VOLKSWAGEN - Werk Kassel / Baunatal 2018

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Volkswagen Werk Kassel in Baunatal 2018 - 60 Jahre
60 Jahre VW-Werk in Baunatal.
Dass das Werksgelände nicht, wie von Kassel angestrebt, in das Stadtgebiet der nahen Großstadt eingegliedert wurde, verdankte Altenbauna vor allem dem Landrat Josef Köcher, der mit Weitblick die Bedeutung dieser Industrieansiedlung für die Entwicklung seines Landkreises Kassel erkannte.
Foto: Günther Pöpperl
60 Jahre VW-Werk in Baunatal.
Ab 2015 hat Werkleiter Thorsten Jablonski mit der gut ausgebildeten Belegschaft die Aufgabe, neue Strukturen im Werk aufzubauen.
Das Foto zeigt die Belegschaft, Mitglieder des Betriebsrat, Werkmanagement und das Volkswagen-Werk in Baunatal.
Foto VW Archiv 2017/2018 - Günther Pöpperl
60 Jahre VW-Werk in Baunatal.
Foto: Günther Pöpperl

Das Volkswagenwerk Kassel in Baunatal ist der Standort des VW-Konzerns für die Bereiche Getriebebau, Gießereitechnik und Elektroantrieb sowie dem Volkswagen Orginal Teile Centrum (OTC) und 2018 seit 60 Jahre in der Region Nordhessen.


60 Jahre VW-Werk Kassel in Baunatal

Am Vorabend der 38. Internationalen Automobilausstellung erklärte VW-Chef Nordhoff vor der Presse, daß eine Erweiterung der Produktion des Volkswagenwerkes vorgesehen ist. Diese Fabrik werde auf das Henschel-Grundstück in Altenbauna bei Kassel kommen.

Standort Information

Am 5. Oktober 1957 kam es zur Vertragsunterzeichnung in Frankfurt am Oberlandesgericht durch Vertreter der Henschel & Sohn GmbH als Eigentümer und Vertretern der Volkswagenwerk GmbH als Käufer. VW kaufte damals ein Grundstück von 1,08 Millionen Quadratmetern.

Vor 60 Jahren am 5. Oktober 1957 unterzeichneten Vertreter der ehemaligen Firma Henschel &Sohn und Volkswagen den Grundstückskaufvertrag für den Aufbau des VW-Werks in Altenbauna, der die gesamte Region nachhaltig verändern hat.

Erste Gerüchte gab es 1956 : Auf der 38. IAA in Frankfurt erklärte VW-Generaldirektor Prof. Dr. Heinrich Nordhoff auf Fragen von Jormalisten,daß für die Ersatzteilefertigung ein Zweigwerk außerhalb von Wolfsburg, Hannover oder Braunschweig errichtet werden soll und beabsichtigt ist, daß Henschel-Werk in Altenbauna zu erwerben.

Aufbaujahre 1956 – 1957

Mit der Überschrift „Henschel Altenbauna von VW gekauft“ berichteten die Hessischen Nachrichten am 07. Oktober 1957, dass die Volkswagen GmbH in Wolfsburg das Werksgelände der Firma Henschel & Sohn in Altenbauna zu einem Kaufpreis von 6,5 Millionen DM erworben hatte. Vor allem die oben genannten Männer setzten sich dafür ein, dass das Volkswagenwerk in Altenbauna einen vierten Standort aufbaute. Dass das Werksgelände nicht, wie von Kassel angestrebt, in das Stadtgebiet der nahen Großstadt eingegliedert wurde, verdankte Altenbauna vor allem dem Landrat Josef Köcher, der mit Weitblick die Bedeutung dieser Industrieansiedlung für die Entwicklung seines Landkreises Kassel erkannte.
Für das über eine Millionen Quadratmeter große Gelände und für Sanierung und Instandsetzung der Flächen gibt der VW-Aufsichtsrat 1957/58 über 20 Millionen DM für die bewilligung frei.

