Udenhausen

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Blick zur Kirche

Udenhausen ist ein Stadtteil von Grebenstein mit etwa 1150 Einwohnern.

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

Aus den Anfängen der Ortsgeschichte

Urkundlich wird der Ort im Reinhardswald erstmals im Jahre 1019 erwähnt. Die Wiederbesiedelung des "wüst" gewordenen Dorfes begann zum Ende des 15. Jahrhunderts.

Die Kirche aus dem frühen 18. Jahrhundert

Die Kirche aus dem Jahre 1735 (andere Quellen nennen das Jahr 1705) und 30 Fachwerkhäuser des Dorfs zählen zu den hessischen Kulturdenkmälern.

Die evangelische Dorfkirche wurde dreischiffig mit einem Holzgewölbe erbaut. Die Saalkirche mit Dreisechstelschluss wurde im Ort auf einer erhöhten Lage mit ummauerter Terrasse errichtet.

Auf der Homepage des Evangelischen Kirchenkreises Hofgeismar wird auf einige Besonderheiten der frühbarocken Kirche hingwiesen, die über zwei Portale verfügt; dabei wird das auf der Südseite gelegene Portal Brauttor genannt.

Auch die Kanzel aus der Entstehungszeit der Kirche ist frühbarock mit Ecksäulen, Sockelprofil und Gebälk und trägt Verzierungen in den damals ausklingenden Formen der Renaissance. Der Kanzeldeckel wurde in der Form einer Krone gefertigt und mit Einlegearbeiten (Rosetten) versehen.

Lange Jahre war Udenhausen Tochtergemeinde der Pfarrei in Hombressen, später der Pfarrei in Mariendorf, bevor eine eigenständige Pfarrei entstand (heute: Evang. Gesamtverband Hombressen-Udenhausen).

Udenhausen zum Ende des 19. Jahrhunderts

Bis um das Jahr 1884 standen bis an das Dorf noch dicke Eichen und die Kuh- und Schweinehirten trieben ihre Herden tief in den Reinhardswald bis zum Udenhäuser Stock. Dieses "Huterecht" löste der Staat zum Ende des 19. Jahrunderts ab, die Eichen wurden 1884 abgeholzt und die Gemeinde wurde mit ehemaligen Waldflächen entschädigt.

Nachdem der Plan, diese Flächen als Übungsplatz für die Garnisonen in Hofgeismar und Kassel zu verpachten, nicht umgesetzt werden konnte, entschloss sich die Gemeinde im Jahre 1893, die "Wildnis" urbar zu machen. Jeder der sich seinerzeit zur Kultivierung des Bodens verpflichtete, konnte ein Los von zwei Morgen ziehen, wobei der Preis von 100 Mark deutlich unter den damaligen Preisen von Kulturland zwischen 250 und 300 Mark lag. Viele der Udenhäuser Tagelöhnerfamilien machten von dem Angebot Gebrauch und erlangten durch harte Rodearbeit eigenen Grundbesitz. Zu dieser Zeit gab es in Udenhausen 29 Bauernfamilien, 10 Familien mit geringem Landbesitz von ein bis zwei Morgen und 45 Tagelöhnerfamilien ohne jeden Grundbesitz.

Ein Zeichen bescheidenen Wohlstands war einige Jahre später der Bau einer eigenen Wasserleitung, die das Dorf seit 1903 mit Trinkwasser vom Gahrenberg versorgte.

Seit 1930 Kirmes in Udenhausen

In Udenhausen wird an diesem Wochenende Kirmes gefeiert. In dem Dorf nahe dem Reinhardswald gehört die Feier seit Jahrzehnten zum Brauchtum, laut Aufzeichnungen soll die erste in den 1930er Jahren stattgefunden haben.

Bis 1961 waren es die Kirmesburschen, die dafür die Verantwortung trugen. Traditionell waren das Jungs im Alter zwischen 17 und 18 Jahren, kurz bevor sie zur Bundeswehr mussten. 1962 wurde das Heimatfest zum ersten Mal von einem Verein ausgerichtet. Von da an sollte das bis auf den heutigen Tag so bleiben. In früheren Jahren wurde die Kirmes in den beiden Gaststätten Sommer und Gerlach gefeiert. Später dann bis 1992 nur noch auf dem Saal Gerlach. Seit 1993 gibt es in dem Grebensteiner Stadtteil eine Zeltkirmes.

Jahr für Jahr zog der Kirmesbär durch den Ort, begleitet von dem Bärenführer, dem Polizisten, dem Eiermann und der Eierfrau. Bis 1997. Im Jahre 1998 fand sich kein Verein, der die Kirmes ausrichten wollte. Aus der Not heraus entstanden die Kirmesweiber, sie gaben neue Impulse, brachten die Männer zum nachdenken. Ein Jahr später gab es die "Junggesellen", und fortan waren sie diejenigen, die das Organisieren der Kirmes in die Hand nahmen, soweit das nicht doch noch ein Verein übernahm. In diesem Jahr feiern sie ihr Zehnjähriges und gleichzeitig das Finale. Denn von den ehemals 24 Junggesellen sind 17 übrig geblieben und von denen passt nur noch auf fünf Männer die Bezeichnung zu. Alle anderen sind verheiratet oder leben in einer festen Beziehung. … (zrk)

(aus: HNA-online vom 25.9.2009)

Literatur

siehe auch

Evangelische Kirche

Vereine

SG Hombressen-Udenhausen

Die Frauenfußballmannschaft der Spielgemeinschaft Hombressen-Udenhausen feierte am 28.5.2011 ihr zehnjähriges Bestehen.

TSV Udenhausen

Auf 110 Jahre Vereinsgeschichte blickte der größte Verein am Ort im Jahre 2007 zurück, der 1897 zunächst als "Deutscher Turnverein" gegründet wurde. Ein weiterer Vorgängerverein des heutigen Turn- und Sportvereins war der Arbeiter Turn- und Sportverein in Udenhausen, der nach dem Ersten Weltkrieg neben dem Turnen auch das Fußballspiel anbot.

Zu den Gründern des Turn- und Sportvereins gehörten ehemalige Tagelöhner, die im Gründerjahr 1897 zu bescheidenem Grundbesitz in Udenhausen gekommen waren. 171 ha abgeholzte Waldfläche stellte der Staat seinerzeit der Gemeinde zur Verfügung, die unter den Einwohnern aufgeteilt wurde.

Aus der Chronik des Vereins zu den Gründerjahren 1897 - 1899:

„ ... Erstmals wurden besitzlose Tagelöhner zu Grundeigentümern, wenn dies auch durch Rodearbeit hart erkämpft werden musste. ... Der Sportbetrieb beschränkte sich auf das Turnen (Gymnastik und Geräte) auf freier Wiese. 1899 begann man einen Spielmannszug aufzubauen (Holzpfeifen und Trommeln). Noch heute erinnert der Name "Turnplatz" (Grünanlage am Ortsausgang Richtung Veckerhagen) an die Übungsstätte der Sportler der ersten Jahre. ...“

Freiwillige Feuerwehr

Weblinks



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