurde von Frankreich nach Berlin überführt. In Wabern machte der Zug Station. Das bot vor allem den Kriegervereinen der Umgebung die Gelegenheit zur Heldenverehrung. Rittmeister Freiherr Manfred von Richthofen war im letzten Kriegsjahr des Ersten Weltkriegs, am 21. April 1918, über Amiens in Frankreich abgeschossen worden. Sein Leichnam, der sieben Jahre an der Somme in Frankreich geruht hatte, wurde an diesem 18. November begeistert in Wabern begrüßt. Hunderte warteten bereits auf den zum Fliegerhelden verklärten Baron, der im Ersten Weltkrieg zwischen 80 und 100 feindliche Maschinen abgeschossen hatte. Kriegervereine traten an Aus diesem Grund waren auch die Kriegervereine von Wabern und Unshausen sowie der Jungdeutsche Orden (Vertreter eines großen Vaterländischen Verbandes) aus Fritzlar angetreten. Der Fritzlarer Kreis-Anzeiger schrieb damals: „Die Fahnen blieben während des Aufenthaltes vor dem mit Kränzen überdeckten Leichenwagen gesenkt, und der Kreiskriegerverband Fritzlar ließ am Sarge des Helden einen kostbaren Kranz mit Schleife niederlegen. So gab man dem toten Helden die ihm gebührende Ehre bei seiner letzten Fahrt. Im Geiste weilte man bei dem Toten und den Gedanken an seine Heldentaten.“ Gräuel wurden vergessen Der Mythos der Luftkriege im Ersten Weltkrieg zog noch immer die Menschen an. Daran Schuld waren wohl mehrere Faktoren. Zum einen stand Richthofen für den Fortschritt durch eine der modernsten Waffen der Zeit, andererseits stand er durch seine adlige Herkunft auch für die Tradition. Hinzu kam, dass der Pilot des Dreideckers selbst bei den Feinden geachtet wurde. Wie ein Popstar wurde er zu seinen Lebzeiten gefeiert. Die Gräuel des Ersten Weltkriegs rückte man da gerne in den Hintergrund. Nach dem Halt in Wabern fuhr der D-Zug Richtung Kassel weiter, wo eine tausendköpfige Menge, bestehend aus Fliegern, Vaterländischen und Wehrvereinen auf dem Kasseler Hauptbahnhof schon wartete. In Berlin wurde von Richthofen am 20. November während einer großen Trauerfeier beigesetzt. Kein geringerer als Reichspräsident Paul von Hindenburg erwies dem Toten in der Berliner Gnadenkirche die letzte Ehre. Der Militarismus hatte eine lange Kontinuität in der preußisch-deutschen Geschichte. Es sollte nur noch ein paar Jahre dauern, bis sie wieder zum Ausbruch kam.

