VOLKSWAGEN - Werk Kassel / Baunatal 2010

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Elektroautos im Werk Kassel in Baunatal bauen

Volkswagen Elektro-up
mit dem Entwiklungsvorstand Dr. Ulrich Hackenberg (rechts) und Prof. Dr. Becker Werkleiter Volkswagen Kassel bei der Betriebsversammlung VW Kassel am 15.12.2009.
Foto von Markus Kothe Volkswagen Kassel
Volkswagen_E-Up im wikipedia.org

16.12.2010 -Jubel in der Region: VW wird Motorfabrik : Volkswagen wird die Motoren für die Elektroautos im VW-Werk Kassel in Baunatal bauen. Dies gab Werner Neubauer, Chef des VW-Geschäftsbereichs Komponente, auf dem jährlichen Führungskräftetreffen des Konzerns in Dresden am Donnerstagnachmittag bekannt. In Baunatal soll der komplette Antriebsstrang – zunächst für den Kleinwagen e-Up, der 2013 auf den Markt kommt – gefertigt werden. Derzeit werden im Werk die Antriebe für den Flottenversuch gebaut, der mit 80 E-Fahrzeugen bereits angelaufen ist. „Für das Werk und seine Mitarbeiter ist dies ein enormer Vertrauensbeweis in ihre Leistung“, sagte Werkleiter Prof. Hans-Helmut Becker. Insgesamt will Europas größter Autobauer in den kommenden fünf Jahren über vier Milliarden Euro in neue Antriebe investieren – vom Verbrennungsmotor bis zum Hybridantrieb. Der Betrag für die Elektromotoren macht bei dieser Summe nur einen Bruchteil aus. Um die Serienfertigung zu starten, wird VW zehn Millionen Euro am Standort investieren. [1]

190 Mio. für VW-Werk Kassel

190 Mio. Euro für VW-Werk Kassel: Konzern zieht Investitionen vor

  • HNA Bericht vom 21.09.2010
  • VON MARTINA WEWETZER

Baunatal. Mit einer Investition von über 190 Millionen Euro, verteilt auf 2011 und 2012, wird im Volkswagen-Werk Kassel in Baunatal die Kapazität von drei Typen der Direktschaltgetriebe (DSG) ausgebaut. Das beschloss der Aufsichtsrat in Wolfsburg.

Damit zieht der Konzern Investitionen für Produktionsanlagen vor und steigert die Produktion bei drei Getriebe-Modellen in Baunatal um 25 Prozent. Im Juli hatte Werkleiter Hans-Helmut Becker bereits prognostiziert, dass die Stückzahl der Getriebe zulegen würde. Nun sorgen die Kunden dafür, dass die Nachfrage größer ist, als geplant. Laut Betriebsratschef Jürgen Stumpf wird die Produktion beim DSG 200 für Polo und Golf von 1640 auf 2000 Stück pro Tag gesteigert, beim DSG 250 für Golf und Passat klettert die Zahl von 2000 auf 2400 und beim DSG 500, das in den Audi und den Transporter T 5 eingebaut wird, springt die Zahl von 420 auf 700 Einheiten pro Tag. Ein Teil des Anstiegs ist auf die nach wie vor hohe Nachfrage aus China zurückzuführen, so Becker.(mwe)

Q200 DQ250 DQ500
DQ200 Automatikgetriebe
Vorwärtsgänge: 7
Drehmoment: 250 Nm
Gebaut seit: 2008
Einheiten:
bis Nov. 2009: 255.000
Einbau: Quer
© Volkswagen Werk Kassel
DQ250 Automatikgetriebe
Vorwärtsgänge: 6
Drehmoment: 320 Nm
Gebaut seit: 2003
Einheiten:
bis Nov.2009: 1,6 Millionen
Einbau: Quer
© Volkswagen Werk Kassel
DQ500 Automatikgetriebe
Vorwärtsgänge: 7
Drehmoment: 600 Nm
Gebaut seit: Sept. 2009
Einheiten:
bis Nov. 2009: 600
Einbau: Quer
© Volkswagen Werk Kassel


