Vaake

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Ortsansicht Vaake

Vaake ist ein Ortsteil der nordhessischen Gemeinde Reinhardshagen im Landkreis Kassel.

Die östlich des Reinhardswalds an der Weser gelegene Gemeinde Reinhardshagen entstand 1971 im Verlaufe der hessischen Gebietsreform aus den beiden früher selbständigen Orten Vaake und Veckerhagen.

Im Jahr 2016 feierte Vaake sein 1150-jähriges Jubiläum (vgl. dazu: 1150-jahre-vaake.de).

Aktuelle Ansichten gibt es über eine Webcam:


Geografie

Vaake liegt etwa 9 km nördlich von Hann. Münden am linken westlichen Ufer der Weser und zu Füßen des Bramwalds.

In Vaake mündet die Nasse Ahle, die wenige Kilometer entfernt im Reinhardswald entspringt, in die Weser.

Geschichte

Die Dorfkirche in Vaake

Schon im Jahre 500 nach Christus sollen an dem Ort, "Faca° genannt, eine Hand voll Menschen von der Fischerei gelebt haben. Sie stellten dazu geflochtene Gefache auf. Der Name des Fischerdorfs leitet sich offenbar von diesen früher in der Weser ausgelegten Fanggeflechten (Vachen) ab.

Doch die offizielle Zeitrechnung des heutigen Reinhardshäger Ortsteils begann erst 866, wie Chronistin Magda Thierling beim Neujahrsempfang in Reinhardshagen im Jubiläumsjahr 2016 erläuterte. In Aufzeichnungen aus dem Kloster Corvey wurde 866 das Dorf erstmals urkundlich erwähnt.

Im Jubiläumsjahr 2016 erschien die Festschrift „Ein Dorf stellt sich vor - 1150 Jahre Vaake". Danach wuchs der Ort zum Ende des 13. Jahrhunderts durch großen Rodungen im Reinhardswald und Ackerflächen entstanden, die etwa 22 Höfe mit ihren rund 50 Einwohner versorgen konnten. Selbst schlimme Missernten, Hochwasser und die Pest konnten Vaake in der Folgezeit nicht auslöschen, im Gegensatz zu benachbarten Ortschaften wie Holtmarden oder Hohenrode.

Mittelalter

In einer alten Urkunde aus dem Jahr 1247 wird der Ort im Zusammenhang mit einem Ludolph von Ukken erwähnt, später wird das Dorf selbst in einer Urkunde aus dem Jahr 1273 mit dem Namen Ukken genannt.

Im Jahre 1304 beurkundete dann der Edelherr Konrad von Schöneberg, dass Vaake zum Kloster Hilwartshausen gehöre. Gut ein Jahrhundert später im Mai 1455 wird das Dorf bei einer kriegerischen Fehde zwischen dem Erzbischof von Köln und dem hessischen Landgraf Opfer eines Brandes bevor es dann im Jahre 1538 zum Herrschaftsbereich des Landgrafen von Hessen gehörte, der dafür im Tausch mit dem Herzog von Braunschweig seine Hoheitsrechte über das Dorf Hemeln aufgab.

Fachwerkhäuser in Vaake

Erhalten geblieben ist die evangelische Kirche aus dem 14. Jahrhundert mit wuchtigem Wehrturm, wobei der Ostchor der Kirche sogar bis in das letzte Drittel des 13. Jahrhunderts zurückreichen soll.

Neuzeit

Im Jahre 1551 wurde zum ersten Mal eine Mühle in Vaake urkundlich belegt.

Und unter hessischer Herrschaft entstand in den Jahre 1581 - 1583 am Ort für kurze Zeit eine Eisenhütte.

Sehr viel länger wurde im nahegelegenen Forstbetrieb Gahrenberg (von 1642 bis 1970) Braunkohlenbergbau betrieben.

Die ältesten heute noch erhaltenen Fachwerkhäuser in Vaake entstanden nach dem 30-jährigen Krieg (1618 bis 1648) im diemelsächsischen Baustil.

Bis in die Mitte des 19. Jahrhunderts prägten dann Handwerk und Tagelöhnerei den Dorfalltag, darunter auch Böttcher und Schmiede. Wasserleitung, Stromnetz und Schule waren Errungenschaften erst nach dem 1. Weltkrieg am Ort, dessen wirtschaftlichen Verhältnisse sich deutlich durch die Gründungen einer Töpferei und einer Ziegelei verbesserten.

Im Zweiten Weltkrieg bestand ab 1944 in der Gastwirtschaft "Zum Reinhardswald" ein Lager für belgische und niederländische Zwangsarbeiter. Sie arbeiteten in Veckerhagen für das Werk II der Junkerswerke Kassel-Bettenhausen. Nach Zeitzeugenberichten wurden Zwangsarbeiter am Ort nicht nur in der ehemaligen Eisenhütte in Veckerhagen sondern auch in der Forst- und Landwirtschaft eingesetzt.

Im Gegensatz zu Veckerhagen war Vaake zum Ende des Zweiten Weltkriegs nicht in Kampfhandlungen verwickelt.

