VOLKSWAGEN - Werk Kassel / Baunatal 1989

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Ereignisse 1989

50 Millionen Getriebe aus dem VW-Werk Kassel / Baunatal

50 Millionen Getriebe aus dem VW-Werk Kassel / Baunatal 1989.350 Foto: Rudolf Stassek

50 Millionen Getriebe aus dem VW-Werk Kassel / Baunatal 19. Oktober 1989. Bild: Feierstunde im Getriebebau Halle 1 mit dem Werkleiter Fritz Zorn und Karl-Heinz Mihr für der Betriebsrat, dabei auch Vorstandsmitglieder der VW AG.

Im Getrie­bebau 7000 Beschäftigten

Die Anlagen im Getriebebau laufen schon jetzt rund um die Uhr, so daß Produktionsspit­zen oder Rückstände an Samstagen abgearbeitet wer­den müssen - eine also be­reits heute hohe Flexibilität der Belegschaft." So beschrieb der Be­triebsratsvorsitzende Karl-Heinz Mihr die Lage anläßlich der Kurzfeier zum 50- millionsten Getriebe aus dem Werk Kassel. Mehr als die Hälfte der rund 7000 Beschäftigten im Getrie­bebau arbeiten im 3-Schicht-System. 50 Millionen i. O. Getriebe aus dem Standort Kassel ist nach Mihr eine Verpflichtung für den VW-Vorstand. Dieses Werk muß auch in Zukunft das Getriebeleitwerk des Kon­zerns bleiben, aus dem sämtli­che Getriebe für die gesamte Modellpalette geliefert wer­den!

Mehr Fläche für das Bildungswesen

Einweihung nach dem Ausbau des Bildungswesen

Das Kasseler Bildungswesen ist jetzt um ca. 4200 qm größer geworden. Der 7,5 Millionen teure Anbau im Nordosten der Halle 4 wurde letzt offiziell einge­weiht , eine Ausbildungsfläche für die derzeit 963 Auszubilden­den - eine neue Rekordmarke für das Werk Kassel - vorhan­den.
Einweihung nach dem Ausbau des Bildungswesen in der Halle 4 im VW-Werk Kassel am 14.09. 1989.
Bild v. Links 1. Reihe:Bürgermeister der Stadt Baunatal Heinz Grenacher,Leiter des Bildungswesen Kassel Friedewald Bracht, Werkleiter Fritz Zorn, Vorsitzender des Betriebsrat Werk Kassel Karl-Heinz Mihr, ganz rechts Franz Kutsche Leiter des Personalwesen Werk Kassel, am Podium Prof.Dr.Meyer Dohm Leiter des Zentralen Bildungswesen der VWAG

VW-Werk und OTC an der A49

Gleisanschluß zum Gewerbegebiet östlich der A 49

Große Rollen aus Karosserieblech warten in den Halle 2 auf ihre Verarbeitung im Presswerk. Um Platz für die Fertigung zu schaffen, wurde 1989 östlich der Autobahn 49 ein Lager für die großen, schweren Rollen errichtet.

Ein Durchstich mit Straßenverbindung und Bahnanschluß unter der A 49 innerhalb des VW-Werkes wurde erstmals 1988 ins Gespräch gebracht und im Jahr 1989 Umgesetzt.

Mit dem Durchstich mit Straßenverbindung und Bahnanschluß ist die Ausweitung für das VW-Werk und das dazugehörige OTC, sowie weitere Ansiedlungen von Firmen zu beiden Seiten der A 49 möglich geworden.


Niederschrift Sitzung Stadtverordnetenversammlung v. 05. Juni 1989 Pressebericht

Protokoll vom 05. Juni 1989 ( Anwesenheit ) Sitzung Stadtverordnetenversammlung der Stadt Baunatal - Pressebericht - HNA

Geschichte Bauliche Erweiterung des Industriegebietes gegenüber dem VW-Werk Kassel / Baunatal, östlich der A 49, dem heutigen OTC TOP1 :Erweiterung des Industriegebietes gegenüber dem VW-Werk Baunatal, östlich der A 49, dem heutigen OTC Der Vorsitzende des Haupt- und Finanzausschusses, Manfred Gruber, SPD, erläuterte, daß das Volkswagenwerk beabsichtige, Teile der Produktions- und Lagerbereiche auszulagern. Um einen möglichen Abbau von Arbeitsplätzen auszugleichen, will die Stadt Voraussetzungen schaffen, um Zulieferbetriebe in unmittelbarer Nähe ansiedeln zu können, die diese Arbeitsbereiche auffangen.

Entscheidungen in der Geschichte der Stadt

Für die SPD machte Stadtverordneter Willi Dilchert deutlich, daß dies eine der wichtigsten strukturpolitischen Entscheidungen in der Geschichte der Stadt sei.

Willi Dilchert

Die geplante Erweiterung ist in die Zukunft gerichtet, dient der Sicherung der vorhandenen Arbeitsplätze und einer möglichen Neuschaffung weiterer Beschäftigungsmöglichkeiten. Darüber hinaus sei es aber vor allem wichtig, den Standort Baunatal innerhalb des VW-Konzerns zu sichern. Mit der Vorbereitung der Flächen zwischen den Baunataler Stadtteilen Rengershausen und Kirchbauna gegenüber dem Volkswagenwerk auf der anderen Seite der Autobahn A 49 werden sich aber auch Verbesserungen für die Bevölkerung und die Umwelt ergeben.