Rekord bei VW

Hans-Helmut Becker
ZUR PERSON
Seit 2006 leitet Prof. Dr. Hans-Helmut Becker (61) das VW Werk Kassel in Baunatal. Vor seinem Wechsel nach Baunatal leitete er die VW-Tochter Bordnetze GmbH, davor von 1992 bis 2002 die Gießerei im Werk Kassel.
Nach dem Studium der Elektrotechnik, studierte er noch Betriebswirtschaft und promovierte im Gießereiwesen. Er ist Vater eines Sohnes und lebt mit seiner Frau in Borken-Nassenerfurth. Foto: VW
Das Thema
  • HNA Bericht am 16. Juli 2010 von Martina Wewetzer
  • Rekord bei VW: 1,77 Millionen Getriebe gebaut
  • BAUNATAL. Im Volkswagen-Werk Kassel in Baunatal läuft die Getriebeproduktion auf Hochtouren. „Im ersten Halbjahr wurden 1,77 Millionen Getriebe gebaut - das ist Rekord für den Standort", sagt VW-Werkleiter Hans Helmut Becker im Interview. In Kassel baute VW 2008 im ersten Halbjahr 1,52 Mio. Getriebe. Für die Steigerungen sorgen Indien, Brasilien und vor allem China. Allein dort wurden von Januar bis Juni 950 000 Fahrzeuge des VW-Konzerns verkauft. Das sei ein Plus von 46 Prozent. Becker ist sicher, dass die Produktion der Getriebe steigen wird. 2010 gehe der Fahrzeug-Absatz in Richtung sieben Mio., und damit könne die Tagesproduktion steigen. Dann würden in Baunatal weder das derzeitige Personal noch die Kapazitäten reichen. (mwe)

Etwa 900 arbeiten für China

VW-Auto-Absatz: 7 Mio.angepeilt - Marktanteil:elf Prozent

  • Werkleiter Becker im Interview - HNA -Wirtschaft- vom 16.Juli 2010
  • VON MARTINA WEWETZER
  • Wann stößt das Volkswagen-Werk Kassel in Baunatal an seine Grenzen?
  • HANS-HELMUT BECKER: Wir fahren überall an der Kapazitätsgrenze - bei der Zahl der Schichten, bei der Belastung der Mitarbeiter, die bei allen Getrieben an den Wochenenden arbeiten, und bei der Ausnutzung der Fläche. Mit dem Stammpersonal würden wir diese Stückzahl nicht schaffen. Dafür brauchen wir die Leiharbeiter. Ohne das OTC beschäftigen wir etwa 800 im Werk.
  • 1,774 Millionen Getriebe in sechs Monaten gebaut - das ist Rekord für den Standort Baunatal. Woher kommen diese Steigerungen?
  • BECKER: Aus den Märkten Indien, Brasilien, doch vor allem aus China. Allein dort wurden von Januar bis Juni 950 000 Fahrzeuge des VW-Konzerns verkauft. Das ist ein Plus von 46 Prozent. In Kassel bauten wir 2008 im ersten Halbjahr 1,52 Mio. Getriebe, im Krisenjahr 2009 waren es 1,09 Mio.
  • Bleibt es bei der Stückzahl?
  • BECKER: Nein, der Bedarf wird steigen. Im vergangenen Jahr lag der Absatz bei 6,3 Millionen Autos, in diesem Jahr geht es in Richtung sieben Mio., 2011 dürfte die Zahl noch höher liegen. Dann reichen weder Personal, noch Kapazitäten, noch Fläche aus. Für letzteres Problem haben wir Lösungen, aber sie sind noch nicht spruchreif.
  • 2006 hieß es: 12 000 Getriebe pro Tag sind die Grenze. Heute sind es 14 500. Wie haben Sie sich Luft verschafft?
  • BECKER: Es werden in naher Zukunft noch mehr werden, vielleicht überspringen wir die 15 000er Marke. Entscheidend ist, ob der Bedarf auf der Kundenseite da ist. Seit vier Jahren haben wir im Schnitt pro Jahr um zehn Prozent an Produktivität zugelegt. Das heißt, mit der gleichen Mannschaftsstärke produzieren wir wesentlich mehr, deutlich komplexere und variantenreichere Getriebe.
  • Wie schafft man solch einen Sprung?
  • BECKER: Das geht nur, wenn man stetig die Prozesse verbessert. Dafür braucht es eine Mannschaft, die dies auch mitträgt - solch eine habe ich hier in Baunatal. Wenn es gelingt die Mannschaft mitzunehmen, wird vieles möglich.
  • Wann kommt die Absatz-Delle?
  • BECKER: Weder haben wir den drastischen Einbruch 2009 erahnt, noch wissen wir, wann der Erfolg endet. In Summe kommen weltweit kaum mehr Fahrzeuge auf den Markt. Die Prognosen gehen von gut 58 Mio. Fahrzeugen weltweit aus. VW wächst aber schneller - das heißt, wir nehmen anderen Marktanteile ab. In China liegt unser Marktanteil über alle VW-Marken bei fast 20 Prozent, weltweit sind es um die elf Prozent.
  • Können Sie Baunatal vor Konkurrenz schützen? Zumal Sie in zwei Aufsichtsräten der chinesischen VW-Werke sitzen.
  • BECKER: Ich sitze im Aufsichtsrat der Getriebe-Werke Schanghai und Dalian. Aber ich wäre der falsche Mann auf dem Posten, wenn ich nicht Volkswagen als Ganzes im Blick hätte. Grundsätzlich müssen wir mit unseren Tech-nologien den anderen Wettbewerber immer eine Nasenlänge voraus sein.
  • 6000 der 90000 VW-Arbeitsplätze hängen an China, heißt es aus Wolfsburg. Wie sieht es in Baunatal aus?
  • BECKER: Geschätzt dürften es 900 der 6000 Getriebebauer und Gießerei-Mitarbeiter sein. Momentan profitiert Baunatal vom Wachstum in China.
  • Wann ändert sich dies?
  • BECKER: Die Gefahr besteht, wenn die Chinesen Fahrzeuge oder Komponenten nach Deutschland oder Europa liefern. Momentan ist das Wachstum in China so rasant, dass sie ihren eigenen Markt bedienen. Grundsätzlich hat VW den Anspruch möglichst viele Teile vor Ort einzukaufen und zu bauen - dies ist auch der Wunsch der chinesischen Regierung. Ein Großteil der Getriebe und Motoren werden von VW bereits in China hergestellt.
HNA Bericht apn Martina Wewetzer 16072010.jpg
  • Wie ist Baunatal in dieser Gemengelage aufgestellt?
  • BECKER: Gut, weil wir gut ausgebildete und motivierte Mitarbeiter haben. Besser müssen wir beim Nutzungsgrad der Anlagen werden. Das bedeutet, dass unsere Prozesse stabiler und somit effektiver werden müssen, also störungsfreier. Wenn die Maschinen nicht voll laufen, binden sie zuviel Kapital. Mein Anspruch ist, die Laufzeiten anzuheben und somit nachhaltig den Standort zu sichern. Gelingt es uns, lassen sich noch mehr Getriebe fertigen.
  • Wie steht Baunatal für das zweite Halbjahr da?
  • BECKER: In punkto Auslastung sehe ich 2010 keine Probleme. Aber ausruhen dürfen wir uns auf der Getriebe-Rekordzahl auch nicht. (mwe)