Dank umsichtiger Bürgermeister wie Richard Pelz entstand nach dem 2. Weltkrieg neuer Wohnraum am Ort. Der SPD-Politiker war ab 1948 Bürgermeister in Vaake.

Kirche

Innenansicht der Dorfkirche

Die heutige evangelische Kirche in Vaake aus Sandsteinmauerwerk stammt aus dem 14. Jahrhundert, der quadratische Ostchor, der an das Kirchenschiff angrenzt, offenbar schon aus dem letzten Drittel des 13. Jahrhunderts. Die Kirche ist aus der Verbindung von Vaake zum Reichsstift Hilwartshausen am Weserufer entstanden.

Im Dreißigjährigen Krieg wurde die Kirche mehrfach beschädigt.

Erhalten geblieben ist ein mittelalterlicher Taufstein. Chorraum und das Kirchenschiff sind mit alten Wand- und Deckenmalereien ausgestaltet. Die Wände im Chor der Kirche sind insbesondere mit Szenen aus der Leidensgeschichte Christi ausgemalt, es finden sich aber auch musizierende Engel und frühe Darstellungen von Zugposaunen.

Als im Jahre 1937 mit Malerarbeiten in der Kirche begonnen werden sollte, wurden die sehenswerten Wandmalereien im Chor aus dem frühen 15. Jahrhundert entdeckt, die dann von dem Kunstmaler Walter Schliephacke freigelegt wurden.

Kunst und Kultur

Heimat- und Traktorenscheune

Die im August 2008 eröffente Dettmarsche Heimat- und Traktorenscheune (Am Weserufer 9) präsentiert eine Privatsammlung mit Impressionen aus dem dörflichen Lebens anhand von Gebrauchsgegenständen der Jahre 1900 bis heute.

Kulturscheune

Literatur

  • Kreis Hofgeismar, Handbuch des Heimatbundes für Kurhessen, Waldeck und Oberhessen III, Marburg/ Lahn 1966, S. 206 ff.
  • Walter Gerlach, Vaake - 1000 Jahre alt, in: Jahrbuch des Landkreises Kassel 1978, S. 115
  • Thomas Ende, Freilegung der Kirchenmalereien in Vaake, in: Jahrbuch des Landkreises Kassel 2007, S. 61 ff.
  • Region Kassel Land e.V. (Hrsg.), Unterwegs im Reinhardswald - 52 Wege und Ziele, Wolfhagen 2011

Persönlichkeiten

Radwege

Karte von 1905
  • Der Weser-Radweg verläuft aus Richtung Hann. Münden (Start) entlang der Weser bis nach Oberweser (25,0 km) und von dort weiter nach Lippoldsberg (30,0 km), Bodenfelde-Wahmbeck (35,0 km) und Bad Karlshafen (45,0 km). Hier schliesst sich eine mehr als 400 km lange Strecke bis nach Bremen, Bremerhaven und Cuxhaven an.

siehe auch

Übernachtungsmöglichkeiten

Weserberglandweg

Übersicht

Hotels und Gsthäuser

Vaaker Störche

Inzwischen eine Sehenswürdigkeit in Vaake ist ein Storchenpaar, das 1998 auf dem etwa 30 m hohen Schornstein der ehemaligen Fassfabrik seinen Horst errichtet hat.

Vereine

Fest der Vereine

Von Dorfereignissen bis hin zur großen Politik reichen die Themen beim Festumzug, dem Höhepunkt beim Fest der Vereine. Praktisch alle Generationen machen mit und sorgen für ein pralles, buntes, lebensfrohes Bild.[1]

TSV 1895 Vaake e.V.

Die Fußballer des TSV Vaake blickten im Jahre 2007 auf eine 75-jährige Geschichte zurück. In den 1960-er Jahren stellte der Verein zeitweilig die größte Jugendabteilung im Sportkreis Hofgeismar und engagierte sich beim Bau des Ahlesportplatzes in Vaake. Seit 1990 hat sich eine Spielgemeinschaft mit den Senioren des VfL gebildet.

Wandern

Märchenlandweg

Weserberglandweg

Der Weserberglandweg führt als Wanderweg zum Beispiel durch das romantische, teils an eine Klamm erinnernde Lumbachtal bei Gieselwerder und folgt zickzackförmig dem Waldrand bei Reinhardshagen mit vielfältigen Ausblicken ins Wesertal. Nebenrouten für Tagesausflüge erschließen das Holzape- und Diemeltal, die Klosterkirche Lippoldsberg und das Donnebachtal, wo auch ein Abstecher nach Beberbeck diskutiert wird.

Zum Gahrenberg

Zum Gahrenberg - wo zwischen 1842 und 1970 Braunkohle abgebaut wurde - verläuft von Vaake (Wanderparkplatz "Ahletal") der "Bergmannspfad" entlang der Nassen Ahle.

Weblinks und Quellen

Quellen

  1. Artikel in HNA-online vom 19.8.2012

Weblinks





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