28 Beschäftigten am 2. Juli 1958

Unter der Führung des ersten Werkleiters, Rudolf Leidig und Personalleiter Franz Kutsche nahmen die ersten 28 Beschäftigten am 2. Juli 1958 ihre Arbeit im VW-Werk in Altenbauna auf.
Es waren überwiegend Männer für den Werkschutz, aber auch drei Personen vom ehemaligen Henschel Werk: einen Installateur, einen Elektriker und den Hausmeister, die das Areal genau kannten.>br> Das Werk wuchs stetig, die vielen Arbeiter steigerten die Nachfrage nach Wohnungen und Bauplätzen. Durch die Umsiedlung von Landwirten konnten Bauplätze geschaffen werden. Dennoch waren die Folgen riesig und die Gemeinde Altenbauna arbeitete mit den Nachbargemeinden zusammen. So gründete sich 1964 die Gemeinde Baunatal aus Altenbauna, Altenritte und Kirchbauna. Gemeinsam konnte für die vielen zugezogenen Familien die Infrastruktur verbessert, Freizeiteinrichtungen gebaut und Sportanlagen eingerichtet werden. Bis heute ist das Volkswagen Werk der wichtigste Arbeitgeber in Baunatal und der gesamten Region Nordhessen.

Aufbaujahre 1958 – 1959

1957-1958-VW-Baunatal

Nach der teilweisen Instandsetzung zerstörter Hallen des ehemaligen Rüstungsbetriebes Henschel Flugmotorenbau GmbH und der Installation neuer und der Verlagerung von Fertigungseinrichtungen aus Wolfsburg konnte am 23. Juni 1958 offiziell mit der Aggregate-Aufbereitung begonnen werden.
Die Personalabteilung begann schon vorher mit der Einstellung der ersten Mitarbeiter, darunter der auf dem Foto abgebildete Adam Ritze. Verantwortlich für das Werk in Altenbauna ab 1958: Werkleiter Rudolf Leiding, Vorsitzender des Betriebsrates Peter Stroh und Personalleiter Franz Kutsche.
Während der Bauarbeiten musste von 1957 – 1959 auf dem gesamten Gelände nach Bombenblindgängern aus dem Zweiten Weltkrieg gesucht werden.

Aufbaujahre 1959 – 1960

1959-1960-VW-Baunatal

Mit der Entscheidung des VW-Werkes Anfang 1959 eine neue große Werkshalle (Halle 1) zu bauen, begann eine stürmische Aufbauphase. Auf der größten Baustelle Europas arbeiteten bis zu 1.700 Bauarbeiter. Am 01. Oktober 1960 konnte die Halle 1 für den Werkzeugbau, die Härterei, die Gießerei und den Getriebebau in Betrieb genommen werden. Bereits 1960 erfolgte der Baubeginn der Halle 4 und nach der Fertigstellung im Juli 1961 der Umzug der Aggregate-Aufbereitung aus der alten Henschel-Halle.
Am 31.12.1960 arbeiteten bereits 6.100 Menschen im VW-Werk.




Aufbaujahre 1961 – 1965

1961-1965-VW-Baunatal

In der Halle 4 begann 1961 die Lehrlingsausbildung und später in einem Anbau die Aus- und Weiterbildung für alle Beschäftigten im Coaching Center.
Die Energieversorgung des Werkes wurde durch die Fertigstellung des neuen Kraftwerkes verbessert, das im Dezember 1961endgültig den Betrieb aufnehmen konnte.
Für die zahlreichen Pendler entstand 1961 das VW-Ledigenheim, das von Hausmeistern überwacht wurde, die dem Werkssicherheitsdienst zugeordnet waren.
Ende 1963 arbeiteten fast 10.000 Menschen im Werk.



Aufbaujahre 1965 – 1980

60 Jahre VW-Werk in Baunatal.
Das obige Foto aus dem Jahr 1965 zeigt die Teilnehmer der gemeinsamen Sitzung des Geschäftsführenden Betriebsrates mit dem Sprecher der IG Metall Mitglieder im VW-Werk Karl-Heinz Mihr. Von links nach rechts: Heinrich Tornow, Heinz Jeromin, Heinz Voss, Peter Stroh, Karl-Heinz Mihr , Heinrich Uthof, Rudolf Illig, Karl Andreas..
Foto: Günther Pöpperl
Der Betriebsausschuß des Betriebsrats unter Vorsitz von Karl-Heinz Mihr (Abbildung aus dem Jahr 1990)

