Urwald Sababurg

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Baumriesen und Adlerfarn
Pfad im Urwald Sababurg
Bizarre Gebilde an Bäumen, Wurzeln und Totholz
Urwaldriese

Der sogenannte Urwald Sababurg ist ein ehemaliger Hutewald und heute ein etwa 92 ha großes, von alten Eichen und Buchen dominiertes Naturschutzgebiet im Reinhardswald in Nordhessen.

Neue Holzstege, neue Wege-Markierungen und Geländer tragen seit Anfang September 2011 im Urwald zu einem einzigartigen Naturerlebnis auf gut begehbaren, sicheren Pfaden bei.

Bereits im Jahre 1907 unter Schutz gestellt, gilt der "Urwald Sababurg" als die älteste Naturschutzfläche in Hessen.

In unmittelbarer Nähe befindet sich die Ende des 15./ Anfang des 16. Jahrhunderts als Jagdschloss wiedererrichtete Sababurg und ein Tierpark, den Landgraf Wilhelm IV. nahe der Stadt Hofgeismar im Jahr 1571 gründete.

Geschichte

Das älteste Naturschutzgebiet Hessens, der Urwald Sababurg, ist ein Waldgebiet mit außergewöhnlicher ökologischer Vielfalt und Kulturgeschichte. Pfade und Holzstege führen durch einen Wald, in dem viele Spuren von Tieren und Menschen aus über sieben Jahrhunderten sichtbar sind.

Zu den Initiatoren des nordhessischen Naturschutzgebietes gehörte der Maler Theodor Rocholl, der schon in seiner Jugend im Reinhardswald künstlerisch gearbeitet hatte. Neben den unterhalb der Sababurg weidenden Pferden des Gestüts Beberbeck oder den Bildern aus dem bäuerlichen Milieu der Gegend rund um die Stadt Hofgeismar, gehörten Bilder aus den geheimnisvollen Buchen-, Eichen- und Farnwäldern des Reinhardswalds zu den bevorzugten Motiven des Malers.

Aufgrund seines Engagements und der Mithilfe des Forstrats Backhaus aus Hombressen oder des Leiters der "Staatlichen Stelle für Naturdenkmalpflege", Geheimrat Hugo Conwentz, entstand ab dem Jahre 1907 in der Nähe der Sababurg der Urwald Sababurg in einem Bereich zwischen dem Mauerpark und der Holzape.

Bereits im Jahre 1914 wurden in einer Schrift 14 verschiedene Arten von Gehölzen, 78 Arten von Blütenpflanzen, sieben verschiedene Farne, 26 Arten Moose und 29 Arten von Flechten und Pilzen genannt.

Baumriesen und Adlerfarn

Der Urwald Sababurg ist Lebensraum einer außergewöhnlichen Tier- und Pflanzenwelt, Stätte einzigartiger Landschaftskombinationen aus uralten Bäumen und Wildnis, aber auch Ausdruck Jahrhunderte alter kulturhistorischer Einflüsse und Zeuge der deutschen Naturschutzgeschichte.

Unter dem Titel "Baumriesen und Adlerfarn" erschien 2006 ein interessantes Werk über den inzwischen mehr als 100 Jahre alten Urwald im Reinhardswald mit zahlreichen Fotos.

Mehr als 50000 Besucher im Jahr treffen heute auf eine bereits seit 1907 unbewirtschaftete Waldfläche und auf bizarre Gebilde an Bäumen, Wurzeln und Totholz.

Wo in früheren Jahren auf dem "Kuhberg bei der Sababurg" Pferde, Kühe, Schafe und Ziegen aus den umliegenden Dörfern in den Hutewald getrieben wurden, prägen heute mächtige alte Eichen und Buchen, Hainbuchen, Erlen und Birken, aber auch riesige Adlerfarnfelder und Pfeifengrasbestände die Flora.

Das Bild des ehemaligen Hutewalds (Weidewalds) hat sich im Laufe der Jahrzehnte stark verändert. Wo früher das Vieh die jungen Bäume kurz hielt und Schweine im Wald mit Eicheln gemästet wurden, entstand ein Wald, der diesen Namen verdient und in dem sich insbesondere die Buche stark verbreiten konnte.

Schmale Wege führen heute durch die ehemalige Waldweide-Landschaft und vorbei an Adlerfarn-Feldern. Die Waldlandschaft verwandelte sich im Laufe der Zeit in ein Gebiet, in dem auch knorrige, teilweise 800-jährige Eichen und faszinierende Totholzstrukturen zu finden sind, die auch die ökologische Bedeutung des „Urwalds“ belegen.

Literatur

Naturwunder

Nach dem Ergebnis einer Internetumfrage der Heinz-Sielmann-Stiftung im Jahr 2009 zählt der Urwald Sababurg zu einem der attraktivsten Naturwunder in Deutschland. Unter insgesamt 42 Naturschönheiten wurde der Urwald auf Rang zehn gewählt.

siehe auch

Wandern

Start für Wanderungen im Urwald Sababurg ist der Wanderparkplatz "Drecktor" an der Kreisstraße von Hofgeismar in Richtung Sababurg, der auch mit dem öffentlichen Personennahverkehr zu erreichen ist.

Weblinks