Werkmanagement Volkswagen Werk Kassel

Prof. Dr. Hans-Helmut Becker (Bildmitte) mit seinem Werkmanagement ab August 2010
Foto: Rudi Stassek

Werkleiter Prof. Dr. Hans-Helmut Becker hat zwei Neue ins Werkmanagement von Volkswagen Kassel berufen.

  • Die Leitung von Volkswagen Werk Kassel/Baunatal tagte am 25.August 2010 in neuer Zusammensetzung: Thomas Goßmann (2. v. links) übernimmt für den Vorruheständler Jürgen Tischler die Leitung Getriebebau. Jörg Fenstermann (1. v. rechts) übernimmt die Logistik und die Werktechnik. Hans-Josef Watermeier (2. v. rechts), bisher Logistik, ist nun Leiter von Presswerk und Abgasanlagen, nachdem Uwe Thesling nach China gewechselt ist.
  • Weiter wie bisher im Werkmanagement Andreas Troll (1.v. links), Qualitätssicherung, Eric Reuting (3. v. links), Personalleitung.
  • Michael Breuer, Controlling (4. v. links) ist auch Stellvertreter vom Werkleiter Prof. Dr. Hans-Helmut Becker und Karl-Heinz Steuerwald (3. v. rechts), leitet die Gießerei und Bearbeitung.


VW-Personalleiter ist seit 100 Tagen im Amt

VW-Personalleiter Eric Reuting
Foto: VW
  • HNA Bericht 26.01.2010
  • VW-Personalleiter Eric Reuting ist seit 100 Tagen im Amt
  • Was ich sage, das gilt auch
  • Fliesen im Bad legen, Decke abhängen, Wände verputzen, Treppe schalen – kein Problem für Eric Reuting (45). Der neue Personalleiter im Volkswagen-Werk Kassel in Baunatal werkelt gern: Mit den eigenen Händen etwas schaffen, das macht Spaß.