Pfarrer bot den Nazis die Stirn

Eklat beim Gottesdienst zum Volkstrauertag 1933 in Wabern – Heinrich Baum stand im Kreuzfeuer
Von Thomas Schattner
Wabern. In Wabern war die Stimmung durch die nationalsozialistische Hetze 1933 derart aufgeheizt, dass es am 12. März, dem Volkstrauertag, zu einem Eklat um Pfarrer Heinrich Baum kam. Nach einer vorausgegangenen Auseinandersetzung um das Zeigen von Hakenkreuzfahnen weigerte er sich, den Gottesdienst zu halten. Das Homberger Kreisblatt berichtete am 15. März 1933 über die Ereignisse drei Tage zuvor: „Am Sonntag morgen trug sich hier ein Zwischenfall bei der Gefallenen-Gedächtnisfeier zu, der wohl einzig dasteht. Der Ortspfarrer, der vor den Altar trat, verweigerte sich, vor den zahlreich erschienenen uniformierten SA-Leuten den Gottesdienst in der Kirche abzuhalten, hierdurch verließ die Gemeinde unter stürmischen Protestkundgebungen das Gotteshaus und begab sich zu dem vor der Kirche befindlichen Gedenkstein, wo nunmehr der Bürgermeister (...) ohne den Geistlichen eine Gedenkrede hielt.“ Baum war seit 1910 Dorfpfarrer in Wabern. Er war ein national und konservativ eingestellter Mensch und er tat sich schwer mit den neuen Machthabern in Deutschland. Der schwelende Konflikt zwischen Pfarrer und NSDAP-Mitgliedern entlud sich im Umfeld des Volkstrauertags 1933. Es gab Kirchenvorsteher die versuchten, die Zulassung von Hakenkreuzfahnen im Gottesdienst zu erreichen. Das war vom Landeskirchenamt verboten. Erst zwei Tage vor dem Volkstrauertag erschien eine neue Verfügung des Landeskirchenamtes im Kirchlichen Amtsblatt, in der die Entscheidung dieser Frage den jeweiligen Kirchenvorständen übertragen wurde. Doch eine Entscheidung wurde für Pfarrer Baum überflüssig, da der Reichskanzler persönlich nach Rundfunkmeldungen am 10. März auf die Präsenz der NS-Fahne am Volkstrauertag verzichtete, schließlich hätten die Gefallenen ihr Leben unter der alten Reichsfahne gelassen. Dennoch versuchten NSDAP-Mitglieder am Samstagabend bei einem Gespräch im Pfarrhaus ihre Position durchzusetzen, ohne Erfolg. Daraufhin eskalierten am Volkstrauertag die Ereignisse. Über die Ereignisse existiert im Marburger Staatsarchiv ein Bericht, den Oberlandjäger Kilian anfertigte: „Um 9 1/2 Uhr betrat der Pfarrer Heinrich Baum (...) das Gotteshaus (...), ging vor den Altar und sagte, dass er aus inneren Beweggründen den Gottesdienst nicht abhalten könne. Es finde in zehn Minuten am Denkmal eine Feier statt, wer daran teilnehmen wolle, könne dort hinkommen. Daraufhin verließ Pfarrer Baum die Kirche. (...) Die Kirchenbesucher begaben sich nunmehr zum Denkmal, um einer Gedächtnisfeier, bei der (der) Bürgermeister (...) eine Ansprache halten wollte, beizuwohnen. Durch das Verhalten des Pfarrers in der Kirche hatte sich unter der Bevölkerung eine starke Erregung gebildet. Als der Pfarrer beim Denkmal erschien, wurde er bei Beginn seiner Rede mit Pfuirufen bedacht, worauf er den Platz verließ“. Noch am gleichen Tag erstattete der SA-Sturmführer Waberns dem Reichsinnenministerium und dem Regierungspräsidenten in Kassel Meldung, welche über ein solches Verhalten höchste Empörung zeigten. Drei Tage später berichtete auch das NS-Organ „Die Volkswacht“ über den Vorfall in Wabern. Dort heißt es unter anderem: „Montag mittag versammelten sich Hunderte vor dem Pfarrhaus und die SA zog die schwarz-weiß-rote und die Hakenkreuzfahne hoch. Wuchtiger hat man in Wabern noch nie das Horst-Wessel-Lied gesungen (...) Dazu ergänzend Notizen von Pfarrer Baum: „Selbst ehrsame Bürgerfrauen befanden sich grinsend in der Menge, aus der Rufe, wie Schuft, kamen“. Weiter heißt es dort: „Das Leben wollen wir ihm lassen, nicht mehr“. Einer der Teilnehmer der Kundgebung schrie: „Man sollte den Pfarrer am Kirchturm aufhängen“. Aufgrund dieser Ereignisse war Pfarrer Baum nicht mehr in der Lage, seinen Dienst zu versehen. Bis zum Sommer verblieb er mit seiner Familie in Wabern; dann musste er fliehen. Sie fuhren nach Wetzlar, wo sie bei Verwandten Aufnahme fanden. Als sich die Wogen etwas geglättet hatten, kehrte Pfarrer Baum noch einmal nach Wabern zurück, ehe er am 1. Juli 1933 endgültig in den Ruhestand versetzt wurde. Als kranker und gebrochener Mann starb Pfarrer Baum aufgrund dieser Ereignisse am 12. Mai 1936 in Wetzlar.