Die größte Produktionshalle, die Halle 2, entstand von 1963- 1965. Dort zogen das Großpresswerk, der Werkzeugbau und die Blechbearbeitungs-Abteilungen ein.
Der Aufbau des Werkes ging 1966 mit dem Neubau der Gießerei weiter.
Die Ansiedlung des VW-Werkes stellte die vor allem die Gemeinde Altenbauna vor riesige Aufgaben. Neben dem Wohnungs- und Straßenbau mussten auch die notwendigen Gemeinschaftseinrichtungen für die schnell wachsende Bevölkerung geschaffen werden. So kam es am 01. Januar 1964 zum Zusammenschluss der Dörfer Altenbauna, Altenritte und Kirchbauna. Am 01. Juli 1966 folgte ein weiterer Zusammenschluss mit der Gemeinde Großenritte zur Stadt Baunatal mit der Verleihung der Stadtrechte.
1967 erforderte eine Absatzkrise in der Automobilindustrie die erste Anordnung von Kurzarbeit.
Mit dem Tod von Generaldirektor Prof. Heinrich Nordhoff im April 1968 ging die Nachkriegs-Ära des VW-Werkes zu Ende.

1969-1981-VW-Baunatal
1981-1993-VW-Baunatal

1970 wurde die Halle 2 um einen zweiten Bauabschnitt zur Lagerung von Ersatzteilen erweitert. Die Volkszählung 1970 ergab, dass aus 520 Herkunftsgemeinden Pendler zum Arbeiten in das VW-Werk Kassel fuhren. Nicht dazu zählten die Mitarbeiter, die in Baunatal und Kassel wohnten. 1970 arbeiteten 13.800 Menschen im Werk, darunter 950 Mitarbeiter aus anderen Herkunftsländern.
1981 gab es eine spontane Arbeitsniederlegung in der Gießerei mit der Forderung nach ergonomischen Verbesserungen der Arbeitsabläufe. Anlässlich des plötzlichen Todes des Vorsitzenden des Betriebsrates Peter Stroh fuhr ein Trauerkorso am Nordrandbau vorbei.
Nach einem schwierigen Übergang in der Arbeitnehmervertretung wählte die Belegschaft mit Karl-Heinz Mihr einen neuen Betriebsrat-Vorsitzenden.



Aufbaujahre 1981 – 1993

Einen wichtigen Entschluss zur Weiterentwicklung des VW-Werkes fasste die Stadtverordnetenversammlung der Stadt Baunatal im Juni 1989 mit der Zustimmung zum Verkauf von Grundstücksflächen im Industriegebiet östlich der A 49. Mit der Grundsteinlegung 1991 entstand hier das größte und modernste Logistik-Zentrum Europas: Das Original Teile Center (OTC).
Das Foto zeigt den Betriebsausschuss des VW Betriebsrates 1990 unter dem Vorsitz von Karl-Heinz Mihr, sowie ein Foto einer Betriebsversammlung aus dieser Zeit



Aufbaujahre 1993 – 1997

1993-1997-VW-Baunatal

Welche Bedeutung der Getriebebau für das Werk Kassel hat, zeigte sich, als hier 1994 das 60 Millionste Getriebe vom Band lief. Mit der fortschreitenden technischen Entwicklung begann 1997 die Automatisierung der Getriebemontage.
In allen Bereichen des Umweltschutzes wurden ab 1995 weitere Regelungen und Betriebsvereinbarungen eingeführt.
Im Bereich der früheren Wache West entstand 1996 das neue Kunden-Center für Mitarbeiter und Kaufinteressenten


Aufbaujahre 1997 – 2002

1997-2002-VW-Baunatal

Zum 40-jährigen Bestehen Volkswagenwerk Kassel / Baunatal öffnet der VW-Standort mit dem „Tag der offenen Tür" am 19. September 1998 erst­mals seine Pforten für Familien der Mitarbeiterinnen und Mit­arbeiter, Kunden und interes­sierte Gäste aus der Region zu diesem Tag wurden 100.000 Besucher erwartet.
1999 wurde in Halle 4 ein neues Pilot-Projekt für den Getriebebau eingerichtet. Gleichzeitig begann die Montage des weltweit ersten stufenlosen Automatikgetriebes.
Im Jahr 2000 feierte das Werk 40 Jahre Getriebebau und stellte das 75 Millionste Getriebe her.
Die Gießerei erhielt 2000 ein neues Technologiezentrum.
Für die Erweiterung des Ersatzteilzentrums (OTC 2) wurde 2001 der Grundstein gelegt. In den Jahren 2004 bis 2005 gingen zwei weitere Hallen, die heutigen Hallen 3 und 4 in Betrieb. Ca. 3.500 Beschäftigte zählte das Ersatzteilzentrum 2003


Aufbaujahre 2002 – 2005

2002-2015-VW-Baunatal

Nach dem Werkleiter Prof. Dr. Rüdiger Weißner (2002 – 2005) kam Prof. Dr. Hans-Helmut Becker als Werkleiter nach Baunatal. Unter seiner Leitung fand 2007 ein Standortsymposion mit dem Vorstand des Konzerns, dem Werksmanagement und dem Betriebsrat mit dessen Vorsitzenden Jürgen Stumpf statt.