Drei Häuser habe er gebaut, mitgebaut, umgebaut – zuletzt war es ein denkmalgeschütztes, das er bearbeitete. Nun wohnt der Betriebswirt in Kassel. „So soll es für die nächsten Jahre bleiben“, sagt er. Reuting hat im Oktober den Posten von Thomas Sigi übernommen, der in den Vorstand des Autozulieferers ZF nach Konstanz gewechselt hat. Der Personalchef versteht sich als Macher, ob in den eigenen vier Wänden oder im Büro. Seine Aufgabe bezeichnet er als „gestaltender Dienstleister der Fertigung“. In dieser Funktion will er seinen Beitrag zur Wettbewerbsfähigkeit und damit zur Sicherung des Standorts für die 13 000 Mitarbeiter leisten. Nach den ersten 100 Tagen steht auf seiner Liste die Arbeitssicherheit oben.

  • Überzeugen, nicht überreden

Erfahrung bringt der gebürtige Bochumer, der sich selbst als „Personaler aus Leidenschaft mit kaufmännischen Hintergrund“ bezeichnet, aus fast 20 Berufsjahren bei Thyssen, Audi und Hochtief mit. In dieser Zeit habe er sich den Titel harter, aber fairer Verhandler erarbeitet. „Was ich sage, das gilt auch“, versichert Reuting, der Mitglied der IG-Metall ist. So bereitet ihm der Spagat zwischen Betriebsrat und Werkleitung kein Kopfzerbrechen. Letztlich sei alles eine Frage der Kommunikation. Sein Rezept: „Überzeugen, nicht überreden.“ In all den Berufsjahren hat Reuting, der aus einer Arbeiterfamilie stammt, mehrfach die Position gewechselt. Chance durch Veränderung und Loyalität, nennt er das, da es oft der selbe Arbeitgeber war. Er selbst sieht sich als Macher – gern unkonventionell. Für einen früheren Arbeitgeber stellte er die Fertigung um, damit das Personal besser eingesetzt werden konnte. Sein Einsatz: den Fertigungsleiter bekochen, eine Flasche Trollinger-Lemberger und einige Stunden Diskussion. Am Tag darauf habe er mit „dürren 20 Zeilen“ begründet, warum er 150 000 Euro für die Änderung brauche. Es hat geklappt.

Wichtig seien ihm Werte wie Respekt, Fairness, Vertrauen und Freude. Für das rechte Maß an Freude sorgt er auch selbst – mit Geburtstagsständchen. In Bochum sang der Vater eines elfjährigen Sohnes in einem Gospel-Chor - „hörbar über Badezimmer-Niveau “, wie er über sich selbst witzelt. - Von Martina Wewetzer HNA[2]

100 Millionen Getriebe aus Baunatal

HNA Bericht am 17.März 2010 auf der Hauptseite
von Martina Wewetzer und Foto: Koch
Feierstunde mit den Mitarbeitern bei Volkswagen in Kassel / Baunatal : Leiter Getriebau Kassel Jürgen Tischler (seit 17.08.2010 im Vorruhestand), VW-Vorstand Martin Winterkorn, Werkleiter Hans-Helmut Becker, Mitglied des VW-Markenvorstandes Werner Neubauer, Betriebsrat Jürgen Stumpf, Hessens Ministerpräsidend Roland Koch (von links) und das 100-millionste Getriebe. ( Foto: Markus Kothe)

Hähnchen und High-Tech

Volkswagen feiert: 100 Millionen Getriebe aus dem Werk Kassel in Baunatal

BAUNATAL. Für einen Auto­fahrer ist das Getriebe nur dann ein Thema, wenn es nicht perfekt funktioniert - wenn es hackt, wenn es unge­wollte Geräusche von sich gibt. Getriebebau ist Präzisi­onsarbeit, bei der ein Gefüge aus Zahnrädern und Getriebe­wellen geschmiedet, gedreht, gefräst und gehärtet wird, um die Kraft des Motors mit mög­lichst geringem Reibungsver­lust auf die Straße zu übertra­gen.

100 000 000 Getriebe wur­den in den vergangenen 50 Jahren im Volkswagen-Werk Kassel gefertigt. Begonnen hat alles in Baunatal mit dem Mo­del Typ l für den Käfer 1960.Vier Vorwärtsgänge hatte das Schaltgetriebe 113 und ein Drehmoment von 110 Newtonmetern (Nm). Horst Mihr (70) aus Großenritte zählte zu den Ingenieuren der ersten Stunde: „Für uns Jung­ingenieure war VW ein Se­gen." 3000 bis 3500 Getriebe wurde 1961 pro Tag produ­ziert. Damals fingen auch Frauen im Werk an. „Die Schutzhäubchen für die Haaretrugen sie mehr keck als zum Schutz auf dem Kopf, sagt Mihr. 16 Mio. Einheiten liefen bis 1983 vom Band.