Unter der Hitler-Linde

Nazis benanten während ihrer Herrschaft viele Plätze, Schule und Straße um

von Thomas Schattner

Rockshausen. Jeden Tag vereinnahmte das Nazi-Regime ab 1933 mehr und mehr von Deutschland. Am Samstag, 1. Juli 1933 versammelte sich beispielsweise die Ortsgruppe Falkenberg der NSADP in Hebel. Unter den Klängen der Kapelle Lüdtke ging es nach Wabern-Rockshausen zur Dorflinde. Der Platz, auf dem der alte Baum stand, sollte an diesem besagten Samstag benannt und mit dem Naturdenkmal darauf geweiht werden. Der Platz sollte den Namen des Reichskanzlers Adolf Hitler tragen. Gleichzeitig wurde ein Fahnenmast installiert, der die Hakenkreuzfahne tragen sollte. Weihungen und Umbenennungen wie diese waren an der Tagesordnung. Die Einflussnahme der Nazis war allgegenwärtig. Viele Umbenennungen Anlässlich des Feieraktes wurden in Rockshausen Reden gehalten. Die Propaganda-Maschinerie lief. Zunächst sprach Falkenbergs Ortsgruppenführer, anschließend ein Parteigenosse. Zum Abschluss ergriff der Unshäuser Lehrer das Wort. Dieser sprach mahnend an die deutsche Jugend und erinnerte an die „Unterzeichnung des Schmachfriedens von Versailles“, so jedenfalls schrieb das Homberger Kreisblatt in seinem Bericht. Zwar wurde der Versailler Vertrag bereits am 28. Juni (im Jahr 1919) unterzeichnet, doch das schien in Rockshausen niemandem aufgefallen zu sein. Die Feierlichkeiten am neuen Adolf-Hitler-Platz gingen weiter, zum Beispiel wurde ein Emailleschild mit dem Namen Adolf Hitlers angebracht. Sie endeten mit dem Singen des Horst-Wessel-Liedes.

Kirchen

Evangelische Kirche in Wabern

Politik

Kommunalparlament

  • CDU-Fraktion 7 Sitze
  • F.D.P. 2 Sitze
  • FWG 7 Sitze
  • Fraktionslos 1 Sitz
  • SPD-Fraktion 13 Sitze

Wahlkreise

MdB: Dr. Edgar Franke

MdL: Günter Rudolph

Sehenswürdigkeiten

siehe auch

Katholische Kirche St. Wigbert in Wabern

Veranstaltungen

Harlekinade

Seit Anfang der Neunziger Jahre fand alljährlich im Park des Schlosses die Harlekinade statt, ein Clown- und Gauklerfestival; es handelt sich um das größte seiner Art in Hessen.

Im Jahr 2007 wurde die Harlekinade erstmals wegen Finanzierungsfragen nicht veranstaltet. Ob der jährliche Rhytmus beibehalten werden kann, wird die Zukunft zeigen. Im Jahre 2008 fand die Veranstaltung unter dem Titel "Festival der Masken, Mimen und Magie" im Schlosspark Wabern mit der Verleihung des "Waberner Harlekins" vom 27. bis 29. Juni statt.

Wandern und Radwandern

Radwege

Wussten Sie schon ... ?

  • ... dass die heutige Großgemeinde Wabern 64 Opfer zu beklagen hatte, die während der Revolutionskriege ab 1807 in Napoleons "Grande Armee" gedient hatten? Nach 1807 ließen sieben Männer in Spanien ihr Leben, 57 starben 1812/13 in den Weiten Russlands. (Thomas Schattner, Wabern)

weitere Informationen:

Wussten Sie schon, dass ... ?

Weblinks



Ortsteile der Gemeinde Wabern

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WappenSchwalmEderKreis.jpg

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