Wüstung Todenhausen

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Nordöstlich vom Breitenwasser gab es den Ort Todenhausen, der 1074 wie auch Bründersen zum ersten Mal urkundlich erwähnt wurde, aber älter war.

Der Ort hatte ein wahrscheinlich um das Jahr elfhundert erbautes Gotteshaus, eine Tochterkirche der Schützebergkirche. War der Apostel der Deutschen auch hier? Die Kirche stand wahrscheinlich auf dem alten Friedhof. Hier wurde bis ins sechzehnte Jahrhundert wöchentlich eine Messe gelesen, obwohl Todenhausen schon im fünfzehnten Jahrhundert als wüst bezeichnet wurde.

Die Kirche wurde von den Bründersern genutzt, die 1742 eine Kirche, die auf einem Vorgängerbau von 1543 errichtet wurde, im Ort bauten. Ein Friedhof wurde nicht mit einer Mauer umgeben, aber ein Kirchhof. Die Verstorbenen fanden damals auf dem Kirchhof ihre letzte Ruhe. Die Kirchhofsmauer „Auf der Alten Kraft“ überstand durch weitere Nutzung als Friedhof die Beseitigung, nachdem Mauern der Todenhäuser Kirche anderen baulichen Zwecken gedient hatten. Die meisten Verstorbenen aus Bründersen wurden hier bis 1895 beerdigt. Der oder die Letzte wurde im Jahr 1927 als Ehefrau/Mann noch auf der „Alten Kraft“ beigesetzt, obwohl der neue Bründerser Friedhof ab 1895 bestand.

Eine Frau Hensel hatte das Grundstück den Bründersern gespendet, wollte aber nicht als erste da begraben sein. Ihr Wunsch wurde nicht erfüllt. sie war die Erste. Die Stelle beim alten Friedhof (Kirchhof) wird im Volksmund als „Alte Kraft“ (in Mundart „Aale Kraft“) bezeichnet. Alle Kraft geht von der Kirche aus, so wurde gesagt. Oder kommt die Bezeichnung von: alle Kraft müssen die Träger aufwenden, um den Verstorbenen den steilen Weg hochzutragen?

(aus dem Artikel von Herbert Jakob: Geschichtliches und Geschichten aus Bründersen und Umgebung)

Sage vom Glockenborn

Anfang des fünfzehnten Jahrhunderts musste der Todenhäuser Pfarrer für zwei Jahre den Wolfhagern eine Glocke überlassen. So hatte der Fritzlarer Kanonikus Konrad Schonbroit verfügt (Wolfhager Chronik). Ob diese zurückgegeben wurde, ist nicht bekannt. Der Wolfhager Kirchturm wurde von einen Blitz getroffen, wobei die Glocke wahrscheinlich zu Bruch ging.

Bis ins siebzehnte Jahrhundert wurde die Todenhäuser Kirche, die wahrscheinlich auf dem noch jetzt zu sehenden alten Friedhof gestanden hat, von Bründersern genutzt. Die noch verbliebene Glocke soll der Sage nach bei dem Einsturz der Kirche in den Glockenborn gefallen sein, was durch die Entfernung eigentlich nicht möglich ist.

Die Wolfhager hatten schon eine Glocke aus der Todenhäuser Kirche bekommen, die ihnen kein Glück brachte. Nun hing die verbliebene Glocke in dem zusammengebrochenen Glockenturm. Die Wolfhager beschlossen, die Glocke nicht den Bründersern zu überlassen, die auch endlich einen Kirchenbau planten, sondern diese bei Nacht und Nebel nach Wolfhagen zu holen und in ihren wieder aufgebauten Kirchturm zu hängen. Die Glocke wurde auf einen Wagen gewuchtet, was lange Zeit in Anspruch nahm. Der Morgen graute schon, man wollte so schnell wie möglich hier verschwinden. Die Glocke wurde in der Eile nicht richtig fest gebunden. Der Weg an der Gotte war holprig und als ein Rad in eine Mulde des Weges geriet, rutschte die Glocke vom Wagen und purzelte ins Gras, das aus einem tiefen Graben heraus wuchs. Da es hell wurde, entschloss man sich, die Glocke mit Buschwerk abzudecken und nach Einbruch der Dunkelheit am darauffolgenden Abend mit Hebeln aus dem Graben zu holen, aufzuladen und nach Wolfhagen zu transportieren. Als die Wolfhager an die Stelle kamen und das Buschwerk beseitigten, war keine Glocke zu finden. An der Stelle stand nun eine große Wasserpfütze. Man stieß mit spitzen Stangen hinein, es war aber kein harter Gegenstand zu spüren. Klares Wasser sprudelte nun aus dem Loch und suchte sich einen Weg nach Wolfhagen. Es gab nun den Glockenborn, der den Wolfhagern Jahrhunderte lang gutes Wasser spendete.

zusammengestellt von Herbert Jakob

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