Wenig Wettbewerb

Es war eine andere Zeit. Nicht nur weil in manchen Heizöfen noch Hähnchen ge­grillt wurden, sondern vor al­lem weil man den Wettbe­werb mit anderen Standorten kaum gespürt habe. Wenn Wolfsburg beschloss, dass ein Getriebe gebraucht wurde, dann wurde es gebaut. Sehr zum Leidwesen mancher Prak­tiker - so gab es ein Getriebe, bei dem die Teile nicht de­montiert werden konnten.

Das erste Getriebe aus Baunatal schaffte 34 PS. Damals wurden die Getriebe noch in Wolfsburg und Kassel gebaut. Erst Ende 1962 wurde die Ge­triebefertigung komplett nach Baunatal verlagert. Es blieb nicht beim Auftraggeber Volkswagen - in den nächsten Jahren folgten Audi und Por­sche. Es folgten Schaltgetriebe, Automatikgetriebe, 2003 das Doppelkupplungsgetriebe (DSG) und der Einzug der Ro­mantik in die VW-Fertigung: Fortan war beim DSG augen­zwinkernd von Hochzeit die Rede - vollzogen von einem' Roboter, wenn der Radsatz mit dem Getriebegehäuse ver­eint wird.

Entwicklungsarbeit

Das DSG ist das Vorzeige­produkt, sagte VW-Vorstands­chef Martin Winterkorn. „Bei Produktivität, Qualität und Kosten gehört Kassel mit zu den Besten im Konzern. Kassel leistet vor allem auch wertvol­le Entwicklungsarbeit." Bei dem High-Tech-Produkt handelt es sich um zwei Ge­triebe in einem Gehäuse, bei dem mit Hilfe der elektro-mechanischen Steuerung immer ein Gang eingelegt und ein weiterer vorgewählt wird. Der Clou: Geschaltet wird ohne Zugkraftunterbrechung - kein ruckein, weniger Sprit. So wird das DQ, 250 mit sechs Vorwärtsgängen beim Golf VI eingebaut - 160 PS, 320 Nm. Der Goll wiegt etwa 1200 Kilo. „Solche Spitzeninnovatio-nen brauchen wir, wenn es um das Zukunftsthema unse­rer Branche geht: Die Elektromobilität", sagte Winterkorn. Die Volkswagen Komponentekann dabei eine Schlüsselrolle übernehmen. Insbesondere bei den Antriebs- und Spei­chermodulen. Winterkorn: „Kassel arbeitet mit Hoch­druck am E-Motor. Und auch bei der Leistungselektronik kann der Standort einen wich­tigen Beitrag leisten."

Es wäre gut, wenn es gelän­ge, diese Hochtechnologie am Standort zu behalten, sagte Hessens Ministerpräsident Roland Koch. Wer heute beste Technik baue, dem traue man auch modernste Technologie zu, so Koch. Und Betriebsratschef Jürgen Stumpf betonte, dass es auch wünschenswert gewesen wäre, wenn das Land Hessen auf VW in Nordhessen verwiesen hätte, als es darum ging, Modellregionen für den E-Antrieb zu benennen.

Anspruchsvolle Getriebe

Die heutigen Getriebe sind wesentlich anspruchsvoller als im Käfer", sagte VW-Werk­leiter Hans-Helmut Becker. Die Toleranzen seien enger, es gebe viel mehr Einzelteile, die zu übertragenden Kräfte seien um ein Vielfaches gestiegen. Mittlerweile wird im Werk Kassel jedes zweite Getriebe für die Fahrzeuge des Gesamt­konzerns gebaut.

Das heißt täglich bis zu 14 400 Getriebe in bis zu 21 Schichten pro Wo­che rund um die Uhr. Das macht insgesamt an die drei Millionen Getriebe im Jahr. Im Getriebebau arbeiten etwa 4600 der 12900 Werks-Beschäftigten.

Quelle: HNA Bericht am 17.März 2010 auf der Seite WIRTSCHAFT von Martina Wewetzer

So PS-stark wie die Golfklasse

VW-Werk in Baunatal bindet alle Bereiche in E-Antrieb-Entwicklung ein - Standortvorteil: Wissensmix


Januar - VW erhöht einen Teil der Renten

Bernd Osterloh, sagte:
„Wir freuen uns, dass auch die Kollegen, die das Fun­dament für unseren heutigen Erfolg gelegt haben, weiterhin vom Voranschreiten des Unter­nehmens profitieren." (jop)
  • 5,32 Prozent mehr für 27 000 Ex-Mitarbeiter

HNA Bericht vom Mo 21.12.2009 (jop)

