Vernawahlshausen

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Die Kirche in Vernawahlshausen

Vernawahlshausen ist eine ehemals selbständige Gemeinde im ehemaligen Kreis Hofgeismar und heute ein Ortsteil der Gemeinde Wahlsburg im Landkreis Kassel.

Am 31.Juli 2006 hatte der Ort an der Schwülme 926 Einwohner.

Geografie

Vernawahlshausen liegt im nordhessischen Weserbergland zwischen dem Solling und dem Kiffing und unmittelbar an der Grenze zu Niedersachsen (nahe von Uslar und Bodenfelde).

Der Ort im Tal der Schwülme liegt etwa viereinhalb Kilometer westlich von Lippoldsberg, dem Hauptort und Verwaltungssitz der Gemeinde Wahlsburg.

Geschichte

Aus der Ortsgeschichte

Vernawahlshausen wurde im Jahre 1233 erstmals urkundlich als Walshusen erwähnt, ist aber deutlich älter. Wahrscheinlich geht der Ort ins 8. oder 9. Jahrhundert zurück. Nach einer Überlieferung wurde eine romanische Kapelle schon im 10. Jahrhundert von den Mönchen des Klosters Corvey errichtet.

Bodenfunde belegen eine deutlich ältere Siedlungsgeschichte. Knapp einen Kilometer nördlich der Dorfmitte fand in der zweiten Hälfte der 1970-er Jahre ein Dorfbewohner auf einem Kartoffelacker eine kleine Steinaxt.

Das Dorf wurde 1233 in einem Streit um Ländereien erstmals urkundlich erwähnt und war von Beginn an dem Einfluss verschiedener weltlicher und geistlicher Herren ausgesetzt.

Die amtliche Bezeichnung des seit dem Jahre 1538 hessischen Dorfs war bis zum Jahre 1787 Wahlshausen. Offenbar wurde dann aufgrund einer Namensgleichheit mit dem Dorf Wahlshausen (heute: Wilhelmshausen) in der Nähe von Kassel der Ort in Vernawahlshausen (das von Kassel aus gesehen "ferne Wahlshausen") umbenannt.

Der Weg zum heutigen Fachwerkdorf im Schwülmetal war mit vielen Entbehrungen und harter Arbeit verbunden. Bis zum 19. Jahrhundert war ein wichtiger Erwerbszweig der kleinbäuerlichen Bevölkerung die Leineweberei. Daneben gehörte zum Dorf auch die ehemals größte Rasenbleiche in Hessen. Verschiedene "Blankschmiede" am Ort stellten bis zum Ende des 19. Jahrhunderts Schleifsensen für den umliegenden Raum her.

Das älteste erhaltene Gebäude ist die St. Margarethen-Kirche im Zentrum des Dorfs im teilweise romanischen Baustil. In der heutigen Kirche ist fällt der Blick auf den quadratischen Altarraum, der um das Jahr 1100 als romanischer Chor mit Kreuzkappengewölbe gebaut und im Jahre 1589 durch ein nach Westen angebautes Kirchenschiff erweitert wurde.

Nach der Reformation in Hessen wurde das Kirchenpatronat von der Landgrafschaft Hessen übernommen. Der barocke Fachwerk-Turmaufsatz stammt aus dem Jahr 1744.

Eine deutlich bessere Anbindung an den überregionalen Verkehr, vor al­lem nach Göttingen, brachte zum Ende des 19. Jahrhunderts die Eröffnung der Eisenbahnstrecke Bodenfelde - Göttingen.

Mit dem Bau der Eisenbahnstrecke entstand auch der Bahnhof in Vernawahlshausen, der die alte Haltestelle ablöste, die zunächst nur aus einer Wartehalle und Kartenausgabe bestanden hatte.

Ein im Jahre 2006 erschienenes Ortssippenbuch nennt die Familien des Dorfes vom 16. bis zum 20. Jahrhundert.

Am ersten Oktoberwochenende 2008 feierte Vernawahlshausen die erste Erwähnung des Dorfes vor 775 Jahren mit einem zweitägigen Fest auf dem Platz vor der Schwülmetalhalle. Ein Besuchermagnet waren auch die Dreschmaschine, die Schrotmühle und der Strohhäcksler, die in der Heimatscheune demonstriert wurden.

Zur Geschichte des ehemaligen Bahnhofs

Der Vernawahlshäuser Bahnhof von der Oberweserbahn-Seite aus gesehen mit einem Schienenbus.

Es muss ganz schön was los gewesen sein auf dem Vernawahlshäuser Bahnhof kurz nach der Eröffnung im August 1910, denn bereits knapp drei Jahre später wurde das Gebäude großzügig erweitert.

Heute ist nicht mehr viel übrig vom alten Glanz. Am Haltepunkt sieht man noch die Grundmauern des Bahnhofs und sonst nur ganz wenige andere Relikte.

Das Besondere am Vernawahlshäuser Bahnhof war, dass er an einer schmalen Stelle zwischen zwei Bahnstrecken erbaut wurde. Am Rand des Schwülmedorfs trafen die einst zweispurige, 1878 fertig gestellte Sollingbahn (Bodenfelde - Northeim) und die einspurige 1910 eröffnete Oberweserbahn (Bodenfelde - Göttingen) aufeinander.

weitere Informationen unter: Bahnhof Vernawahlshausen

Kirchen

Literatur

  • Kreis Hofgeismar, Handbuch des Heimatbundes für Kurhessen, Waldeck und Oberhessen III, Marburg/ Lahn 1966, S. 214. ff.
  • Thorsten Quest und Uta Schäfer-Richter, Dorfleben - Die Geschichte der Dörfer Lippoldsberg und Vernawahlshausen, herausgegeben von der Gemeinde Wahlsburg 1989

Partnerschaft

Die Partnerschaft zur französischen Gemeinde St. Georges de Montaigu besteht inzwischen seit mehr als 25 Jahren.

Pilgerweg

Klosterkirche im Nachbarort Lippoldsberg

Unter dem Titel Zwischen Loccum und Volkenroda erschien im Jahre 2005 ein Pilgerbuch von Jens Gundlach, das die Pilger-Wanderstrecke vom Kloster Loccum, nordwestlich von Hannover zum Kloster Volkenroda, bei Mühlhausen in Thüringen beschreibt.

An der Pilgerstrecke liegen etwa das Kloster Bursfelde oder in Nordhessen die Kirchen in den Orten Arenborn, Heisebeck und Vernawahlshausen, die zu stiller Einkehr einladen.

Ein Exkurs führt zur romanischen Kirche des einstigen Benediktinerinnenklosters Lippoldsberg.

Sehenswürdigkeiten

> Informationen zur evangelischen Kirche in Vernawahlshausen auf WahlsburgWiki

siehe auch

Vereine

Wandern

Weblinks