Aufbaujahre 2006 – 2011

2006-2011-VW-Baunatal

Die Erweiterung des Ersatzteilzentrums ging 2008 mit der Grundsteinlegung für die Halle 5 (OTC 5) weiter.
Im Juni 2008 wurde im Rahmen eines Familientages das 50-jährige Bestehen des VW-Werkes Kassel gefeiert. An dem Großereignis nahmen ca. 130.000 Besucher teil.


Aufbaujahre 2012 – 2015

2002-2015-VW-Baunatal

Nach dem Ausscheiden des Betriebsratsvorsitzenden Jürgen Stumpf wurde Carsten Bätzold zum Vorsitzenden gewählt.
Ab 2015 hat Werkleiter Thorsten Jablonski mit der gut ausgebildeten Belegschaft die Aufgabe, neue Strukturen im Werk aufzubauen. Die zukünftige Mobilität u.a. der Bau von Elektroautos erfordern neue technische Entwicklungen und stellen große Anforderungen an die Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen.
Für das 60-jährige Werksjubiläum im Jahr 2018 planen das Werksmanagement und der Betriebsrat bereits interessante Veranstaltungen nach dem Motto der letzten Betriebsversammlung „Positiv nach vorne blicken“.

VW-Beschäftigte wählten neuen Betriebsrat

VW-Werk in Altenbauna

Im Volkswagen Werk Kassel wählte die Belegschaft vom 13. bis 15. März ihren Betriebsrat für die Wahlperiode 2018-2022. Der Industriegewerkschaft Metall (IGM) gaben 10.727 Beschäftigte ihre Stimme (91,1 %), sie erhält 38 der 41 Betriebsratsmandate. Die Christliche Gewerkschaft Metall (CGM) holte 1.049 Stimmen (8,9 %) und ist künftig mit 3 Mandatsträgern im Betriebsrat vertreten.

60 Jahre Volkswagen Werk Kassel in Baunatal

Baunatal: 60 Jahre VW-Werk
HNA Bericht 18.06. 2018 von Sven Kühling

Volkswagen: Beim E-Antrieb ist Baunataler VW-Werk Vorreiter

https://www.hna.de/kassel/kreis-kassel/baunatal-ort312516/start-in-elektrische-zukunft-9959887-9959887.html

Feierliche Betriebsversammlung zum 60. Jubiläum im VW-Werk Baunatal

Neuer Werkleiter ab November 2018

Werkleiter
Olaf Korzinovski

Olaf Korzinovski ist Werkleiter im Volkswagenwerk Kassel in Baunatal und hat die Leitung am 1. November 2018 übernommen. Der 51 jährige begann 1997 seine Laufbahn bei Volkswagen als Planungstrainee. Olaf Korzinovski ist neuer Werkleiter im Komponentenwerk Kassel.

  • Der 51-Jährige war zuvor als General Manager Technical für Doppelkupplungsgetriebe in den chinesischen Komponentenwerken Tianjin und Dalian tätig.
  • Korzinovski begann 1997 seine Laufbahn bei Volkswagen als Planungstrainee.
  • Erste Auslandserfahrungen im Konzern sammelte er im polnischen Polkowice, bevor er aus dem Komponentenwerk Salzgitter heraus als Projektleiter den Anlauf des Motorenwerks in Dalian verantwortete.
  • Olaf Korzinovski ist verheiratet und hat fünf Kinder.


Werkleiter bei Volkswagen im Werk Kassel seit 1957

Dr. Rudolf Leiding Hans Kialka Hubert Biehler Fritz Zorn Hans-Christian Maergner Wolfram Thomas Prof. Dr. Rüdiger Weißner Prof. Dr. Hans-Helmut Becker Falko Rudolph Thorsten Jablonski Olaf Korzinovski
1957-1965
1965-1969
1969-1981
1981-1993
1993-1997
1997-2002
2002-2005
2006-2014
2014-2015
2016-2018
ab Nov.2018


Geschichte VOLKSWAGEN - Werk Kassel / Baunatal

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Quellen und Weblinks


Städte und Gemeinden im Landkreis Kassel
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