  • WOLFSBURG/BAUNATAL

Volkswagen hebt ertsmals seit drei Jahren zum 1. Januar 2010 die Betriebsrenten für rund 27 000 ehemalige Mitar­beiter der Standorte Wolfs­burg, Hannover, Baunatal, Emden, Salzgitter und Braun­schweig um 5,32 Prozent an. In den Genuss der Anpassung kommen all jene, deren Rente zuletzt 2007 erhöht wurde oder deren Renteneintritt in den Zeitraum vom 1. Juli 2006 bis 30. Juni 2007 fiel.Von der Erhöhung profitie­ren auch gut 4000 der rund 11 000 ehemaligen Volkswa­gen-Beschäftigten aus dem Werk Kassel in Baunatal. Die Betriebsrenten richten sich nach der einstigen Lohn- oder Gehaltsgruppe sowie nach der Betriebszugehörigkeit.

Der VW-Personalchef in Deutschland, Jochen Schumm, erklärte, dass mit der Erhö­hung der Betriebsrenten der Beitrag der ausgeschiedenen Mitarbeiter zum Erfolg des Un­ternehmens gewürdigt werde.

Der Vorsitzende des Konzern­betriebsrats, Bernd Osterloh, sagte: „Wir freuen uns, dass auch die Kollegen, die das Fun­dament für unseren heutigen Erfolg gelegt haben, weiterhin vom Voranschreiten des Unter­nehmens profitieren." (jop)

Betriebs­ratswahlen 2010 im VW-Werk

Zusammensetzung Betriebsrat Volkswagen Werk-Kassel ab Mai 2010. Grafik und  Foto: Günther Pöpperl


Bei der Betriebs­ratswahlen im VW-Werk Kas­sel am 02. und 03. März in Baunatal erhält Jürgen Stumpf mit der Liste der IG Me­tall 9906 Wählerstimmen das sind 94,41 Prozen der abgegebenen Stimmen und 37 Mandate von 39. Zwei Mandate fallen an CGM Vertreter.


VW: Zentrale fürs Material

  • Aktuell gibt es 16 Stationen für die Bahn und 22 für Lkw – Neue Struktur für Logistik
  • HNA am 29.Juni 2010 von Sven Kühling

Baunatal. Material für 15,8 Millionen Euro setzt das Baunataler VW-Werk täglich um. 1200 Tonnen Stahl werden im Presswerk und 170 Tonnen Aluminium und Magnesium in der Gießerei an einem Tag verarbeitet. Dazu ist ein enormer Transportaufwand nötig. Doch die Organisation der Logistik sei veraltet, sagt VW-Sprecher Rudi Stassek. Deshalb wolle die Werkleitung nun ein neues, modernes Logistikzentrum schaffen. Eine zentrale Anlaufstelle für 10 500 verschiedene Güter.

HNA 1am 29 Juni 2010 Von Sven Kühling Volkswagen.jpg
HNA 1am 29 Juni 2010 Von Sven Kühling.jpg

Transport aus Portugal: Täglich werden Tausende Tonnen Material ins Baunataler VW-Werk geliefert. Der Autobauer plant ein neues Logistik-Zentrum hinter der Halle des Original-Teile-Centers 4 (rechts). Von dort aus sollen die Güter verteilt werden.

Stassek nennt ein Beispiel: „Wir haben auf dem Werksgelände derzeit 16 Verladestellen für die Bahn und 22 Anlaufstellen für Lkw.“ Das sei umständlich. „Es kann sein, dass ein Lastwagen mit Ersatzteilen nacheinander drei verschiedene Hallen im Werk ansteuern muss.“

Geplant ist der Aufbau einer Lagerhalle samt Andockstationen für Lastwagen direkt neben der Halle 4 des Original-Teile-Centers (OTC) bei Rengershausen. Von dort aus soll sämtliches Material für das benachbarte Werk mit Transportern verteilt werden. Dafür sei zusätzlich ein Bahnanschluss an dieser Stelle zwingend notwendig, erläutert der VW-Sprecher. 330 Bahn-Waggons und 330 Lastwagen mit Gütern werden aktuell täglich be- oder entladen.

Festlegen auf diese Variante will sich Stassek allerdings noch nicht. Es seien mehrere Möglichkeiten im Gespräch, sagt er. Die Sache müsse die Baunataler Werkleitung noch mit dem VW-Vorstand in Wolfsburg abstimmen.

Dennoch gilt das Vorhaben als wahrscheinlich. Schließlich hat sich gestern Abend bereits das Baunataler Stadtparlament mit einem Bebauungsplan für das zur Debatte stehende Gebiet befasst.

