Von der Malsburg

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In Escheberg, 1018 erstmalig erwähnt, befindet sich bis heute ununterbrochen der Sitz der Familie von der Malsburg, die zunächst auf der nördlich gelegenen Burg Malsburg ansässig war.

Geschichte

Aus der Familiengeschichte

Das Herrenhaus in Escheberg - Schloss Escheberg - wurde im Jahre 1530 zunächst als Fachwerkbau errichtet und war Gutshof, Herrenhaus, und Edelsitz.

Der Umbau von Schloss Escheberg im Jahre 1800 erfolgte im Charakter eines Biedermeiergebäudes. Die Anlage bei Zierenberg war im 19. Jahrhundert zur Zeit von Ernst Otto und Karl von der Malsburg Treffpunkt für Dichter und Künstler, darunter auch Louis Spohr und Emanuel Geibel.

Weiterer repräsentativer Besitz der Familie befindet sich in der Nähe der Stadt Wolfhagen. Von seinem Schwiegervater Eberhard von Gudenberg kaufte Hermann von der Malsburg im Jahre 1515 das Gut Elmarshausen. Den zum Ausbau der alten Wasserburg in ein repräsentatives Schloss notwendigen Reichtum erwarb er sich als Hofmarschall und Kriegsobrist des Landgrafen Philipp I., als er 1534 dem Herzog Ulrich von Württemberg in der Schlacht bei Lauffen zum Wiedererwerb seines Herzogtums verhalf. Herzog Ulrich hatte sich nach seiner Niederlage im Kampf gegen den Schwäbischen Bund, den Wilhelm Hauff in seinem Roman "Lichtenstein" behandelt, unter den Schutz des Landgrafen Philipp begeben und bei ihm im Exil gelebt. Philipp bereitete im Zuge seiner Aktionen gegen die Habsburger, die auch Württemberg in Besitz hielten, den Feldzug zur Wiedergewinnung Württembergs politisch und militärisch vor und führte ihn im April/Mai 1534 durch, wobei Hermann von der Malsburg die hessischen Ritter befehligte.

Erst mit dem Tod von Dr. Otto von der Malsburg 1961 starb die Familie im Mannesstamm aus und die älteste Tochter, Friederike Elsner von Gronow, übernahm den Besitz. Deren Sohn Elmar Elsner von der Malsburg ist der heutige Schlossbesitzer.

Auch in Niederelsungen konnten die Malsburger ihren Einfluss bereits im Zuge der Reformation beträchtlich erweitern und kauften hier Ländereien hinzu. Im Lehnsbuch (aufgestellt nach dem Tode von Hermann von der Malsburg) heißt es: "Ein burglehen zum Wolffhagen in der freiheit, eine freie behausunge zu Cassel, ein haus zu Immenhausen in der vorburg, das dorf Brungerßenn. Item gericht und gebiete zu Obern und Niedern Eisingen halb, zu Breuna gantz Geholtze: aus dem Gaster-felderhoitz 8 fuder. Item den zenden zu Sultza halb, den zu Nidern Elsingen gantz, den zu Meisser halb ... ".

Bekannte Familienmitglieder

  • Ernst Friedrich Georg Otto von der Malsburg (1786–1824), Schriftsteller, Dichter und Gesandter, gestorben auf Schloss Escheberg
  • Carl Otto von der Malsburg, war von 1803 – 1807 als kurhessischer Gesandter am napoleonischen Hof in Paris akkreditiert

Epitaph in der Kirche von Breuna

Die evangelische Kirche in Breuna schmückt unter anderem ein Epitaph für Eckbrecht von der Malsburg aus dem Jahr 1609, das im Auftrag seiner Witwe von Antonius Herber aus Kassel aus Sandstein gefertigt wurde.

Bereits Mitte des 16. Jahrhunderts entstand eine Stiftung der Familie von der Malsburg für die Armen der Gemeinden Breuna, Nieder- und Oberelsungen, nach einer Verwundung des Erich von der Malsburg in einem Feldzug des Jahres 1552.

Literatur

  • Volker Knöppel, Das Malsburgische Almosentestament von 1553, in: Jahrbuch für den Landkreis Kassel 2008, S. 66 ff.

Sage

Eine Sage zum Ursprung derer von Malsburg findet sich bei Heinrich Rohde, Weserwellen und Diemelgrand - Geschichten und Sagen aus dem Gebiete der oberen Weser, der Diemel und der Esse, 5. Auflage aus Anlaß seines 50. Todestages, herausgegeben und mit Anmerkungen versehen von Micha Röhring, Hofgeismar 1995, S. 33.

siehe auch

Weblinks