VOLKSWAGEN - Werk Kassel / Baunatal 1975

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Ereignisse 1975

Anlage für Austauschmotoren VW Werk Kassel Halle 4
Zusammensetzung des Betriebsrat nach den Wahlen 1975
Zusammenstellung u. Foto: Günther Pöpperl

Anlage für Austauschmotoren

  • 1958 beginnt die Fertigung von Austauschteilen in Kassel. Im April 1964 wird der einmillionste VW-Austauschmotor fertiggestellt. Im Mai 1968 der zweimillionste. Im Frühjahr 1972 ist die dritte Million erreicht.
  • Im Volkswagenwerk Kassel ist 1975 Europas größte Anlage für Austauschmotoren und -getriebe. Allein 1.300 Motoren werden täglich auf den drei Montagebändern produziert. Diese Zahl entspricht der Kapazität einer mittleren Automobilfabrik! Das Aufbereiten von Austauschmotoren läßt sich nicht mehr mit einer üblichen Reparatur vergleichen. Die Aggregate werden am Fließband zerlegt, gereinigt und sortiert. Etliche Teile — so Auspufftöpfe, Kolben, Zündkerzen — wandern grundsätzlich in den Schrott. Alle anderen werden geprüft und, wenn eine Aufbereitung möglich ist, nachgearbeitet. Die Prüfnormen sind dabei genauso hart wie bei neuen Motoren. Am Ende entstehen aus aufbereiteten und aus Neuteilen komplette Motoren, die fabrikneuen gleichwertig sind. Wie diese beginnen sie ihr Leben auf dem Einlaufband, wo sie ständig mit öl durchspült und auf Funktion gestestet werden. Bei einer weiteren Kontrolle auf dem Bremsprüfstand wird die Leistung gemessen, die Zündung eingestellt, das Ventilspiel und der Kraftstoffverbrauch überprüft.

Zentrale für die Aufbereitung

Kassel ist weiterhin die Zentrale für die Aufbereitung von VW-Austauschteilen: VW-Motoren und -Getriebe, dazu Einzel¬teile, wie Kupplungen, Schwungräder, Ölkühler, Zylinder und Zylinderköpfe. Hochwertige und dabei preisgünstige Original-VW-Austauschteile machen Volkswagen noch wirtschaftlicher! Dem VW-Austauschsystem liegt der Gedanke zugrunde, daß an einem alten Aggregat durchaus nicht alles verschlissen ist. Es gibt Teile (zum Beispiel Gehäuse oder Verkleidungsbleche), die so gut wie keiner Abnutzung unterliegen. Andere, wie Zylinder oder Kurbelwellen, lassen sich rationell wieder in neuwertigen Zustand versetzen. Nach der Demontage auf dem Fließband werden die zerlegten Teile in großen Waschanlagen gereinigt und anschließend auf ihre Wiederverwendbarkeit überprüft. Auspufftöpfe, Kolben, Lagerschalen, Auslaßventile, Zündkerzen wandern grundsätzlich in den Schrott und werden durch Neuteile ersetzt. Alle anderen Teile gehen zur Aufbereitung. Zylinder werden ausgebohrt und mit neuen Kolben versehen — sie sind dann so gut wie neu. Kurbelwellen werden neu gehärtet, geschliffen und mit neuen Lagern ausgerüstet. So entstehen Schritt für Schritt neuwertige Aggregate. Sie werden nach denselben Normen geprüft wie sie für fabrikneue gelten. Austauschmotoren beispielsweise müssen bei der Prüfung volle Leistung und'absolute Laufruhe zeigen. Auch bei der Aggregateaufbereitung gestatten die hohen Produktionszahlen Automation und Rationalisierung. Ein Austauschteil kostet deshalb im Durchschnitt nur die Hälfte des Neupreises. Dennoch gibt VW dieselbe Garantie wie für neue Teile — der VW-Fahrer hat den Vorteil davon. Neben der Getriebefertigung und der Aggregate-Aufbereitung hat das VW-Werk Kassel die Aufgabe, sämtliche Ersatzteile für ältere, nicht mehr in der Serie produzierte VW-Modelle, herzustellen. Dazu gehören auch Karosserieteile. Kassel ist schließlich Lager- und Umschlagplatz für alle Ersatzteile, die die weltweite VW-Organisation braucht. Auf einer Nutzfläche von 240.000 qm lagern ca. 38.000 verschiedene Teile. Ein Computer sorgt dafür, daß jedes davon jederzeit vorhanden ist. Geht der Vorrat zur Neige, so veranlaßt er Nachproduktion oder -bestellung. Schließlich muß die Teile-Disposition in Kassel ihrem Ruf gerecht werden, daß auch für ältere Volkswagen stets alle Teile in der VW-Werkstatt an der nächsten Ecke zu bekommen sind.

  • Günther Pöpperl
    Quelle:Volkswagenwerk Kassel Informationsblatt 1973 " Wirtschaftsmotor in Nordhessen Drittgrößte VW-Werk in der Bundesrepublik

Auflösungsverträge 1975

1975 verlassen 2082 VW Mitarbeiter das Werk durch Auflösungsverträge davon 1277 Mitarbeiter ausländischer Herkunft. Die Gesamtbelegschaft von 18.900 Mitarbeitern Ende 1971 wurde durch Betriebsbedingte Auflösungsverträge bis zum Ende 1975 auf 13.732 Mitarbeiter Reduziert.

siehe auch

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