Klick auf das Foto: -Luftbild - VOLKSWAGEN Werk Kassel in Baunatal , Vertrieb Original Teile, OTC Halle 1-5
Anklicken zum Vergrößern des Bildes
Start und Landung vom Segelflugplatz Witzenhausen
Foto: Günther Pöpperl

Lärm- und Sichtschutz,sofern die Parlamentarier zustimmen, werde die Stadt das Areal erschließen, sagte Baunatals Bürgermeister Manfred Schaub gestern. Wichtig sei der Verwaltung, dass der Ort Rengershausen einen ausreichenden Lärm- und Sichtschutz erhalte.

R.Stassek

Außerdem müsse die Zufahrt ausschließlich über die Wolfsburger Straße erfolgen. Der Verwaltungschef sieht die Pläne positiv. Das Vorhaben sei eine Stärkung des VW-Standortes Baunatal.


So sieht das auch VW-Sprecher Rudi Stassek. Er geht allerdings davon aus, dass die Zahl der in der Logistik Beschäftigten nicht bei 620 bleiben wird. „Wir werden dann aber am Standort effektiver arbeiten.“ Arbeitsplätze werde man in diesem Bereich nur stückweise abbauen, Entlassungen werde es keine geben. (Von Sven Kühling)

VW plant mit Hochdruck

  • Entscheidung über neues Logistik-Zentrum bei Rengershausen fällt in Wolfsburg
  • Pressbericht der HNA am 14.09.2010 von Sven Kühling

Baunatal. Bis auf den Besuch einiger Teams von Vermessern ist es noch ruhig auf dem Geländestreifen oberhalb des OTC 4 von VW bei Rengershausen. Doch der Schein trügt. Hinter den Kulissen entwickelt der Autobauer emsig Pläne für ein neues Logistik-Zentrum, das auf dem Areal entstehen soll. Das bestätigt VW-Sprecher Rudi Stassek auf Anfrage.

  • Platz für Warentransport:
  • Oberhalb des OTC 4 soll das neue Logistik-Zentrum von VW entstehen. Von dort aus soll das Material zur Produktion ins Werk gebracht werden.

„Wir arbeiten mit Hochdruck an dem Konzept. Das werden wir dann dem Vorstand vorlegen“, sagt Stassek zum weiteren Ablauf. Die Wolfsburger Chefetage werde dann über die Investition in Baunatal entscheiden.

  • 14 Hektar groß
  • Volkswagen will auf dem 14 Hektar großen Grünstreifen oberhalb des OTC 4 ein neues Verteilzentrum aufbauen für das Material, das in der Produktion gebraucht wird. Das Baunataler VW-Werk setzt immerhin täglich Material für 15,8 Millionen Euro um. 10 500 Arten von Gütern werden verteilt.

Volkswagen will die interne Logistik künftig von einem zentralen Punkt aus organisieren. Bisher gibt es auf dem Werksgelände 22 Anlaufstellen für Lastwagen und 16 Stationen für Züge. Diese sollen nach dem neuen Modell weitgehend entfallen.

  • 22 Anlaufstellen für Lkw
  • Die Ware, die von außen per Bahn oder Lastwagen kommt, soll künftig auf der Logistik-Fläche bei Rengershausen angeliefert werden. Von dort aus, so der VW-Sprecher, werde das Material mit kleineren Transportern zu den Produktionsstätten gebracht.

„Bisher ist ein großer Lastwagen von Station zu Station gefahren und hat die Ladung abgeladen“, sagt Stassek. Dieses Vorgehen sei nicht mehr zeitgemäß. Moderne Logistik sehe anders aus.

Die Anforderungen an die Logistiker haben sich in 52 Jahren VW in Baunatal enorm geändert. In der ersten Zeit gab es Produktion fast ausschließlich für ein Modell – für den Käfer. Heute sind laut Stassek konzernweit über 100 verschiedene Modelle auf dem Markt. Für das Baunataler Werk heißt das unter anderem, dass man Material für 200 verschiedene Getriebemodelle benötigt.

Der bestehende Gleisanschluss bis zum OTC 4 soll für das Vorhaben auf das Areal verlängert werden. Das sei problemlos möglich, sagt der VW-Sprecher.

Parallel zu den Planungen befasst sich das Baunataler Rathaus mit dem Gebiet. „Die Grundstücksverhandlungen laufen“, sagt Bürgermeister Manfred Schaub. Die Stadt müsse die Flächen zunächst von Landwirten ankaufen. Das gestalte sich sehr freundlich.(Von Sven Kühling)

Betriebsversammlung Bildergalerie v. 30.Nov. 2010

Zusätzliche Fertigungslinien im Getriebebau, neue Anlagen im Presswerk und in der Abgasanlagen-Produktion, der Ausbau der Aggregate-Aufbereitung und die Erweiterung des Original Teile Centers - im Volkswagen-Werk Kassel in Baunatal wird bis 2015 so viel investiert wie seit Jahrzehnten nicht mehr.