Dilchert wies darauf hin, daß jetzt bereits tausend Tonnen zu einem großen Teil über LKWs angeliefert werden. Dies führt zu einer erheblichen Lärmbelästigung, weil VW das sogenannte "Just-in-Time-Konzept" favorisiere. Damit werden die jeweils benötigten Materialien erst dann angeliefert, wenn sie auch benötigt werden.

Einige Mitglieder der Stadtverordnetenversammlung Baunatal 1989, von links: Karsten Schulze Stadtverordneter, Hans Peter Josten Stadtrat, Kurt Kistner Stadtverordnetenvorsteher, Volker Lappöhn Fraktionsvorsitzender SPD, Asmuth Schaub Stadtrat, Gerd Hornung Stadverordneter, Willi Dilchert Stadverordneter, Gabriele Schenk Stadtverordnete, Dr. Werner Neusel Stadtverorneter und Günther Pöpperl Stadverordneter.

Künftig sollen alle Materialien über Gleis angeliefert werden, was zunächst einmal zu einer Verbesserung der Verkehrssituation führe. Durch das dichte Heranrücken der Zulieferbetriebe an das Werk würde zusätzlich Lärm vermieden, was insbesondere der Kirchbaunaer Bevölkerung zugute kommt. Auch die Rengershäuser Interessen würden berücksichtigt, indem ein Lärmschutzwall entsteht, der Belastungen in diese Richtung vermeiden soll.

Die Wolfsburger Straße und ein bisheriger Feldweg sollen die Zufahrt sichern. Ursprüngliche Überlegungen des Konzerns, diese Lagerstätten nach Kassel, Schauenburg oder Homberg zu verlegen, hätten erhebliche Belästigungen gebracht. Dilchert machte deutlich, daß die Stadt nicht bereit ist, dem Volkswagenwerk Zugeständnisse bezüglich der Landschaftsplanung und dem Naturschutz zu gewähren.

Von der Zeitplanung her seien die Vorbereitungen jetzt soweit getroffen, daß VW am Zuge sei. Die SPD sei auch dafür, daß die Hessische Landgesellschaft wie schon bei der Stadtentwicklungsmaßnahme die Verhandlungen führen solle.

Zwar könne man sich den Inhalten nicht verschließen, müsse aber die Vorgehensweise der Stadt tadeln, sagte Stadtverordneter Gerhard Sell, CDU. Seine Partei habe die Planungen bereits seit längerer Zeit gefordert, jedoch stets abweisende Antworten von den politisch Verantwortlichen erhalten. Dies habe Skepsis, insbesondere bei den Rengershäuser Bürgern erzeugt. Wie aus den jetzigen Beratungen hervorgeht, hätten die Planungen bereits seit September 1988 im Rathaus vorgelegen. Auch aus den Presseartikeln hätte man erkennen können, daß offensichtlich alle besser informiert gewesen seien als die CDU.

Außerdem müsse man kritisieren, daß jetzt außerplanmäßige Haushaltsmittel bereitgestellt würden, für die nach der Hessichen Gemeindeordnung eigentlich als Bedingung eine Unabweisbarkeit und Unvorhersehbarkeit vorliegen müßten. Dies sei jedoch nicht gegeben. Dennoch sei die CDU der Auffassung, daß die Sache erfolgreich zu Ende gebracht werden müsse, so daß man zustimme, obwohl man Zweifel daran hege, ob die Investitionen ausreichen und die Zeitplanung umgesetzt werden kann.

Zukunftssicherung des VW-Standortes Baunatal

Bürgermeister Grenacher stellte richtig, daß man erst am 3. März dieses Jahres endgültig absehen konnte, in welche Richtung die Entwicklung weiterging. Das erzielte Verhandlungsergebnis sei so hervorragend, daß man es nicht zerreden dürfe. Diese Entscheidung trage wesentlich zur Zukunftssicherung des VW-Standortes Baunatal bei. Der Stadtverordnete der Grünen, Günter Unverzagt, verglich die Umstellung der Arbeitsweise bei VW mit japanischen Methoden. Durch den Wegfall hochqualifizierter Plätze im Volkswagenwerk soll die Rendite erhöht werden. Deshalb bestehe auch ein Zwang für die Stadt, zu handeln, um den Status Quo der Arbeitsplätze zu erhalten. Dennoch würden nicht nur 4,5 Mio DM investiert, sondern die Substanz zweier Wohngebiete angegriffen und Flächen der natürlichen Umgebung entzogen.

SPD Fraktionsvorsitzender, Volker Lappöhn

Guten Draht zu den Interessenvertretungen von Arbeitnehmern (VW)

Die SPD habe ganz sicher einen guten Draht zu den Interessenvertretungen von Arbeitnehmern (VW Kassel / Baunatal) und Gewerkschaften, sagte deren Fraktionsvorsitzender, Volker Lappöhn. Natürlich habe auch seine Fraktion erkannt, daß damit in erster Linie der Abbau von Arbeitsplätzen verhindert werde. Hauptziel dieser Investition ist es, den Standort Baunatal zu sichern. Das jetzt erzielte Ergebnis sei nicht zuletzt deshalb auch so hervorragend, weil es Umweltbelastungen von der bebauten Ortslage fernhalte. Man sollte jetzt alles daran setzen, eine zeitgerechte Realisierung zu erreichen.

  • Beschluß der Stadtverordnenten:

Der Magistrat wird beauftragt, alle bauleitplanerischen Maßnahmen einzuleiten, damit ein Bebauungsplan für das Gewerbe- und Industriegebiet östlich der A 49 gegenüber dem VW-Werk Baunatal beschlossen werden kann.

  • 31 Stimmen dafür
  • 3 Stimmen dagegen

siehe auch

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