Udenborn

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Udenborn ist ein Ortsteil von Wabern im Schwalm-Eder-Kreis mit 168 Einwohnern[1] und 297 ha Fläche [2].

Lage

Der Ort liegt an der Landesstraße 3223 und nahe der B 253, etwa fünf Kilometer südöstlich von Fritzlar am Nordrand der Großenengliser Platte.

Rund um den Ort gibt es umfangreiche Sand- und Kieslagerstätten.

Geschichte

1040 wurde der Ort als „Udenbrunnen“ erstmals urkundlich erwähnt. Erzbischof Bardo von Mainz erhielt Ende Juli 1040 von Kaiser Heinrich III. auch Güter in Udenbrunnen (Udenborn) zugesprochen.

Streitigkeiten zwischen dem Erzbistum Mainz und den hessischen Landgrafen gipfelten 1427 im Mainzisch-Hessischen Krieg. Udenborn wurde im Juli 1427 - wie viele andere Dörfer in der Gegend - verwüstet und niedergebrannt. Am 21. Juli 1427 hatte der Erzbischof seinen Fehdebrief an Landgraf Ludwig I. gesandt. Reiter unter Führung des Grafen von Leiningen verwüsteten landgräfliches Gebiet um Gudensberg und Felsberg. Der Landgraf rückte ihnen am 23. Juli an der Spitze einer Streitmacht entgegen. Auf der Höhe zwischen Udenborn, Großenenglis, der Kalbsburg und Kleinenglis (der "Großenengliser Platte") tobte die Schlacht, bei der das landgräfliche Heer unter Landgraf Ludwig I. die Mainzer Truppen entscheidend schlug.[3]

Aus Udenborn wurde ein Landgrafendorf, das in der nachfolgenden Zeit die Geschicke der Landgrafschaft Hessen teilte und mit dem Kurfürstentum Hessen 1866 unter preußische Herrschaft kommt.

Im Zuge der Reformation in Hessen wurden die Dorfbewohner im 16. Jahrhundert protestantisch. Zu dieser Zeit gab es am Ort etwa zehn Häuser. [4]

Nach dem Borkener Salbuch von 1578 gehörte das Dorf zum Amt Borken, 1585 wurden hier 14 Haushalte gezählt. [5]

In einem Register aus dem Jahre 1639 wurden nach dem Dreißigjährigen Krieg nur noch vier „verehelichte hausgesessene“ Personen und drei Witwen aufgeführt. [6]

1835 hatte der Ort 23 Häuser und 165 evangelische Einwohner. [7]

Am 31. Dezember 1971 wurde der bis dahin selbständige Ort Udenborn zur Gemeinde Wabern eingemeindet.[8]

Im Jahr 2015 feierte der Ort sein 975-jähriges Jubiläum. [9] Dazu erschien die Dorfchronik "975 Jahre Udenborn". [10]

Kirche

Die Dorfkirche [11] stammt aus dem Jahre 1798, wurde aber erst 1816 vollendet.

Udenborn wurde 1585 nach Kleinenglis eingepfarrt und ist seit 1747 Kirchenfiliale von Kleinenglis, da Udenborn früher zum alten Amt Borken gehörte.

Die Udenbörner Dorfkirche präsentiert sich mit umlaufender Empore und einer Kanzel über dem Altar. Sie entstand, nachdem im Jahr 1798 die alte baufällige Fachwerkkirche abgebrochen und an gleicher Stelle mit dem Bau einer Steinkirche begonnen wurde. Aufgrund finanzieller Schwierigkeiten konnte aber erst 1802 das Dach gedeckt werden; der Innenausbau wurde erst 1816 beendet. Die hölzerne Kanzel und der steinerne Altar stammen aus der Vorgängerkirche. [12]

Die Evangelische Kirchengemeinde gehört heute zum Evangelischen Gesamtverband Obermöllrich-Cappel-Zennern und der Kirchengemeinde Udenborn.

Literatur

  • Werner Ide, Von Adorf bis Zwesten: Ortsgeschichtliches Taschenbuch für den Kreis Fritzlar-Homberg, Melsungen 1972, S. 348 ff.
  • Dorfchronik "975 Jahre Udenborn", 2015
  • Zur Geschichte von Udenborn siehe auch den Internetauftritt: www.ottoscheffer.gmxhome.de.

Schule

Die Schule am Reiherwald (Grundschule des Schwalm-Eder-Kreises in Wabern, Landgrafenstr. 39) wird von den Kinder aus Wabern, Unshausen, Hebel, Uttershausen, Udenborn, Zennern, Niedermöllrich und Harle besucht. Zur Zeit werden rund 200 Kinder in 11 Klassen unterrichtet.

siehe auch

Vereine

  • Freiwillige Feuerwehr Udenborn
  • Reitsportfreunde Udenborn
  • SV 1969 Udenborn

Weblinks und Quellen

Quellen

  1. Einwohner und Haushalte in den Ortsteilen der Gemeinde Wabern - pdf
  2. Gemarkungsflächen im Internetauftritt der Gemeinde Wabern
  3. Schlacht bei Udendorn im HNA Regiowiki
  4. www.ottoscheffer.gmxhome.de/udenborn
  5. vgl. ebenda
  6. vgl. ebenda
  7. Werner Ide, Von Adorf bis Zwesten: Ortsgeschichtliches Taschenbuch für den Kreis Fritzlar-Homberg, Melsungen 1972 S. 350
  8. Statistisches Bundesamt (Hrsg.), Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982, S. 392
  9. Artikel in HNA-online vom 21.6.2015
  10. Artikel in HNA-online vom 18.6.2015
  11. Foto der Dorfkirche auf https://www.google.de/maps
  12. http://kirchenkreis-fritzlar-homberg.de

Weblinks



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