Mindestens 1,2 Milliarden Euro will der Konzern in sein zentrales Komponentenwerk in Nordhessen stecken, davon allein rund 570 Millionen in den beiden nächsten Jahren."Das ist die größte Arbeitsplatz- und Standortsicherungsoffensive in der Geschichte des Werkes", sagte Betriebsratsvorsitzender Jürgen Stumpf am Dienstag während einer Belegschaftsversammlung.

3,46 Millionen Getriebe wird das weltweite Getriebeleitwerk im Konzernverbund in diesem Jahr ausliefern - fast 38 Prozent oder 950 000 mehr als 2009. Und Werkleiter Hans-Helmut Becker sagte, dass „wir 2011 noch eine Schippe drauflegen müssen“. Dann nämlich sollen es mit 3,8 Mio. Getrieben nochmals zehn Prozent mehr werden.



Foto: Markus Kothe
Leiter von Volkswagen Werk Kassel Prof. Dr. Hans-Helmut Becker
Mutivation, Anerkennung und Dank für die geleistete Arbeit 2010 an die Belegschaft.

Foto: Markus Kothe



Erweiterung des OTC 4

  • 30 Millionen Euro will Volkswagen in den Bau eines neuen Logistik-Zentrums oberhalb von Baunatal-Rengershausen investieren. Nach Informationen der HNA ist ein ähnlich hoher Betrag für die Erweiterung des Original-Teile-Centers 4 (OTC) an gleicher Stelle geplant.
siehe auch: HNA Bericht vom 23.11.2010

siehe auch

Autobauer und Umweltschützer treffen sich zum Gedankenaustausch:
Norbert Kraft, Nicole Maisch, Klaus Heber, Rupert Zeh (vorn, v.l.) Bärbel Höhn, Prof. Dr. Hans-Helmut Becker, Edmund Borschel (hinten, v.l.)
Nach dem mehr als einstündigen Gespräch zeigten sich beide Seiten zufrieden und betonten die Bedeutung des Ausbaus regenerativer Energienutzung in den Werkshallen, Senkung des Energieverbrauchs und damit des CO2-Ausstoßes in der Produktion, zwecks Einhaltung der vom Konzern ausgegebenen Nachhaltigkeitsstrategie, die rasche technologische Weiterentwicklung im Sektor E-Mobilität und Getriebebau, um national im Vergleich zu anderen VW-Standorten, aber auch international in diesem zukunftsträchtigen Segment gut aufgestellt zu sein.

Geschichte VOLKSWAGEN - Werk Kassel / Baunatal

VW-Werk | 1957 | 1958 | 1959 | 1960 | 1961 | 1962 | 1963 | 1964 | 1965 | 1966 | 1967 | 1968 | 1969 | 1970 | 1971 | 1972 | 1973 | 1974 | 1975 | 1976 | 1977 | 1978 | 1979 | 1980 | 1981 | 1982 | 1983 | 1984 | 1985 | 1986 | 1987 | 1988 | 1989 | 1990 | 1991 | 1992 | 1993 | 1994 | 1995 | 1996 | 1997 | 1998 | 1999 | 2000 | 2001 | 2002 | 2003 | 2004 | 2005 | 2006 | 2007 | 2008 | 2009 | 2010 | 2011 | 2012 | 2013 | 2014 | 2015 | 2016 | 2017 | 2018 | 2019 |



Quellen und Weblinks

  1. 16.12.2010 Jubel in der Region: VW wird Motorfabrik Volkswagen wird die Motoren für die Elektroautos im Werk Kassel in Baunatal bauen
  2. http://www.hna.de/nachrichten/wirtschaft-finanzen/wirtschaft-lokal//was-sage-gilt-auch-606139.html HNA Bericht 26.01. 2010 VW-Personalleiter Eric Reuting ist seit 100 Tagen im Amt


Städte und Gemeinden im Landkreis Kassel
WappenLkKassel.jpg

Ahnatal | Bad Emstal | Bad Karlshafen | Baunatal | Breuna | Calden | Espenau | Fuldabrück | Fuldatal | Grebenstein | Habichtswald | Helsa | Hofgeismar | Immenhausen | Kaufungen | Liebenau | Lohfelden | Naumburg | Nieste | Niestetal | Oberweser | Reinhardshagen | Schauenburg | Söhrewald | Trendelburg | Vellmar | Wahlsburg | Wolfhagen | Zierenberg